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Interview
Aloe Blacc auf der Bühne auf der Bühne des Hamburger Docks
Eine knappe Stunde vor dem Soundcheck zu seinem letzten Deutschlandkonzert in Hamburg gab stand der Soulsänger noch einmal für ein Interview mit NDR 2 bereit: Über seinen Namen wollte er nicht sprechen. Wie Egbert Nathaniel Dawkins III zu Aloe Blacc geworden ist, werden wir deshalb wohl nie erfahren. Auch weil er veranlassen würde, die entsprechenden Seiten im Internet zu löschen. Dafür gab es aber genug andere Dinge, über die es sich zu sprechen lohnte.
Du nennst Deinen Style "Brand new old soul". Was bedeutet dir Soul?
Soul ist eine Musik, die davon spricht, was in den Leben von Menschen geschieht. Ob nun in kultureller, sozialer oder politischer Hinsicht. Oder von dem, was Menschen lieben und wonach sie streben.
Würdest du sagen, dass diese Musik wahrhaft und authentisch ist?
Definitiv. Soul kommt aus dem Gospel, und dort ging es um die Suche nach der Wahrheit. In erster Linie im Zusammenhang mit Gott. Aber es geht auch dort um weltliche Themen. Nämlich, wie die Menschen in einer Gemeinschaft miteinander umgehen. Ich höre am liebsten Soul aus den 60er und 70er Jahren. Der war sehr politisch, setzte sich mit dem Zeitgeschehen auseinander. Auf jeden Fall gibt es eine Menge Wahrheit im Soul!
Du bist vom Hip Hopper zum Soulsänger geworden. Weshalb?
Das lag an den Melodien. Ich wollte mit Melodien genauso umgehen, wie ich vorher mit Texten als Rapper gearbeitet hatte. Ich wollte nun damit Gefühle ansprechen. Oh Mann, ich muss aber immer noch an meinem Gesang arbeiten, dass ich wenigstens annähernd so gut singe, wie meine Helden das getan haben. Wie James Taylor, Cat Stevens, Joni Mitchell, Stevie Wonder oder Marvin Gaye. Und es dann auch zu schaffen, Songs zu schreiben, die andere berühren, so wie ihre Songs mich berührt haben. Wenn ich das schaffe, dann habe ich etwas von meinen Lehrern gelernt, und bringe meine eigene Note in die Musiklandschaft ein.
Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen einem Job als Songschreiber oder Sänger, welchen würdest du wählen?
Der Sänger Aloe Blacc macht groovigen Soul mit ehrlicher Botschaft.
Ich würde dann wohl lieber Songschreiber sein, weil ich gerne Geschichten aufnehme, erfinde und wiedergebe. Außerdem kann ich das als Schreiber in allen möglichen Stilen machen, ohne meine Fans zu verschrecken. Obwohl, vielleicht sind meine Fans auch so offen, und gehen bei unterschiedlichen Stilen mit.
Wie kommt eigentlich ein Song zu dir?
Wenn ein guter Song angeflogen kommt, fühlt sich das an, als hätte der Tag nicht ausreichend Stunden. Ich habe dann das Gefühl, ich muss mich ranhalten, den Song einzufangen, dass nichts verloren geht. Gleichzeitig ist das auch ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass er den Leuten gefallen wird. Es ist so, als hätte man ein Geheimnis, das man unbedingt mitteilen möchte.
Bei "I Need A Dollar“ war das so. Den habe ich 2005 geschrieben, und ihn gleich meinen Freunden mitgebracht. Wir saßen zusammen an einem Tisch und jeder konnte seine eigene Strophe dazu singen, über die eigenen Probleme. Im Refrain kamen wir dann alle wieder zusammen. Diesen Ausdruck, diese Energie hat der Song mitgebracht. Wie, wenn man ruft, und es kommt eine Antwort.