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Udolphs Fakten und Recherchen:
Laar gehört zusammen mit zahlreichen weiteren Ortsnamen wie Lahr, Lohr, Leer, Laren, Laer, auch im zweiten Teil von Goslar, Wetzlar, Lindlar, zu einer Gruppe von Namen, die immer wieder diskutiert wird. "Lar", manchmal auch "hlar" geschrieben, bedeutet "Wald", vor allem wegen verwandter Wörter im Englischen wie "laes, laeswe, leasow, lesew", also "Weide, Weideland" und vor allem slavisch "les", also "Wald, besonders Laubwald "mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Fläche", ferner auch "Forst, Bruch, Buschwald, Waldung, Waldflur, Waldfläche, Holz, Baumaterial, Baumstamm, Sarg, Schonung".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1196-1197 Locthendorp, 1278 Lachtendorpe, 1278 Lachtendorpe, 1301 Lochtendorp
Lachendorf bedeutet wohl "Das Dorf an der Lachte"; "Lachte" ist eine sehr alte, wahrscheinlich schon vorgermanische Bildung zu einem Wort für "Teich, See, Wasserstelle, Sumpfwasser".
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Alte Bezeichnungen: 1442 Lohden
Der Ortsname ist schwierig zu belegen. Vielleicht geht er auf das mittelniederdeutsche "lade, lode" für "Schößling, Spross, Zweig" zurück, also "Ort bei den Schößlingen, beim Stangenwald".
Lage
Udolphs Fakten und Recherchen:
Die Grundwörter "lage, lay, loge" deuten auf ein Gebiet hin, in dem Fruchtanbau stattgefunden hat. "-lage" wird als "tiefe oder flache Lage, Niederung" interpretiert. Damit ist dann meist eine tiefe, niedrige Lage, eventuell auch leicht abwärts geneigte Hanglage gemeint. Bedeutsam dafür ist ein baumloses, ebenes und für die Kultur passendes Ackerland. Im Friesischen wird der Ortsnamen oft im Sinne von Dorf verwendet. Im nordemsländischen-ostfriesischen wurde dazu "loug" gesagt.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Erstmals urkundlich erwähnt wird die Gemeinde Lahn im Jahre 1394 in der Freibauernurkunde 1394. Sie beschreibt die Abtrennung des Hümmlings vom Herrschaftsgebiet der Grafen von Tecklenburg: "Ludeke Srappers und Willeken söne to Löhn". Die Bedeutung des Ortsnamens "Lahn": niederdeutsch "to de Laen" für "zu" oder "bei den Gehölzen".
Udolphs Fazit:
Aufgrund der Lage des Ortes am ehesten zu mittelniederdeutsch "lâne, lône" für "schmaler Weg, Viehtrift, schmaler Weg am Seedeich"; verwandt mit dem englischen "lane" für "Gasse, Gang" oder altfriesischen "låne", niederländisch "laan". Wohl bezogen auf die Lage des Ortes auf einem länglichen Landstreifen nördlich der Mittelradde.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 872 Lammespringensium, 873 Lammespring, 1138 Lamspringensi, 1391 Lamme
Der Ortsname ist ein vorgermanischer Flussname im Stromgebiet der oberen und mittleren Leine. Als Grundlage bieten sich baltische und slavische Appellativa um "lom" für "Bruch, Windbruch", "lomà" für "niedrige Stelle auf dem Acker" und "lãma" für "Pfütze, Grube" an.
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Alte Bezeichnungen: um 1200 Landesberge, 1229/1319 Landesberghe, 1243 Landesberge, 1380 Landesbergen, 1512 Landesbergen, 1598 Landeßpergen
Um 1160 wurde der Ort vom Geschlecht Everhardus de Landesberge regiert. Namengebend war offenbar die erhöhte Lage am Weserufer.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert Lantolfeshusen, 1118 - 1137 Landolfishusen, 1168 Landolueshusen, 1207 Landolveshusen, 1271 plebano de Lantdolvehusen, 1303 Iohannes plebanus in Landolueshusen, 1341 to Landelueshusen.
Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Landulf oder Landolf ab. Der Name könnte mit Land vom Wolf übersetzt werden.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: um 1131 Laggenize, 1131 Langenze, 12.Jahrhundert Lankennez, um 1154 Laggenize, 1157 Laggenize, 1180-1185 Lagnesce, 1180-1185 Langnisce, vor 1189 Langenesse, 1296 Langeniz, 1320 Langeniz, 1395 Langentze, 1538 Langelitz, 1539 Langelsen, 1558 Langelsheim, 1568 Langelsen, 1578 Langelsheim
Die heutige Form ist jung; auszugehen ist von "Lang-nes-". "Nes" bedeutet: "Vorgebirge", "Landzunge", Ostfriesisch "nesse" bedeutet "steile Küste", "Halbinsel", "Landzunge". Der Ortsname Langelsheim ist praktisch identisch mit dem der Insel (Hallig) Langeneß.
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Alte Bezeichnungen: 9./10. Jahrhundert Longon, 10. Jh. Langon, um 1000 Langun
Der Ortsname ist mit altsächsisch, mittelniederdeutsch lang "langgestreckt", altsächsisch *langa, mittelniederdeutsch lange "Länge, langgestrecktes Flurstück" zu verbinden. Benennungsmotiv dürfte der Lange Berg gewesen sein, ein circa 90m langer dammartiger Grabhügel auf dem Kamm einer natürlichen Bodenwelle.
Die Form Langene kann als Abschwächung einer -n-Abl. "Langana" oder eines Dativ Plural "Langun" interpretiert werden, der wiederum als Ortsname in den Dativ Singular gesetzt wurde; der Name wird mit Langen, Landkreis Emsland, verglichen.
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Alte Bezeichnungen: 1312 Novam Indaginem, um 1314 Nova Indagine, 1391 Nyenhaghene, um 1430 Nigenhagen, 1451 Langenhagen, 1480 Nigenhagen, 1501 Niegenhagen, 1523 Langenhagen
Die sichere Überlieferung für Langenhagen setzt mit 1312 Novam indaginem ein. Das ist lateinsisch "nova", also "neu" und "indago". Später wechselt "neu" zu "lang", jedoch schwankt die Überlieferung bis zum 17. Jahrhundert zwischen beiden Zusätzen.
Udolphs Fazit:
Es bleibt unsicher, ob der Name ursprünglich nur "Hagen" lautete. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass als ursprüngliche Benennung "Ni(g)en Hagen", also "neuen Hagen" anzusetzen ist. Der spätere Wechsel zu "Langenhagen" bleibt ohne ersichtlichen Grund. Wahrscheinlich spielte der Versuch eine Rolle, eine Unterscheidung zu den zahlreichen "Nienhagen"-Ortsnamen zu schaffen.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1257 Langelege, 13.Jahrhundert Langlaghe, 1330 bis 1352 to langheleghe, 1330 bis 1352 Kersten van langhlege, 1352 Kerstene van Langhelghe, 1354 Cristiano de langhelghe, 1360 to lanclegen, um 1460 Langelde, 1487/88 Langelege, 1490 Karsten van Langeling, 1496 tho Langeling
Der Ortsname ist ein Musterbeispiel dafür, wie wichtig die alten Belege sind: Auszugehen ist vom Namen Langlege oder Langelege, der später zu -lege, -ling und dann erst zu -lingen wurde. Die Belegentwicklung verrät, dass der Name ursprünglich Langlege oder Langelege lautete. Wahrscheinlich darf das einmalige Langlaghe aus dem 13. Jahrhundert vernachlässigt werden. Erst am Ende des 15. Jahrhundert verändert sich das Zweitglied -lege zu -ling, später zu -lingen.
Manche norddeutsche Flur- und Siedlungsnamen enden auf lage/-loge. Eine "lange Lage, lange Siedlung" könnte auf eine relativ lang erscheinende Ansiedlung hinweisen. Ein Blick auf die Karte bestätigt in diesem Fall die Wortforschung: der Ort liegt an einer durch das Allertal gebildete langgestreckte Niederung; auch Straße und Schienen folgen dieser großen Richtung.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Der Ortsname ist eine Zusammensetzung aus niederdeutsch "lang" und dem Grundwort "wedel". Letzteres bedeutet "seichte Stelle im Fjord zum Hinüberwaten", norwegisch zum Beispiel "val, vaul" für "seichte Fjordstelle". Es besteht eine Urverwandtschaft mit Watt, waten und lateinisch "vadum" für "Furt". Die Namengebung nahm offenbar Bezug auf eine lang gezogenene Furt. Von Langwedel ist abgeleitet der Ortsname Langwedelermoor. Es gibt viele bekannte "-wedel-"Namen. Man denke an Salzwedel, Veddel oder Wedel.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1402 Lampenstol, 1426 Lappenstol
Für die Bewohner des Kirchspiels Engter war früher Lappenstuhl - auf Plattdeutsch "Lappenstouhl", eine Grundstücksbezeichnung im Eikerfeld/Ahrensfeld, Gemarkung Schleptrup. Im mittelalterlichen Sprachgebrauch hatte der Ausdruck "Stuhl" immer die Bedeutung von "Richtstuhl".
Udolphs Fazit:
Mit dem Verfall der Königsmacht wurden im Hochmittelalter aus den Freigerichten die Femegerichte. Der Lappenstuhl muss gedeutet werden als Graf Lamprechts Richtstuhl. Da sich hier in der Nähe auch eine Bezeichnung "Galgenhügel" befindet, kann es so gewesen sein.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Der Ortsname enthält im zweiten Teil Niederdeutsch "dorp", also "Dorf, Siedlung", hier, wie auch in Westfalen, umgestellt zu "drop, trop, trup". Im ersten Teil darf man kaum Niederdeutsch "las", also "Lachs" vermuten, sondern ein altsächsisches Wort, das im Englischen weiterlebt: Altenglisch "læs, læswe", also "Weide", Englisch "leasow, lesew", also "Weide, Weideland".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1492 Lauenawe, 1527 Lawennawe, Lauenau
Der Ortsname setzt sich aus "ouwe, ou, ô", also "Land am Wasser", und möglicherweise "lêwe, löuwe, lauwe, lôwe", also "Löwe", Bezug nehmend auf das welfische Wappentier. Der alte Name von Lauenau war Schwedesdorf; manchmal gemeinsam vorkommend. Dabei heißt die Burg immer Lauenau, der Ort Schwedesdorf.
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Alte Bezeichnungen: 1348 Lewevord, 1355 Lewenvorde, 1381 Lewinforde, 1429 Lawinforde
Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-furt", niederdeutsch "-ford". Der erste Teil des Ortsnamens bezieht sich auf "Löwe", mittelniederdeutsch "löuwe, lewe, leuwe". Eine solche Erklärung setzt voraus, dass die an der Furt gelegene welfische Burg beziehungsweise deren Wappentier auch auf die Furt übertragen wurde, also eine Verkürzung aus "Lewenburgfurt" stattgefunden hat. Das ist allerdings unwahrscheinlich. Eher könnte folgende Deutung zutreffen: Im Germanischen gab es das Wort "hlaiw-" für "Hügel, Grabhügel". Es wäre also durchaus möglich, dass der Name Lauenförde nichts mit dem heraldischen Löwen und den Welfen zu tun hat, sondern auf eine ältere Stellenbezeichnung "Furt am Hügel" zurückgeht. Angesichts der Lage Lauenfördes in der Weser-Niederung und westlich von stark ansteigenden Höhen spricht einiges für diese Deutung.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1247 Levvenhagen, 1253 Lewenhagen, 1339 Lowenhagen, 1382 Lowenhaghen, 1546 Lawenhagen, 1549 Lauwenhagenn, 1614 Lowenhagen, 1703 Lauenhagen
Möglicherweise ähnlich wie bei Lauenberg, Lauenburg, Lauenförde oder Lauenstein vom mittelniederdeutschen "louwe, lauwe, lowe, lewe" für "Löwe". Das Namen-Element "-hagen", das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zu althochdeutsch, "-hagan" oder mittelhochdeutsch "-hagen" für "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Umstrittenes Element -lar, -ler auch in Goslar, Wetzlar, Lahr, Lehrte usw.; letzter Stand: am ehesten altgermanisches Wort im Sinn von "Wald".
Leer also "Waldort".
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Alte Bezeichnungen: 1183 Lese, 1222 Lyese, 1234 Leyse, 1296 Lesse, 1358 Kerclese, 1582 Lesede
Es handelt sich um eine altenglische Wortsippe, die wohl auch im Altniederdeutschen in Niedersachsen bekannt gewesen ist: altenglisch "læs, læswe" bedeutet "Weide", englisch "leasow, lesew" bedeutet "Weide, Weideland".
Udolphs Fazit:
Leese bedeutet also "Wiesenort, Ort an der Weide".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1787 Lee, 1823 Lehe
Da das Gehöft an der Funnixer Alten Leide liegt, handelt es sich wahrscheinlich um eine Form des niederdeutschen Wortes "Leide" für Zufluss des Sieltiefs. Das ostfriesische "Leide" steht für "Leitung, Wasserleitung".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 8. Jahrhundert Lerim, 888 Leri, 1161 Lere
Die Ableitung des Namens bezieht sich auf: Wald; offene, waldfreie Stelle in oder an einem Wald; Waldlichtung; Waldwiese oder Weideland.
Udolphs Fazit:
Die Bedeutung von Lehre bezieht sich auf eine "Stelle am Wald".
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Alte Bezeichnungen: 1147 Lereht, 1274 Lerede, 1294 Lerethe, 1302 Leerthen, 1325 Lerethe, 1356 Lerthe, 1379 Lerte, 1393 Albert van Lerthe, 1429 Lerte, 1436 Lerte
Die Grundform lautet: "Lar-ithi". "lar" bedeutet "Pferch", "Tiergatter", "Zwinger" oder "Wald". "-ithi" bedeutet, dass etwas an diesem Ort vorhanden ist; in diesem Fall ist also "lar" vorhanden. Beim Ort Grohnde ist das: grün, bei Lengede: etwas langes.
Udolphs Fazit:
Zusammengefasst bedeutet "Lehrte" am ehesten: Waldort, Stelle am oder im Wald.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1274 Leyferde
Der Ortsname enthält das mittelhochdeutsche Wort "lê" für "Hügel, Grabhügel" und das mittelhochdeutsche "vurt/furt" für "Furt, Durchgang, Weg". Er kann als "Ort am Talweg, am Durchgang durch hügeliges Gelände" gedeutet werden. Aber, der Ort Leiferde im Kreise Gifhorn liegt auf einer Anhöhe weitab von einer Furt.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1305 Lewenbroke, 1328 Robert de Lewenbroke, 1339 Lewenborc
Etwa 1275 errichteten die Edelherren von Diepholz zur Verteidigung ihrer Südgrenze die Burg Lembruch. Etwa zu dieser Zeit siedelten sich Menschen an. Eine Urkunde erwähnt 1305 das "castrum lewenbroke", die Burg Lembruch. Der Ortsname bezieht sich auf das Wappentier der Edlen von Diepholz, den schreitenden Löwen.
Udolphs Fakten und Recherchen:
"Lem" bedeutet "Lehm" und "werder" ist das alte Wort für "Insel".
Udolphs Fazit:
Lemwerder bedeutet also "Lehm-Insel".
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Alte Bezeichnungen: 1474 Lenne, 1502 Lenne, 1539 Santkule(n), 1542 Lenne
Sicher ist, dass der Ortsname Lenne und der Flußname zusammengehören. Es gibt zwei Deutungsmöglichkeiten. "gihlunn" für 'Getöse'. Das gehört zu "k(e)len-", einer Erweiterung des (auch im Germanischen) verbreiteten indogermanischen Wortstammes "kel-" für "rufen, lärmen". Oder es handelt sich wie bei Lünne, Haselünne, Lüneburg um die Deutung "Krümmung, Biegung". Dies wird durch das altnordische "hlaun" für "Hinterbacke", im Keltischen auch "Hüfte", also Biegung belegt.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1131 Lievethe, 1151 Lievede, 1180-1185 Levede, 1187 Levedhe, 1193 Levedhe; dann Namenwechsel: 1302 Levenborg, 1304 Levenborch, 1304 Levenborch
Die Ablösung des einen Namens durch den anderen ist sehr gut erkennbar. Die älteren Belege zeigen "Livithi", später "Levede", seit dem 14. Jahrhundert setzt sich immer mehr "Levenborch, Levenburg" durch, seit dem 16. Jahrhundert die verhochdeutschte Form "Liebenburg". Später erscheint für Levede mehrfach oder fast ausschließlich eine Form mit unterscheidendem Zusatz: "Lutteken Levede". Wahrscheinlich liegt dem Ort eine alte germanische Bildung "Hlaiw-ithi" zugrunde, denn der Ort liegt am Osthang des "Lewer Berges". "Hlaiw-", also "Grabhügel, Grab, Hügel" scheint die Basis zu sein. Letztlich bedeutet Liebenburg etwa "Bergort, Ort am Hügel". Das heutige Liebenburg ist eine Umdeutung.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Der Ort Lilienthal geht auf die Gründung des Klosters "Sancta Maria in Valle Liliorum" (St. Maria im Tal der Lilien) durch den Bremer Erzbischofs Gerhard II. zurück. Das Wort "Lilie" entstammt ursprünglich möglicherweise einer Sprache der westlichen Mittelmeerländer, sowohl in hamitischen Sprachen "ilili", wie auch im Baskischen "lili" finden sich verwandte Begriffe für "Blume". Sicher zurückführen lässt es sich in den ostmediterranen Raum, wo die Madonnen-Lilie zur ersten bekannten Zierpflanze überhaupt wurde. Über das altgriechische "lēīrion" und das lateinische "lilium" wurde der Begriff in abgewandelter Form zum Bezeichner der Gattung in der Mehrheit der europäischen Sprachen.
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Alte Bezeichnungen: 891 Linduri, um 1000 Lindredi, 1003-1005 Lindduri, 1288 Lindredi, 1543 zur Unterscheidung von der Bauernschaft Osterlindern als "Kerklinderen" geführt, 1703 Kirchlinderen
Der Ortsname kommt aus dem Niederdeutschen "linde" sowie "ard" und bedeutet "Ackerbau, Ackerland, Wohnplatz".
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Alte Bezeichnungen: 1304 Lintwede, 1438 dedit Lindwedel; Henneke Lindwedel; to deme Lindwedel, 1716/17 auff die lintweder heister
ON. Lindwedel bei Schwarmstedt in der Wedemark, um 1304 Lintwede, also "Lindenwald" (zu niederdeutsch wede "Wald", vgl. Wedemark, engl. wood), das -l- trat erst wie bei anderen Ortsnamen später hinzu.
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Alte Bezeichnungen: 975 Liinga, 977 Linga
Lingen ist ein alter und schwieriger Name. Wahrscheinlich stammt er aus germanischer Zeit und hat sich aus einer Grundform "Lengia" entwickelt. Wörter, die dazu passen, finden sich in den germanischen Sprachen nur im Nordgermanischen, dort auch etwas abweichend, so etwa dänisch "lung", also "Moorboden". Die besten Verwandten sind litauisch "lenge", also "eine kleine Wiese zwischen zwei Hügeln" und russisch "ljag", also "Wiese, Feld". Lingen bedeutet also etwa: "Wiesenort".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: Linsebuch, Linesborch, Linesborcg, Linseborc, Linßborg
Ist im ersten Teil wohl zu vergleichen mit dem Ortsnamen Linse an der Lenne bei Bodenwerder. "Linse" gehört am ehesten zu "(h)lina, lena" ("Berglehne"), hier gebildet mit einem altertümlichen "-s"- Zusatz. Die Lage des Ortes spricht dafür.
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Alte Bezeichnungen: 1462 Lyntge
Vermutlich ist der Ortsname auf "zur Linde" zurückzuführen.
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Alte Bezeichnungen: 1147/1149 Loningen, 1186 Loningen, 1190 Lonigge
"-ing-" ist in deutschen Ortsnamen ein häufiges Element. Die Ortsnamen enthalten den Sinn: "wo etwas vorhanden ist". Im ersten Teil darf "Lon-" vermutet werden, was am ehesten mit "Luhm(e), Lohm(e), Luhne, Lohne", aslo "Wasserloch, nicht zugefrorene Flussstelle; das ins Eis gehauene Loch".
Udolphs Fazit:
Die Namengebung ist wohl also auf die Große Hase bezogen, eine "Stelle am langsam fließenden Wasser, an einem Wasserloch, einer Wasserfläche".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 980 Laon, 1188 Lon, 1221 Lon, 1350 Lon, 1404 van Loen, 1542 Loene, 1700 Lohne
Udolphs Fazit:
Bislang wurden mehrere Möglichkeiten diskutiert; die Deutung gestaltet sich schwierig. Von der Überlieferung her ist "loh", also "Wald", vorzuziehen.
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Alte Bezeichnungen: um 1000 Ladorp, Entwicklung: Ladorp > Ladrup > Lorup
Der Ortsname geht vermutlich auf "Loh-/Lah-dorp" für "Walddorf" zurück. Auch heute ist der Ort von Wald umgeben, aber natürlich muss immer hinterfragt werden, ob das auch schon früher so gewesen ist.
Alte Bezeichnungen: 1248 Lockstede, 1500 Loxstede.
Bildung mit dem Grundwort -stedt und dem altsächsischen, mittelniederdeutschen Wort look "'Lauch" als Bestimmungswort, also "Stelle, an der Lauch wächst".
Verwandte Namen: Lockstedt, Kreis Steinburg, SH; Ortsteil von Klötze, Altmarkkreis Salzwedel, OT von OebisfeldeWeferlingen, Lkr. Börde, beide ST; Lockstädt, OT von Putlitz, Lkr. Prignitz, BB; Lokstedt, Stadtteil von Hamburg; /Bad Lauchstädt, Saalekreis
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1105 Lubberstedi, 1239 Lubberstede, 1240 Libberstede, 1240 Lubberstede
Wahrscheinlich geht der Ortsname zurück auf "Liub-her-s-stede", also auf den alten Vornamen "Liub-her" für "lieb" und "Heer", "Kriegerschar" und den Zusatz "-stede" für "Stätte, Siedlung, Siedlungsstelle".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1330 Lubbowe, Lobbowe, 1360 Lubowe, 1369 Lubbow, 1584 Lübbow, 1736 Lübbau, 1977 Lübbow
Der Ortsname ist eine Ableitung vom Personennamen "L´ub, Luba, Lubek, Lubko".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1191 Lugowe, 1256 Lůchowe, 1293 Luchowe
Altpolabisch "L'uchov-" bedeutet "Ort des L'uch"; "L'uch" ist die Kurzform von slavischen Namen, die mit "Lu-" beginnen, wie etwa Lubomir, Luborad, Lutobor, Lutomir und andere.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1743 Lüder Bach, 1304 Ludere, 1318 in villa Ludhere, 1330 bis 1332 Ludhere, 1743 Luder, 1347 deme Ludere Broke
Die indogermanischen Wörter lutum (lat.) "Dreck, Kot", loth (altirisch) "Schmutz" und lutýnas "Pfuhl, Lehmpfütze" weisen auf einen der zahlreichen Gewässer- und Ortsnamen in Europa hin. Also etwa "Ort an einer schlammigen, feuchten Stelle".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1155 Luitheressen, um 1162 Liutherschen, 1184 Liuthhersen, 1197 Luderdesse
Bei dem Ortsnamen handelt es sich um eine Bildung mit dem niederdeutschen "-hūsen". Das Bestimmungswort enthält einen zwei-gliedrigen Personennamen. Die ältesten Belege gehen von Liudheri aus. Der erste Teil gehört zum Personennamen-Stamm "leudi, liud" für "Mensch", der zweite Teil zum Personennamen-Stamm "harja, heri" für "Heer, Menge, Volk". Seit Ende des 12. Jahrhunderts enthalten die die Belege allerdings im zweiten Teil des Personennamens ein "d", was auf "Luderd" hindeutet. Damit ist dann von dem Personennamen "Liudhard" auszugehen. Dessen Zweit-Element gehört zum Personennamen-Stamm "hardu, hard" für "kühn, tapfer, stark".
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Lüneburg ist ein schwieriger Name; nicht zu trennen von Lünen in Westfalen sowie Haselünne/Altenlünne/Plantlünne im Emsland. Lüneburg und die älteste Form des Ortsnamens "Lüne", also Kloster, alt "Hliuni", gehen über "lunsā" auf "Hlunia" zurück. Dann ergibt sich eine Möglichkeit: Haselünne liegt an einer Biegung der Hase, Plantlünne und Altenlünne an Biegungen eines Zuflusse der Großen Aa. "Lüne" bedeutet daher am ehesten "Krümmung, Biegung".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Lünne ist nicht zu trennen von Altenlünne und Plantlünne. Alte Bezeichnungen stammen aus dem 9./10. Jahrhundert Lunni und dem 12. Jahrhundert Lunnen. Aber auch mit dem 30 Kilometer entfernten Hasellünne ist Lünne verwandt. Hasellünne bezieht sich auf den Gewässernamen Hase und wurde zur Unterscheidung von Lünne, Plantlünne und Altenlünne etabliert.
Udolphs Fazit:
Die älteste Form des Ortsnamens ist Lüne (Kloster), im Altnorddeutschen hieß es Hliuni. Dann ergibt sich eine Möglichkeit: Haselünne liegt an einer Biegung der Hase, Plantlünne und Altenlünne an Biegungen eines Zuflusse der Großen Aa. Daher wird Lünne am ehesten "Krümmung, Biegung" bedeuten, in altnord. hlaun "Hinterbacke", im Keltischen auch "Hüfte" für "Biegung".
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 1253 Luden, 1309 in villa Luden, 1506 van Luude, 1720 von Luen
In dem Ortsnamen könnte die Bedeutung von "Schmutz, Morast" stecken.
Udolphs Fakten und Recherchen:
Alte Bezeichnungen: 956 In Latheria (Lotheria?) marcu, 956 Latheria marcu, 956 (in) Lutheria marcu, (um 1001) in villa Lutterun, um 1001 Lutterun, 1151 (A. 1506) Edificium in Lutrede,l 1153 (F.) actum Luttere, 1187 in Luthera
Man muss vom Gewässernamen ausgehen; Kettner 185f. verbindet den Namen mit altsächsisch hlûttar, althochdeutsch (h)lûttar, mittelniederdeutsch lutter, mhd. lûter "hell, rein, klar, lauter", wobei die frühere Überlieferung des Ortsnamen eine genauere Bestimmung erlaubt: "die im 11. Jh. belegte Dativ-Form Lutterun ... spricht dafür, daß hier als Ausgangsform *Hlûttara anzusetzen ist ... Der ON ... geht, wie die alte Form Lutterun zeigt, auf eine Dativ-Form des FlußN zurück".
Vgl. deutsch ein lauterer Charakter; ein geläuterter Mensch.