Ihr Lieblingshit im NDR 2 Hit-Mix
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Interview
Frida Gold waren mal eine Schulband in Hattingen.
"Liebe ist meine Rebellion" - die neue Single von Frida Gold rockt die Charts. Frontfrau Alina Süggeler und Bassist und Producer Andy Weizel sind gerade aktiv damit beschäftigt, die Neugier auf das kommende Album kräftig anzuheizen. Ihr neues Album (frisch gemastert) haben sie zunächst nur im Tourbus über Kopfhörer gehört - direkt vor dem NDR 2 Interview.
Eure neue Single "Liebe ist meine Rebellion" basiert auf einem Cover, "Freed From Desire", einem 90er Dance-Song von Gala. Wie hat es dazu gekommen, mit einem 17 Jahre alten House-Track die neue Saison für Frida Gold zu eröffnen?
Andy: Eine gute Einleitung! Dazu muss man sagen, dass wir uns für dieses Album vor allem vorgenommen hatten, Spaß zu haben, bei dem, was wir machen. Und es war so, "Liebe ist meine Rebellion" war einer der ersten Songs, die wir fertig hatten. Anfang des Jahres hatte Alina den Song noch mal gespielt und ihn auf sich runtergebrochen. Und dann sitzt sie da am Piano und singt in diesen Song dieses "Na na na na" rein. Es ist ein Song, den wir auch aus unserer Jugend kennen, den wir super finden und den wir backstage bei unseren kleinen DJ-Festen auch mal auflegen. Und das saß drin. Wir fragten uns: Kann man das machen?
Alina: Man muss es machen!
Andy: Man muss es machen, weil wir Bock drauf haben. Und bei uns passiert viel über Ausprobieren und Momente, wo wir solche Dinge hinnehmen und akzeptieren. Und das war neben den Momenten, wo so eine Zeilen entsteht wie "Liebe ist meine Rebellion", ein Moment, in dem wir dachten, das passt.
Auf dem kommenden Album "Liebe ist meine Religion" dreht sich anscheinend alles um die Liebe. Was hat Liebe Eurer Meinung nach für eine besondere Kraft?
Da waren sie noch Newcomer: Frida Gold 2010.
Alina: Liebe macht uns Menschen aus. Liebe ist das, was wir einander geben sollen. Das ist unser Hauptauftrag, das fängt bei Liebe an und schlägt sich dann nieder in Menschlichkeit und in einem anderen Bewusstsein füreinander. Ich glaube einfach so fest daran, dass wenn man sich selbst so prüft, das im Kleinen für sich pflegt, dass das nach und nach größere Wellen schlägt. Und ich glaube auch an die Kraft jedes Einzelnen von uns und daran, durch solche Dinge, die wir uns anders bewusst machen, einfach vieles ändern könnten.
Liebe hat mit Sicherheit auch ihre dunklen Seiten. Gibt es bei Euch auch Stücke, die Raum lassen für Unglück, Schmerz oder Verlassenwerden?
Alina: Ich finde, das haben wir auf dem ersten Album viel gemacht. Es hatte viele offene Fragen und dunkle Momente, ist auch in solchen entstanden, auch wenn man das auf der Produktion nicht so hört. Aber wenn ich das Album höre, dann denke ich an die Zeit, wo mein persönlicher Weg zu mir sehr schwierig war. Und bei "Liebe ist meine Religion" hatten wir 'ne Zeit hinter uns, die sehr schön war. Wir hatten uns wohl gefühlt, und ich hab gesagt: Jetzt hört diese Fragerei mal auf. Ich will Antworten! Und Antworten geben. Und ich möchte Vertrauen haben und an Dinge glauben. Und das wollte ich kommunizieren - und so wurde es mir ein großes Bedürfnis, darüber zu schreiben.
Frida Gold begeistern ihr Publikum - zum Beispiel beim NDR 2 Papenburg Festival.
Alina: Wundervoll. Andy und ich waren zwei Wochen da und haben uns so wohl gefühlt. Weil da, wo wir gelebt haben, auch so eine frieliche Stimmung war, im Stadtteil Venice. Da wurde auch ein ganz spezieller Lifestyle gepflegt, der uns in dieser Phase zu Gute kam. Da haben wir gedacht, okay, packen wir die ganze Band ein, mieten uns ein kleines Häuschen, packen da ein ganzes Studio rein, und sind dann jeden Tag kreativ.
Andy: Drei Monate lang wurden wir täglich von der Sonne geweckt. Und der Kontrast, der dann kam, im November nach Berlin zurückzugehen und dann vier Monate in der Dunkelheit zu leben, hat uns dann weiter geprägt. Und es war uns auch wichtig, so einen Kontrast zu schaffen. In Deutschland denkt man tiefer über Songs nach, lernt die Songs umzukrempeln, das geht hier gut. Und das war uns wichtig.
Ich kann mir vorstellen, dass man in Los Angeles im Sinne von Selbstvermarktung, Glamour und Star-Appeal noch eine Menge lernen kann - Eigenschaften, die ja auch von Euch ausgehen...
Alina Süggeler in einem ihrer extravaganten Outfits.
Alina: Das haben wir vor Ort gar nicht so empfunden. Ich verbinde mit LA und dem Umland vor allem 'nen ganz starken Kontakt zur Natur. Das waren Dinge, die uns da beflügelt haben. Wir waren nicht auf der Suche nach noch mehr Glanz. Sondern nach ehrlichen und intimen Momenten. Ich glaube, das ist das, was Frida Gold von Anfang an auch hatte. Wir haben damals in unserer gemeinsamen Wohnung in Bochum Songs geschrieben aus vollem Herzen, ehrlich und kompromisslos. Und das ist für uns das, was Frida Gold ausmacht. Dass man verschiedene Ebenen, die entstehen, auch bedienen muss und darf. Also es ist auch eine Freude für uns, uns zu inszenieren, Dinge visuell darzustellen, das ist für uns auch ein großer kreativer Bereich. Man darf halt nicht den Fehler machen, und das begegnet uns oft in Deutschland so, dass man nur das Eine oder das Andere sein kann. Und ich sehe die totale Erfüllung in beidem. Das kennt jeder Mensch doch auch. Manchmal ist man dieser ganz persönliche Mensch, aber dann geht man auch mal weg und macht man sich schick und wirkt nach Außen. Das ist für uns wichtig, daran haben wir Spaß.
Apropos sichtbar werden: Man hat es im Video zu "Liebe ist meine Rebellion" schon gesehen - Du hast ganz schön an Muskeln zugelegt. Für unsere Hörerinnen und Hörer, die ihren Sport noch nicht gefunden haben: Wie hältst du dich fit?
Alina (lacht): Das ist nur Licht, das gut gesetzt wurde.
Andy: Gutes Make-Up.
Alina: Nein, wir haben uns vor Weihnachten noch entschieden, unsere Körper einfach ein bisschen besser vorzubereiten auf das, was kommt. Auch viele Konzerte zu spielen ist anstrengend. Wir hatten das Gefühl, wir sind das unseren Körpern schuldig. Wir haben uns dann einen Personal Trainer gesucht, der auch ganz wunderbare Arbeit leistet...
Andy: Und uns quält!
Alina Süggeler (li.) und Andi Weizel mit NDR 2 Reporterin Kristina Bischoff.
Alina: Und uns auch kopfmäßig immer wieder rausholt, das ist so'n toller Effekt an Sport, wenn man seinen Körper wieder richtig fühlt, besinnt man sich ganz anders. Danach sind manche Dinge nicht mehr so schlimm, wie sie vorher waren. Und das tut sowohl unseren Körpern als auch unserem Geist gut!
Danke für das Gespräch!