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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben I

Ihlienworth

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1139 Illingstede, 1230 Jlingiworth, 1306 Ilegenworth, 1355 Ilingeworth

Der Ort Ihlienworth liegt auf einem künstlichen Siedlungshügel. Ursprünglich trug die Siedlung den Namen Ylingi. Als dann die Bezeichnung "-worth" aufkam, wurden beide Bezeichnungen durcheinander geworfen. Da wir es jedoch mit einem großen Dorf und nicht mit einer Einzelsiedlung zu tun haben, so erhielt sich vielleicht der Begriff "Ylingi-worth" statt zu "Ilingawort" zu werden. Die Grundlage bildet der Personenname des "Ilo", entweder mit einem zusätzlichen "-ing" im Sinne von "Siedlung der Sippe des "Ilo" oder "Siedlung des Iling". Was allerdings dem Personennamen zugrunde liegt, lässt sich kaum noch ermitteln. Vielleicht ist es "Hild-". Das ist aber unsicher.

Ilsede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1250 Ilsethe/Ylsede/Ylsedhe, 1297 Ilsede, 1356/1358 Ylsede, 1360 Ilsede, 1458 Elsede, 1500 Ilßede, 1574 Ilsede, 1648 Ilsen, 1821/1823, 1852, 1859 Klein-Ilsede

Der Ortsnamen leitet sich von -ithi ab wie auch bei Sehnde, Lehrte, Lengede, Grohnde und vielen anderen mehr.

In den germanischen Sprachen gibt es für Ilsede kein Wort, das bei einer Bestimmung helfen könnte. Allerdings gibt es im Slavischen "il" für Schlamm, Ton, Lehm - ähnlich wie bei Ilten, Ilfeld bei Nordhausen, Groß, Klein Ilde bei Bockenem Hinweis auf Salzvorkommen.

Ingeleben

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1086 Ingeleuo, 1135 Iggeleve, 1136 Iggeleve, 1148 Iggenlove, 1193 Ingeleve, 1194 Ingeleive.

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-leben". Der Ortsname enthält "Ingo". Ingvi, der mit dem Namen des Stammgottes der Ingwäonen verbunden wird. Im Grundwort steht "-leben", ursprünglich niederdeutsch "leve"; gehört zu germanisch "laivo" für "Hinterlassenschaft, Erbe". Also eigentlich "Hinterlassenschaft, Erbe, Besitz des Ingo".

Isernhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1322 Bernardus de Yserenhaghe, 1334 Wedekindus de Iserenhaghen, 1353 vppe deme Ysernehaghene, 1358 vppe deme Ysernehaghene, um 1360 to deme Ysernhaghen

Der Name weist auf Raseneisensteingewinnung. Wahrscheinlich wird sich hier berufen auf die Kunstdenkmäler Burgdorf, wo es heißt: "Der Ort, wo man vor Zeiten das Eisen behandelt und die Brandhütte gestanden hat, heißt "die Brandride". Die Kirche ist zum Teil aus dem dort gewonnenen Raseneisenstein aufgeführt, und auch der Name des Ortes wird damit zusammenhängen".

Die Realprobe stimmt damit überein.

Das Namenelement ‑hagen, das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zu althochdeutsch, altsächsisch hagan, mittelniederdeutsch hagen, eine Weiterbildung zu althochdeutsch -hag, -hac, mittelhochdeutsch hag "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". -hagen kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen.

Isterberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Eine Möglichkeit ist, dass es sich bei diesem Ortsnamen um eine Ableitung vom Bergnamen Isterberg handelt, der seinen Namen vermutlich einer germanischen Kultstätte verdankt. Diese Kultstätte war dem Stammesgott Istraz gewidmet. Istraz ist der Beiname Wodans, dem gemeingermanischen Hauptgott. Eine weitere Deutungsmöglichkeit ist eine Zugehörigkeit zu "heester, Heister". Heister oder Hester steht für "der an jungem Buchengehölz wohnende".

Itterbeck

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname Itterbeck geht auf einen alten Flußnamen zurück: die Itter. Im 11. Jahrhundert gab es die Itter bei Kassel (Nebenfluß der Eder), 1537 ist schon Itterbecke überliefert. Der zweite Teil des Ortsnamens geht auf den niederdeutschen Zusatz "-beek" für "Bach" zurück.

Udolphs Fazit:

"Itter-" geht auch auf den alten Gewässernamentypus zur indogermanischen Wurzel "eid-/oid-/id-" für "schwellen, anschwellen" zurück.

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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