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Es muss nicht immer Sport sein. Regelmäßiges Treppensteigen hält auch fit.
Wir wissen es ja eigentlich alle: Regelmäßiger und mäßiger Sport tut der Gesundheit gut. Wenn da nicht die Sache mit dem inneren Schweinehund wäre, der uns befiehlt, auf dem Sofa sitzen zu bleiben und uns zu entspannen. "Sport muss es aber gar nicht unbedingt sein", sagt NDR 1 Niedersachsen Gesundheitsredakteurin Gabriele Hausmann.
Mit ihrer Meinung schließt sie sich Wolfgang Schlicht vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Stuttgart an. Und der sagt: Treppensteigen ist auch schon gut. Gemeint ist damit, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Das bedeutet eben auch, die Treppe zu nehmen, wo es geht und auf den Fahrstuhl zu verzichten. Die Treppen verschaffen den Muskeln mehr Arbeit, versorgen das Blut mit mehr Sauerstoff und stärken damit Herz und Kreislauf. Die allgemeine Fitness steigt mit jeder Stufe. Jeden Tag zweimal rauf und runter - das kann doch nicht so viel bewirken, wie regelmäßiger Sport, sagt Schlicht.
Auch das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zur Arbeit zu fahren hält fit.
Dabei sollte es aber nicht bleiben. Die Treppe ist nur ein Beispiel für die ganz alltägliche Bewegung. Und dazu zählen: beim Zähneputzen auf den Zehen wippen; zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit, statt mit dem Auto; im Stehen telefonieren; ins Nachbarbüro gehen, statt eine Mail zu schicken; in der Mittagspause vor dem Essen eine Runde um den Block gehen; abends bei Kochen immer mal auf einem Bein stehen. Das klingt alles nach Kleinigkeiten, aber sie summieren sich im Laufe des Tages und später dann im Laufe der Wochen. Letztlich kommt es auf die Bilanz an.
Heutzutage ist alles so bequem eingerichtet, dass man sich kaum noch zu bewegen braucht, sagt Hausmann. Weder im Büro, noch im Haushalt. Da muss man sich einen Ruck geben und das Leben wieder etwas komplizierter machen; im Büro zum Beispiel Drucker und Fax-Geräte möglichst weit weg vom Schreibtisch stellen, damit man aufstehen muss. Je aktiver und bewegungsreicher wir unseren Alltag gestalten, um so besser geht es uns. Wir strengen uns nicht zu sehr an dabei, werden insgesamt ausgeglichener und haben bessere Laune.
Regelmäßige Bewegung im Alltag ist besser als der Besuch im Fitness-Studio.
Besser jedenfalls, als sich nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ins Fitness-Studio zu schleppen oder im Jogginganzug um den Block zu hetzen. Solche sportlichen Aktionen werden zwar enthusiastisch angefangen, viele stellen sie aber schon nach kurzer Zeit wieder ein. Da ist es viel leichter, sich an mehr Bewegung im ganz normalen Alltag zu gewöhnen. Dann kann man es sich auch leisten, abends gelegentlich mit dem inneren Schweinehund zusammen auf dem Sofa zu sitzen.