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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben P

Papenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1379 Papenborg

"Pape" bedeutet "Geistlicher" und "Borg" bedeutet "Burg". Der Ort war die nördlichste Befestigung der Bischöfe von Münster im Emsland; daher "Papenborg" für "Burg der Kirche".

Papenteich

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: poppendic, poppendyk, 1267 Poppendich, 1318 poppendik.

Der erste Teil des Namens Papenteich kommt entgegen einer verbreiteten Legende nicht von den "Papen" für "Pfaffen", sondern vom Personennamen Poppo, einige vermuten darin den wahrscheinlich 1164 verstorbenen Grafen Poppo I. von Blankenburg als Namensgeber. Der zweite Teil ist niederdeutsch "dik" für "Deich" oder "Teich". Hier kommt wohl nur "Teich" in Frage, im Zusammenhang mit Popo, einem alten Vornamen vielleicht als "Teich eines Popo" zu verstehen. Der Ortsname ist unter Umständen als "Fischteich" zu verstehen. Durch den großen Einfluss kirchlicher Gebote, wie dem Fleischverzicht zur Fastenzeit, war der Bedarf an Fisch groß. Fast jedes Binnengewässer wurde zur Fischzucht genutzt, in den Klöstern und in der Nähe der Städte legte man Fischweiher an.

Pattensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1214 Patthenhusen, 1214-1215 pattenh(vsen), um 1220 Pattenhusen, 1230 Patenhusen, 1253 Pattenhusen, 1290 Pattenhusen, 1339 Pattenhusen, 1356 Pattensen

Sicher ist, dass im Grundwort von "-husen" auszugehen ist. "Patto", der für den Namen und den identischen Vergleichsnamen im Bestimmungswort angenommen wird, ist auf deutschem Boden nicht sicher bezeugt. Vielleicht ist der Ortsname daher anders zu erklären: Es liegt auf der Trasse der schon lange bekannten wichtigsten Verbindung auf dem linken Leineufer. Vielleicht kann man - es gibt Probleme mit dem "-tt-" in Pattenhusen, das darf nicht verschwiegen werden - den Namen an das Wort "Pfad", englisch "path", mittelniederdeutsch "pat", also "Pfad" anschließen und von einer Bedeutung "Siedlung, Ort am Weg" ausgehen.

Pegestorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: nach 1230 Perthestorpe, 1237-1247 in Perdestorpe, um 1258-1277 Perthestorpe, 1284 sitam in Perdestorphe, 1309 Perdestorpe, 1311-1324 in Pardestorpe, um 1350 (A. 15. Jh.; A. 20. Jh.) in Perdestorppe, 1768 Pegesdorff

Bildung mit dem Grundwort  -dorf, ursprünglich niederdeutsch -dorp.

Die Belege zeigen für das BW zunächst Perthes-, Perdes- und vereinzelt Pardes-, bei dem das ursprüngliche e- vor -r- und Konsonant zu ‑a- gesenkt wurde.

Es wird kaum etwas anderes übrig bleiben, als im Bestimmungswort das Pferd anzusetzen, altsächsisch ‑pereth (im Kompositum), mitteldeutsch p>rt.

Hinzu kommt weiterhin, daß anders als bei Pferdebeke das Bestimmungswort hier nicht im Plural steht oder unflektiert als *Perd-dorp vorliegt, sondern mit dem Genitiv Singular gebildet ist. Ganz überzeugt diese Deutung nicht. Da aber keine überzeugende Deutungsalternative zu finden ist, wird hier – wenn auch unter Vorbehalt – für Pegestorf eine Bildung mit dem Grundwort -dorf und als Bestimmungswort dem Pferd im Gen. Sg. angenommen.

Peine

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1134 Pamas, 1142 Pain, 1143 Peino, 1143/44 Peino, 1144 Pain, 1154 Pagin, 1156 Pain, 1160 Peine, 1161 Peine

Es gibt Ortsnamenparallelen, etwa in Peinerhof, einer kleinen Siedlung im Kreis Pinneberg.

Udolphs Fazit:

Die Auflösung gestaltet sich sehr schwierig. Vielleicht ist "Peine" urverwandt mit dem slavischen Sumpfwort "bagno". Es bleiben aber Unsicherheiten. Zurzeit ist die Enstehung des Ortsnamens nicht lösbar.

Pohle

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Padlo, 1055-1080 Paldo, 1182 Palden und Valden, 1300 Polde, 1304-1324 Polethe, 1309 Pölde, 1313 Poleche, 1319 Poldhe, 1409 Polde, 1423 Poelde, 1492 Poelde, Mitte 16. Jahrhundert Poilde

Am ehesten ist der Ortsname wie "Pöhlde" am Harz zu erklären, aus einer germanischen Grundform "Pōl-ithi". Der Ortsname enthält niederdeutsch "pōl" für "Sumpf, Morast, feuchte Stelle" und das altgermanische Ortsnamenelement "-ithi".

Udolphs Fazit:

Pohle bedeutet also etwa "Ort, Stelle am Morast, Sumpf"; "-ithi"-Namen sind sehr alt, man darf ihnen ein Alter von 1.500 Jahren und mehr zubilligen.

Polle

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1263 domino Conrado de Collibus, 1285 in castro nostro Polle, 1285 Ottonis comitis de Polle, 1289 datum Polle, 1291 Heinrico plebano in Collibus

Den bisherigen Deutungen ist zuzustimmen und in Polle ein Simplex anzusetzen. Neben der Bedeutung "Wuchsspitze einer Pflanze, Baumwipfel" bedeutet "pol" auch "Spitze, höchster Punkt".

Pollhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1347 Polhagen, 1410 Polhaghen, 1549 Pollhagenn, 1692 Pollhagen

Das Namenelement "‑hagen", das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zu "hagan, hagen", eine Weiterbildung zu "-hag, -hac", und bedeutet "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". "-hagen" kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen. Pollhagen liegt am Hang des Schaumburger Waldes, daher dürfte die Deutung mit "polle", also "Kopf, Spitze" richtig sein. Hierher gehört auch "Pollholt, Pollholz", also "Holz aus dem Geäst der Baumkrone, Kronenholz, Spitze".

Prinzhöfte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1534 Prunsell, 1567 prunsell, 1608 Prunshoff, 1633 Prinshöfte, 1657 Printzhöfte, 1716 Printzhöfte, 1773 Prinzhofte

Die alten Bezeichnungen zeigen deutlich, dass "Prinz" nicht in dem Ortsnamen vorliegen kann. Es muss von "Prunsell" ausgegangen werden, erst später wurde "Prinz" hineingedeutet. Es gibt einen ganz ähnlichen Ortsnamen im Kreis Gifhorn, der heute verschwunden ist, also eine Wüstung ist, aber Jahrhunderte lang als "Brunsel, Brunsele" bezeugt ist. Er enthält "brun", ein altes Wort für "Kante, Rand eines Hügels" und "sel", also "Siedlung".

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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