Die neue Abonnementkonzertreihe des NDR Chors begann am 24. September in der Harvestehuder St. Johannis-Kirche mit einem romantischen Programm: "Lichter der Nacht". Vom Kernrepertoire der Romantik - Stücken von Franz Schubert, Robert Schumann, Anton Bruckner und Johannes Brahms - zieht das Konzert Linien ins 20. Jahrhundert und in die musikalische Gegenwart: zu Claude Debussy, der in seinen "Drei Chansons" mit tonmalerischem Klangzauber die Welt der Minnesänger heraufbeschwört; zu frühen Werken von Anton Webern und Alban Berg, die noch ganz aus dem Geist träumerischer Romantik und schönen Singens erfunden sind; zu György Ligeti, dessen "Nacht und Morgen" etwas von der differenzierten Chorkultur in Ungarn ahnen läßt; schließlich zu dem Zeitgenossen Eric Whitacre, dessen "Sleep" in kürzester Zeit zu einem Hit neuer Chormusik wurde. Er nimmt den Übergang zwischen Wachen, Schlaf und Traum zum Anlass für betörende Klangvisionen von eigener Harmonik und Leuchtkraft.
Im Zentrum des Programms aber stehen die Romantiker selbst: Schubert mit seinem "Nachtgesang im Walde", einem Freiheitslied mit Hörnerklang; Schumanns "Mondnacht", der Inbegriff aller Romantik; Brahms´ vielstimmige "Nachtwachen" und die zarthelle Melancholie seiner Frauenchöre mit Harfen- und Hörnerbegleitung. Eine echte Rarität ist Anton Bruckners "Abendzauber" - ein Solo, das sich aus der Klanglandschaft des Chores hervorhebt, Hörner und drei Frauenstimmen aus der Ferne entwerfen eine vielfarbige musikalische Abendszene in den Alpen. Eine schöne Eröffnung der Konzertreihe des NDR Chores - passend zum Datum, zu der kurzen Zeit im Jahr, in der sich Nacht und Tag die Waage halten.
(Sonntag, 14. Februar, 22.00 - 23.59 Uhr, NDR Kultur)