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Pink bei einem Auftritt. © dpa
 

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Interview

Marit Larsen: "Ich bin ziemlich stark"

Sängerin Marit Larsen © sony music Fotograf: Ralph Günther Detailansicht des Bildes Marit Larsen ist gerade schwer beschäftigt: Am 16. Dezember erscheint ihr neues Album "Spark". Zeit für ein gemütliches Gespräch bei einer Tasse Tee blieb dem Shootingstar aus Oslo dennoch.

Marit, dein Song "If A Song Could Get Me You" hat dir ja 'ne ganze Menge gebracht. Was sind für dich die schönsten Momente, die du mit diesem Song verbindest?

Es hat mich schon erstaunt, was der Song für mich getan hat. Zu dem Zeitpunkt, als ich ihn schrieb, war ich schon seit 15 Jahren Songschreiberin. Wenn ich an einem Song arbeite, dann mache ich das, weil ich in die Idee verliebt bin, die ein Song mit sich bringt. Dass ich aber über genau diesen Tausende neue Zuhörer er gewinnen würde, wie hier in Deutschland, wo 250.000 Leute mein Album gekauft, das jetzt in deren Wohnzimmern oder Autos gespielt wird und ein Teil ihres Lebens geworden ist, das alles erstaunt mich.

Ich sehe dich heute zum ersten Mal. Du wirkst wirklich sehr zart, da kann ich verstehen, dass deine Plattenfirma über dich schreibt, dass deine Musik klingt, als wäre sie von einer Elfe gemacht.

Danke, das ist ein schönes Kompliment.

Sicher, einerseits. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass Menschen über kleine und zarte Frauen denken können, dass die nicht stark sind. Kennst du das?

Ja, ganz genau. Ich bin aber ziemlich stark. Das liegt auch an meiner sehr weisen und schönen Mutter und an meiner Schwester. Die haben mich beeinflusst. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und bringe seit 13 Jahren Platten heraus. Neben der Tatsache, dass ich als Mensch erwachsen geworden bin, bin ich auch in die Rolle hineingewachsen, der Chef meiner zehnköpfigen Band zu sein. Da kann ich ganz schön tough werden und unliebsame Entscheidungen treffen, wenn es sein muss.

Für dein neues Album hast du eine ganz andere Art Entscheidung getroffen. Du bist alleine nach New York gegangen, und hast da an deinem neuen Album "Spark" geschrieben. Wie ist es dazu gekommen?

Sängerin Marit Larsen © sony music Fotograf: Ralph Günther Detailansicht des Bildes "Wenn ich ein Instrument sehe, zieht es mich magisch an": Seit ihrer Kindheit spielt Marit Larsen Geige, Gitarre und Klavier. Sicherlich klingt es paradox, dass ich nach New York gefahren bin, um Stille und Frieden zu finden. Aber vorher war ich mit meinem letzten Album und meiner Band auf Tour - 23 Monate lang, in einem Bus. Wenn man für sich sein wollte, musste man dafür schon aufs Klo gehen.

Und dann war es so, dass ich viele Ideen hatte, an denen ich nicht arbeiten konnte. Das ist wie ein Kribbeln, das sich nicht abstellen lässt. Darum musste ich alleine sein und bin nach New York gefahren. Auch wenn ich meine Leute schnell vermisst habe.

Warst du vorher schon mal in New York?

Ja. Aber ich wollte immer schon mal länger dort bleiben. Und schließlich bin ich sieben Monate geblieben. Außerdem habe ich das Gerücht gehört, dass die Stadt kleiner wird, je länger man da ist. Das stimmt.

Wo hast du dort gelebt?

In Soho. Ich habe den ganzen letzten Sommer damit verbracht, mir Appartements im Internet anzusehen. Ich brauchte schließlich einen Arbeitsplatz, gerne auch mit Klavier. Die gab es, allerdings auf der Upper Est Side, gehörten meistens älteren Damen, waren vollgeräumt bis oben hin und man musste auf die Katze aufpassen. (Lacht.) Und ich bin gegen Katzen allergisch. Also habe ich stattdessen zwei Gitarren und eine Mandoline eingepackt und habe mir Klaviere anderswo gesucht.

Das habe ich gehört. Du hast die Pianostrecken deiner Stücke in Klaviergeschäften komponiert?

Wenn ich ein Instrument sehe, übt das eine magische Anziehung auf mich aus. Ich muss darauf spielen, egal ob es in einer Hotellobby steht oder in einem Musikgeschäft. Davon gibt es in Manhattan glücklicherweise viele. Also bin ich in diese Läden reingegangen und habe so getan, als ob ich eines kaufen wollte. Nach einiger Zeit hatte ich auch eine ganz gute Strategie entwickelt. Ich habe zehn Minuten gespielt, mich dann zum Beispiel nach der Fertigung erkundigt oder, was es kosten würde, es nach Norwegen zu transportieren. Ich habe aber keines gekauft. (Lacht.) Schließlich steht bei mir zu Hause ein Flügel.

Was hast du bei diesem Aufenthalt letztendlich gelernt?

Ich habe mich persönlich und auch als Songschreiberin weiter entwickelt. Weil er mich völlig aus meinem üblichen Trott gerissen hat. Zu Hause ging das Leben weiter, meine Freundinnen haben zum Teil Familien gegründet, Männer geheiratet, die ich nicht kennengelernt habe, weil ich unterwegs war.

Ich war also in der Stadt und habe mich neu kennengelernt. Mich gefragt, wer ich bin, ob ich den Job mache, weil ich weiß, dass andere es von mir erwarten, und wie ich klinge, wenn ich diese Erwartungen außen vor lasse.

NDR2 Reporterin Kristina Bischof mit Marit Larsen.  Detailansicht des Bildes NDR2 Reporterin Kristina Bischof mit Marit Larsen. Und dann bin ich wieder nach Hause gekommen. Auch um dort weiter an dem Album zu arbeiten. Aber ich hatte nebenbei noch sechs Monate Zeit für meine Freunde und Familie, meine kleinen Nichten, die in der Zwischenzeit so groß geworden waren. Manchmal ist es schwer, wenn ich mir klarmache, wofür ich das alles opfere. Dass ich das alles für dir Musik aufgebe. Und deswegen versuche ich stets, mein Bestes zu geben. Vielleicht bin ich eine Perfektionistin. Denn es gibt viele Dinge in meinem Leben, die ich nicht machen kann, weil ich mir diesen verrückten und schönen Job ausgesucht habe.

Wenn du ständig unterwegs bist und dein Privatleben dabei auf der Strecke bleibt, wie schreibst du dann Liebeslieder?

Das ist eine sehr gute Frage. Na ja, es gibt auch andere Dinge in meinem Leben, die mich inspirieren, die Geschichten von Freunden, Bücher oder Filme. Eine traurige Antwort. Aber weißt du was: Viele großartige Liebeslieder wurden geschrieben, weil jemand die Liebe vermisst hat.

Danke für das Gespräch!

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NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff © NDR 2 Fotograf: Jochen Moseberg
 

Kristina Bischoff

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