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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben S

Sachsenhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1253 Sassenhagen, 1431 Sassenhaghen, 1527 Sachsenhagen, 1567 Sassenhagen

Der Ort wurde so benannt, weil er 1248 von Herzog Albrecht von Sachsen auf dem Hause der Akanier begründet wurde. Das Namenelement "-hagen", das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zu althochdeutsch "hagan" für "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke".

Salzbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1172 Saltesberch, 1181 Saltesberge

Der Name Salzbergen wird vom hier abgebauten Salzvorkommen abgeleitet. Dabei ist etwas sprachlich sehr interessantes festzuhalten: "Salt-es-berg(e)", die alte Form des Ortsnamens, enthält im ersten Teil den Genitiv Singular von niederdeutsch "sal" (Salz), also gebildet wie neuhochdeutsch "des Salzes Berg". Eine alte und ungewöhnliche Bildung, vergleichbar mit Bad Harzburg, als "Hartes-burg", also "des Harzes Burg".

Salzhemmendorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Hemmonthorpe, 997Hemmondorp, 1169 Hemmendorpe, 1616 Saltzhemmendorff

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-dorf" und dem Kurznamen Hemmo. Die Deutung des Ortsnamens lautet also: "Siedlung des Hemmo".

Samern

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1109 Samaron

Bei Samern handelt es sich um einen kaum zu erklärenden Namen. Liegt ein alter Gewässername zugrunde, dann ist der Ortsname mit dem Flussnamen Somme, früher Samara, in Frankreich oder auch dem Samarus in Calabrien sowie Sambre im Gebiet der Maas vergleichbar. Abgeleitet werden könnte er von indogermanisch "sem-" für "schöpfen, gießen".

Sandbostel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname besteht aus den Begriffen "Sand" und "-bo(r)stel" aus "bur-stelle", also "Siedlungsstelle"; "-bur, -bauer" bedeutet "Siedlung".

Udolphs Fazit:

Sandbostel bedeutet also "Siedlung an sandiger Stelle".

St. Andreasberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1487 sanct andrews berge

Die vermutlich ersten Zechen des Silberbergbaus waren die Grube St. Andreaskreuz am Fuße des Beerbergs und die Grube St. Andreas am Marktplatz. Der Ort könnte nach St. Andreas benannt worden sein, der als Helfer bei der Schatzsuche gilt.

Stöckse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 13. Jh. Stocsi

Offenbar ein alter germanischer Ortsname mit -s-Suffix wie zum Beispiel Devese; Gebesee bei Erfurt, 802-815 Gebise; Hünxe, 1092 Hungese; Ilvese, 1096 Hilvise; Meensen bei Göttingen, 990 Manisi; Resse bei Recklinghausen, 10.Jh. Redese; Reese bei Stolzenau, 11.Jh. Raedese; Schlipps bei Freising, zwischen 851 und 1130 Slipfes, Slipphes, Sliphes, Schlipfs; Seelze bei Hannover, 1160 Selessen, 1187 Selesse; Vielshof bei Salzkotten, Vita Meinwerci Vilisi.

Im ersten Teil Stock "Baumstumpf", vgl. Stockholm, Stockhausen bei Göttingen u.a.

Das Wort Stock, altsächsisch und althochdeutsch stok, mittelhochdeutsch stoc, stock, mittelniederdeutsch stok bezeichnet den "in der Erde stehen gebliebenen Stumpf eines Baumes mitsamt den Wurzeln".

Also ein altes "Stok-isa - Ort an Baumstümpfen".

Sarstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1046-1056 Scersteti, 1046-1056 Scerstete, 1196 Stardethe, 1221 Scharzstede, 1221/46 Scherstede, 1225 Zerstede, 1225/47 Schirstede, 1230 Schirstede, 1242 Zterdede, 1246 Chyarstede

Die Ortsnamenentwicklung spricht am ehesten für einen Ansatz "Skerd-ithi". Der Übergang "Sker-, Scher-" zu "Schar-, Sar-" enthält den im Mittelniederdeutschen häufigen Wandel "-er-" zu "-ar-". Sucht man nach einem Anschluss für den Namen, so kennt das Germanische durchaus Wörter, die eine Rolle spielen könnten, etwa "skarđr" füt "beschädigt, verstümmelt, verringert", "skard" für "zerhauen, verwundet", "scart, schart" für "zerhauen, schartig", "skorđa" für "gespaltener Stab". Aber zum einen weisen diese nicht auf "skerd-" und zum andern bietet sich wegen der Lage von Sarstedt auf der hohen Uferterrasse der Innerste doch eher eine Verbindung mit "skardùs" für "steil", "skaedis" für "steiles Ufer" an. Der Ortsname enthält außerdem "-ithi", ein sehr altes germanisches Ortsnamenelement.

Udolphs Fazit:

Sarstedt bedeutet also "Ort am Steilufer".

Sauensiek

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Suwensic, 1432 Suwendike, 1442 Suwensik, 1500 Suwensyke, 1684 Suensieck

Vor allem im Niederdeutschen ist das hier zu behandelnde germanische Wasserwort bekannt. In der Form "siek, sik" oder auch "sick" erscheint es in zahlreichen Mundarten, zumeist in der Bedeutung "Bodensenkung, sumpfige Niederung", "sumpfige Niederung, eine stets feuchte Stelle im Acker", "feuchte Niederung, feuchte, sumpfige Stelle". In Südniedersachsen fand eine Bedeutungsveränderung von ursprünglich etwa "Rinnsal, kleiner Bach" zu später "Sumpf, Senke" statt. Im ersten Teil geht der Ortsname wohl auf das niederdeutsche "subben" für "beschmutzen, trüben", "subbich" für "trübe, schmutzig".

Schapen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 9./10. Jh. Scapahem, Scapahamma, Scapaham, ab 10. Jh. Scapham

Enthält offenbar niederdeutsch skap "Schaf" + -ham(m) "Weide, Wiese", Dorfnamen um Osnabrück: "Schafheide"

Schaumburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1119 Scoenburg, 1145 Scowenburch, 1181 Scowenburh, um 1227 Scowenburg, 1265 Scowenborg, 1287 Scouuenburgh, 1312 Scowenborch, 1329 Scomborch, 1401 Scowenborch, 1460 Schomborch, 1565 Schaumburch

Der Burgname "Schauenburg, Schaumburg" stellt einen Modenamen der Zeit um 1100 dar, der aus der Verbindung "to dere schouwenden borch" für "zur (ins Land) schauenden Burg" in der Bedeutung etwa von "Schauinsland" entstanden ist.

Scheden

Udolphs Fakten und Recherchen:

Die Überlieferung des Namens ist im Ganzen gesehen sehr einheitlich. Allein der älteste überlieferte Beleg von 1046 weicht mit der Schreibung "Schitvn" davon ab. Die Differenzierung in Ober- und Unterscheden ist seit etwa 1300 erkennbar. Es fällt nicht schwer, den Ortsnamen Scheden mit hochdeutsch "Scheide, scheiden", althochdeutsch "sceida", niederländisch "scheede" für "Begrenzung" zu verbinden. Für die ursprüngliche Bedeutung des Namens wird man am ehesten auf "Bergscheide, Wasserscheide" schließen dürfen. Der Gewässername Schede ist so spät belegt, dass man vermuten darf, dass er eine Ableitung von dem Ortsnamen ist, der ursprünglich wahrscheinlich als Flurname die Hügelkette vom Hohen Hagen über Nordholz, Lieth bis hin zum Mündener Stadtforst bezeichnet hat.

Scheeßel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1200 Schiesle, 1205 Scesle, 1231 Scesle, 1267 Sceslo, 1271 Scesle, 1274 Schesle, 1288 Scesle.

Bei norddeutschen Ortsnamen auf "‑el" und "‑le" ist es fast immer fraglich, ob sich dahinter "-lo" für Wald oder eine Bildung verbirgt, so auch bei Scheeßel. Einige Formen scheinen für "-lo" zu sprechen, so dass von einem Kompositum mit diesem Waldwort ausgegangen werden kann. In jedem Fall bleibt die Ableitung des ersten Worteils schwierig. Möglich ist der Ansatz "skes" oder auch "skeus". Sichere Anschlüsse scheinen zu fehlen, indogermanisch "(s)keus" zeigt gerade im Germanischen kein "s", sondern nur "keus", etwa in "hus" für Haus. Darin steckt eine alte Bedeutung "bedecken, verhüllen", vielleicht auch "Behälter, Vorratskammer". Umstritten, aber eher unwahrscheinlich, ist die Annahme, dass der im Diedenhofener Kapitular von 805 genannte Ort "Schezla" mit Scheeßel identisch ist.

Scheppau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1348 dorp to der Scepouwe, 1358 dorp to der Schepowe, 1359-1365 pratum iuxta Schepowe, 1384 to der Schepowe, 1400 twisschen dem Rodekampe under der Schepauwe

Der Ortsname kann auch aus einer Bezeichnung der am Bach gelegenen Flur hervorgegangen sein. Das Bestimmungswort liegt zunächst als Scep-, dann als Schep-, später Schepp- vor. Es ist von einer Grundform "Skepouwe" auszugehen, deren Bestimmungswort Skep- auf einen germananischen Ansatz "skipa" zu indogermanisch "skei-b(h)-, skoi-b(h)-, ski-b(h)- schief, schräg" zurückzuführen ist. "Skepouwe" bedeutet "schräge, an der Neigung liegende Aue" oder "an einer Schräge fließender Bach". Der Ort liegt am Fuß des Rieseberges, der vermutlich die Motivation für die Namengebung lieferte.

Schessinghausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen:

Hinweise vom Arbeitskreis Dorfchronik Schessinghausen, Herr Eckard Schulz, 1217 Checinghuse, 1275 Schicinchusen, 1280 Checingehuse, 1293 Scetsingehuse, 1300 Soczzyngehuse

Wahrscheinlich zu verstehen wie

Kessiehausen (Kr. Hameln-Pyrmont)

973/1059 (Abschr. 12. Jh.) in Cassingehusen, 973/1059 (Abschr. 12. Jh.) Cassingenhusen, 1346 Kissingehusen, 1581 Castingusen.

Zu den Belegen: Trotz der wenigen Belege läßt sich die Entwicklung - vor allem dank der Fuldaer Überlieferung - recht gut beobachten. Auszugehen ist von Kassingehusen als einem typischen -inge-husen-Namen.

U. Scheuermann, Gs. Flechsig 98 stellt den Namen zu den -inge-husen-Typen.   

Ganz sicher wie Scheuermann als -inge-husen-Name aufzufassen. Da ein PN. Kas- nicht zu ermitteln ist, dürfte Zetazismus vorliegen. Dann löst sich der Name als Ableitung von Kak (Förstemann II,1,1623) gut auf, denn gerade -ing-Ableitungen sind beliebt, vgl. bei Förstemann, ebda. Gechingen, Gögging, Kögning, Chachininga, Cakinghehem u.a. Ziemlich sicher findet hier unser ON. den Anschluß.

Die Personennamen um Kak- konnten bisher noch nicht sicher geklärt werden, aber in Ortsnamen sind sie recht gut nachzuweisen.

Bedeutung: "Die Siedlung der Leute des Kak-/Kek-".

Schillerslage

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1265 Scilderslage, um 1265 Scilderla, Ende 13. Jh. Schillerslaghe, 1330-1352 Schilderslage, 1361 Schildeslaghe, 1382 Schillerslaghe

Die alten Belege zeigen, dass sich die moderne Form mit "Schillers-" aus "Schilders-" bzw. noch älter "Skilders-" entwickelt hat.

Udolphs Fazit:

Man wird den Namen Schillerslage kaum anders erklären können, als dass man neben dem Grundwort "-lage" für "Siedlung, Platz" einen Personennamen ansetzt. Dessen Grundform muss "Skilder" oder vergleichbar gelautet haben. Die Grundform des Ortsnamens wäre demnach "Skild-her-es-lage".

Schillig

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1501 Schillich, um 1800 Schillig

Möglicherweise ist der Ort nach den Muschelablagerungen - niederdeutsch: "Schill" - benannt, die sich dort in großem Ausmaß angesammelt haben. Im Watt bei Schillig liegt eine Muschelbank.

Schleptrup

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Slippedorp, Slepedorpe, Slepethorpe, Slipethorpe, Slepedorppe, Slepentorppe, Sledorppe, Slependorp(e), Sleptorpe, Slepterupff, Schleptrup

Im zweiten Teil steht niederdeutsch "-dorp", später verändert zu "-trup". In "Slip, Schlippe" ist die Bedeutung "gleiten" erkennbar. Wenn man die Lage von Schleptrup betrachtet, kann man vermuten, dass die Hanglage das Entscheidende ist.

Udolphs Fazit:

Schleptrup bedeutet wohl "Hangsiedlung".

Schnega

Udolphs Fakten und Recherchen:

Schnega ist bezeugt 1302 als Snegen, Snege, immer wieder, bis es dann zu Schnega geworden ist. Schnega ist ein slavischer Name und gehört zum slavischen Wort für Schnee. Die Lage des Ortes im Sonnenschatten der südlich gelegenen Hügel ist eine Erklärung. An solchen Plätzen bleibt Schnee länger liegen als anderswo. Daher der Bezug.

Schneverdingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Im Jahre 1231 wurde Schneverdingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Bischof Iso von Verden zwang den Ministerialen Lippold von Zahrenhusen, auf die Vogtei "Snewordinge" zu verzichten. Schneverdingen enthält einen alten Personennamen, entweder "Sneward" oder "Snelward". Aufgrund der Vergleichsmöglichkeiten ist "Snelward" wahrscheinlicher.

Udolphs Fazit:

Wegen der "ing"-Bildung ergibt sich folgende Bedeutung: "Siedlung der Leute des Snelward".

Schöningen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 747 Scahaningi, 747 Skahningi, 784 Scahiningi, 784 Scahningi, 784 Scahuningi, ca. 983 Sceningi, 994 Scieninge, 995 Scieninge, 995 Scininge, 995 Scenigge, um 1000 in Sceningi

Schöningen ist ein sehr alter germanischer Name. Letzten Endes geht es bei der Etymologie um eine Wortsippe, die mit "scahho, schache" für "bewaldete oder unbewaldete Landzunge", "skagi" für "Landzunge", ferner auch "skógr, skog, skov" für "Wald" zusammenhängt.

Udolphs Fazit:

Die Grundbedeutung von "Schöningen" ist demnach etwa: "Ort am Waldrand, an einer Waldspitze".

Schöppenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1051 Sciphinstete, 1136 Schipenstede, 1196‑97 Schepenstide, 1234 Sceppenstide, 1297 Schepenstede, 1311 Schepenstede, 1311 Scepenstede

Der Ortsname ist eine Wortbildung mit "-stedt". Er enthält eine aus dem mittelhochdeutschen "schipfes" für "quer" oder germanisch "skip(p)a" für "schief". Namengebend ist die Lage Schöppenstedts an einem Hang, die möglicherweise ursprünglich mit der Wendung "to der skepen stede" beschrieben worden ist.

Scholen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 13. Jahrhundert Sconlo, 1370 Schalen, 1380 Scholen, 1444 Schonlo

In einer Urkunde von 1203 erscheint ein "Dietrich von Sconenla", der 1209 als "Dietrich von Sconlo" verzeichnet ist. Um 1370 wird die Ortschaft "Schalen" und um 1380 Scholen genannt. Durch die älteren Belege ist der Ortsname eindeutig als einer der zahlreichen auf "loh" endenden Namen gekennzeichnet. Die Endung "loh" steht für "Wald", "schone" für schön, herrlich, groß, ansehnlich.

Udolphs Fazit:

Die Lage des ersten Ortes zeigt eine deutliche Schräge. Daher liegt es näher nicht die Deutung "schön" anzuwenden, sondern ein niederdeutsches, niederländisches Wort für "schräg, schief", westfälisch "schüün, schünsk" "Schräge, schief" anzuwenden. Daher vielleicht eher: "am Abhangswald". Das Problem ist, beim zweiten Ort Scholen, ist eine Abhangslage nicht erkennbar. Vielleicht kommt also doch die Deutung "am schönen Wald" in Frage.

Schortens

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1158 Scrotinh, 1354 Scortinze, 1387 Schortens

Im Ortsnamen enthalten ist das althochdeutsche "scrotan" für "schneiden, hauen".

Udolphs Fazit: Also: "Die Siedlung der Leute des Skrot, Skroto".

Schwaförden

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1025 Suauerthon, 1029 Suerdun, 1033 Suerverden, 1370, 1380 Suaverden, 1581 Schwauerden(n), Schwaferden, 1733 Schwaförden

Schwaförden ist ein schwierig zu deutender Ortsname. Die Endung "-on" ist alter Dativ Plural wie in "-husun, -husen" und bedeutet "bei den Häusern".

Davor steht "Swawerth". Darin könnte theoretisch eine Kurzform von "werder", also "Insel" vorliegen, aber bei einem Blick auf die Karte lässt sich kaum eine Insellage bei Schwaförden erkennen. Daher ist der Name eher in "Swa-erd-" zu trennen.

"-ard" bedeutet "Acker, Boden, Siedlung". "Swaw-" ist wohl zu verbinden mit "swabbeln", also "von Wasser hin- und herschlagen, wogen", oder "schwapp-en, -eln, -ern", also "schweben, schweifen". Es geht offenbar um einen schwappende, schwabbeligen Boden.

Udolphs Fazit:

Zusammengenommen würde der Ortsname bedeuten: "an der Siedlungsstelle, wo der Boden schwabbelig ist".

Schwarme

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1260 Swerne, Swerna, Seuerne, um 1300 Swerne, um 1380 Schwerne, 1435 Sworne, 1518 Swarne, 1530 Swarn, 1546 Swarme, 1583 Swarne

Ein Name der aus dem niederdeutschen Wortschatz nicht zu erklären ist. Der Wandel von "-er" zu "-ar" und der von "s-" zu "sch-" sind übliche lautgeschichtliche Vorgänge im Niederdeutschen. Der Übergang von "n" zu "m", der offenbar erst zögernd im 16. Jahrhundert einsetzt, ist wahrscheinlich ein lautlicher Anpassungsprozess. Mehr lässt sich zur Entwicklung des Ortsnamens nicht sagen. Das spricht allerdings für ein hohes Alter des Ortes. Es könnte sich bei dem Namen Schwarme durchaus um einen Namen aus vorgermanischer Zeit handeln. Der Ort liegt am Rand eines augedehnten Überschwemmungegebietes der Eiter. Altisländisch "Svarra" für "brausen", norwegisch "sverra" für "wirbeln, kreisen", deutsch "schwirren, surren". Eventuell auf das Geräusch des Wassers bezogen.

Udolphs Fazit:

Ein sehr schwierig zu deutender Name.

Schwarmstedt

Udolphs Fakten und Recherchen: Liegt an einem Altarm der Leine

Alte Bezeichnungen: (1153-1173) in Swarmenstidde, 1160 Svarmenstede, 1221 Hartwigus de Swarmstede, [1330-52] to Nygen Swarmstede, [1330-52] to Swarmstede, [1360] to Swarmsten, [um 1368] to Swarmstede (Hodenberg, Lehnregister Nr. 694)

Sehr wahrscheinlich Teilabschnittsname der Leine Swarmen(a), Bildung mit Partizipialsuffix -meno-/-mena wie Ilmenau u.a. Gewässernamen. Grundlage wahrscheinlich zu altisländ. svarra brausen, norweg. sverra wirbeln, kreisen, dt. schwirren, surren,   bezogen auf Geräusch des Wassers? Am besten passt norweg. sverra "wirbeln, kreisen" = "die Wirbelnde, Kreisende", bezieht sich auf den biegungsreichen Altarm der Leine, heute noch gut erkennbar.

Schweindorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Udolph geht davon aus, dass der Ortsname nicht auf das Haustier zurückgeht. Schweindorf könnte vom urgermanischen "swin" für "Rinne, Wasserlauf" kommen. Im 17. Jahrhundert wurde aus "swin" "Zwendt" und später dann "Schwein".

Udolphs Fazit:

Schweindorf könnte also "Dorf am Wasserlauf" heißen oder auch vom Personennamen Sven (altnordisch "Svein" für Jüngling, junger Mann) und "-dorf" abstammen.

Schweringen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 987 Suerumere, 1139 Sueringe, um 1250 villa Sueriggen, 1333 Sveringhen

"-ingen" ersetzte "-mer" und bezieht sich fast immer auf eine feuchte, nasse, sumpfige Lage.

"Swer-" bedeutet am ehesten "eitern", hier im Sinne von "schmieren", bezogen auf den nassen, glitschigen Boden in der Weseraue.

Schwienau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1320 Svinouwe, 1473 Swinouwe, 1473 Swynouwe, 1484 Swinawe, 1559 Schweinau

Der Gemeindename ist eine Ableitung von dem Gewässernamen "Schwienau". Der Name ist zusammengesetzt aus dem niederdeutschen "swīn" für "Schwein" und "-au" für "Wasserlauf".

Schönewörde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Kompositum aus Skonen- + worth/word

Im zweiten Teil liegt mittel­niederdeutsch wort, eine Variante von wurt, vor, in den Bedeutungen "erhöht gelegener, einge­hegter Grund und Boden", "eingehegte Hofstätte samt den unmittelbar daran gelegenen Ländereien, Acker-, Feld-, Gartenstücken" zugrunde, welches heute oftmals noch in Flur­namen Nordwest- und Norddeutschlands begegnet und auch den Orts- und Ortsteilnamen Worth zugrunde liegt.

Und der erste Teil?

Aus der Wendung an der skonen Wörth entstanden; was ist skon? Kann man als niederdeutsch schön verstehen, aber gibt "an der schönen Erhebung, Wurt" wirklich einen Sinn?

Vielleicht hat dt. schön ein anderes, ursprünglich vorliegendes Wort verdrängt: westfäl. schüün, schünsk "Schräge, schief", ndl. schuin "schräg, quer", wozu auch dt. Scheune gehören kann ("schräge Abdeckung"?).

Also eher "schräge, schiefe Erhebung"?

Seeburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1203 Seburg, 1217-18 plebanum de Seburg, 1236-1249 Seburch, 1241 Seborch, 1295 Seborg, 1312 in duobus lacubus suis iuxta Seborch, minoribus videlicet, quorum unus vocatur Westerse, alius vero Lutterse

Der gut bezeugte Name verändert sich während der Überlieferung kaum, sieht man einmal von zunehmendem "See-" statt "Se-" seit dem 15. Jahrhundert und dem Schwanken zwischen "-burg" und "‑borch" ab. Letzteres überwiegt vom 13. bis ins beginnende 16. Jahrhundert, danach wird es von "-burg" abgelöst.

Udolphs Fazit:

Es liegt eine Bildung mit dem Grundwort "-burg" und als Bestimmungswort dem Appellativ "See" vor. Da Seeburg am Seeburger See liegt, leuchtet die Deutung unmittelbar ein. Die Binnengewässer sind erstmals 1312 genannt und werden mit den Namen "Westersee" und "Luttersee" bezeichnet.

Seedorf (LK Rotenburg)

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1237-1246 in Sethorp, 1237-1246 Sethop

Altsächsisch kommt der Ortsname von See und dorp, also "das Dorf am See". Seedorf erhielt den Namen von einem im vorletzten Jahrhundert abgelassenen See, der zwischen der Landstraße und der Hauptortsstraße lag und etwa sechs Morgen groß war. Das Dorf umschloss den südlichen Teil des Sees.

Seelze

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1180 Selessen, 1185-1206 Selesse, Ende 12./Anfang 13. Jahrhundert Selesse, um 1216 Sellese, 1241 Selse

Man streitet darüber, ob im zweiten Teil einmal "-husen" gestanden hat, das dann zu "‑sen" abgeschwächt worden ist. In diesem Fall müsste man im ersten Teil einen Personennamen vermuten. Es spricht mehr dafür, vor einer älteren Bildung mit einem "-s"-Element, etwa "Selisa" oder "Salisa" auszugehen. Diese Bildungen gehören zu sehr alten germanischen oder sogar vorgermanischen Namen. Die Ableitungsgrundlage, also "sal-", dürfte wie in den Gewässernamen Saale eine alte Bezeichnung für "Wasser, Flussströmung" sein, bezeugt in altpreußisch "salus" für "Regenbach", mittelirisch "sal" für "Meer", lateinisch "salum" für "unruhiger Seegang, Flussströmung, hohe See".

Udolphs Fazit:

Der Ortsname könnte daher verstanden werden als "Ort, Stelle am Wasser, vom Wasser bedroht, überschwemmt".

Seesen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 966 Sehusen, 973 Sehuson, 979 Sehuson, 974 Sehusa/Sehusaburg, 973-74 Sehusa, Sehusaburg, 980 Seburg

Alle bisherigen Deutungen gehen von einer Zusammensetzung aus "See" und "-husen" aus; Parallelnamen bestätigen dieses, wie etwa Seehausen in der Altmark.

Udolphs Fazit:

Es ist also von einer Bedeutung "Siedlung am See" auszugehen.

Seevetal

Udolphs Fakten und Recherchen:

1972 wurde Seevetal Gemeindename von 19 früher selbstständigen Orten. Der 1972 gebildete Name geht zurück auf die Seevee, die die Gemeinde durchfließt. Diese ist 1202 als Sevinam, 1371 als Sevene und seit dem 16. Jahrhundert als Seve, Seeve belegt. Der Gewässername ist auf "Savina" zurückzuführen. Die Basis des Wortes ist auf indogermanisch "seu-" und "sew-" für "regnen, rinnen" zurückzuführen.

Seggebruch

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1409 Sekbroke, 1452 Secbroke, 1536 Segebroke, 1579 Seggebruche, 1627 Segbruch, 1681 Segebroik

"Seek, Sek, Sege(n)" ist eine Nebenform von "Siek", das "sumpfige Niederung, wasserhaltiger Grund, Tümpel" bedeutet.

Udolphs Fazit:

Seggebruch bedeutet also "von Gewässern durchzogenes, feuchtes, mit Bäumen bestandenes Land".

Sehlde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 900 Selida, 1130 Selethe, Selede, 1437-1470 Selde, um 1525 Selde

Der Ortsname ist vermutlich eine Bildung mit dem altertümlichen germanischen Element "-ithi", ursprünglich "Sal-ithi, Sel-ithi". Der erste Teil des Wortes geht vermutlich auf das germanische Wort "salh" für "Weide" zurück. Eine zweite Anknüpfungsmöglichkeit ist ein Farbadjektiv. Im Altenglischen steht "salo, salu" für "dunkelfarbig", auch "schmutzig". Wahrscheinlich aber geht der Ortsname auf "Sal-" zurück, das mit "Regenbach, Meer, unruhiger Seegang, Flußströmung" zu übersetzen ist

Udolphs Fazit:

Sal-ithi: "am Fluss, Bach oder an einer feuchten Stelle gelegen, die durch den Zusammenfluss von Saale und Akebeke liegend gebildet wird".

Sehlem

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1022 in Tselle, 1022 Scellon, 1022 in Szellon,1142 in villa Zhedem, 1146 in Cseteneim/Csetenem, 1149 Cedenem/Cedenem, nach 1152 Schedenem, 1178 Cedenim, 1496 in Sedelem

Prof. Udolph erklärt, dass die schwankende Überlieferung die Deutung erheblich erschwert. Die ab 1142 einsetzende Schreibungen Zhedem, Csetenem, Cedenem sind aber so problematisch, dass eine Deutung kaum gelingen kann. Die ältesten Belege sind aber wohl so zu erklären wie der Ortsname Celle. (Alte Bezeichnungen: 1007 Kiellu, 1292 novum opidum nostrum Zcellis, 1339 Oldenczelle, 1471 Tzelle) Dieser Name ist entweder mit mittelniederdeutsch kelle "Schöpfkelle" zu verbinden oder beruht wie Kiel auf dem altnordischen kill für "schmale Bucht" oder neuisländisch ktil also "Keil, grasbewachsene feuchte Vertiefung" oder mittelniederdeusch kille für "Tiefe zwischen Sandbänken".

Sehnde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1147 Senethe, 1187 Senethe, 1191 Senethe, 1207 Seynede, 1210 Senethe, 1216 Senede, 1274 Senedhe, 1298 Senedhe

Der Ortsname Sehnde könnte aus dem norwegisch-schwedischen stammen. Sina, englisch sine, auftrocknen, "güst" werden, norwegisch sinegras, sengras, gras, welches auf dem halme blieb und, dürr geworden, bis zum nächsten Jahr stehen geblieben ist.

Udolphs Fazit:

Das Entscheidende bei dieser Wortsippe ist offenbar nicht das Gras, sondern das Trocknen und Trockenwerden werden. Eine Grundbedeutung "trocken" passt bestens zu der Lage von Sehnde. Der alte Siedlungsgrund wurde als sandige Bodenerhebung aus Kies- und Sandaufschüttungen mit zahlreichen Einschlüssen an Granit- und Feuersteinen beschrieben.

Semmenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1022 Zemmenstide, 1022 Zemmenstide, 1057 Scammestetin, 1174 Chemenstede, 1242 Johannes de Scimmenstede, 1268 Tsemmenstede, 1276 Zimmenstedhe, 1294 Tsemmenstede

Auffallend ist die große Schwankungsbreite bei der Schreibung Wortbeginns des Ortsnamens. Im zweiten Teil niederdeutsch sted(e) für "Stätte, Siedlung". Ein passender Personenname zur Deutung des Ortsnamens lässt sich nicht finden. Einzig eine Verbindung mit dem im Namen Chiemsee vermuteten Personennamens "Chiemo" wäre möglich. Diese Deutungsmöglichkeit ist allerdings nicht überzeugend. Das "mm" im Ortsnamen könnte auf den Wortbestandteil "skim" für "gedämpft schimmern, Schatten" hindeuten. Semmenstedt wäre dann eine "im Schatten liegende Stätte". Eine Entscheidung, wie der Name zu deuten ist, bleibt aber schwierig.

Seulingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 973-975 Sulliggi, 1055 Sulingen, 1055 Suligge, 1186 Henricus de Sulinge, 1424 Seulingen

Es handelt sich um eine Ableitung vom Flussnamen Suhle (1664 fur der Suhle, 1673 vor der Sule). Basis des Flußnamens Suhle dürfte die Wurzel "seu-", also "Saft, Feuchtes; regnen, rinnen" sein, zu der auch mit anderen Suffixen die deutschen Wörter saugen und saufen gehören. "-ing" bedeutet "Ort, Siedlung an ...".

Udolphs Fazit:

Seulingen bedeutet "Ort, Stelle, Siedlung an der Suhle".

Sibbesse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 989 Sighebrechthusen, 1190 Sibechteseim, 1235 Sibbichtissen, 1277 Sibichtessen, 1282 Zibbetessen, 1285 Sibechtessen, 1300 Sibbichtissen, 1321 Sebbechtessen, 1352 Sybbetze, 1381 Sibbesse

Die Entwicklung von Sigebrechthusen über Sibichtessen, Sibbichtissen zu Sibbesse kann nachvollzogen werden. Im Grundwort ist gelegentliches Schwanken zwischen "‑husen" und "-hem", "-heim" zu beobachten.

Udolphs Fazit:

Sibbesse bedeutet also die "Siedlung eines Siegbrecht". Der Vorname enthält "Sieg" und Germanisch "brecht, bercht", also "berühmt, bekannt".

Sickte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 888 Kikthi, 1042 Sicudi, 1067 Xicthi, 1160 Xikthe, 1174 Chixste, 1196 Tsikthe

Im Ortsnamen ist das Wort "kik-" in der Bedeutung "Schiefheit, Biegung" oder ähnliches enthalten. Niedersickte liegt an der Wabe am Südhang des Westerberges, Obersickte nördlich davon in leicht hügeligem Gebiet. Ob sich die Namensgebung auf die Hanglage der Orte oder auf den Verlauf der Wabe bezieht, bleibt unklar.

Siedenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1372 Sidenborch

Für den Ortsnamen entscheidend ist der Fluss: 1241 Sydene. Siedlung an der Siede. Der Ortsnamensbestandteil "-burg" kam erst im 14. Jahrhundert dazu, als "dat slot" entstand. "Sid-" gehört zu "See, seihen, Sieb, fließen, tröpfel, rinnen". Das Alter des Flussnamens ist auf 2.500 bis 3.000 Jahre zu schätzen.

Sievern

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1139 Sivorde, 1337 Syverde, 1337 Siverde, 1338 Syverde, 1342 Siverden

Aufgrund der ältesten Belege ist der Ortsname zu zerlegen in: "Siv-ard-". Im zweiten Teil, dem Grundwort, steht germanisch "ard", ein Element, das in zahlreichen norddeutschen Ortsnamen verborgen ist. Es ist ein Wortelement, dass bisher in der altgermanischen Toponymie noch keine zusammenhängende Untersuchung gefunden hat. Aber schon bei E. Förstemann findet sich "‑ard" in der Bedeutung "Ackerbau, Ackerland, Wohnplatz", das noch in "art" für "Ackerbau, Ackerland, Pflugland" fortlebt. Das angenommene Grundwort ist auch im Altenglischen belegt: "eard" für "a native place". Im ersten Teil, dem Bestimmungswort, liegt westgermanisch (wahrscheinlich friesisch) "si-" zugrunde; diese Basis gehört zu: "-siep(en)" für "Bach, Flüsschen", niederdeutsch "-sep(en)". Das Germanische kennt "sîfe" für "sumpfige Bodenstelle", "sîpen" für "tröpfeln", "sipa" für "langsam fließen, sickern" und "sîp" für "Bächlein".

Udolphs Fazit:

Für den Ortsnamen Sievern bedeutet das: "Stelle, Ort an einem Wasserlauf, an einem Bach, an einer feuchten Stelle".

Sillium

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1131 Silegem, 1149 Siligem, 1359 Siliem

Der Ortsname besteht im ersten Teil vermutlich aus den Kurznamen Silo, der vermutlich altsächsisch ist. Silium bedeutet also "Siedlung (niederdeutsch "hem") eines Silo.

Sittensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1024-1028 Checcinhusen, 1220 Chechinhusen, 1237-1246 Tzittenhusen, 1391 Tzittenhuß, 1719 Sittensenae

Der Ort scheint schon früh aus verschiedenen Siedlungskernen bestanden zu haben, dafür sprechen der erste Beleg "Occidentali" für "Westen-, nach Westen liegend" und die noch heute erkennbare Gliederung in Klein und Groß Sittensen. "Burgsittensen", der Ortsteil von Tiste, ist dagegen eine relativ junge Siedlung. Es besteht eine Zusammensetzung mit dem Grundwort "-husen". Im Bestimmungswort liegt wohl "Ke-" vor. Später ist dann "Tzitzinhusen" zu "Sitten-husen" verändert worden. Der Name gehört wohl zu altnordisch "keikr" für "nach hinten gebeugt", "keikja" für "sich nach hinten beugen, verdrehen.

Soderstorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1330-1352 soderstorpe

Die Grundform "Soders-thorp" führt neben dem niederdeutschen "thorp" zu dem Vornamen "Sod(h)er", sehr wahrscheinlich aus "Sand(h)-her" hergeleitet. Althochdeutsch "Sand", altsächsisch "sôdh" für "Wahrheit", germanisch "Santha" lassen sich damit verbinden.

Sorgensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1310 Henricus de Seringesen, 1361 Zeringhessen, 1476 Saringessen, 1476 Zarigessen, 1476 Saringesen

Die Entwicklung des Namens zeigt, daß die heutige Form Sorgensen erst in jüngerer Zeit entstanden ist. Auszugehen ist von Seringesen.

Aus der ältesten belegten Form Seringessen läßt sich eine Vorform Serin­ges-husen erschließen, welche unter Einbeziehung des eingetretenen Umlautes auf Saringes-husen zurückgeführt werden muß. In diesem ist unschwer als Grundwort -husen zu erkennen. Im Bestimmungswort liegt der stark flektierende PN Saring vor, der zu asä. gi-sarwi "Rüstung" zu stellen ist. "Die Siedlung des Saring".

Sögel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1000 Sugila, um 1150 Soghele

Der Ortsname hat offenbar eine Parallele in Sögeln. "Sug-ila" zählt zu einer alten Sippe von Wörtern für "Regen, regnen", auch "saugen" für "Flüssigkeit ansaugen".

Udolphs Fazit

Es geht offenbar um "eine zurückgehende Bewegung des Wassers von einer überfluteten Stelle".

Söllingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1137 Sulincghe, 1141 Suligge, 1160 Sulinge, 1179 Sulingen, 1180 Suligge, 1182 Sulinge

Der Ortsname ist eine Bildung mit "-ingen". Die Basis ist zunächst durchweg als "Sul-" belegt. Seit dem 13. Jahrhundert erscheinen dann "-o-"haltige Formen, die sich im 14. Jahrhundert durchsetzen. Die Deutung der Basis hat also von "Sul-" auszugehen. Für alle Namen wird eine Verbindung mit mittelniederdeutschen "sol" für "Lache, Pfütze, Tümpel" ausgeschlossen. Ein größeres Gewässer, das wie bei Sülbeck und Seulingen namengebend gewesen sein kann, ist nicht erkennbar. Entweder handelt es sich daher um einen heute verschwundenen Bach oder aber hier liegt die im Griechischen bezeugte Bedeutung "Schlamm" vor. Letzlich ist nicht auszuschließen, dass die Wurzel "sel-", die etwa im niederhochdeutschen "Schwellen" erhalten ist und sich auf etwas Aufblähendes, Ausdehnendes, Dickerwerdendes bezieht, vorliegt. Demnach könnte eine Erhebung in der Landschaft gemeint sein.

Soltau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 936 curtis Salta, 10. Jahrhundert Salzowe, 1068 Saltowe, 1197 Saltowe, 1304 Soltowe, ab 1791 Soltau

Früher der Wortstamm "salt" für "Salz".

Mittelniederdeutsch dann "solt" als Bestimmungswort. Die Belege zeigen den Übergang  des -a- zu -o- vor -r-Verbindung sowie bis in die frühe Neuzeit niederdeutsches Grundwort und Bestimmungswort. -au "Fluss", "Bach". Also "Solt" und "au" gleich "Salzfluss" oder "Salzbach".

Soltendieck

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Alte Bezeichnungen: 1289 saltendik

Die übliche Meinung ist, dass der Name nicht von "Salzteich" hergeleitet sein dürfte, wie irrtümlich angenommen wurde, sondern eher auf ein sumpfiges Gewässer hin deutet. "sal" gleich "sol" für "Wasser- oder Sumpfloch". Aber: Dieser Vorschlag erklärt das "-t-" in "Sol-t-endieck", alt "Sal-t-endike", nicht. Daher gehört der Name wohl doch zu "salten, solten" für "salzig". Im zweiten Teil steht "dīk" für "Deich, Teich", auch "Damm".

Udolphs Fazit

Der Ortsname ist wahrscheinlich zu verstehen als "Teich, dessen Wasser erhöhten Salzgehalt aufweist".

Spahnharrenstätte

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Alte Bezeichnungen:

Spahn: um 1000 (A. 15. Jh.) Spana , um 1000 (A. 15. Jh.) Spene

Einzige Möglichkeit: deutsch Span im Sinn von "Keil"; es scheint, als liege der Ort auf einer schmalen Erhöhung, die eine keilförmige Gestalt hat; was sagen die Kenner der Landschaft?

Harrenstätte: - stede bezeichnet einen Wohnsitz überhaupt und kommt in der ältesten zeit zumeist in Verbindung mit einem PN. vor.

Spahnharrenstätte kombiniert aus beiden Ortsnamen.

Spelle

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Alte Bezeichnungen: 9.-10. Jahrhundert Spinoloa, Spinoloha, 10. Jahhundert Spinoloa, 1000 Spenela, 1280 Spelle

Der Ortsname enthält das Grundwort "-loh(e)" für "Wald". Im Bestimmungswort könnte altsächsisch "Spindelstrauch" zu finden sein. Das Holz wird in der Drechslerei verwendet. Spindel geht auf das mittelhochdeutsche "spinnel, spinele, spindel", althochdeutsche "spinnil(a), spindel" zurück.

Spiekeroog

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Alte Bezeichnungen: 1398 Spiekerock

"Oog" ist ein altes Wort für Insel; aus dem Englischen "ey", dem Altenglischen "ēg, īeg, īg", also "Insel". Die Herkunft des Namens Spiekeroog ist umstritten. Die Mehrheit tendiert zu der Annahme, dass es die Übersetzung von Speicherinsel sein könnte. "Spiker" bedeutet aber "Nagel, Bolzen", was auch der Form der Insel entspricht. Daher ist das die beste Lösung.

Sprakenseh

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1246 Sprakensehle, 1330/52 Sprakense, 1360 Sprakensen, 1367 Sprakensole, 1381 Sprakensel, 1474 Sprakenslo, 1489 Prakenßel, 1534 Sprakenßell

Der Ortsname enthält die Bestandteile "Sprak-" und "–se(h)l". Das niederdeutsche Wort "Sprock" oder "spork" bedeutet Reisig und ist mit dem althochdeutschen Worte "spurcha" eng verwandt, mit dem man den Faulbaum (Spörkel, Spörker) oder den Wacholderbaum bezeichnete. "-se(h)l" ist aus deutschen und germanischen bestens bekannt. Ein Grundwort, das sich mit "Saal, Hauptraum in der Wohnung, Haus" identifizieren lässt.

Stade

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 994 Stethu, 1038 Stadun, 1041 Stad

Der Ortsname beruht auf dem Simplex "stað" und bedeutet "Gestade", "Ufer". Der Beleg von 994 ist durch "stedi", also "Stätte", "Stelle" beeinflusst. Die Lage Stades auf einem hochflutsicheren Vorsprung des Geestrandes an der Schwinge führte früh zu einer Hafenanlage, die namengebend wurde.

Stadthagen

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1230 Indago, bedeutet im Lateinischen "Hagen"; später Grevenalveshagen

Typisch für das Weserbergland: Stadthagen, Sachsenhagen, Vornhagen, Kuckshagen, Rolfshagen, Altenhagen; auch bei Hannover: Langenhagen. "Hagen" auch altsächsisch "hagu", "hagan", bezeugt auch im Althochdeutschen als "hac", "hagan", bedeutet "von einer Dornenhecke eingefriedeter Platz, eingefriedetes Grundstück. Später entwickelte sich eine eigenständige Rechtsform, das sogenannte Hägerrecht in den Hagen-Orten, mit Privilegien.

Stadtoldendorf

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1150 Aldenthorp, 1186 Aldendorp, vor 1199 Aldenthorp, 1255 Oldendorp, 1256 Aldendorp, 1279 Oldendorpe, 1295 Aldendorpe, 1339 Oldendorp, 1360 Oldendorpe, 1409 Oldendorp, 1418 Oldendorpe, 1470 Oldendorppe, 1502 stadt Oldendorpe, Stadtoldendorpe, 1594-1599 Stadt Oldendorf, 1635 Stadtaltendor

Der Ortsname ist eine Wortbildung mit dem Grundwort "-dorf". Das Bestimmungswort enthält "ald, old". Anfangs wurden "Alden-" und "Olden-" zunächst wechselnd gebraucht, bis sich "Olden-" durchsetzte. Seit Ende des 13. Jahrhunderts tritt zur besseren Unterscheidung von anderen gleichklingenden Orten (Scharfoldendorf, Altendorf) immer häufiger der Zusatz "Sta(d)t" auf, der sich schließlich mit dem Namen fest verbindet, so dass Stadtoldendorf entsteht.

Staver

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1096 Stavoron, 10. Jahrhundert Stauorun, 1265 Stavere

Stavern entstand durch den Zusammenschluss von Großstavern und Klein Stavern. Es besteht die Möglichkeit zum dänischen Wort "Staver" für Pfahl oder Zaunpfahl eine Verbindung herzustellen, also der Ort am Pfahl, am Zaunpfahl.

Steimbke

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: um 1300 Stenbeke, 1530 Stemk

"Sten" bedeutet "Stein" und "beke" bedeutet "Bach".

Udolphs Fazit

Der Ortsname "Steimbke" bedeutet also "Steinbach".

Steinfeld

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1187 Stenfelde, 1221 Steinvelde, 1298 Stenvelde, 1511 Steinvelde

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-feld" und dem mittelniederdeutschen "stēn" für "Stein, Fels". Worauf sich das Benennungsmotiv konkret bezieht, ist nicht feststellbar. Ein vermuteter Zusammenhang mit Steindenkmälern ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

Steinhorst

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1244 Stenhorst, 1372 Steinhorst

Zusammensetzung aus Stein, hier zunächst niederdeutsch "stēn", und "horst", mittelhochdeutsch "hurst, hürste", althochdeutsch "hurst", mittelniederdeutsch "hurst, horst" bedeutet "Gebüsch, Gestrüpp", jünger auch "Vogelnest". Als Grundwort bezeichnet "-horst" zumeist "Buschwald, Gebüsch, Gehölz, Gesträuch, Gestüpp, Niederholz", auch "bewachsene kleine Erhöhung in Sumpf und Moor".

Stelle

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: 1197 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt als Stelde

Die germanische Bezeichnung stalla bedeutet "Stand", die altnordische "stallr" steht für "Sockel, Krippe" sowie altenglisch "steall" für "Stand, Stellung, Stall" und altfranzösisch "stall" für "Stall. Der Ortsname bezieht sich auf viele Ansiedlungen und leitet sich vom Verb "stellen" ab, was von "Stall" kommt - der alten Bedeutung für Standort. Bezogen auf den Rand der Elbaue begründet sich der Name auf eine "erhöhte Stelle oder auf einem Sockel liegenden Ort.

Stemm

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: um 1320 Stemne, Stemp

Man kann von einer Ableitung "Stam-in-", vielleicht "Stam-inā" ausgehen. Außerdem kann der Ortsname in "stā-/*stə-" für "stehen, stellen, Stand" wurzeln. Motiv für die Namengebung dürfte die erhöhte Lage gegenüber den feuchten und tiefer liegenden Partien gewesen sein, sodass "Stamin(ā)" als "Stelle auf festem Grund" verstanden werden kann. Das lässt sich besonders deutlich bei "Stemmen", Landkreis Hannover, mit dem Stemmer Berg erkennen, an dessen Rand der Ort liegt.

Steyerberg

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: 1259 Steigerberge, 1276 Steygherberghe, 1296 Steigerbergk, 1302 Steygelberch, 1416 Steygerberge

Offenbar ist der Ortsname ein alter Bergname. "Steiger", kaum zu trennen vom Steigerwald in Franken und von "Steiger", einer Waldhöhe bei Steinfurt, westlich Fulda. Darin enthalten ist wohl das germanische Wort "staig-ra-" für "steil".

Stolzenau

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: 1370 Stoltenouwe, 1503 Stoltznow

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-au(e)". Das Bestimmungswort geht auf das mittelniederdeutsche "stolt", im Sinne von 'hochragend, steil', zurück das ab dem 16. Jahrhundert zu "stolz" verhochdeutscht wurde. Das ansteigende Weserufer dürfte namengebend gewesen sein.

Stuhr

Udolphs Fakten und Recherche

Der Ortsname leitet sich ab von dem Gewässernamen Stuhr-Graben. Bisher liegt jedoch keine überzeugende und sichere Deutung vor.

Suderburg

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: 1004 Sutherburg, 1052 Suotherburg, 1146 Sutherburg

"Die nach Süden hin liegende Burg".

Sudwald

Udolphs Fakten und Recherche

Alte Bezeichnungen: Suthwolde, Zudwolde, de Wolde, Sutwolde, Sudwolde, Suettwal

Sudwalde bedeutet: (Siedlung im) südlichen Teil des (großen Ober-)Walde.

Südbrookmerland

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Brocmannie, van Brocmannerlande, Brocmerland, Südbrocmerland

Der Ortsname enthält "brok", also "Bruch, Sumpf" und "mann", also "Mann", mit dem Herkunftssuffix "er".

Udolphs Fazit:

Südbrookmerland bedeutet demnach "Land der Bruch-Männer".

Südergellersen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1123 in Geldessen, um 1180 De Chelderdessen, 1229-35 Geldersen, 1244 Gelders

Die alten Belege setzen eine Grundform "Gelderd-es-husen" voraus. Im Grundwort liegt "-husen" vor, die alte Mehrzahl zu "hus" für "Haus", im Bestimmungswort ein Personenname "Geldherd". Südergellersen ist also eine Siedlung eines Mannes, dessen Name am sichersten "Geld-herd" gelautet haben wird. Der zweite Teil ist offenbar aus "-hard-" verändert. Ausgangsform war daher am ehesten "Geld-hard-es-husen". Der Name "Geld-hard-" gehört zu "geld", also "Opfer" und "hard". also "kernig, kräftig".

Süpplingenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1106 Supelingeburg, 1150 Sopelingeburgensis, 1150 Soppliggeburgensis, 1150 Supplinburg, 1226 Supplingeburc, 1245 Supplingeburch

Der Name des nördlich von Süpplingen liegenden Ortes besteht aus dem Ortsnamen Süpplingen und dem Namensbestandeil "-burg". Deutung von Süpplingen: Der Ortsname und weitere Vergleichsnamen lassen sich mit dem indogermanischen "seu-", "su-" für "Saft, Feuchtes; regnen, rinnen; schlürfen, saugen" verbinden.

Süstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1211 Sustide,1250 Sustede, 1260 Sugestede, 1278 Sustede, 1319 Sustede, 1535 Sustede

Vielleicht besteht bei dem Ortsnamen ein Zusammenhang mit saugen: altpreußisch "suge" für "regnen", einem Wort für "Wasser, flüssig, feucht, sumpfig, saugend" (vom Boden).

Sulingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1025 Sulugun, 1029 Sulegon, 11. Jahrhundert Solegen, 1120 Sologon, 1239 Sulegen, 1252 Sülgen, 1260 Sulgen, 1301 Sulleghe, um 1340 Sulgen, 1529 Suelyng

"Sol" bedeutet "sumpfige Stelle, (Wild-)Suhle, Lache. Sulingen bedeutet also "Siedlung bei feuchtem, sumpfigem Gelände" oder "bei Pfützen und Wasserlöchern, in denen sich das Wild suhlt.

Sustrum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 10. Jahrhundert Suthrem, um 1000 Suhtram, 1350 Susseram, 1358 Zutzeren, 1404 Zusseram, 1473 Susserem, Susseram, 1508 Susseren, Sussen, 1571 Sustrum

Der Ortsname Sustrum hat Bezüge zu den fast ausschließlich auf niedersächsischem Boden liegenden Ortsnamen Sottrum, Sorthum, Sorsum, Sottmar, Soßmar, Sustrum, Sossen und Sutrum. Diese Ortsnamen gehen allesamt auf "Sûther-hem" für "Süderheim" zurück. Bei Sustrum handelt es sich um einen Ortsnamen des altniederdeutschen Typus.

Suthfeld

Udolphs Fakten und Recherchen:

Entstanden ist die heutige Gemeinde Suthfeld im Zuge der niedersächsischen Verwaltungs- und Gebietsreform am 1. März 1974 aus den ehemaligen Gemeinden Riehe, Kreuzriehe und Helsinghausen. Suthfeld besteht aus den Dörfern Helsinghausen, Kreuzriehe und Riehe. Das geographische Kernstück der Gemeinde ist Kreuzriehe. Der Name Suthfeld bezieht sich auf eine alte Flurbezeichnung zwischen den drei Ortschaften. Das richtige Suthfeld liegt süd-östlich von Helsinghausen. "Das nach Süden hin liegende Feld", zu niederdeutsch suth-, sud- "Süden".

Surwold

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Name könnte auf den Friesenkönig Surbold (Suirboldus) zurückgehen, dessen Grab - so eine Sage - in Surwold liegen soll. Andere meinen, Surwold bedeute Süderwald/t und beziehe sich auf die Lokalität, in der das Grab liege. Prof. Udolph meint, der Ortsnamen sei nicht besonders als und gehe beschreibe den "Südwald", möglicherweise von Papenburg.

Syke

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1250 Syke, um 1260 Sike, 1375 Zicke

Vor allem im Niederdeutschen ist dieses Wasserwort bekannt. In der Form "siek, sik" oder auch "sick" erscheint es in zahlreichen Mundarten, zumeist in der Bedeutung "Bodensenkung, sumpfige Niederung", "sumpfige Niederung, eine stets feuchte Stelle im Acker", "feuchte Niederung, feuchte, sumpfige Stelle". In Südniedersachsen fand eine Bedeutungsveränderung von ursprünglich etwa "Rinnsal, kleiner Bach" zu später "Sumpf, Senke" statt. Das Mittelniederdeutsche kannte es als "sîk", also "wasserhaltiger Grund, sumpfige Niederung, Tümpel", das Altsächsische in der Form "sîk", also "Wasserlauf, Sumpf".

Quakenbrück

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnung: 1188 Quakenbrucg

"Quackezen" bedeutet "knarren", "quaken", "jammer".

Udolphs Fazit

Zusammengefasst bedeutet "Quakenbrück" also: knarrende Brücke.

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