Stand: 15.12.2015 14:00 Uhr

Zara Larsson: "Das Leben sollte üppig sein!"

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Seit sieben Jahren steht die 17-jährige Zara Larsson im Rampenlicht.

Mit gerade einmal zehn Jahren wurde Zara Larsson zur Siegerin der schwedischen Version von "Das Supertalent". Seitdem steht die kesse Blondine ausnahmslos im Rampenlicht und bastelt an ihrer Karriere. Seit ein paar Wochen haben wir sie auch hierzulande auf dem Schirm: "Lush Life" heißt ihr Chart-Breaker, mit dem die inzwischen 17-jährige Schönheit nun auch in Europa durchstartet. Ob sie sich auch mal eine Pause gönnt, was Kondome mit ihrer Karriere zu tun haben und wie sie Weihnachten feiert - darüber sprach sie im NDR 2 Interview. 

Seit deinem zehnten Lebensjahr bist du in Schweden Teil des Showbusiness. Du hast jetzt quasi 40 Prozent deines Lebens im Rampenlicht verbracht. Wie fühlt sich das an?

Zara Larsson: Wenn ich dich das so sagen höre, klingt das verrückt: 40 Prozent! Aber es ist wahr. Und ich liebe es. Ich wollte auch nichts anderes machen.

Gibt es für dich überhaupt so etwas wie ein normales Leben, oder ist alles daran "lush" also "üppig"?

Larsson: Ich finde, dass das gewöhnliche Leben üppig sein sollte.

Eine sehr weise Antwort. Was machst du, wenn du mal entspannen möchtest?

Larsson: Das mache ich eigentlich nie.

Oh Gott!

Larsson: (lacht) Ich gebe immer 100 Prozent. Aber manchmal gehe ich in die Sauna oder nehme ein heißes Bad, schaue mir einen Film an oder esse schön. Im Bett!

Deine Kollegin und Landsfrau Tove Lo singt in "Habits" vom Essen in der Badewanne. Was macht schwedische Popmusik so erfolgreich?

Larsson: Es gibt viele Theorien. Manche sagen, es liegt am Wasser. Obwohl, willst du meine hören? Habt ihr Musikunterricht in der Schule?

Ja, schon.

Larsson: Ich denke, das hat was damit zu tun. Bei uns in der Schule lernt jeder ein Instrument spielen, jeder muss einen Song schreiben. Das ist Pflicht, sonst gibt's keine Noten.

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Die schwedische Kultur födert künstlerisches Schaffen, findet Zara Larsson.

Und hinzu kommt, dass es hier in Europa noch Sozialsysteme gibt, auf die man sich mehr stützen kann. Also kann man ein bisschen was ausprobieren und wenn es nicht klappt, dann fängt der Staat dich auf. Bei uns in Schweden ist sogar der Zahnarztbesuch umsonst, wir zahlen keine Krankenversicherung, keine Schulgebühren. Das fördert die Offenheit, sich ausprobieren zu können. Unsere Kultur ermutigt damit auch künstlerisches Schaffen. Die Leute werden mutiger.

Meine männlichen Kollegen geraten über dich sehr ins Schwärmen. Ist Hübschsein immer ein Bonus, macht es dein Leben leichter?

Larsson: Wenn du wüsstest, wie viel Zeit ich vor dem Spiegel stehe für mein Make-up. Aber ansonsten ist es wohl eher ein Privileg, hübsch zu sein. Na klar!

Aber lenkt das nicht von deiner Musik ab?

Larsson: Ach, ich glaube, den Menschen gefällt meine Musik und sie hören auch zu, was ich zu sagen habe oder lesen meine Posts auf Twitter.

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"Es ist ein Privileg, voll ins Schweden-Klischee zu passen", sagt Zara Larsson.

Und ich finde mich schon privilegiert, so auszusehen, wie man sich eine "ideale Schwedin" vorstellt. Geh mal bei uns auf die Straße, so viele Blondinen gibt es hier auch nicht. Und ich passe voll in das Klischee. Ist das nicht ein Privileg? Ich bin mir dessen voll bewusst. Aber ich würde nicht sagen, dass mein Aussehen meine Musik beeinflusst.

Im Internet kursiert ein Foto, auf dem du dir ein Kondom übers Bein gezogen hast. Was war der Anlass?

Larsson: Einige meiner Freundinnen haben mir erzählt: "Mein Freund sagt, 'er' wäre zu groß, um ein Kondom zu tragen!" Worauf ich sagte: "Nein, Mädchen, ist er bestimmt nicht!"

Und dann habe ich mir das Teil übers Bein gezogen. Auf das Medienecho war ich allerdings nicht gefasst. Das ganze sollte mehr ein Witz sein.

Bringt dir aber feministische Pluspunkte ein.

Larsson: Stimmt. In Schweden werde ich schon manchmal gefragt, wofür ich eigentlich berühmt bin. Für meine Songs oder mehr für die feministischen Aussagen.

Leider wird die Zeit jetzt knapp, sonst hätte ich gerne noch ein bisschen mehr über Feminismus geplaudert. Das können wir hoffentlich 2016 fortsetzen.

Larsson: Definitiv, wir sehen uns!

Letzte Frage: Wie feierst du Weihnachten?

Ich werde auf Jamaica sein!

Das klingt üppig.

Oh ja, unter Palmen rumhängen und einen Drink schlürfen. Das wird üppig, Recht hast du!

Das Interview führte Kristina Bischoff, NDR 2

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ndr2/musik/interviews/Interview-Zara-Larsson,larsson114.html

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