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"Bücher lesen mit NDR 2" heißt es am Sonntag im NDR 2 Wochenende. Um 8.40 Uhr stellen wir Ihnen populäre Neuerscheinungen vor - unsere Reporter haben die Bestseller-Listen im Blick und suchen aktuelle Bücher heraus. Der Schwerpunkt liegt auf Belletristik, aber auch Sachbücher lernen Sie bei NDR 2 kennen. Aktuelle Folge: Torben Pöhls aus dem NDR 2 Morgen stellt Ihnen "Der Hintermann" von Daniel Silva vor.
Buchcover "Der Hintermann" von Daniel Silva.
"Der Hintermann" ist bereits der elfte Roman von US-Autor Daniel Silva um den israelischen Geheimagenten und Kunstrestaurator Gabriel Allon.
Eigentlich wollten Gabriel Allon und seine Frau Chiara mit dem Geheimdienst nichts mehr zu tun haben, sondern ihr abgeschiedenes Leben an der Küste Irlands genießen. Bei einem Ausflug nach London allerdings fällt Allon ein verdächtiger Mann auf. Ein islamistischer Selbstmordattentäter, der sich ein paar Minuten später in die Luft sprengt und 18 Menschen tötet. Allon hat es nicht geschafft, den Terroristen aufzuhalten. Auch in Paris und Kopenhagen finden solche Anschläge statt. Der islamistische Terror hat Europa erreicht.
Die CIA vermutet hinter den Anschlägen einen ehemaligen Informanten, der überraschend die Seiten gewechselt hat. Sie bittet Gabriel Allon um Hilfe. Sein Plan: Er will selber ein angebliches islamistisches Netzwerk aufbauen, mit dem vermeintlichen Ziel, die Hintermänner der Anschläge finanziell zu unterstützen. Die Agency soll dann beobachten, welche Wege das Geld nimmt und so die Mitglieder des Terrornetzwerkes aufdecken.
Daniel Silva war vor seiner Karriere als Thriller-Autor Journalist bei CNN. Als Auslandskorrespondent war er lange Zeit im Nahen Osten - dort, wo auch dieser Roman zu großen Teilen spielt. Der Mann weiß, wovon er schreibt. Vermutlich ist Silva mit seiner Darstellung der Geheimdienstarbeit wesentlich näher an der Realität als manch anderer Autor. Glamour oder aufregende Action wie bei James Bond sucht man bei Gabriel Allon allerdings vergeblich. Und leider auch diese absolute Spannung, die einen Thriller von einem Top-Thriller unterscheidet.
"Der Hintermann" liest sich mehr wie eine sehr gut geschriebene Reportage über die Arbeit von Agenten und Spionen. Am Ende ist der Leser um ein paar interessante Fakten reicher: Tatsächlich ist das Verfolgen von Finanztransaktionen seit Jahren ein bewährtes Mittel im Kampf gegen den Terror. Besonders viel Geld für islamistische Terrorgruppen wird in der Tat von Privatleuten aus Saudi-Arabien gespendet, obwohl sich das Land nach den Anschlägen vom 11. September 2001 offiziell zum Verbündeten der USA erklärt hat.
Realistisch? Ja - Spannend? Naja...

Daniel Silva