Ihr Lieblingshit im NDR 2 Hit-Mix
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Bekannt für große Live-Auftritte: Nickelback
Ein bisschen verkatert war Chad Kroeger ja schon, als ihn NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff zum Interview bat. Was im Gespräch mit einem verkaterten Nickelback-Sänger herauskommt, lesen Sie hier...
Erst einmal meinen Glückwunsch. Eure Single hat in einer Woche den Sprung von 0 auf 6 in den deutschen Singlecharts geschafft. Ihr scheint eine ordentliche deutsche Fanbasis zu haben.
Aber ja. Deswegen kommen wir auch immer wieder nach Deutschland zurück. Das machen wir jetzt schon seit zwölf Jahren so. Und solange man uns hier sehen will, kommen wir auch hierher, um Konzerte zu spielen.
Darum müsst Ihr auch immer wieder gutes Material raushauen. Und das seid Ihr nun wieder im Begriff zu tun.
Kroeger schmunzelt...
Bald kommt das neue Album - „Here And Now”. Hier und jetzt - klingt fast ein bisschen zu "New Age" für Nickelback!
Nee, darum geht es uns nicht. Es steht eher für einen unmittelbaren Schnappschuss. Dazu muss man wissen, dass wir Vier in der Band schon manchmal so echte Spacken sind, wie große Kinder. Als solche haben wir herumgealbert und uns die doofsten Titel ausgedacht.
"Unsere Alben sind für mich, als wären sie meine Kinder", sagt Chad Kroeger.
Und dann kam Danny ins Zimmer, als wir noch über den letzten Vorschlag lachten und meinte: „Ich hab' noch einen. Wie wäre es mit 'Here And Now'? Erst lachten wir, dann merkte ich: Der Titel ist wirklich gut. Und wir sind dabei geblieben, weil es einen Zustand festhält, wie ein Schnappschuss. Davon, wo wir uns im Moment befinden.
Das ist eine lustige Story. Aber außer der Tatsache, dass Ihr nette Spacken seid, sollt Ihr auch mit einer gewissen Vision oder einer Absicht ins Studio gegangen sein. Was hattet Ihr Euch vorgenommen?
Elf Songs aufzunehmen!
...hat offensichtlich funktioniert!
Naja, anfangs war die Situation im Studio sehr angenehm, voll entspannt. Ganz ohne Druck. Das sagte auch unser Management und die Plattenfirma: 'Jungs, wir wollen keinen Druck machen aber wenn Ihr dieses Jahr noch eine Platte herausbringen wollt, habt Ihr noch genau sechs Wochen Zeit.' Zu dem Zeitpunkt fehlten uns noch sieben Songs. Darum mussten wir uns am Ende doch anstrengen. Und das klappt bei uns meistens nur mit einer Deadline.
Seid Ihr zufrieden mit einem Ergebnis, das unter solchen Umständen entstanden ist?
Aber ja. Dazu muss ich sagen, all unsere Alben sind für mich, als wären sie meine Kinder. In den letzten Wochen bin ich öfter gefragt worden: "Hast Du denn einen Liebling?" Und ich stellte die Gegenfrage. "Hast Du Kinder?" Wenn mein gegenüber "Ja, habe ich" antwortete, fragte ich ihn dann: "Und welches ist Dein Liebling?" Und so ist das mit unseren Alben.
Die sind wie Kinder. Manche brauchen mehr Sorge, und manche sind so eigenständig, dass man ihnen schon fast hinterherläuft. Wow, was für ne tolle Analogie ich eben hergestellt habe.
Ja, Du kannst stolz auf Dich sein... Vielleicht kann ich Dir sonst auch meine Eindrücke schildern. Ich habe das Album eben gehört, man hat es mir am Telefon vorgespielt, der Internetzugang zum Stream hat nicht funktioniert.
Die Band Nickelback aus Kanada besteht schon seit 1995.
Sie haben Dir das Album am Telefon vorgespielt? Wie furchtbar! Es ist beinahe schon das Jahr 2012 und man spielt dir meine Musik am Telefon vor! Na gut.
Ich bin mir sicher, dass es auf CD dann besser klingt als per Telefon.
Nicht wirklich. (Beide Lachen).
Was ist los? Du bist heute anscheinend auch reichlich spackig unterwegs!
Ich habe noch einen leichten Kater von gestern Abend. Ich habe dafür gesorgt, dass die Leute von meiner Plattenfirma nicht zu früh ins Bett gekommen sind. Und dann war da auch noch Leckeres deutsches Bier im Spiel...
Beim Albumhören ist mir aufgefallen, dass es zwei Arten Songs gibt, die mehr oder weniger aufeinander folgen. Zum einen knallharter Rock, zum anderen softe und poppige Songs. Wie stehst Du dazu?
Das müssen wir so machen. Wir haben nämlich auch zwei Arten Fans. Die einen stehen eher auf den harten Rock-Sound, die anderen mehr auf die melodiösen Sachen. Was auch gut ist. Denn dafür werden wir als Band akzeptiert.
Und das macht die Studioarbeit vielfältiger. Wir müssen nicht elf Mal denselben Song machen. Wir machen Rock, dann mal sogar Metal, und dann holen wir das Piano raus. Oder Streicher und Orchester. Und die Fans mögen uns dafür.
...und das bringt beide Geschlechter in die Konzerte.
Ja, das tut es. Deshalb sage ich auch immer, wenn man mich fragt, wo wir als Band geblieben sind, die mal richtig hart geklungen hat: Wir klingen auch ganz gerne mal melodisch und poppig. Denn wenn du auf der Bühne stehst, möchtest du auch mal was nettes Weibliches im Publikum sehen, nicht nur Typen. Darüber hinaus es ist eben auch gut, in der Lage zu sein, abwechslungsreiches Material zu schreiben.
Vielen Dank für das Gespräch!