Musikwunsch
Udo Lindenberg live am 12. März 2012 in Hamburg © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
 

Ihr Lieblingshit im NDR 2 Hit-Mix

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Interview

Hurts: Zurück in Schwarz

Matthias Köppinghoff mit Theo Hutchcraft und Adam Anderson von der Band Hurts © NDR Fotograf: Kamila Klepacki Detailansicht des Bildes Theo Hutchcraft (l.) und Adam Anderson (r.) von der Band Hurts mit Matthias Köppinghoff aus der NDR 2 Musikredaktion. Hurts sind  wieder da: Nach dem Erfolg mit ihrem Debut-Album "Happiness" folgte eine lange Tour und beinahe die völlige Erschöpfung für Theo Hutchcraft und Adam Anderson. Doch Hurts wären nicht Hurts, wenn sie nicht alles geben würden, daher schlossen sich die beiden in eine Wohnung in Manchester ein und machten sich direkt an die Arbeit zum zweiten Album "Exile", das den düsteren Synthie-Pop des Vorgängers noch übertrifft. Matthes Köppinghoff traf Hurts zum Interview; nicht zum ersten Mal, denn bereits 2010 gab’s ein Gespräch. Damals, als es gerade mal ein Youtube-Video zu einem Song namens "Wonderful Life" gab.

Hurts performen "Miracle" im NDR 2 Studio

Nur mit Gitarre, Keyboard und Stimme: Die britische Synthie-Pop Band präsentiert ihre aktuelle Single aus ihrem neuen Album "Exile" - live und unplugged.

Wir haben uns schon einmal 2010 getroffen! Vor drei Jahren, als ihr noch nicht einmal eine Platte hattet, sondern nur den Song "Wonderful life". Könnt ihr euch noch an diese Zeit erinnern? Vor "Happiness", vor den Hit-Singles und den vielen Auszeichnungen?

Adam: Es gibt nichts in 2010 an das wir uns erinnern können (Theo lacht). 2011 sieht’s ein bisschen besser aus...

Theo: Ja, Fragen nach 2011 sind wesentlich besser! Es ist schon lustig, vor allem jetzt wieder durch Deutschland zu fahren, hat uns an diese Zeit damals erinnert. Es war schon wirklich sehr komisch, dieser ganze Erfolg war zuerst ziemlich verwirrend. Wir konnten das alles gar nicht glauben und in unseren Kopf bekommen. Wir waren damals ja noch im Aufnahmeprozess zum ersten Album – wir hatten absolut keine Ahnung, was da noch auf uns zukommen sollte. Das war sehr aufregend, wir hatten so viel Adrenalin in uns, dass es uns auf Jahre antreiben sollte. Wir wollten es allen zeigen und beweisen, dass wir es schaffen. Es war eine große Möglichkeit für uns, etwas Großartiges zu machen. Als es auf uns zukam, haben wir einfach danach gegriffen und haben das alles genossen.

Die Tour zu eurem Album "Happiness" war nicht nur sehr erfolgreich – sie war auch sehr anstrengend: Theo, du hattest einen Blackout und Adam, du bist sogar einmal auf der Bühne eingeschlafen. Wie wichtig war da die Pause?

Die Gruppe Hurts aus Manchester © Sony Music Fotograf: Sony Music / Pressefoto Detailansicht des Bildes Adam Andersen (li.) und Theo Hutchcraft sind gemeinsam Hurts. Theo: Solche Dinge passieren, weil wir zweieinhalb Jahre auf Tour waren. Wir sind beide die Art Menschen, die alles sehr genießen, immer ihr Bestes und überhaupt Alles geben und so oft auftreten, wie irgend möglich. Aber dann gibt dein Körper wirklich auf. Wir dachten, dass diese ganzen Partys auch mal enden würden – jetzt wissen wir, das tun sie nicht. Es ist ok das zu wissen, am Anfang mussten wir halt zu allen gehen. Unsere Körper wurden müde. Es war eigentlich keine Pause, die wir unbedingt brauchten, sondern wir gingen einfach ein wenig weg, setzten uns hin, arbeiteten und schrieben Songs, um davon ein wenig Abstand zu gewinnen nach der Tour.

Für das neue Album habt ihr euch in Manchester eingerichtet – ausgerechnet in der "Curry Mile", der Straße, in der ihr vor eurer Karriere gewohnt habt. Warum Manchester, und nicht Los Angeles, Italien oder Dubai?

Adam: Das wissen wir auch nicht so richtig. Ich glaube, was uns dort wieder hingezogen hat, war nicht mehr gestört werden zu wollen, so wie bei der Tour, diese Blase in der wir lange gelebt haben. Wir brauchten es, ein wenig diszipliniert sein zu müssen, eine gute Arbeitsethik. Manchester ist ein Ort, den wir damit verbinden, denn wir haben seit Jahren dort Songs geschrieben. Für uns hat es viel Sinn ergeben. Wir haben da nicht lange drüber gesprochen, sondern es einfach gemacht – und es muss die richtige Entscheidung gewesen sein. Es hat uns erlaubt, uns voll auf das Album zu konzentrieren. Wir sind nie ausgegangen. Wenn wir in London aufgenommen hätten, wären wir jede Nacht unterwegs gewesen und hätten uns ablenken lassen. Ich denke, nach drei Jahren Chaos war es an der Zeit, sich wieder ein bisschen zu fokussieren – und was gäbe es da für einen besseren Platz als diesen.

Dabei gilt Manchester ja als Stadt, von der die Einwohner anscheinend glauben: "Ein Tisch ist dafür da, um darauf zu tanzen"... (beide lachen)

Theo: Das ist wirklich gut! Das ist sie ja auch.

Adam: Aber wir haben schon auf allen getanzt...

Theo: Genau, deswegen konnten wir uns jetzt auch mal an einen setzen.

Jedenfalls ist das Album fertig geworden und hat den Namen "Exile" bekommen – was können die Fans erwarten?

Pressefoto des Elektro-Pop-Duos Hurts aus Manchester © Sony BMG Detailansicht des Bildes Am 11. März erscheint das neue Album "Exile" von Hurts. Adam: Ich glaube jeder, der das erste Album mochte, wird auch dieses mögen. Es gibt Momente darauf, die ähnlich sind wie noch bei "Happiness". Ich glaube, es ist wie ein anderes Kapitel im selben Buch - eine Art Erweiterung zum ersten Album. Jeder, der uns live gesehen hat, wird das Album verstehen. Es ist wesentlich schwerer, es gibt Momente die extrem düster und dramatisch sind – aber es gibt auch helle Momente die vielleicht noch die hellen Stellen vom ersten Album übertreffen. Und ich glaube, das ist normal, dass das jetzt ein bisschen unterschiedlich ist. Aufregende Momente, die wunderbar widerspiegeln, wie aufregend unser Leben gewesen ist.

Auf eurer ersten Platte hattet ihr einen Gastauftritt von Kylie Minogue – dieses Mal habt ihr sogar Elton John dabei. Wie habt ihr es geschafft, mit ihm zusammenzuarbeiten?

Theo: Wie damals, wir haben einfach gefragt! Es ist auf dem Song "Help", ein Song, auf den wir sehr stolz waren und bei dem wir uns besonders viel Mühe gegeben haben. Wir haben einen Wettbewerb gemacht und "Help" ein paar Fans vorgespielt, am Ende haben sie alle mitgesungen. Danach dachten wir, wäre es nicht toll, wenn er mitmachen würde? Er hat uns schon immer inspiriert. Und tatsächlich haben wir einfach gefragt (lacht). Er war einverstanden; er kam, er war fantastisch und es war einer der besten Tage überhaupt. Es klingt brillant – und ein weiterer Grund für uns, auf den Song stolz zu sein.

Bei eurem Plattenvertrag habt ihr damals auf zwei besonders schräge Wünsche bestanden: Ihr wolltet unbedingt einen Kamm und einen Regenschirm und habt tatsächlich beides bekommen. Was ist passiert mit dem Kamm und dem Schirm?

Theo: Den hab‘ ich immer noch! Zuhause...

Adam: Der Schirm ist mir kaputt gegangen...

Theo: Echt?

Adam: Ja, der Regen ist so stark in England, das hat das Material nicht mitgemacht.

Theo: Naja, ich habe den Kamm auch nach einem Monat verloren – ich habe sie aber 'gezwungen', mir einen anderen zu geben. Also, den, den ich jetzt habe, ist eigentlich schon der zweite Kamm...

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Albumtipp
Album-Cover: Hurts - Exile © Sony Music Entertainment Germany GmbH
 
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Weitere Informationen
Christian Blecken im Studio mit Adam Anderson und Theo Hutchcraft von der Band Hurts © NDR Fotograf: Kamila Klepacki
 
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26.02.2013 | 15:05 Uhr

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