Musikwunsch
Udo Lindenberg live am 12. März 2012 in Hamburg © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann
 

Ihr Lieblingshit im NDR 2 Hit-Mix

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Interview

Glasperlenspiel: Positive Melancholie

Das Duo Glasperlenspiel © Universal Detailansicht des Bildes Daniel Grunenberg und Carolin Niemczyk bilden zusammen das Duo Glasperlenspiel. Das Duo Glasperlenspiel, das sich aus Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg zusammensetzt, bringt gerade sein zweites Album auf den Markt. Vor zwei Jahren starteten die beiden ihre Karriere und schafften es in den Charts bereits nach oben. Nun waren sie im Interview mit Kristina Bischoff aus der NDR 2 Musikredaktion und verraten uns ein bisschen mehr von sich.

Euer neues Album heißt "Grenzenlos". Wie  seid Ihr zu diesem stolzen Titel gekommen?

Daniel: Grenzenlos tatsächlich, weil wir uns bei diesem zweiten Album keine Grenzen setzen wollten. Wir wollten neue Sachen ausprobieren, haben zum Beispiel mit Hip Hoppern zusammen geschrieben, weil die textlich immer sehr auf dem Punkt  und im Flow sind. Es finden sich aber auch Einflüsse von Dubstep und Minimal-Techno darauf. Wir wollten einen perfekten Titel für den Crossover, den wir da machen.

Caro: Genau deswegen hatten wir auch den Traum, mal in London eine Platte aufzunehmen. Ich bin zum Beispiel großer Fan von der Musik, die da herkommt und zu der man tanzen kann. Und davon sind wir nicht so weit entfernt. Wir haben auf dem Album einen Song "Tanz den Schmerz", was auch davon erzählt, wie man sich befreien kann, wenn man tanzt und dabei loslässt. Das kann auch eine Art Therapie sein.

Wo Ihr das sagt: Ich habe den Eindruck, Ihr schließt irgendwie die Lücke zwischen Frida Gold - seid aber nicht ganz so kühl - und Silbermond - nur nicht so rockig. Liege ich damit richtig?

Daniel: Schon toll, mit solchen Bands verglichen zu werden. Allerdings mein erster Kontakt mit einer elektronischen Band waren tatsächlich Depeche Mode Platten, die meine Eltern zu Hause hatten. Ich dachte "Was für ein krasser Sound". Das hat sich dann hin entwickelt zu der aktuellen britischen Szene, wo es Künstler wie Ellie Goulding gibt, die ich für eine ganz tolle Künstlerin halte, bis zu meiner Lieblingsband, den Ting Tings. Ich glaube, diese Mischung, und dann Daniel und Caro in jedem Song - das ist der Sound, den wir gerade kreieren.

Ihr habt noch andere Tricks drauf. "Nie vergessen" ist ein Hit und ein Lied über einen Abschied zugleich. Wie habt Ihr das hinbekommen, dass Trauer schön und erfolgreich wird?

Daniel Grunenberg und Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel. © NDR Detailansicht des Bildes Das Duo Glasperlenspiel benannte sich nach dem Roman von Hermann Hesse. Caro: Die Single "Nie Vergessen" ist so entstanden, dass eine Freundin mir eine Geschichte erzählt hat, die mich sehr berührt hat. Und so sind wir auch an die Dinge herangegangen: dass wir Dinge erzählt haben, die uns beschäftigt haben, die wir selber erlebt haben und auch Dinge, die uns wichtig sind.

Daniel: Wir haben dafür einen Begriff. Wir nennen das "Positive Melancholie".

Wir werden Euer Album demnächst bei uns in der Musikszene Deutschland vorstellen. Braucht Radio in Deutschland so eine Sendung?

Daniel: Ich bin sehr glücklich, dass das Radio solche Sendungen macht, sonst hätten wir keine Möglichkeit was zu erzählen (lacht). Das ist wirklich wichtig, weil gerade in Deutschland können auch viele was mit deutscher Musik anfangen. Auch wenn es diese Leute gibt, die grundsätzlich nur das hören, was zum Beispiel aus Amerika kommt, oder die ganz Indie sind. Aber am Ende ist ein guter Song ein guter Song. Und auch wenn das nicht das Genre ist, das man sonst hört, aber wenn das am Ende was in einem auslöst, wenn es einen emotionalisiert, dann ist es eine gute Sache.

Eure Karriere ist ja innerhalb von zwei Jahren rapide angewachsen. Kommt man da überhaupt noch persönlich mit, wenn das Projekt richtig Fahrt aufnimmt?

Caro: Ich glaube, dass man sich das Individuelle gerade über das Songschreiben erhält, weil man beim Schreiben zu sich kommen kann, man bei sich bleibt. Funktioniert nicht immer, Songschreiben ist auch immer eine Gefühlsache.

Wenn Ihr jetzt bekannter seid, wird es bald wohl keine kuscheligen Clubkonzerte mehr geben, oder?

NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff mit dem deutschen Duo Glasperlenspiel bei NDR 2 © NDR 2 Detailansicht des Bildes NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff (Mitte) mit Carolin und Daniel von Glasperlenspiel. Caro: Dafür freue ich mich auf die Sommerfestivals, die jetzt kommen. Nach diesem Winter, wenn der Sommer nicht schön wird, dann bin ich ganz schön stinkig. Nee, aber Sommerfestivals sind immer ein Highlight im Jahr, wenn das Wetter schön mitspielt, und die Stimmung ganz anders wird. (Flüstert) Wenn man auch noch so den Sonnenuntergang mitbekommt...

Habt Ihr vor Euren Auftritten immer noch Lampenfieber? Gerade bei größeren Auftritten?

(Caro und Daniel lachen) Caro: Also Lampenfieber ist immer dabei. Ich denke, das muss auch so sein. Der Daniel sagt immer zu mir, wenn man mal kein Lampenfieber hat, dann kann man, mit dem was man macht, auch gleich aufhören.

Vielen Dank für das Gespräch!

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NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff © NDR 2 Fotograf: Jochen Moseberg
 

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