NDR Kultur - Das Sonntagskonzert

Das Alte Werk: Musik der Söhne Bachs

"Wenn es je eine Familie gegeben hat, in welcher eine ausgezeichnete Anlage zu einer und eben derselben Kunst gleichsam erblich zu seyn schien, so war es bestimmt die Bachische." Mit diesen Worten beginnt die älteste aller Bach-Biographien, die Johann Nikolaus Forkel, Akademischer Musikdirektor in Göttingen, 1802 veröffentlichte.

Und dass er keineswegs übertrieben hat bei seiner Eloge auf die "musicalisch-Bachische-Familie", beweisen Christine Schornsheim, Andreas Staier und Concerto Köln mit einem den berühmten Söhnen des noch berühmteren Vaters gewidmeten Programm. Den Anfang markiert der "Bückeburger Bach" Johann Christoph Friedrich mit seiner Sinfonie d-Moll für Streicher, gefolgt zum einen von dem legendären Wilhelm Friedemann, der sich als studierter Mathematiker leidenschaftlich mit der spekulativen Seite der Musik befasste (mit Adagio und Fuge d-Moll sowie seinem Konzert Es-Dur für 2 Cembali und Orchester) zum anderen von Carl Philipp Emanuel, dem Inbegriff des "Originalkomponisten" im musikalischen Sturm und Drang mit dem Konzert für 2 Cembali und Orchester Wq 46.

Zu guter Letzt aber erinnert Concerto Köln an "Giovanni Bacchi" oder "John Bach", den elften und jüngsten Sohn des Leipziger Thomaskantors, zu deutsch: Johann Christian Bach, der freilich weder dem Leitbild seines Vaters noch dem Beispiel seiner an deutschen Höfen und Kirchen musizierenden Brüder nacheiferte, sondern in Italien Opern komponierte und in London Konzerte veranstaltete. Von ihm ist die Sinfonie g-Moll op. 6 Nr. 6 zur Aufführung gebracht worden.

(Sonntag, 14. März, 11.00 - 13.00 Uhr, NDR Kultur)

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