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OMD: Zeitreise open air in Hamburg

OMD live am 2. September 2011 im Hamburger Stadtpark © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Für viele sind OMD vor allem Helden der Achtziger, die mit Hits wie "Maid Of Orleans", "Enola Gay" oder "Pandora's Box" unzählige Male auf jeder Tanzfläche zu hören waren. Doch das ist bei Weitem nicht alles: Andy McCluskey und Paul Humphries haben sich wieder zusammengerauft, ein aktuelles Album namens "History Of Modern" aufgenommen - und sind wieder auf Tour. Dass sie das vollauf zu Recht tun, hat NDR 2 Reporter Gunther Ohnrich beim Konzert am 2. September 2011 im Hamburger Stadtpark erlebt. Hier sein Bericht.

Ein paar vereinzelte Schleierwölkchen, eine leichte Brise im Haar, lauschige 18 Grad: Zweifellos einer der schöneren Abende im norddeutschen Sommer 2011. Hervorragende Bedingungen also für einen kurzweiligen Konzertabend, und um es vorweg zu nehmen: OMD wussten diese Bedingungen bestens zu nutzen.

So ließ sich auch verzeihen, dass man sich in der Zeit zwischen dem finnischen Warm-Up-Trio Zebra and Snake und dem Auftritt des Main Acts ein wenig vorkam wie am Bahnhofsgleis der Deutschen Bahn: Gut 45 Minuten Wartezeit und niemand macht 'ne Ansage, wann denn wohl der Zug kommt.

Viel "History", wenig "Modern"

OMD live am 2. September 2011 im Hamburger Stadtpark © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Vier Briten auf Zeitreise: OMD überzeugten auch in Hamburg Aber kaum dass die vier Briten auf der Bühne bereitgestellt wurden, nahm der Zug sofort Fahrt auf: Eröffnet wurde die Show mit einem Song  aus der jüngeren Vergangenheit, "New Babies – New Toys“ . Mit weiteren Stücken aus dem 2010 erschienenen Album "History of Modern“ hielten sich OMD allerdings vornehm zurück- verübelt hat es ihnen niemand. Auch wenn Paul Humphreys und Martin Cooper bei "History of Modern – Part 1“ ihre Keyboards richtig zum Glühen bringen, wissen die Liverpooler doch, was sie ihrem Publikum schuldig sind.
Und so folgte ein bunter Ausflug in fast 30 Jahre Synthie-Pop-Geschichte: "Messages", "Tesla Girls", "Forever Live & Die“, "Pandora's Box“ , gekrönt vom Sahnehäubchen am Ende "Enola Gay“ – der Auftritt von OMD ist wahrlich nichts schuldig geblieben.

Mit vollem Einsatz auf Zeitreise

OMD live am 2. September 2011 im Hamburger Stadtpark © NDR 2 Fotograf: Mirko Hannemann Detailansicht des Bildes Extrovertierter Frontmann: Andy McCluskey Frontmann Andy Mc Cluskey – zweifellos der Extrovertierteste im Quartett – versprühte durchgehend gute Laune, glänzte zwischendurch mit ein paar Brocken aus "Tournee-Deutsch für Fortgeschrittene“, hielt sich aber mit umfangreicheren Dialogen zwischen den Titeln zurück - zugunsten von viel, viel Musik. Die war jederzeit laut genug und von technisch ausgezeichneter Qualität, sodass alle Sinne der Zuschauer inklusive Tanztrieb voll befriedigt wurden.

Dass in Sachen Tanzstil wohl niemand an McCluskey herankommt, ist unstrittig, aber auch kein Grund für Schande. Zuweilen hat man den Eindruck, der Sänger wolle sich aus einer Zwangsjacke befreien, aber auch eben dieser Rumpelstielzchen-Stil macht ihn - neben seiner unverwechselbaren Stimme - aus. Nach "Maid of Orleans“ huldigten ihm die Massen mit minutenlangen Ovationen, die ihn offensichtlich verlegen machten. Die gegenseitige Wertschätzung war in jeder Phase des Abends spürbar.

Nach gut 90 Minuten war dann inkl. zweier Zugaben Ruhe im Hamburger Stadtpark, was die Anrainer wahrscheinlich toll fanden. Für die Besucher dieser großartigen Zeitreise in die 80er Jahre hätte es wohl ruhig noch ein bisschen dauern dürfen mit dem Schichtende.
Nach einem weiteren Auftritt in Schwerin steht in gut einer Woche für die Jungs ein zweifellos aufregender Termin an: Ein Gig im legendären Liverpooler "Eric's Club“. Der Ort, an dem OMD am 12.10.1978 (!!!) ihren allerersten Auftritt hatten! Das verspricht jede Menge magische Momente.

Und ein wenig beschlich einen an diesem lauschigen Sommerabend schon das Gefühl: Auch Hamburg ist ein bisschen Liverpool.

 

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Weitere Informationen
NDR 2 Reporter Gunther Ohnrich © NDR 2
 

Gunther Ohnrich

NDR 2 Reporter

Nachlese
Unheilig live beim NDR 2 Plaza Festival am 27. Mai 2011 © fotografirma/NDR 2 Fotograf: Sebastian Gerhard
 

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