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Die stars@ndr2 Foyerkonzert-Saison 2011 startete mit einem echten Highlight in den Herbst: Am 6. Oktober holte NDR 2 die norwegische Popmusikerin und Songwriterin Maria Mena ins Foyer des NDR Radiohauses in Hamburg. 200 Hörerinnen und Hörer von NDR 2 haben Tickets gewonnen und konnten live und exklusiv dabei sein, als Maria Mena ihr neues Album "Viktoria" einen Tag vor offizieller Veröffentlichung präsentierte.
"Emotional, selbstanalytisch und lustig", so beschrieb sich Maria Mena gerade noch selbst während des Interviews im NDR 2 Nachmittag. Und dass sie tatsächlich Humor hat, beweist sie prompt als sie um Punkt 19 Uhr die stars@ndr2-Bühne betritt: "Für diejenigen, die nicht wissen, auf wessen Konzert sie sich befinden", sagt eine der zurzeit erfolgreichsten Musikerinnen Skandinaviens, "das hier ist ein Konzert von Maria Mena. Und die bin ich!" Dann geht es auch schon los mit dem ersten Lied. "Viktoria", dem Titeltrack vom neuen Album, dem bereits fünften Longplayer der erst 25-jährigen Sängerin aus Norwegen. Mit "Viktoria", wie ihr zweiter Vorname lautet, hat sie eine kleine Ode an sich selbst geschrieben - oder besser gesagt, an einen Teil von sich selbst, den sie neu in sich entdeckt hat: "Nach meinem letzten Album hatte ich das Gefühl, ein wesentlich ruhigerer Mensch geworden zu sein. Ich dachte mir: Vielleicht ist das ja Viktoria? Eine nachsichtigere und verständnisvollere Maria."
Mit Männern verstehe sie sich besser, sagt Maria Mena. Dazu passt auch, dass ihre Band am 6. Oktober nur aus männlichen Mitgliedern bestand.
Womit wir bei der zweiten wichtigen Eigenart von Maria Mena wären: Sie horcht in sich hinein und lässt die Ergebnisse ihrer teils schmerzhaften Selbstanalyse in ihre Songs einfließen. Diese kompromisslose Offenheit beherrscht auch die älteren Songs, die sie an diesem Abend vorträgt - sparsam instrumentiert mit Akustikgitarre, Bass und Keyboard. In "Never Mind Me" geht es darum, wie man jemanden so lieben kann, dass man sich selbst dabei völlig aufgibt.
Eine samtene, wandlungsfähige Stimme und kompromisslose Offenheit: zwei der Erfolgsgeheimnisse der norwegischen Sängerin Maria Mena.
Ihren Hang zur Melancholie und Selbstzerstörung merkt man der Sängerin aber überhaupt nicht an, wenn sie so bezaubernd und strahlend auf der Bühne steht. Nicht nur ihr Blick sucht immer wieder Kontakt zum Publikum. "Wie lang seid ihr verheiratet? Was ist euer Geheimnis?", fragt sie ein kuschelndes Pärchen im Publikum. Die Antwort dürfte Maria Mena brennend interessieren. Schließlich, so verrät sie nebenbei ihren Zuschauern, ist sie gerade verliebt und hat sich vor Kurzem verlobt. Ihrer Liebe hat sie einen Song auf dem neuen Album gewidmet. In "Habits", eigentlich ein Duett mit dem dänischen Shootingstar Mads Langer, geht es darum, jemanden kennenzulernen, der einem überraschenderweise einfach total gut tut: "Ich konnte damit nicht umgehen. In dem Song geht es deshalb darum, wie ich versuche aus dieser Beziehung auszubrechen." Der Ausbruch ist ihr aber zum Glück nicht gelungen, fügt sie lachend hinzu.
Akustikgitarre, Bass und Keyboard: Die sparsame Begleitung passte gut zur intimen Atmosphäre der stars@ndr2-Foyerkonzerte.
Dann zeigt sich Maria Mena noch einmal von ihrer emotionalen Seite: Auf "Homeless", die aktuelle Single, folgt die wahrlich herzzerreißende Ballade "Just Hold Me" von ihrem vorletztem Album "Apparently Unaffected", das in Deutschland Goldstatus erreichte und die Sängerin endlich auch über die Grenzen Skandinaviens hinaus bekannt machte. Bei "All This Time" lädt sie das Publikum zum Mitsingen ein. Und tatsächlich können viele Zuschauer den Refrain des Songs fehlerfrei mitträllern. Am Ende des rund einstündigen Konzerts, das leider ohne eine Zugabe endet, gibt Maria ihrem Publikum noch drei Dinge mit auf den Weg. "Erstens: Mein neues Album erscheint morgen. Zweitens: Im März komme ich wieder auf Konzerttournee." Soweit die ein wenig schamlose Eigenwerbung. "Und drittens: Ich liebe euch!" Und wenn wir nach dem schallenden Applaus urteilen, der daraufhin erklingt, können wir uns einer Sache sicher sein: Diese Liebe beruht auf Gegenseitigkeit.