Ein herausragendes Aufgebot an Musikern, eine spektakuläre Lightshow und natürlich der Mix aus Klassik und Pop - das war die Night Of The Proms in der Hamburger Arena.
Für den klassischen Part sorgte dabei Il Novecento. Das Sinfonieorchester begleitete schon Sting, Joe Cocker und Toto auf Tour und ist seit 1991 bei der Night Of The Proms dabei.
Gegründet wurde das Orchester von Robert Goslot. Trotz klassischer Ausbildung ist der Dirigent für seine Experimentierfreude mit anderen Musikrichtungen bekannt.
Fine Fleur ("Zarte Blume") heißt der Chor, der sowohl für die stimmliche Untermalung der klassischen Teile des Konzertabends wie auch für den Backgroundgesang verantwortlich war.
Mit Stanfour kommt der erste Popact des Abends auf die Bühne: Normalerweise sind die Songs der Band von der Nordseeinsel Föhr klassisch-rockig instrumentiert.
Nicht so bei der Night Of The Proms. Zu Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug kommen Chor und ein 75-köpfiges Sinfonieorchester.
Bei den bombastischen Klängen im Hintergrund ist es kein Wunder, dass Sänger Konstantin Rethwisch zwischendurch die Spucke wegbleibt und er bei "Wishing You Well" kurz seinen Einsatz verpasst.
Für eine ordentliche Portion Disco sorgte Nile Rogers mit seiner Band Chic.
Rogers und seine stimmgewaltigen Sängerinnen bringen mit Songs wie "Le Freak" und "Good Times" die Halle in Schwung.
Anfangs wirkte Alison Moyet, einst Mitglied des Synthiepop-Duos Yazoo, als hätte sie noch mit dem Lampenfieber zu kämpfen.
Dann entspannte sie sich sichtlich - auch zur Freude des Publikums. Eine fantastische Popstimme ist wieder im Rennen.
Mit seinem Song "Music (Was My First Love)" gehört der Brite John Miles bereits seit 25 Jahren zum festen Ensemble von Night Of The Proms.
Eins der vielen Highlights des Abends war der Auftritt des britischen Popsängers Seal.
Auch wenn die ersten Töne danebengingen: Seinen Hit "Kiss From A Rose" aus dem Jahr 1994 sang er mit Leidenschaft.
Publikumsnah in jeder Hinsicht: Nicht nur moderierte Seal, der mit dem deuschen Model Heidi Klum verheiratet ist, seine Songs auf Deutsch an, sondern machte auch einen Spaziergang durch das Publikum.
Für die klassische Untermalung von Seals Auftritt sorgten die vier Sopranistinnen von Div4s.
Die Damen sorgten nicht nur musikalisch für Abwechslung, sondern auch optisch. Spielend wechselten sie nicht nur die Stimmlage, sondern auch die Outfits.
Nach einem knapp dreistündigen Spektakel lassen sich Orchester und Chor zusammen mit allen Mitwirkenden vom euphorischen Publikum feiern.