Am 21. September 1875 starb Dvoráks Tochter Josefa. In dieser schmerzlichen Stimmung begann er am 19. Februar 1876 mit der Komposition des "Stabat Mater" op. 58, jener Sequenz, die wahrscheinlich der Franziskanermönch Jacopone da Todi um 1300 für das Fest der "Sieben Schmerzen Mariae" gedichtet hat. Zwei weitere seiner kleinen Kinder starben bald darauf, erst danach vollendete Dvorák sein "Stabat Mater" im November 1877. Drei Jahre vergingen bis zur Uraufführung in Prag, aber danach verbreitete sich dieses wahrscheinlich erste tschechische Oratorium sehr schnell: Leo Janácek dirigierte es in Brünn, Dvorák selbst in England mit großem Erfolg in der großen Kathedrale von Worcester. NDR Chor und NDR Sinfonieorchester haben das "Stabat Mater" im März 1999 unter der Leitung von John Nelson in der Laeiszhalle Hamburg zur Aufführung gebracht.
1972/73 komponierte Frank Martin im Auftrag von Yehudi Menuhin und Edmond de Stoutz die "6 Images de la Passion du Christ" - Polyptique - für Violine und zwei kleine Streichorchester. Angeregt durch ein Polyptichon in Siena - eine Bildfolge auf Holztäfelchen mit den Stationen der Passion Jesu - entstand das knapp dreißigminütige Werk. Der Geiger Thomas Zehetmair hat es zusammen mit dem Ensemble Resonanz im Juli 1996 im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals gespielt.
(Freitag, 2. April, 22.00 - 23.59 Uhr, NDR Kultur)