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(VÖ: 26.09.2011)
Es gibt sie noch, die Alben, die man von den ersten Tönen an gleich ins Herz schließt. So wie dieses: "The Awakening" das neue und dritte Album von James Morrison, das es beinahe nicht gegeben hätte. Denn nach seinem letzten Welterfolg "Songs For You, Truths For Me" hatte Morrison schon aufs Aufhören gedacht - wegen seiner eigenen Qualitätsansprüche.
James Morrison dachte schon ans Aufhören - aber nun hat er ein großartiges drittes Album abgeliefert.
Rückblickend bezeichnet er seinen zweiten Longplayer nämlich als zu poppig, zu "lauwarm". "Ich sagte mir daraufhin folgendes: Wenn ich es im dritten Anlauf nicht berichtigen und alles so machen kann, wie ich es will, dann bin ich raus und schmeiße das alles hin. Ich verliere sonst die Kontrolle, und das kommt für mich nicht in Frage", sagt der Sänger.
Glück für die Fans und gut für ihn, dass James die volle Kontrolle behalten hat. So legt er jetzt ein ausgereiftes und musikalisch anspruchsvolles Album vor, das darüber hinaus noch das Zeug hat, zum Meilenstein zu werden. Nicht schlecht für einen gerade mal 26 Jahre alten weißen Jungen, der sich aus ganz harten Verhältnissen hierher gebracht hat. Denn genau diese widrigen Lebensumstände sind es, die James Morrison hier thematisiert, und das in bester Tradition vieler klassischer Bluesmusiker.
"Won't Let You Go" - schon die erste Single von neuen Album beeindruckt.
Als Baby an einem Keuchhusten fast gestorben, der aber nach eigenen Aussagen seine charakteristische Stimme prägte, wuchs er mit einem alkoholkranken Vater auf, bis dieser die Familie verließ. Geldnöte und Umzüge prägten seine Jugend. Erst die Musik gab ihm Halt und schenkte ihm die Möglichkeit, über sich hinaus zu wachsen.
"The Awakening" unterhält und berüht mir dem Besten aus Soul, Rhythm'n'Groove, Pop und kleinen Ausflügen in Richtung Latin. James Morrison erzählt gefühlvolle Stories und beeindruckt gesanglich. Eine Mischung, bei der zwangsläufig Highlights entstehen müssen - wie z.B. "In My Dreams", "I Won’t Let You Go", "The Awakening", "Up", und "Slave To The Music". Zweifellos, Morrison hat nicht nur die Kontrolle übernommen - er ist sich auch näher gekommen.

James Morrison