Stand: 21.08.2017 18:00 Uhr

Musikszene Deutschland: Finale in der Lokhalle

Das hat Tradition: Nachdem am 14. und 15. September die besten internationalen Newcomer beim NDR 2 Soundcheck Neue Musik - Das Festival aufgetreten sind, präsentiert NDR 2 am Samstagabend, dem 16. September, in einer über dreistündigen Show die aktuelle Musikszene Deutschland.

Fans feiern die deutschen Top-Acts beim rauschenden Finale in der Lokhalle (Bild von 2016).

Die Veranstaltung in der Lokhalle ist glänzender Abschluss des Festivals mit der aktuellen deutschen Musikelite.

Adel Tawil

Bild vergrößern
"So schön anders": Adel Tawil kommt mit seinem aktuellen Album nach Göttingen.

Keine Frage: Beruflich lief alles für Adel Tawil. Zuerst bildete er mit Annette Humpe das Pop-Duo Ich + Ich. Dann kamen 2013 noch das Album "Lieder" und der gleichnamige Hit - Adel Tawil hatte allen und vor allem sich selbst bewiesen, dass er es auch alleine kann, ohne Ich + Ich. Dafür hatte es der Musiker, Songwriter und Produzent privat umso schwerer. Erst die Scheidung von seiner Ehefrau, dann hatte er auch noch einen schlimmen Unfall bei einem Sprung in einen Swimmingpool. Gleich viermal brach er sich einen Halswirbel. Ein Unfall, der auch tödlich hätte enden können, ging wie durch ein Wunder glimpflich aus.

Adel Tawil sagt, dass seine neue Platte abseits vom Medienrummel entstand und er selbstbewusster als beim Vorgängeralbum gewesen sei. Die schönen, aber auch die traurigen Momente, stecken in seinem neuen Album "So schön anders": "Im Endeffekt will ich Songs singen, die man im Bauch fühlen kann. Lieder, die ganz ich sind." Mit Adel Tawil kommt ein absoluter Hochkaräter der deutschen Pop-Musik nach Göttingen zum NDR 2 Soundcheck Festival.

Wincent Weiss

Bild vergrößern
Wincent Weiss ist viel auf Tour - zum Beispiel bei stars@ndr2 Live in Gifhorn.

Zuerst war da dieses Cover: Wincent Weiss nahm sich des Songs "Unter meiner Haut“ von Elif an. Das wurde dann vom Deep-House-Duo Gestört aber Geil überarbeitet – das Ergebnis war Platz sechs in den Single-Charts und eine Platin-Auszeichnung. Wincent legte mit dem Song "Musik Sein" nach – wieder ein Hit. Auch der Nachfolger "Feuerwerk“ kam gut an, und sein Debütalbum "Irgendwas gegen die Stille" stieg im Frühjahr prompt auf Platz drei in die Charts ein.

Obwohl er noch gar nicht so lange im Musikgeschäft ist, ist er jetzt schon auf einer Augenhöhe mit Andreas Bourani und Max Giesinger. Mit beiden war Wincent schon auf Tour. Im November geht es für ihn wieder auf Konzertreise. Vorher macht er Halt in Göttingen in der Lokhalle. Da war er ja schon vergangenes Jahr als Überraschungsgast. Diesmal bleibt er länger - wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Alle Farben

Bild vergrößern
Kann tatsächlich in Farben denken: Frans Zimmer alias Alle Farben.

Der 32-jährige Frans Zimmer alias Alle Farben ist mit seiner Musik einer der größten deutschen Musikexporte der vergangenen Jahre. Über Soundcloud, das Internet und vor allem bei etlichen Abenden in Clubs und bei DJ-Sets wurden die Leute auf ihn als Soundtüftler aufmerksam. Er überschreitet Grenzen mit seiner Form von elektronischer Musik und spiegelt damit das Berliner Nachtleben wider: anders und vor allem bunt. Und das passt nicht nur so gut zu Frans Zimmer weil er aus Kreuzberg kommt, sondern auch weil er eine leichte Form der Synästhesie hat - das heißt, er kann tatsächlich in Farben denken. Mit seinen Alben "Synesthesia - I Think In Colours" und "Music Is My Best Friend" sowie Hit-Singles wie "She Moves (Far Away)" und "Please Tell Rosie" hat sich Alle Farben in der Musikwelt etabliert. Sein ganz eigenes Remake von Reamonns "Supergirl" wurde sogar mit einer Diamantenen Schallplatte belohnt.

Seine wahre Leidenschaft sind aber Live-Auftritte: An jedem Wochenende spielt er in einem anderen Club, egal ob in New York, Bangkok oder Paris. Wo er auch ist, er bringt die Leute zum Tanzen mit seiner Mischung aus entspanntem, harmonischem House und Elektro für alle. Da er eigentlich rund um die Uhr unterwegs ist, freuen wir uns sehr, dass er Zeit für einen Termin in Göttingen hat.

Amanda

Bild vergrößern
Schwungvoll: Amanda wirbelt die deutsche Popszene auf.

Bei einer Soulsängerin als Mutter und einem MC und Radio DJ als Vater ist die Musikkarriere des Kindes fast vorgezeichnet. Geboren wurde Amanda Murray in Berlin, schon früh schrieb sie Gedichte und Geschichten, hat Gitarre und Saxofon gelernt und hatte allgemein den Musikvirus ihrer Eltern geerbt. Doch zunächst ist es der Berliner Untergrund-Rap, in dem sie sich austobt: Die Szene schätzt "She-Raw", wie sich damals noch nennt, Vergleiche mit Missy Elliott und Lauryn Hill werden gezogen. Sogar im Vorprogramm von Kanye West und LL Cool J, ist sie zu sehen – doch der richtig große Erfolg bleibt aus. Nebenbei arbeitet Amanda beim Radio und lernt dabei Deutschlands Rap-König Sido kennen. Die beiden tauschen Nummern aus – und tatsächlich kommt eines Tages die SMS: "Kommste mit auf Tour?"

Nach der Tour, auf der sie auch Mark Forster kennenlernt, hat sie keine Lust mehr zu moderieren, sie will ausschließlich Musik machen. Den Namen She-Raw gibt sie auf, ab jetzt ist sie musikalisch nur noch schlicht als Amanda unterwegs. Ihr zweiter Anlauf ins Musikbusiness klappt. Zusammen mit Sido hat Amanda den Pop-Song "Blau" veröffentlicht, das "zweite" Debütalbum "Karussel" ist ebenfalls in die Charts eingestiegen. In Göttingen wird Amanda in die Fußstapfen von Sido und Mark Forster treten und beim großen Finale der Musikszene Deutschland dabei sein.

Stereoact

Bild vergrößern
Haben mehrfach Gold und Platin eingesammelt: Stereoact.

Das DJ-Duo Stereoact aus dem Erzgebirge steht für eine Mischung aus Deephouse, House und Electro. Rico "Ric" Einenkel aus Chemnitz und Sebastian "Rixx" Seidel aus Annaberg haben 2011 unter dem Namen Starpoppers angefangen. Ab 2014 waren sie dann als Ric & Rixx unterwegs, etablierten sich schon in der Deephouse-Szene - und stießen dann bei YouTube auf den Schlager "Die immer lacht" von Kerstin Ott. Ric und Rixx tüftelten daran herum und lieferten ihren ganz eigenen Remix ab. "Die immer lacht (featuring Kerstin Ott)" wird der erfolgreichste deutschsprachige Titel des Jahres 2016. Inzwischen haben Stereoact dafür mehrfach Gold und Platin eingesammelt und waren für drei Echos nominiert.

Auch ihr Debütalbum "Tanzansage" war sehr erfolgreich und stieg bis auf Platz 15 der Albumcharts. Kein Wunder, dass auch DJ Antoine, R.I.O., Vanessa Mai und Helene Fischer bei den beiden Remixe in Auftrag gegeben haben. Der Schlager mag Stereoact, aber auch die Clubs: Auch die Lokhalle werden die beiden beim großen Finale der Musikszene Deutschland zum Beben bringen.

SDP

Bild vergrößern
Ironische Berliner auf der Erfolgswelle: SDP

"StoneDeafProduction“, also "Stocktaub-Produktion“ - das steht eigentlich hinter der Abkürzung SDP. Heute sind Dag-Alexis Kopplin und Vincent Stein nicht mehr allzu glücklich mit dem einst gewählten Namen, das Kürzel finden sie aber weiterhin okay. Mal abseits davon steht SDP aber auch für ironische Haltung, Wortwitz - und garantiert viel Spaß! Gegründet haben sie sich 2002 in Berlin-Spandau und seitdem schon jede Menge Platten veröffentlicht. Vincent Stein hat als Produzent Beatzarre schon für jede Menge Künstler gearbeitet: Aggro Berlin, Prinz Pi und Ich + Ich waren allesamt Kunden bei ihm. Seit etwa 2015 läuft es für SDP aber mehr als einfach nur ganz gut: Ihre letzten beiden Alben haben es bis auf Platz zwei der Album-Charts geschafft, zuletzt "Die bunte Seite der Macht“ im Frühjahr 2017.

In ihrer Karriere sind ihnen auch viele Wegbegleiter treu geblieben, so haben sie auch immer wieder mit Sido, Prinz Pi und Adel Tawil zusammengearbeitet. Ob Gitarren oder Synthies; die beiden liefern live musikalische Vielfalt - egal ob Partysongs oder Balladen, Hauptsache, der satirische Unterton ist immer da. Ihre Fans lieben den musikalischem Gemischtwarenladen SDP mit einem Mix aus HipHop, Rap, Reggae, Rock und Pop. "Irgendwie Pop“ nennen das die Jungs von SDP, bei der sie beweisen wollen, "dass ernsthaft Musik zu machen keineswegs eine ernste Angelegenheit sein muss.“ Live treten die beiden mit einer Band und einem DJ auf - die Lokhalle in Göttingen darf sich also auf was gefasst machen...

Musikszene Deutschland: Finale in der Lokhalle

Zum Abschluss des NDR 2 Soundcheck-Festivals präsentieren wir die Musikszene Deutschland in der Lokhalle. Dabei sind Adel Tawil, Wincent Weiss, Alle Farben, Amanda, Stereoact und SDP.

Art:
Konzert
Datum:
Ort:
Lokhalle
Bahnhofsallee 1b
37081  Göttingen
Preis:
28 Euro zzgl. Gebühren*
Kartenverkauf:
Tickets gibt es unter ndrticketshop.de, an den Geschäftsstellen des Göttinger Tageblattes und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Hinweis:
*Je nach Art der Ticketbestellung (VVK-Stelle, Telefon, Internet) können zusätzliche Gebühren für Bearbeitung und Versand hinzukommen. NDR 2 hat hierauf keinen Einfluss.
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 16.09.2017 | 21:00 Uhr