Klassik à la carte

Gast: Kilian Kleinschmidt

Freitag, 29. Januar 2016, 13:00 bis 14:00 Uhr

UN-Flüchtlingshelfer Kilian Kleinschmidt. © dpa picture alliance Fotograf: Soeren Stache

Kilian Kleinschmidt, Experte Flüchtlingshilfe und humanitäre Hilfsarbeit

NDR Kultur -

Kilian Kleinschmidt ist aufgrund der Flüchtlingskrise besorgt. Über 20 Jahre war er als Entwicklungshelfer der UNO in Krisenregionen tätig. Seine Erfahrungen hat er nun veröffentlicht.

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Mehr als 20 Jahre arbeitete Kilian Kleinschmidt für die Vereinten Nationen in verschiedensten Kriegsgebieten. Zuletzt leitete er in Jordanien eines der größten Flüchtlingslager der Welt, das zu einer riesigen Containerstadt gewachsen ist, in der mehr als 80.000 Syrer leben. Blickt Kleinschmidt auf die Flüchtlingspolitik Europas, fragt sich der erfahrene Entwicklungshelfer zunehmend, ob es überhaupt einen Katastrophenplan gibt. Bisher hat ihm darauf niemand geantwortet. Dass man es nicht einmal schaffe, die Flüchtlinge unterzubringen, mache ihm Angst. Europa habe noch nicht kapiert, dass es das Katastrophenmanagement der UNO in Anspruch nehmen könne und müsste. "Wenn man Profis ranlässt, kann man innerhalb von einer Woche Notunterkünfte stemmen", sagt er.

Aufgewachsen als wohlbehütetes Einzelkind in einem akademischen Haushalt, habe er sich stets für "das, was er war, geschämt". Er rebellierte mit wilden Jahren in der Berliner Hausbesetzer-Szene, bevor er nach dem Abitur acht Jahre als Ziegenhirte in den französischen Pyrenäen verschwand. Wie er zum Krisenmanager der UNO wurde, warum er gegen eine scharfe Trennung zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen ist und für eine gezielte Umsiedlung von Schutzbedürftigen, darüber spricht er in Klassik à la carte.

Moderation: Stefanie Groth