Am Morgen vorgelesen
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Sendetermin: 27. Dezember 2011 bis 13. Januar 2012, 22 bis 22.35 Uhr
Gert Westphal liest aus dem Roman von Theodor Fontane.
Theodor Fontane (1819 - 1898) veröffentlichte "Irrungen, Wirrungen" 1888, er war damals neunundsechzig Jahre alt.
Der Roman "Irrungen, Wirrungen" gehörte von jeher zu den am meisten bewunderten und geliebten Werken Fontanes (geliebt auch vom Autor selbst); er war sein endgültiger Durchbruch als Romancier. Thematisch ist der Roman mit einigen anderen Büchern verwandt, etwa mit "Cécile", "L’Adultera" und "Effi Briest". Am deutlichsten aber ist die Parallele zu "Stine", nur hat Fontane das Thema der nicht standesgemäßen Liebe dort ungleich bitterer behandelt.
"Irrungen, Wirrungen" gehört zu den Prosawerken Fontanes, von denen nicht bekannt ist, ob ihnen - wie so vielen anderen seiner Bücher - ein realer Vorgang zugrunde liegt. Briefe und Tagebücher verraten uns nur wenig über die Entstehungsgeschichte. Fontanes früheste Beschäftigung mit dem Stoff ist für das Jahr 1882 anzunehmen; mit mehreren Unterbrechungen arbeitete er daran bis zum Juli 1887.
Fontanes "Berliner Romane" spielen alle während der Amtszeit Otto Fürst von Bismarcks.
Das Werk gehört zum Zyklus der sogenannten "Berliner Romane", die die Topografie, das Gesellschaftsleben und den Dialekt der preußisch-brandenburgischen Metropole mit wachsender Souveränität einbeziehen. Und sie spielen auch allesamt in Fontanes Gegenwart, der Bismarck-Zeit, den siebziger und achtziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts. Mit dem gleichzeitig entstandenen Kurzroman "Stine" verbindet "Irrungen, Wirrungen" das Thema der nicht standesgemäßen Liebe, in Letzterem zwischen dem Baron Botho von Rienäcker und dem einfachen Bürgermädchen Lene.