Dieses Thema im Programm:
"Bücher lesen mit NDR 2" heißt es am Sonntag im NDR 2 Wochenende. Um 8.40 Uhr stellen wir Ihnen populäre Neuerscheinungen vor - unsere Reporter haben die Bestseller-Listen im Blick und suchen aktuelle Bücher heraus. Der Schwerpunkt liegt auf Belletristik, aber auch Sachbücher lernen Sie bei NDR 2 kennen.
Aktuelle Folge: Henrike Feyerabend aus dem NDR 2 Team stellt Ihnen "1813 Kriegsfeuer" von Sabine Ebert vor.
Darin geht es rund 900 Seiten lang in die Zeit Napoleons. Ein ganz schöner Klopper, der trotzdem Spaß macht. Unbedingte Voraussetzung dafür ist aber ein wirklich großes Interesse an historischem Stoff. Zwar hat Sabine Ebert in ihr Epos um die Völkerschlacht bei Leipzig auch einen Handlungsstrang eingeflochten, der dem eines klassischen Romans entspricht, doch abgesehen davon geht es hauptsächlich darum, welcher Feldherr, welche Eskadron, welche Armee oder welches Freikorps wohin führt. Klingt auf Anhieb vielleicht etwas trocken, da aber auch diese Geschichten immer mit den persönlichen Schicksalen von Figuren verknüpft werden, liest sich das sehr gut und ganz nebenbei holt der Leser auch noch ein bisschen Geschichtsunterricht nach.
Die Schriftstellerin Sabine Ebert beschreibt in ihrem neuen Roman das schicksalträchtige Jahr 2013.
Dabei wird ganz schnell deutlich: 1813 war für die meisten Menschen in Europa ein schreckliches Jahr. Not, Hunger, Verfolgung, Elend – Sabine Ebert macht absolut klar, wie grausam Krieg war und immer noch ist. Es geht um ein junges Mädchen, das versucht trotz der Umstände ihre Menschlichkeit zu bewahren, einen Buchdrucker, der unter dem Zensor leidet, zwei Männer, die in den Krieg ziehen, um Frieden zu finden und vor allem darum, wie sinnlos dieses ganze Grauen war. Denn die Autorin zeigt die Zeit auch aus der Sicht der damaligen Herrscher, die alle, egal auf welcher Seite, skrupellos tausende Menschen in den sicheren Tod schicken, nur um ihre Gier nach noch mehr Macht und noch mehr Land zu stillen.
Das klingt barbarisch - und das sind die Szenen, die sich in "1813 Kriegsfeuer" abspielen auch. Aber sie werden nicht so schlimm beschrieben, dass ein hartgesottener Erwachsener darüber die Lust an diesem Stoff verlieren würde. Ich fand es sogar gut, wenn nicht sogar notwendig, dass die Autorin den Inhalt ihres Buches nicht in Watte verpackt hat. Denn wenn schon historische Romane, dann doch bitte dicht an der Wirklichkeit. Und die war leider 1813 in Europa für die meisten alles andere als schön. Wenn Sie trotzdem mehr über die Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig erfahren wollen: "1813 Kriegsfeuer" von Sabine Ebert ist dafür absolut empfehlenswert.

Sabine Ebert