Am Morgen vorgelesen

Das Große lässt sich nieder, wo es will

Samstag, 19. März 2016, 08:30 bis 09:00 Uhr

Joachim Kerzel liest eine Geschichte von Lars Gustafsson

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Lars Gustafsson, der "Virtuosen der intellektuellen Plauderei".

Lars Gustafsson gehört längst zu den international bekanntesten Schriftstellern aus Schweden. In Deutschland hat sich zuerst Hans Magnus Enzensberger für ihn eingesetzt, als er 1967 seinen Gedichtband "Maschinen" herausgab. Gustafsson, der im Mai seinen 80. Geburtstag feiert, war viele Jahre Professor für Philosophie an der texanischen Universität in Austin. Sein Hauptwerk ist der fünfteilige, zwischen 1971 und 1987 entstandene Romanzyklus "Die Risse in der Mauer", worin er sich kritisch mit dem modernen schwedischen Sozial- und Wohlfahrtsstaat auseinandersetzt. Wegen der philosophischen Grundierung seines Werks und seiner komplexen Erzählweise hat man Gustafsson einen "Virtuosen der intellektuellen Plauderei" genannt, der mit allen Schikanen sich durch die "postmodernen Fiktionslabyrinthe" bewege. Der Autor selbst hat über seinen Werdegang als Schriftsteller einmal gesagt: "Wenn man will, dass ein Kind ein Dichter wird, muss man es für einige Jahre in eine Kiste setzen. Das Kind beginnt dann sozusagen nach innen zu wachsen."

Gustafssons Erzählung "Das Große lässt sich nieder, wo es will" stammt aus dem Zyklus seiner "Erzählungen von glücklichen Menschen".