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Sattgrün - so wünschen sich die meisten Garten- oder Hausbesitzer ihren Rasen. Aber nach den langen Monaten mit Frost und Schnee sehen viele Rasenflächen ganz anders aus: Braune oder helle Stellen im Rasen weisen auf Pilzerkrankungen hin. Auf anderen kleinen Flächen ist der Rasen manchmal sogar ganz verschwunden. Wie wird der Rasen wieder fit?
"Die braunen Flecken sind hauptsächlich durch pilzliche Krankheitserreger verursacht", erklärt Gartenexpertin Susanne Gürtler. "Zunächst sollte man mit einem Rechen oder einem groben Straßenbesen die trockenen Stellen ein wenig auskämmen, damit die nachwachsenden Pflanzen ein bisschen mehr Luft und Licht bekommen. Das rege das Wachstum an.
Gürtler ist Referentin beim Bundessortenamt und in der Außenstelle in Neustadt am Rübenberge für den Bereich Rasen zuständig. Bei den jetzt steigenden Temperaturen sollten Gartenbesitzer ihren Rasen nicht gleich mit schwerem Gerät, etwa dem Vertikutierer, bearbeiten, sagt sie. Viel sinnvoller sei es, das nun einsetzende Wurzel- und Pflanzenwachstum mit einem speziellen Rasen-Langzeitdünger zu unterstützen. "Erst dann, 14 Tage nach der ersten Düngung, sollte man vertikutieren. Das Vertikutieren fügt den Pflanzen mechanische Verletzungen zu." Durch die erste Startdüngung und das erste Wachstum seien die Pflanzen ein bisschen mehr gestärkt und könnten diese Verletzungen besser verkraften.
Beim Vertikutieren ritzen sich scharfe, rotierende Messer in den Rasenboden und reißen dabei Moos, abgestorbene Gräser und Unkraut heraus. Danach wird dem Rasen einige Wochen Ruhe gegönnt, damit er ordentlich austreiben kann.
Erst dann kommt der Rasenmäher zum Einsatz, aber bitte nicht gleich zu kurz mähen: "Es empfiehlt sich eine Schnitthöhe von vier bis fünf Zentimetern", so Gürtler, "darunter sollte man auf keinen Fall gehen, weil das Stress für die Pflanzen verursacht. Die Pflanzen werden krankheitsanfälliger und können im Sommer schneller austrocknen. Man fördert zudem auch die Moosbildung und die Entwicklung von unerwünschten sonnenhungrigen Unkräutern."
Wer nun ganze Flächen ausbessern oder komplett nachsäen will, der sollte beim Kauf der Rasensamen nicht zu knauserig sein, rät Gürtler: "Wichtig bei der Nachsaat ist, dass man qualitativ hochwertige Nachsaatmischungen aus dem Fachhandel verwendet und keine Billigmischungen vom Discounter. Sie sind zwar ein bisschen teurer, aber langfristig hat man mehr Freude am Rasen."