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(VÖ: 05.02.2010)
Ließ sich zehn Jahre Zeit für das Album "Lovers Rock": Sade 2003.
Seit 1984 veröffentlichten Sade fünf Studioalben, von denen sich vier in den Top 5 der deutschen Charts platzieren konnten. Allein in Deutschland wurde das Quartett um die "Königin des New-Jazz" mit sechs Gold- und drei Platin-Awards ausgezeichnet. Insgesamt mehr als 50 Millionen verkaufter Alben und drei Grammys tragen zu dieser Erfolgsbilanz bei. Wollte man versuchen, ihr Geheimnis zu lüften, orientiert man sich am besten an folgenden Eigenschaften: Entspannung und Coolness. Beides sind Begriffe, die sowohl für ihre Musik als auch ihre Veröffentlichungstaktik sprechen. Denn langfristiges Arbeiten ist für Sade Adu (Gesang), Stuart Matthewman (Gitarre, Saxophon), Paul Spencer Denman (Bass) und Andrew Hale (Keyboards) nichts Ungewöhnliches: Bereits für den Vorgänger "Lovers Rock" aus 2002 hatte sich das Quartett acht Jahre Zeit gelassen.
2010 veröffentlicht die nigerianisch-britische Soulsängerin Sade Adu ihr sechstes Album "Soldier Of Love".
Schlägt man dann weitere acht Jahre drauf, heißt es: Willkommen im Jahr 2010 zu "Soldier Of Love"! Aufgenommen in Peter Gabriels Real World Studios und im spanischen El Cortijo, bietet auch dieses Album zehn perfekte Songs zum Genießen und Abtauchen. Auch hier gilt, was jede andere Sade-Produktion ausmacht: ein eleganter Sound, subtile Grooves, und viel Raum für einzelne Instrumente ("The Moon And The Sky"), dazu hier und da eine Prise gepflegter Melancholie ( "Morning Bird"), aber so maßvoll beigegeben, dass es nicht langweilig wird und Stücke noch überraschen können ("Bring Me Home", die einzige Uptempo- Nummer des Albums). Erfreulich auch das optimistische "Babyfather", ein Stück mit Drum-Computer und leichtem Reggae-Feeling, auf dem Sades 13-jährige Tochter Ila zu hören ist. Weitere Höhepunkte sind das bluesige, etwas altersweise "In Another Time" und "Skin", welches das Zeug hat, ein würdiger Nachfolger von "Ordinary Love" zu werden.
Entspannung und Coolness: Sängerin Sade gilt als die "Königin des New-Jazz".
Das Titelstück, zugleich auch erste Single, zeugt von den vielen guten Ideen, die in einer langen Schaffensphase entstehen können. "Soldier Of Love" kombiniert Trompetenfanfaren und Trommelwirbeln mit bauchigen Bassdrums, Wah-Wah Gitarren und Chören, wie man sie auch bei den Fugees hätte hören können. So machen die Sounds klar, dass am Ende des Kampfes die Liebe siegt. Wenn man auch ihrer Stimme manchmal das Alter anhört (Sade ist gerade 51 geworden), ist das überhaupt nicht tragisch. Etwas rauer und tiefer, mit sparsam eingesetzten Spitzentönen und weniger hauchig als in den Anfangstagen, kommt Sade gesanglich direkt zur Sache. Und das nach wie vor mit Zauber und Feeling. Wann auch immer das nächste Album erscheint - für's Erste ist das Warten vorbei. Und das ist gut so!

Sade