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Interview
Er ist ein Weltstar und für viele ein Sexsymbol - Lenny Kravitz am 4. November in Hamburg
Am 4. November 2011 gab Lenny Kravitz ein grandioses Konzert in der Hamburger Arena. NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff war dabei und traf den Superstar im Anschluss für ein kurzes Interview.
Danke für die Show. Die war ganz anders als ich sie erwartet habe.
Lenny Kravitz: Inwiefern?
Es war zwischendrin überraschend schön und freundlich, um dann am Ende richtig heiß zu werden.
Danke.
Wenn du auf die Bühne gehst, was ist dann für dich das Wichtigste?
Eine Verbindung herzustellen. Ich betrachte das nicht alleine aus der Perspektive des Showbusiness. Das würde mich nicht weit genug bringen. Also irgendeine choreographierte Show auf die Bühne zu stellen. Es gibt bestimmt Leute, die das super machen. Ich bin da anders, ich lasse mich von der Stimmung inspirieren. So arbeite ich auch im Studio oder so komponiere ich meine Songs, das geschieht immer auf sehr natürliche Art. Ich mache, was ich fühle.
Wenn ich also rausgehe, dann fühle ich mich ein: Da bin ich, da ist das Publikum. Und wir beginnen miteinander rumzutanzen. Ich gebe, es gibt mir was zurück. Dann gebe ich mehr, und mit Glück kommt dann auch so viel zurück, dass wir am Ende sowas wie eine große Feier erleben. Wovon Du ja eben auch gesprochen hast.
Darum gehe ich am Ende des Konzerts auch durch die Halle. Ich will die Leute sehen und anfassen. Ich mag diese Trennung zwischen Star und Publikum überhaupt nicht. Der Star auf der Bühne und der Rest sonst wo. Wir sind alle Stars - und in dieser Angelegenheit zusammen. Ohne, dass die Leute mich sehen wollten, könnte ich hier meinen Job gar nicht machen.
Nichtsdestotrotz haben wir Nicht-Rockstars einen anderen Blick auf dich. Und alle meine Kolleginnen und Freundinnen, denen ich erzählt habe, dass ich dich treffe, sind schon eindeutig ins Schwärmen geraten. Du gilst nun mal als Sexsymbol. Ist das nicht manchmal auch doof mit so einem Image zu leben?
Ich mache mir darüber gar keinen Kopf. Ehrlich. Ich stehe nicht vorm Spiegel und sage: "Oh, schau dir den an!". Ich kann das annehmen, dass es da so ne Sache gibt, die die Leute in mir sehen. Aber das hat in meiner Wirklichkeit sonst keinen Platz. Gut, ich stehe halt gern auf der Bühne, und mag Kunst und Mode, das gehört wohl irgendwie dazu, aber mehr Gedanken über diesen Aspekt mache ich mir nicht.
Wenn du auf der Bühne stehst, macht dich das high?
NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff mit Lenny Kravitz nach dem Konzert am 4. November 2011 in Hamburg
Das bin ich schon von Natur aus. Und darum geht es auch auf der Bühne, dass man in so einen Zustand kommt. Wo was Magisches in der Luft liegt. Als ich heute auf die Bühne ging, war ich anfangs noch müde. Wenn man dauernd auf Tour ist, gibt es manche Tage, an denen die Energie flöten geht. Ich musste mich ganz schön zusammennehmen, als ich auf die Bühne ging. Und dann hat das Publikum mich getragen.
Schön für dich! Möchtest du dafür deinen Fans ein Kompliment zurück geben?
Die sind die besten. Sie geben mir einen Grund, schaffen mir ein Leben. Sie ermöglichen es, dass ich meine Musik spielen kann, geben mir Kraft und inspirieren mich.
Meine letzte Frage: Was bedeutet es für dich, Musiker zu sein?
All das hier. Es teilen zu können. Dieses Geschenk, mit dem man auf die Welt gekommen ist. Es gibt schließlich auch andere Wege. Man könnte auch Taxifahren, einen Bürojob machen, Gräben schaufeln. Für das, was ich mache, kann ich schon dankbar sein.
Und ich danke für das Gespräch!