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Trotz gestiegener Arbeitslosenzahlen bewertet die Arbeitsagentur die Entwicklung positiv.
In Niedersachsen sind im Juli 302.060 Menschen ohne Job gewesen, das waren gut 10.000 mehr als im Vormonat. Ein solcher Anstieg ist laut Regionaldirektion Niedersachsen zu dieser Jahreszeit üblich. Er beruhe im Wesentlichen darauf, dass sich viele unter 25-Jährige nach dem Ende ihrer Schulzeit oder der Ausbildung arbeitslos gemeldet haben, sagte der Chef der Regionaldirektion Klaus Stietenroth am Donnerstag in Hannover. Er ist sich aber sicher, dass sich dieser Effekt innerhalb weniger Monate wieder relativiert, sobald die Schulabgänger mit der Ausbildung oder dem Studium beginnen und die ausgelernten Auszubildenden eine Anschlussbeschäftigung finden. Die Chancen dafür schätzt Stietenroth gut ein, denn die Lage auf dem Arbeitsmarkt sei positiv und die Wirtschaft weiter auf Erfolgskurs.
Die positive Entwicklung zeige sich auch daran, dass die Personalnachfrage fast 20 Prozent höher sei als vor einem Jahr und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bis Mai spürbar angestiegen sei, sagte Stietenroth. Und auch wenn im Juli mehr Menschen erwerbslos waren als im Monat zuvor, so ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juli 2009 um rund 13.500 gesunken. "Die Wirtschaft ist weiter auf Erfolgskurs", sagte Stietenroth. Mehr neue Stellen werden in den Bereichen Zeitarbeit, im Bau- und Gastgewerbe sowie im Verarbeitenden Gewerbe und bei der Herstellung von Fahrzeugteilen angeboten.
In Nordwest-Niedersachsen liegen Licht und Schatten dicht beieinander. Im Vergleich der Städte und Landkreise verzeichneten die Städte Bremerhaven (16,9 %) und Wilhelmshaven (12,9 %) die höchsten Arbeitslosenquoten des Landes. Vechta (4,0 %) und das Emsland (4,3 %) haben niedersachsenweit die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Den leichten Anstieg im Juli erklärte Vechtas Agenturchef Thorsten Müller mit dem Ende des Ausbildungsjahres. So sei in Südoldenburg die Zahl junger Arbeitsloser um mehr als ein Drittel gestiegen. Müller rechnet aber damit, dass sich viele dieser Menschen schnell in den Arbeitsmarkt integrieren werden.
Auch in der Region Hannover verzeichneten die Arbeitsagenturen einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Die Ämter in Hannover, Hameln, Nienburg und Celle vermelden den saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Im Hameln hätte es nach Angaben eines Sprechers ohne den saisonal bedingten Ausschlag sogar einen Rückgang gegeben. Damit erreiche die Zahl der Arbeitslosen im Weserbergland den niedrigsten Wert für Juli seit 1992.
Auch im südlichen Niedersachsen verzeichneten die Arbeitsagenturen einen leichten Anstieg der Zahl erwerbslos gemeldeter Menschen. "Überraschend ist diese Entwicklung nicht", hieß es von der Agentur für Arbeit in Göttingen. Saisonbedingt stiegen die Arbeitslosenzahlen üblicherweise in den Sommermonaten. Jugendliche meldeten sich nach dem Schulabschluss arbeitslos bis sie mit Ausbildung, Wehrdienst oder Studium beginnen können, sagte ein Sprecher. In Göttingen ist die Zahl der Arbeitslosen wie auch in Braunschweig und Helmstedt leicht angestiegen. Man sei auf einem guten Weg, sagte ein Sprecher der Arbeitsagentur in Goslar. Dort sei der übliche Anstieg in diesem Jahr geringer ausgefallen. Rund 7.600 Menschen sind in Goslar arbeitslos gemeldet.
Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Niedersachsen folgt dem Bundestrend.
In der Grafschaft Bentheim, dem südlichen Emsland sowie in Stadt und Landkreis Osnabrück waren im Juli rund 24.600 Menschen ohne Job. Der leichte Anstieg gebe allerdings keinen Anlass zur Sorge, sagte Achim Haming von der Arbeitsagentur in Nordhorn. Betroffen seien größtenteils junge Menschen die nach Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Studiums nicht umgehend einen Job gefunden hätten. Im Verhältnis zum Vorjahr liege die Arbeitslosenquote im Bezirk Nordhorn mit 4,2 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert. Gleiches gelte auch für den Agenturbezirk Osnabrück. In der gesamten Region sind deutlich mehr freie Stellen gemeldet als noch vor einem Jahr.
Auch der Nordosten Niedersachsens folgt dem bundesweiten Trend. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen seit typisch für die Sommermonate und die Ferienzeit, sagte ein Sprecher der Agentur für Arbeit in Lüneburg. Zahlreiche befristete Verträge endeten vor der Urlaubszeit. Außerdem liefen Bildungsmaßnahmen vor den Ferien aus. Trotz des leichten Anstiegs blieb die Arbeitslosenquote hier weit unter dem Niveau des Vorjahres. Was die Arbeitsmarktexperten besonders zuversichtlich stimmt: Das Stellenangebot in der Region ist weiter gestiegen. Im Raum Lüchow-Dannenberg gab es im Juli 9,2 Prozent mehr offene Stellen als im Juni. Im Bereich Lüneburg waren es im Vergleich zum Vormonat sogar 12 Prozent mehr. Der Großteil der neuen Stellen entstand bei Zeitarbeitsfirmen.
| Juli 2010 | Juni 2010 | Juli 2009 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Niedersachsen-Bremen | 341.679 | 7,9 % | 330.385 | 7,7 % | 355.370 | 8,2 % |
| Niedersachsen | 302.060 | 7,6 % | 291.625 | 7,3 % | 315.648 | 7,9 % |
| Bremen | 39.619 | 12,3 % | 38.760 | 12,0 % | 39.722 | 12,3 % |
| Braunschweig | 21.706 | 8,6 % | 21.066 | 8,3 % | 22.373 | 8,8 % |
| Bremen* | 33.600 | 10,3 % | 32.957 | 10,1 % | 34.568 | 10,6 % |
| Bremerhaven* | 12.308 | 11,5 % | 11.817 | 11,1 % | 11.380 | 10,6 % |
| Celle | 15.906 | 7,4 % | 15.369 | 7,1 % | 16.411 | 7,6 % |
| Emden | 11.569 | 7,9 % | 11.452 | 7,8 % | 12.465 | 8,5 % |
| Goslar | 7.604 | 9,6 % | 7.511 | 9,5 % | 8.097 | 10,1 % |
| Göttingen | 19.059 | 8,5 % | 18.094 | 8,1 % | 21.409 | 9,5 % |
| Hameln | 17.689 | 8,8 % | 17.522 | 8,7 % | 18.195 | 9,0 % |
| Hannover | 43.694 | 10,3 % | 42.239 | 10,0 % | 44.671 | 10,6 % |
| Helmstedt | 14.200 | 7,3 % | 13.820 | 7,1 % | 13.643 | 7,0 % |
| Hildesheim | 17.556 | 8,7 % | 16.703 | 8,3 % | 17.736 | 8,7 % |
| Leer | 9.368 | 7,1 % | 8.856 | 6,8 % | 9.780 | 7,5 % |
| Lüneburg | 13.523 | 6,3 % | 12.869 | 6,0 % | 13.486 | 6,4 % |
| Nienburg | 8.345 | 6,1 % | 7.950 | 8,5 % | 9.670 | 7,0 % |
| Nordhorn | 7.239 | 4,2 % | 6.923 | 4,0 % | 8.144 | 4,7 % |
| Oldenburg | 22.607 | 7,8 % | 21.763 | 7,5 % | 23.205 | 8,0 % |
| Osnabrück | 17.368 | 6,4 % | 16.793 | 6,2 % | 18.731 | 7,0 % |
| Stade | 13.020 | 6,7 % | 12.742 | 6,5 % | 13.958 | 7,2 % |
| Uelzen | 9.168 | 9,0 % | 8.665 | 8,5 % | 9.623 | 9,3 % |
| Vechta | 7.778 | 5,0 % | 7.318 | 4,7 % | 8.549 | 5,6 % |
| Verden | 10.427 | 5,6 % | 10.098 | 5,4 % | 11.118 | 6,0 % |
| Wilhelmshaven | 7.945 | 9,3 % | 7.858 | 9,2 % | 8.158 | 9,6 % |
*Bezirk der Arbeitsagentur (Die Ländergrenzen sind nicht deckungsgleich mit den Bezirken der Arbeitsagentur)