NDR Kultur - Prisma Musik

Ernst von Dohnányi zum 50. Todestag

Ernst von Dohnányi wurde am 27. Juli 1877 in der damals zu Ungarn gehörenden Stadt Pressburg, dem heutigen Bratislava, geboren, wo er auch seinen ersten Musikunterricht erhielt. Später setzte er seine Ausbildung an der Budapester Musikakademie fort. Klavier studierte er bei dem Liszt-Schüler István Thomán, dann für kurze Zeit auch bei Eugen d'Albert, der ebenfalls Liszt-Schüler war und mit dem Dohnányi später immer wieder verglichen wurde. Als Pianist genoss Dohnányi schon mit Anfang zwanzig Weltruhm. Seine Fähigkeiten im Blatt- und Partiturspiel, im Improvisieren und Transponieren sollen phänomenal gewesen sein. Um die Jahrhundertwende ging Dohnányi bereits auf Konzertreisen. Seinen ersten großen Erfolg konnte er am 24. Oktober 1898 in London verbuchen, wo er unter Leitung von Hans Richter das vierte Klavierkonzert von Beethoven spielte. Dohnányi war bald eine internationale Berühmtheit. Mit Béla Bartók verband ihn eine lebenslange Freundschaft, auch wenn Dohnányi als Komponist selbstbewusst in der Tradition des 19. Jahrhunderts verharrte. Sein Gesamtwerk umfasst neben drei Opern auch geistliche Musik; er schrieb zwei Sinfonien und andere Orchesterwerke, darunter zwei Klavier- und Violinkonzerte sowie ein Konzertstück für Violoncello und Orchester, außerdem zahlreiche Klavier- und Kammermusik. Kein Geringerer als sein erklärtes Vorbild Johannes Brahms hatte sich einst lobend über sein Klavierquintett op. 1 geäußert: Er selbst hätte es "nicht besser schreiben können", so Brahms. Später spielten berühmte Kollegen wie Sergej Rachmaninow oder Vladimir Horowitz regelmäßig Dohnányis Klaviermusik.

(Sonnabend, 13. Februar, 20.00 - 22.00 Uhr, NDR Kultur)

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