NDR Kultur - Hören und Genießen
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Maria Kliegel, Cello, und Nina Tichman, Klavier
Es sollte ursprünglich nur der Titel für eine CD werden, doch dann erspielte sich Maria Kliegel diesen Namen als Ehrentitel für sich selbst: La Cellissima! Die Cello-Künstlerin, die früher ihrem Stradivari-Cello und mittlerweile einem mehr als 280 Jahre alten Instrument aus der Werkstatt Carlo Tononis schönste Töne entlockt, kam zusammen mit der amerikanischen Pianistin Nina Tichman für ein Cello-Recital zum NDR Kultur Foyerkonzert nach Hamburg.
Mit ihrem Programm beweisen die Duo-Partnerinnen Vielseitigkeit: Préludes der 39-jährigen Komponistin Lera Auerbach und Dmitrij Schostakowitschs Cello-Sonate setzen moderne russische Akzente, während George Onslow und Camille Saint-Saens eher klassisch- bis romantisch-französisch daherkommen.
Kliegel und Tichman sind beide Professorinnen an der Kölner Musikhochschule und haben beide zum einen eine beeindruckend große Zahl an Kompositionen eingespielt, zum anderen ein ungewöhnliches und selten zu hörendes Repertoire: Nicht nur sämtliche Cello-Sonaten von Beethoven finden sich da, sondern auch Kompositionen von Banter, Demus und Popper (Kliegel), Kirchner, Penderecki und Copland (Tichman).
Alfred Schnittke bezeichnete Maria Kliegels Einspielung seines 1. Cellokonzerts als "Referenzaufnahme", Mstislaw Rostropowitsch lobte die Ausnahmemusikerin gar als "beste Cellistin seit Jacqueline du Pré". Und wenn man nun noch weiß, dass Maria Kliegel neben der Leidenschaft fürs Cello auch eine Leidenschaft für Tennis auslebt und wenn man ebenfalls weiß, dass genau dies die Details sind, die NDR Kultur Redakteur Ludwig Hartmann nur zu gern in seine Zwischenmoderationen und kurzen Interviews mit seinen Gästen aufgreift - dann dürfte klar sein, dass die Zuhörer wieder einmal ein vergnügliches und hochklassiges NDR Kultur Foyerkonzert erleben konnten!