"Tun, was einem das Gewissen sagt"

Alt-Bischof Huber unterstützt Nikolaus Schneider in der Sterbehilfe-Debatte

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Wolfgang Huber war selbst von von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber hat sich in der Sterbehilfe-Debatte hinter den amtierenden Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider gestellt. Die Position der Evangelischen Kirche Deutschlands müsse wegen Schneiders Äußerungen nicht infrage gestellt werden, so Huber im Gespräch mit NDR Kultur.

"Die Liebe ist entscheidend"

Huber reagierte damit auf Interviewäußerungen Schneiders, der aufgrund der Krebserkrankung seiner Frau vor zwei Wochen seinen Amtsverzicht angekündigt hatte. Gegenüber verschiedenen Medien erklärte Schneider nun, er würde seine Frau in die Schweiz begleiten - gegen seine Überzeugung und aus Liebe zu ihr - sollte sie Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen.

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Aus Liebe zu seiner Frau würde Schneider sie in den Freitod begleiten, auch wenn dies gegen seine Überzeugung sei. Eine Aussage, die kirchenpolitisches Konfliktpotential birgt.

Wolfgang Huber rechtfertigte diese Haltung damit, dass auch wenn die evangelische Kirche Sterbehilfe grundsätzlich ablehne, es doch zuletzt darum gehe, dass man "gewissensbestimmt das tut, was einem das Gewissen sagt". In diesem Fall sei das Gewissen die Liebe zu seiner Frau. Er selbst, so Huber, bete und bitte Gott darum, dass er nie in eine vergleichbare Situation komme. Denn dann könne er nicht ausschließen, dass er genauso handele.

 

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18.07.2014 06:50 Uhr
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