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Am Anfang war der Thron. Auf solch einem plüschigen Ungetüm aus rotem Samt und goldenen Lehnen nimmt Zucchero, ganz in schwarz gekleidet, punkt 19.15 Uhr Platz, um eine kurze Einführung zu "Chocabeck" abzugeben.
Der Titel seines jüngsten Albums ist gleichzeitig der Spitzname seiner Kindheit, und wurde ihm von seinem Vater verpasst. Ein „Süßschnabel, der leider nichts zu naschen kriegt“ bedeutet das, und ist zugleich ein Weg zurück zu seinen Ursprüngen.
Dazu passen die ersten drei Songs ganz hervorragend. "Libertà" ("Freiheit") gibt einen besonnenen Opener. Weitere Songs, die von seinem Land und seinen Wurzeln handeln, lassen ihn bis zum vierten Song Gitarre spielend im Sessel thronen. Doch das ändert sich bald.
Zucchero thront im Stadtpark auf seinem roten Stuhl.
Denn nicht nur Balladen sind Stärken des toskanischen Barden, er kann es auch flotter. Das wissen seine Fans zu schätzen. Mit dem fünften Stück, dem Titelsong aus "Chocabeck", hat er sein Publikum gut im Griff.
Zucchero feuert an, und das Publikum macht augenblicklich mit - mit großer Freude am Mitsingen, Tanzen und Klatschen. Was sich wiederum günstig auf den Künstler auswirkt. "Ich hätte gar nicht gedacht, dass so viele Menschen heute Abend kommen. Ich bin überrascht und glücklich, Hamburg", verrät er. Man nimmt es ihm ab.
Genauso wie die Freude, die ihm sein Job zu bereiten scheint. Er steht gerne auf der Bühne - dirigiert seine Band, sprintet zur Grasnarbe, singt aus vollem Halse und geht auch mancher Theatralik nicht aus dem Wege. Zum letzten Song vor der Zugabe "Devil In Me" setzt er sich die rote Teufelsmaske auf - und alle finden's klasse.
Mit Hingabe und Leidenschaft: Zucchero
Es ist selten, dass so viel Sympathie zwischen Künstler und Publikum spürbar ist. Noch seltener, dass diese auch nach den ersten 70 Minuten Konzert mit schwachem Sound bleibt.
Schwamm drüber. Es gab ja genügend anderen Ausgleich. Ein elfköpfige Band mit Bläsern und Streichern, die trotzdem rockt, eine Gitarristin und Sängerin mit Wumms, sowie eine perfekt abgestimmte Songsauswahl aus neueren Titeln und Klassikern sowie den Songs, die er gerne selbst geschrieben hätte.
"Everybody’s Gotta Learn Sometime" ist so einer. Er bildet die erste von fünf Zugaben. Natürlich darf da auch sein Welthit aus 1991 nicht fehlen "Senza Una Donna".
Doch es kommt noch besser: Kurz vor Schluss singt Zucchero im virtuellen Duett mit Luciano Pavarotti, seinem verstorbenen Freund und Weggefährten. "Miserere" heißt das Stück, das zwar "Erbarmen" bedeutet, aber ein glückliches Publikum zufrieden auf den Heimweg schickt.