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Streit um das Brustzentrum in Hameln

Zwei Männer und zwei Frauen schauen in die Kamera.  Fotograf: Hans Jürgen Otte Detailansicht des Bildes Von links: Dr. Bernhard Specker, Kassenärztliche Vereinigung, Dr. Sibylle Trapp-Dammaschke, Onkologin in Hameln, Moderator Hans-Jürgen Otte, Gisela Hölscher von der Patienteninitiative Hameln-Pyrmont diskutieren mit Patienten und Interessierten. Für Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs war bisher sehr oft das Brustzentrum im SANA-Klinikum in Hameln ein wichtiger Ansprechpartner. Hier konnten Abklärung, Therapie und Nachsorge in einer Hand durchgeführt werden. Das ist jetzt nach Einsprüchen niedergelassener Ärzte nicht mehr im selben Umfang möglich. Eine Patienteninitiative sieht dadurch das Recht auf freie Arztwahl beeinträchtigt. Für unsere Sendereihe "Jetzt reicht´s haben wir darüber mit Patienten, Ärzten und der Kassenärztlichen Vereinigung diskutiert.

"Suchen Sie sich einen neuen Arzt"

Eine Frau am Mikrofon.  Fotograf: Hans Jürgen Otte Detailansicht des Bildes Viele Frauen beklagen sich heftig über die Einschränkungen für das Brustzentrum - hier auch diese NDR 1 Niedersachsen Hörerin. Radiologen, Onkologen, Chirurgen, Psychologen - alles unter dem Dach des zertifizierten Brustzentrums - für viele Patientinnen war dies eine erste Adresse bei Verdacht auf Brustkrebs. So auch für Gisela Hölscher, die Jahre lang an Brustkrebs litt. Im Brustzentrum fühlte sie sich gut aufgehoben. Doch dann hieß es: Sie müssen sich einen anderen Arzt suchen. Denn zwei niedergelassene Ärzte aus Hameln hatten sich beklagt über die ambulante Tätigkeit des Zentrums, über Mammographien und Chemotherapien, die dort durchgeführt wurden. Die könnten sie genauso gut übernehmen. Die Kassenärztliche Vereinigung gab ihnen zum Teil recht und so darf das Klinikum nach jahrzehntelanger ungestörter Tätigkeit nun nur noch eine ganz bestimmte Zahl von Fällen ambulant behandeln. Bernhard Specker von der Kassenärztlichen Vereinigung nennt als Begründung den Grundsatz 'ambulant vor stationär‘, kurz: Können niedergelassenen Ärzte die Versorgung garantieren, gehen sie vor.

Wartezeiten von mehreren Monaten

Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller spricht in ein NDR Mikrofon.  Fotograf: Hans Jürgen Otte Detailansicht des Bildes Die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) fordert neue gesetzliche Grundlagen, um die Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern zu verbessern. Doch genau an der ausreichenden Versorgung durch niedergelassene Gynäkologen oder Radiologen zweifelt die Patienteninitiative. Einige verweisen auf Wartezeiten von 7 Monaten auf die Mammographie. Die Gräben zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Brustzentrum sind tief in Hameln. Onkologin Sibylle Trapp-Dammaschke hat sogar eine Klage vor dem Sozialgericht angestrengt. Sie wehrt sich dagegen, dass es ihr dabei nur um ein größeres Stück vom Kuchen geht. Nach 8jähriger Facharztausbildung möchte sie ihr Wissen nun auch an die Frau bringen, sie tue das mit Herzblut. Ein Wirtschaftsunternehmen sei ihre Praxis mit 7 Mitarbeitern genauso wie auch das Klinikum.

Diagnose: nicht zuständig

Für die Patienteninitiative gibt es wenig Hoffnung, dass ihre Forderungen Gehör finden. Ihre 14.000 Protestunterschriften schmoren zur Zeit beim Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen in Berlin. Diagnose: Nicht zuständig.
Wir senden die Diskussion am 6.12. ab 20:05 Uhr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Jetzt reicht's | 06.12.2012 | 20:05 Uhr

Moderation
NDR 1 Niedersachsen Redakteur Jans-Jürgen Otte © NDR Fotograf: Alexander Brodesser
 

Hans-Jürgen Otte

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Podcast
Eine Frau mit Kopfhörer  Fotograf: imago/INSADCO
 

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