Stand: 14.09.2013 00:41 Uhr

Große Gefühle auf der Theaterbühne

von Kathrin Otto

Das Deutsche Theater am Freitagabend: Aus dem Dunkel betreten keine Schauspieler, sondern vier Musiker die Bühne. Kraftvoll stimmen sie das Publikum ein und scheinen mit ihrem Sound sogar den schweren Kronleuchter unter der Decke ins Schwingen bringen zu wollen. Und dann erscheint auch die Hauptfigur des Abends: Maxim. Allein und fast schüchtern steht er im Lichtkegel und singt "Einsam sind wir alle". Es ist einer von vielen traurigen Songs - die in manchen Momenten kaum zum Gesichtsausdruck des Sängers passen wollen. Er singt sie sehr gefühlvoll und man nimmt ihm die Texte ab, aber immer wieder huscht dazu ein fröhliches Lachen über sein Gesicht. Maxims poetische und nachdenkliche Texte erinnern - gemeinsam mit seiner Stimme - manchmal an eine junge Version von Sven Regener, den Kopf von Element of Crime.

Nach dem dritten Song fragt Maxim das Publikum höflich, ob es schon so weit ist, im Takt mit ihm zu klatschen. Göttingen ist so weit und hört an diesem Abend auch kaum noch auf zu applaudieren. Maxim kommuniziert viel mit seinen Fans. Er ist dabei nicht nur witzig, sondern vor allem sympathisch. Er bewundert die schöne Kulisse des alten Theaters und bedankt sich beim Veranstalter dafür, dass er Teil von ihr sein darf. Der Sänger erzählt von der Arbeit am aktuellen Album "Staub" und freut sich darüber, dass sich das Publikum für das Ergebnis zu interessieren scheint. Wenn die Zuschauer während eines Songs für ihn aufstehen, dankt er ihnen mit den Worten "Dankeschön, das hat Spaß gemacht!" Manchmal vollführt er während des Auftritte kleine Freudensprünge.

Große Bühne und große Emotionen

Die Bühne des Deutschen Theaters hat sicher schon etliche emotionale Momente erlebt. Auch an diesem Abend war sie Austragungsort für einen sehr gefühlvollen Auftritt. Wer hätte gedacht, dass jemand, der so nachdenkliche und traurige Texte singt, dabei so viel lachen kann?

Maxim: Traurige Texte, fröhliches Lächeln

Setlist

  • Einsam sind wir alle
  • Übermensch
  • Pfennig ohne Glück
  • Hier
  • Schaufenster
  • Wut
  • Staub
  • Haus aus Schrott
  • Rückspiegel
  • Einen Winter noch
  • Vielleicht in einem anderen Leben
  • Meine Soldaten
  • Meine Worte
  • Alles versucht
  • Lieber bluten als frieren

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 15.09.2013 | 09:00 Uhr