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Gedeckter Frühstückstisch © Bildagentur Huber Fotograf: Scat, Stefano
 

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Irlands soziale Realität

Sendedatum: 25. Februar bis 1. März 2013, 22.05 bis 22.35 Uhr

Torfstecher in Irland © imago stock&people Detailansicht des Bildes Torfstecher in Irland bei der Arbeit Frank O‘Connor, der von 1903 bis 1966 lebte, ist neben James Joyce, Sean O’Casey und Brendan Behan wahrscheinlich der bekannteste irische Schriftsteller im zwanzigsten Jahrhundert.

Seine Kindheit und Jugend verlebte O‘Connor, der eigentlich Michael O‘Donovan hieß, als Kind armer Eltern in seiner Geburtsstadt Cork. Er war oft allein und schon früh auf sich selbst angewiesen. Früher als andere Kinder lernte er lesen, entwickelte einen ehrgeizigen Selbsterziehungsplan, wie er ihn in seiner fesselnden Autobiographie "Einziges Kind" beschrieben hat. Hier gewinnt man ein anschauliches Bild vom Leben armer Iren in den Anfangsjahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Mitglied der irischen Freiheitsbewegung und der "gälischen Liga"

Bald schloss sich O‘Connor der irischen Freiheitsbewegung an und kämpfte im Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner. Paradoxerweise musste er deswegen nach Gründung der irischen Republik eine Gefängnisstrafe absitzen. Die Ernüchterung und Enttäuschung durch diese Erfahrung hat in seinem Werk deutlichen Niederschlag gefunden.

O‘Connor gehörte auch zur sogenannten "gälischen Liga", die 1893 gegründet worden war und die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die aussterbende gälische Sprache und Dichtung neu zu beleben. Diese Liga war von zwei Anglo-Iren, William Butler Yeats und George Moore, ins Leben gerufen worden - aus Protest gegen die englische Politik und die Anglisierung des kulturellen Lebens in Irland. Auch ein national-irisches Theater, das Abbey Theatre in Dublin, wurde gegründet, wo Frank O‘Connor für einige Zeit Co-Direktor war. Aber trotz dieser Bestrebungen schrieb er seine eigenen Erzählungen und Romane, wie die meisten seiner irischen Kollegen, in englischer Sprache.

Seine Erzählungen und Kurzgeschichten machen O'Connor berühmt

1932 erschien der Roman "Der Heilige und Mary Kate", in Deutschland bekannt unter dem Titel "Die Reise nach Dublin". Sein Roman "Dutch Interior" aus dem Jahr 1940 wurde in Irland verboten, und auch seine beiden irischen Reisebücher mit ihrer genauen Schilderung sozialer Realität erregten Anstoß.

O‘Connor, der in seiner zweiten Lebenshälfte überwiegend in Amerika lebte und als Gastprofessor an amerikanischen Universitäten lehrte, schrieb auch eine Studie über den modernen Roman und eine Untersuchung über Shakespeare. Seinen literarischen Ruhm verdankt er aber, wie gesagt, seinen Erzählungen und Kurzgeschichten, die er in vielen Bänden sammelte.

Eine sechsbändige Auswahl in deutscher Übersetzung erschien im Zürcher Diogenes Verlag.

"Die Achilles-Ferse" und andere Erzählungen

Rolf Boysen © picture-alliance / dpa Fotograf: Peter Kneffel Detailansicht des Bildes Rolf Boysen liest "Die Brautnacht" In der Lesereihe sind zu hören: "Die Brautnacht", gelesen von Rolf Boysen, "Die Achilles-Ferse", gelesen von Martin Held, "Entwurzelt" gelesen von Klaus Stieringer, "So sind sie, die Engländer", gelesen von Hannes Messemer und "Er hat die Hosen an", gelesen von Achim Gertz.

Alle Erzählungen werden in der deutschen Übersetzung von Elisabeth Schnack gelesen.

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Raliza Nikolov (l.), Annemarie Stoltenberg und Rainer Moritz beim "Gemischte Doppel" im Studio von NDR Kultur © NDR.de Fotograf: Jil Hesse
 
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Der Bücher-Frühling 2013

19.02.2013 | 10:00 Uhr

Im "Gemischten Doppel" haben unsere Literaturexperten ihre liebsten literarischen Entdeckungen empfohlen. mehr

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Eine Frau schaut am 14.10.2008 auf dem Gelände der Frankfurter Buchmesse in ein Buch. Im Hintergrund ist ein Bild überdimensional großer Tieraugen zu sehen. © picture-alliance/ dpa Fotograf: Marijan Murat
 

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