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Pink bei einem Auftritt. © dpa
 

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Udo Lindenberg: "Ich liebe Musik & Abenteuer"

Udo Lindenberg - Konzertauftritt Hamburg Hafen © dpa Fotograf: Malte Christians Udo Lindenberg

Im Hotel Atlantic haben sie sich für ein Interview getroffen: Udo Lindenberg und NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff. Bei einer Tasse Tee nachmittags um halb fünf stand Pop-Legende Udo Rede und Antwort.

Der Promoter Deiner Plattenfirma erzählte mir im Vorfeld, Du freust Dich jedes Mal wie ein Kind, wenn ein neues Album draußen ist und Du darüber sprechen kannst. Wie viel Freude macht Dir dieses?

Udo Lindenberg: Große Freude. Ich werde jeden Morgen wach mit `nem Lächeln auf dem Gesicht. Weil ich sehe, wie gut dieses Album angenommen wird, und das Herzblut und die Liebe, die darin stecken. Ich habe mit denselben Produzenten gearbeitet wie vor drei Jahren, wie bei „Stark wie zwei“. Eine wunderbare Konstellation. Da standen die Sterne genau richtig. Und das ist mir wichtig. Und ich habe die richtigen Kumpelinnen und Kumpels dabei. Die Geheimräte. So wie Jan Delay, Max Herre, und Clueso. Wir haben uns ausgetauscht. Und ich war offen, für das, was sie zu sagen hatten. Anregungen, Ideen, Impulse. Und Inga Humpe habe ich wiedergetroffen. Jetzt nach 20 Jahren haben wir auf Millionenfachen Wunsch einer einzelnen Dame „Ein Herz kann man nicht reparieren“ wieder aktiviert. Und das ist die erste Single. Und dann kommt das nächste Ding mit Clueso.

Udo Lindenberg © Warner Detailansicht des Bildes Brandneues Album von Udo Lindenberg: "MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic" MTV Unplugged zu machen- ist das wirklich so ein Ritterschlag?

Nirvana ist ne Band, die ich wirklich toll finde, und Eric Clapton auch. Und als die Anfrage kam, habe ich gedacht, das ist ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann. Ich wollte zwar noch n bisschen auf dem Schiff durch die Welt fahren, aber dann kam das Angebot, und ich war dabei.

Aus 700 Songs haben es 24 auf die Doppel- CD  „Doppelzimmer“ geschafft. War sicher `ne harte Auswahl.

Das war wie Weihnachten mitten im Sommer. Erst mal Wunschzettel ausfüllen. Und dann haben wir geguckt, was kann aufblühen, ohne elektrische Gitarren, eben unplugged. Wie klingt das mit akustischen Klampfen a la Tom Petty, einem Symphonieorchester und mit den Gästen? Und mit exotischen Instrumenten, die ich zum Teil gar nicht kannte. Und dann haben wir halt herum experimentiert, mit welchen Songs das gehen konnte. Und dann lag es nah mit Leuten aus meiner Generation zusammen aufzutreten. Aber Eric Burdon war gerade unterwegs und Lou Reed hatte was mit Metallica am Start. Und dann kam ich eben auf den Nachwuchs zurück. Und das macht uns ja auch aus, das wir mit dem zusammen arbeiten.

Ein gutes Stichwort.  Du teilst öfter mal die Show mit anderen Kollegen. Wie aktuell Jan Delay, der Dich seinen musikalischen Papa nennt- oder Clueso, dem „Sie spielte Cello“ super steht. Haben die jungen Kollegen auch Einfluss auf Dich?

Udo Lindenberg feat. Jan Delay live im Hotel Atlantik.  Fotograf: Tine Acke Detailansicht des Bildes Nicht nur Jan Delay singt mit Udo Lindenberg auf dem neuen Album - auch Clueso. Klar. Clueso kam an mit `nem ganz anderen Groove- viel schneller. Ich singe den ja eher elegisch, und im Liegen. Eher Meditation. Und er kam dann eben an mit seiner Akuklampfe und sagte: „ Ich singe das Lied schneller. Ich liebe dieses Lied , seit ich 2 Jahre alt bin. Da bin ich an den Plattenschrank meiner Eltern rangekrabbelt – das war in Erfurt- da waren Deine Songs verboten. Aber in einer dunklen Ecke gab’s „Andrea Doria" und da war Cello drauf. Und ich habe mich als 2 jähriger in dieses Lied verliebt.“ Und dass wir das jetzt zusammen singen, ist für uns beide eine echte Offenbarung!

Du bist mehr als 40 Jahre im Beruf, und es geht immer weiter. Was treibt Dich an Deinen Job zu machen?

Ich liebe Musik und Abenteuer. Ich bin eigentlich hauptberuflich Abenteurer. Und Musik kann man mit vielem verbinden. Ich mache auch Musik auf Schiffen. Es ist wie so’n Spielplatz. Nur die Bauklötze wurden immer größer, und daraus haben wir dann dicke Shows gebaut. Alles, was es noch nie gab. Schritte ins Niemandsland. Und das hält mich frisch und in Gang. Und Alter steht auch für Radikalität und Meisterschaft. Und nicht für Durchhängen.

Hat man bei so `ner großen Sache wie dem Unplugged Konzert dann doch noch mal Schiss? Wie ging es Dir fünf Minuten vor dem Auftritt?

Der Lampenfieber-Vampir  steht dann schon hinter der Bühne. Ich sag‘ dann „ heute mal nicht so hart beißen“, aber der ist immer hinter der Bühne und fragt „ Wie geht’s Dir heute?“

Was antwortest Du ihm?

Udo Lindenberg und NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff im Hotel Atlantic am  21. September 2011 © NDR 2 Detailansicht des Bildes Udo Lindenberg und NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff im Hotel Atlantic im September 2011. „Gut, mit n bisschen Anspannung“. Und dann stehe ich da fünf Minuten vorm Auftritt hinterm Vorhang und sehe durch das kleine Loch die Experten und Expertinnen, die Paniker aus dem Clan der Lindianer mit Hüten auf. Ein buntes Publikum. Jung, alt, alle. Ist übrigens wunderbar, dass wir so ein Publikum jetzt haben. Viele junge Leute haben mich entdeckt als neuen Sänger. Da ist so’n Typ mit’m Crazy Hut, den kannten wir vorher gar nicht.

Die kennen Dich dann dank Jan Delay und Silbermond und von Deinem Album aus 2008?

Genau. Die haben mich entdeckt. Den E.T.- Typ. Und kommen in die Konzerte und finden es geil. Solche Knilche die sagen, „Ey ist die Coolste Mucke aufm Markt!“ „Ja“, sag ich, „Alter“, zu so nem 17- jährigen. „Da hast Du jetzt die goldene Nase vom Erkennungsdienst.“

Warum machst Du diesen Job und keinen anderen?

Ich gehe wirklich gerne auf die Bühne. Ganz am Anfang hatte ich auch’n bisschen Angst- weil, Gesang hatte ich nicht gelernt, ich war Trommler. Und hatte Lampenfieber. Dann gab’s eben ne halbe Flasche Doppelkorn- gegen die Ängste, gegen das Magendrehen. Und dann ging das gut. Mittlerweile brauche ich die Spannung, wenn es auf die Bühne geht. Und Du hast mich vorhin gefragt, was mich in Gang hält. Ich bin n Fisch im Wasser- auf der Bühne! Das ist mein Element: die geilen Sounds, das Publikum, die Begegnung, die leuchtenden Augen, die Energie, die ganzen Liebeserklärungen. Und dann ratterst Du durch die Gegend, bist n Wanderer. Und das ist immer interessant, und das mache ich total gerne.

Letzte Frage: Was trägst Du unter Deinem Hut?

Meinen Scheitel. Nur ein bisschen weiter nach hinten gewandert.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Weitere Informationen
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