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(VÖ: 22.03.2013)
Depeche Mode haben inzwischen 13 Alben herausgebracht.
Auf ihrem nun 13. Studioalbum haben sich die Götter des Elektropop auf eine ganz eigene Weise ausgetobt - nämlich indem sie sich zurückgenommen haben. Schließlich bestimmt man als Band das Zeitgeschehen nun schon so lange, dass es auch mal möglich sein sollte, ein bisschen zu verschnaufen. Das heißt bei Depeche Mode: viel Raum lassen für Analog-Synthies, die vereinzelt aber penetrant das Geschehen bestimmen, und ansonsten den Sound der Klage hinzufügen, wie hier erneut den Blues. Sirrende Synthies treffen auf menschliche Gefühle und elektrische Gitarren - ein Clash der Elemente ist Delta Machine geworden. Und das ist ganz im Sinne der Erfinder. Songwriter Martin Gore: "Was den Albumtitel 'Delta Machine' angeht - ich mag diese 'Maschine und Natur'-Idee. Das Organische in Verbindung mit dem Anorganischen."
Und das ist keinesfalls nur Theorie, sondern hörbar, wenn auch mehr auf meditative Art, anstatt dazu Party machen zu können. Poppige Songs im Sinne eines "No Good" oder der ganzen historisch großen Singles, wie es sie einst auf "Violator" gab, sucht man hier vergebens. Höchstens die neue Single "Soothe My Soul" hat annähernd den Schub, wie ihn einst ein "Personal Jesus" besaß. Ansonsten geht es persönlich, verspielt knarzig, aber auch sympathisch rau und dreckig zur Sache. ("Angel", "Slow"). Das hat nicht unbedingt Tempo, beeindruckt aber trotzdem.
Depeche Mode bei der Vorstellung ihres Albums "Delta Machine" am 24. März 2013 in Wien.
Klasse auch der Job, den Sänger Dave Gahan macht. Nicht nur, dass er mittlerweile auch als Songwriter ins Team aufgenommen wurde und fünf Stücke zum Album beigetragen hat, inzwischen überzeugt er mit sich immer noch wandelnden Sangeskünsten und benutzt seine Kopfstimme. Da wird ein kräftig hochgesungener Satz wie "Your Love Is All I Want" ("Should Be Higher") ein Grund zur Freude, selbst wenn er ein bisschen wie eine Klage rüberkommt. Das passt aber gut zum Album, denn auch wenn Depeche Mode nicht unbedingt die Hitmaschine angeworfen haben, haben sie doch ein gewagtes und hörenswertes Album hingelegt, das den nächsten Schritt der Bandgeschichte hinreichend dokumentiert. Depeche Mode beweisen, dass auch langes Vorhandensein im Pop-Business nicht müde oder erfindungslos machen muss, wenn man Meister seines Faches ist.

Depeche Mode