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VW-Chef Winterkorn ist von der Halbjahresbilanz begeistert. (Archivfoto)
Der größte europäische Autobauer Volkswagen hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2010 kräftig gesteigert. Waren es im Vorjahreszeitraum noch 500 Millionen Euro, verdiente der Wolfsburger Konzern von Januar bis Juni des laufenden Jahres 1,8 Milliarden Euro. VW verdiente damit in den ersten sechs Monaten 2010 gut doppelt so viel wie im gesamten vorigen Jahr. "Das Ergebnis des ersten Halbjahres hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag. Der Umsatz stieg um 20,7 Prozent auf 61,8 Milliarden Euro.
Den größten Anteil zum operativen Ergebnis von insgesamt 2,8 Milliarden Euro steuerte die Premiummarke Audi mit 1,3 Milliarden Euro bei - nach 0,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Kernmarke Volkswagen Pkw erzielte Unternehmenangaben zufolge mit einer Milliarde Euro einen deutlich höheren Gewinn als im Vorjahreszeitraum (200 Millionen Euro).
Vor allem dank der anziehenden Nachfrage in China, Brasilien und den USA verkaufte Volkswagen im ersten Halbjahr mit 3,6 Millionen Fahrzeugen 16 Prozent mehr Autos. Allerdings waren die Vorjahreszahlen sehr schwach. Gerade zu Beginn des Krisenjahres 2009 hatten die Kunden Autokäufe gemieden. Das änderte sich erst mit der Abwrackprämie, von der Volkswagen stark profitierte. Zu der aktuellen positiven Entwicklung trugen den Angaben zufolge auch günstige Wechselkurseffekte bei. Der aufgrund der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten im Vergleich zum US-Dollar schwache Euro macht aus Europa in die USA exportierte Autos billiger.
VW geht zwar nicht davon aus, dass die Entwicklung sich in der zweiten Jahreshälfte unvermindert fortsetzt. Dennoch erwarte man einen Umsatz und ein Ergebnis deutlich über Vorjahreshöhe. Die weltweite Nummer drei der Autobranche will dank zahlreicher neuer Modelle deutlich mehr Neuwagen verkaufen. 2009 hatte VW 6,3 Millionen Fahrzeuge verkauft und ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro erzielt. Unterm Strich blieben 911 Millionen Euro.