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Aura Dione im exklusiven Interview

von Kristina Bischoff

NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff mit Sängerin Aura Dione. © NDR 2 Fotograf: Michael Latz Detailansicht des Bildes Aura Dione hatte viel Spaß beim Interview mit NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff. Einen Tag vor der Premiere ihrer neuen Songs im n-joy Konzert machte Aura Dione schon mal Halt in ihrer Norddeutschen Lieblingsstadt. Und hatte sogar noch Zeit für ein Interview mit NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff.

Deine Single "Geronimo" steht hoch in den deutschen Charts - war schon auf Nummer eins - wie geht es Dir mit diesem Erfolg?

Aura Dione: Ich habe das selbst noch nicht ganz begriffen. Das ging den Leuten von meiner Plattenfirma übrigens auch nicht anders. Und dann war ich auf einmal vor Rihanna in den Charts - sie auf Nummer 2. Das  hat echt gerockt, mehr geht nicht.

Der Song klingt ja auch ganz anders, als wir es noch von "Song for Sophie" von Dir gewöhnt waren. Nicht sanft, sehr verändert. Kann es sein, dass Du mit Deinem neuen Album den nächsten, wichtigen Schritt gegangen bist?

(lacht). Das hoffe ich. Aber so genau kann ich das gar nicht beurteilen, weil ich schlecht von außen auf mich schauen kann. Ich folge auch viel meinen Instinkten. Aber Perfektionistin bin ich schon. Und mit diesem Album habe ich noch mehr über das Songschreiben und das Musiker Handwerk gelernt. Und dass jetzt so viele Leute meine Songs mögen und angenommen haben, spricht dafür, dass ich erstaunlich weit gekommen bin. Mit dem hoffentlich nächsten Schritt.

Was hast du denn neues dazugelernt, was hier hörbar ist?

Ich lerne viel, von den kleinen Entscheidungen, die ich jeden Tag treffen muss. Die haben mich sehr viel stärker werden lassen. Das gehört auch zum Erwachsenwerden dazu. Zu manchen Dingen nein zu sagen, und manch andere zu bejahen. Besonders als weibliches Wesen, dass im Umfeld der Musikindustrie erwachsen wird. Da habe ich gelernt für mich zu kämpfen, meine Integrität zu bewahren und weiter auf meinen Instinkt zu hören. Also wachsam zu bleiben, für das, was ich tun möchte und was nicht geht.

Hast Du Vorbilder, von denen Du lernst?

Ich lerne von allen, jeden Tag. Das ist das, was wir Menschen typischerweise tun. Zu jemandem hoch zu schauen, den wir bewundern. Als ich klein war, war mein Idol Dolly Parton. Sie war nicht nur meine Lieblings Songschreiberin mit über 5.000 komponierten Songs und 42 veröffentlichten Alben - sie entsprach ja auch dem amerikanischen Traum. Und wusste genau, wie sie wirken wollte. Und das tat sie auf eine sehr schöne Art. Freundlich, niedlich und lustig und gleichzeitig auch sehr klug. Wenn sie dann raus geht mit ihren hochtoupierten Haaren und ihrem großen Busen und dann Witze macht wie "Danke, dass Ihr die Eintrittskarten für mein Konzert gekauft habt. Es ist nämlich extrem teuer, so billig auszusehen wie ich." Außerdem hat sie einen eigenen Vergnügungspark, der "Dollywood" heißt und dessen Erträge in Wohltätigkeitsprojekte fließen. Wirklich, ein gutes Vorbild!

Und was bringst Du Deiner Meinung nach selbst mit, was bildest Du ab?

Ich bin hier, um Musik zu machen. Damit wurde ich gesegnet. In der Unterhaltungsbranche gibt es viele Leute, die einfach nur geliebt und wahrgenommen werden wollen. Darum glaube ich auch, dass manche in dem Wunsch, berühmt zu sein, verloren gehen. Ich halte mich da an mich selbst. Klar wollte ich auch berühmt sein - aber an erster Stelle geht es mir um die Musik. Dass die andere Menschen erreicht. Das macht mich sehr froh und lässt mich nachts gut schlafen. Ich muss nichts mehr sein als ich bin.

Da muss ich mal nachhaken. Dein neues Albumcover zeigt genau das. Nicht mehr als Du bist, sondern Dich auf eine schöne Weise, nackt. Hast Du nicht trotzdem Angst, dass die Leute sich deswegen weniger für Deine Musik interessieren als für Deinen Körper?

Das ist ne gute Frage. Ich glaube, im Leben muss man was riskieren. Auf der anderen Seite hast Du wohl recht mit der Frage, und das ist das Traurige daran. Aber es gibt einen Teil von mir, der dafür kämpft eine Frau sein zu dürfen. Und der sich fragt, warum muss ich mich schuldig fühlen, dafür, dass ich mich zeige, wie ich bin? Warum werden Frauen automatisch zu Huren oder billig? Ich kenne nämlich meinen Wert und den meiner Musik. Und ich glaube an mich und an all die anderen jungen Frauen da draußen. Viele denken bestimmt, ich hätte das nur aus Sex-Appeal Gründen gemacht. Ich wollte mich zeigen, denn das tue ich sowieso jeden Tag. Mich zu zeigen, wie ich bin, nackter geht's nicht. Und man macht sich dadurch auch verletzbar. Andererseits ist das eine gleichzeitig sehr kraftvolle Haltung. Und das wollte ich mit einem poetischen Bild ausdrücken. Selbst auf die Gefahr hin, dass ich verurteilt werde und die Menschen schlecht von mir denken.

Danke dafür. Das hilft dem Verständnis.  Mal was anderes. Bist Du ein Weihnachtsfan?

Das kommt auf das Jahr an. Weihnachten mit einem festen Freund zu feiern ist was anderes als ohne, stimmt's?

Alleine unterm Mistelzweig bringt's nicht.

Richtig. Aber ich liebe Weihnachten schon. Seit meiner Kindheit. Dieses Jahr habe ich etwas Besonderes vor. Ich werde meine Eltern nach New York einladen und sie aus ihrem Alltag rausholen. Und sie auf diese Weise an meinem Leben teilnehmen lassen, ohne auf den Genuss ihrer Gesellschaft verzichten zu müssen.

Schöne Sache. Meine letzte Frage: Was ist dir das allerwichtigste im Leben?

Das Wichtigste? Gesund zu bleiben. Körperlich und geistig. Denn nur, wenn man für sich selbst gut Sorge trägt und sich selbst etwas bedeutet, kann man auch für andere etwas von Bedeutung sein.

Danke für das Gespräch.

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