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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben H

Hademstorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Hademstorpe, Haddenstorpe

Es ist auszugehen von der Form "Hademstorpe". Neben "dorp" ("Dorf, Siedlung") enthält der Ortsname einen Personennamen "Hada-mar-, Hada-mer-", zusammengesetzt aus "had-" ("Kampf, Eider") und "-mar-" ("berühmt").

Hage

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1409 Haga, 1418 Haghe

Der Ortsname geht wohl auf "haga" für "Hecke, Einfriedung" oder das mittelniederdeutsche "hage" für "Hecke, lebendiger Zaun" zurück, das heißt ein "eingefriedigter Ort".

Hagen am Teutoburger Wald

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1088 Hage, 1097 in Hagen, 1200 Hage / Hagen,1223 Hagen, 1305 Haghen, 1359 in Haghene

Das Namenelement "hagen" leitet sich aus dem alten Sprachgebrauch ab und bedeutet "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". Hagen bezeichnet in Orts- und Flurnamen den eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück.

Hagenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1378 Hagenborch, 1431 Haghenborch, 1560 Hagenburch

Das Namenelement "hagen", das in diesem Ortsnamen vorliegt, gehört zum althochdeutschen "hagan", mittelniederdeutschen "hagen". Es ist eine Weiterbildung zum mittelhochdeutschen "hag" für "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". "-hagen" kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen. Der zweite Teil des Ortsnamens geht auf das niederdeutsche "borg, borch" für "Burg" zurück.

Halbemond

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1719 Halbe Mond,

Möglicherweise wurde die ursprüngliche Bezeichnung "Half-mahn" für Halbgemeeinschaftsländereien (teil vom Eigentümer, teils vom Pächter genutzt) falsch verhochdeutscht. Das mittelniederdeutsche "mande" für Gemeinschaft, Gemeingut" könnte ein Ursprung sein.

Halle

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname erinnert an niederdeutsch 'hal' oder 'hol', was soviel wie Abhang oder schräge Fläche bedeutet. An einer schrägen Fläche wurden zum Beispiel Schiffe zu Wasser gelassen.

Hankensbüttel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1051 Honengesbvthele, 1221 Honekesbutle, 1364 Honkesbutle, 1567 Hankensbüttel

Bildung aus einem Personennamen Honik oder Honing, suffigierter Kurzname.

Der Kurzname Hon(i) wird von Kaufmann S. 192 als Ablautform zum Personennamen-Stamm han angesehen, dazu asächs., mnd. "Huhn". hon in PN hat nach Kaufmann die Bedeutung "Sänger".

Der Kurzname ist entweder mit einem stark flektierten k-Suffix (s. Barsbüttel) oder nach den ersten Belegen mit -ing- (s. Allingbüttel) abgeleitet. Da -ing- im allgemeinen auch so bzw. ostfäl. als -igg- erscheint und -eng- nur zweimal belegt ist, ist evtl. eher von einem k-Suffix auszugehen.

Im zweiten Teil altsächsisch (gi)butli "Siedlung".

Hanstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Haanstedihusun

Eine niederdeutsche Variante von Ortsnamen, die ursprünglich Honsted, Honstede hießen, beispielsweise Honstedt bei Bregenstedt, 1300 in Honstede, 1311 in Honenstede. Alle Ortsnamen gehen zurück auf eine Wendung to oder bi der hohen stede für "bei der hohen Stätte".

Hämelhausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1300 To dem Hemelhus, um 1380 Hemelszhusz, Hemmlhuß, 1508 Hemelheide

Hämelhausen liegt in der Hämelheide; südlich von Hämelhausen liegt der Hämelsee. Alles liegt in der Hämelheide in dem Winkel, den Weser und Aller vor ihrem Zusammenfluss bilden. "Hamal", auch "Ham-" bedeutet "Winkel", "winkelförmiges Terrain an Flüssen oder Bucht".

Hahausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1021 Hahusen, 1131 Hagehusen, 1154 Hagehusen, um 1154 Hagehusen, 1157 Hagehusen

Der Name ist zusammengesetzt aus "Hag(en)", gehört zu "hagan, hagen", eine Weiterbildung zu "-hag, -hac, hag" ("Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke") und"-hūsen" ("bei den Häusern, Siedlung, Dorf").

Haldem

Udolphs Fakten und Recherchen:

Die erstmalige Erwähnung des Ortsnamens fand im 13. Jahrhundert statt. Der Ortsname gehört zu einer Gruppe von Wörtern, die zumeist mit "Ecke, Biegung, Bucht, Hang, Schräge" zu verbinden sind. Die Endung "-um" ist ein alter Dativ Plural (Hinweis auf eine Örtlichkeit); der Rest "Haled-" dürfte in jedem Fall zu "hal, hale, hali", also "Abhang, spitz zulaufender Hang" gehören.

Harbarnsen

Alte Bezeichnungen: 1343 Hermann Herbernsen, 1458 Harbarnßen, Harbarnsen, Herbernßen, 1469 Herbernsen, 1470 Herbernsen, 1492 Herbernsen, 1506 Herbersen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Personennamen-Element "Harja, Heribern und Harper". Der Personenname ist möglicherweise aus "Heribero" entstanden. Die Grundform des Ortsnamens ist wohl "Haribernes-husen", also "Siedlung eines Heri-ber(n)-".

Harber bei Hohenhameln

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jh. (A. 12. Jh.) Heriborea, (1174-1195) (A. 12./13. Jh.) Harber, nach 1212 de Harberhe, 1220 Luhtbertus de hertbere, 1236 Lutbertus de Hertbere, 1239 (A.) Hertzbere, 1241 Herbere

Udolphs Fakten und Recherchen: Klar ist, daß im Grundwort -ber vorliegt. Die Ortsnamen des Kreises Peine und andere niedersächsische Ortsnamen (Böbber, Schwöbber, Haimar, Velber, Schwülper u.a.m.) haben gezeigt, daß sich dahinter ein nur noch im Altenglischen bezeugtes Wort bearo "Wald, Hain" verbirgt.

Im ersten Teil wahrscheinlich dt. Hart "Bergwald, bewaldeter Berg", steckt auch in der Haardthöhe und im Harz.

Harber bei Soltau vielleicht am ehesten aus *Hart-ber "Bergwald"; sehr unsicher, da die Überlieferung des Namen viel zu wünschen übrig lässt.

Hardegsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1015-36 Hiridechessun, 1015-36 Hiridechessun, 1238 Hardessen, 1266 Herdegessen, 1276 Hardegessen, 1280 Hardegessen, 1291 Herdagessen, 1294 Herdagessem

Die Grundform des Ortsnamens lautet "Heridag-es-husen". "Heri", "hēri" bedeutet "Heer". "dag" bedeutet "Tag"
"husen" bedeutet "bei den Häusern".

Haren

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 10. Jarhundert Harun, um 1000 Harun

"Har" bedeutet "trockene Erhebung ohne Waldbestand".

Haßbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1025 Hersebergen, um 1260-1270 Hersebere um 1265 Herseberg, um 1300 Hersebe, 1302 Herseber(e), 1308 Herseberge, 1330-52 Hersebere

Ein schwieriger Name, der aus zwei Teilen besteht. Im ersten Teil stand früher "Herse-"; es bedeutet entweder "Pferd" für "hers" oder "Hirse" für "herse". Unsicher ist, was im zweiten Teil stand: "-berg", also "Berg, Anhöhe", oder "-bere", also "Wald"? Da die Ortsnamen von den Menschen gern erklärend umgedeutet werden, ist ein Wandel von dem unverständlichen "-ber" zu "-berg" wahrscheinlicher als umgekehrt.

Udolphs Fazit:

Haßbergen bedeutet also entweder "Pferde-Wald" oder "Hirse-Wald". Wahrscheinlicher ist jedoch "Hirsewald; Wald, in dem Hirse wächst", denn es gibt die Waldhirse, die größere Flächen bedecken kann.

Hassel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Um 1091 Hasela, 1265 Hasle, um1270 Haslo, um 1359 Haßle

MIttelniederdeutsch hasel/hassel=Haselstrauch; da in beiden Namen deutschllich das alte -loh enthalten ist. bedeuten sie also (Siedlung) bei Haselgehölz. Der Marktfelder Pastor Twele schrieb 1906:"Es wird bemerkt, dass der Name Hassel häufig vorkommt. Der Hassel, so hießen alle Gerichtsstätten nach ihrer durch Haselstäbe gebildeten Einfriedung; es wäre also auch mögllich, dass Hassel - Twele bezieht sich hier auf Hassel bei Hoya- eine solche Gerichtsstätte gewesen wäre, wie zum Beispiel der Hassel bei Lühnde, unweit Hannover. Diese Vermutung wird um so mehr dadurch bestätigt, als in späterer Zeit eine Richtstätte für Verbrecher bei Hassel war."

Die Worte sollten vielleicht durch den Hinweis ergänzt werden, dass im MIttelalter die Haselrute als Richterstab dienste, und durch die Erinnerung an die alte Redensart: "über jemanden den Stab brechen".

Hasselünne

Udolphs Fakten und Recherchen:

Ist nicht zu trennen von Lünne, Altenlünne und Plantlünne:

9./10 Jh. Lunni, 10. Jh. Lunni, um 1000 (A. 15. Jh.) Lunni, 12. Jh. in Lunnen.

Haselünne enthält den Zusatz Hase, Gewässername, wegen der Lage an diesem Fluß und zur Differenzierung von Lünne, Plantlünne und Altenlünne. 1107-1113 (K. 15.Jh.) Lunne, 1484-1496 Lunne, 1486-1494 Luenne, 1496 Haselonne (R. Möller, Niedersächsische Siedlungsnamen und Flurnamen in Zeugnissen vor dem Jahre 1200, Heidelberg 1979, S. 101)

Plantenlünne ist von Altenlünne aus gegründet worden (R. Möller, Niedersächsische Siedlungsnamen und Flurnamen in Zeugnissen vor dem Jahre 1200, Heidelberg 1979, S. 101).

Meines Erachtens am ehesten zu einem alten Wort für "Krümmung, Biegung", bezeugt in altnord. hlaun "Hinterbacke", im Keltischen auch "Hüfte": Biegung.

Aber kein keltischer Name.

Hassendorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1299 Hercenthorpe, um 1320 Hertzenthorp, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts hersendorppe, 1456 Hersendorpe, um 1540 Harsendorp, 1567 Haßendorp, später Hassendörp

Der Ortsname bezieht sich auf eine Person. Zwei Rufnamentypen kommen als Grundlage für die Ortsnamenbestimmung in Frage: 1) ein Rufname mit dem Erstglied Hart-, wie beispielsweise Hartwig, Hartmann, Hartmut. Das Namenglied Hart- gehört zum althochdeutschen und altsächsischen Wort hart "hart, fest, stark; kühn". 2) ein Rufname mit dem Erstglied Her-, wie Hermann, Herbrecht, Herwart. Dieses Namenglied gehört zu althochdeutsch hari, altsächsisch heri "Heer, Volk".

Hattorf am Harz

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 952 Hattorpp, um 1263 Conradus de Hattorph, 1267 Hattorp, 1269 Hattorpe

Der Ortsname ist offensichtlich mit dem Grundwort -thorp "Dorf, Siedlung" gebildet. Die Grundbedeutung von -hat dürfte "Neigung, Schräge, Abhang" gewesen sein.

Häuslingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1227 Huochelem, 1229 Huochselem, 1237 Huocselem, 1255 in maiori hucselem, 1295 Wickerim de Hucselem, um 1329 Lutten, Groten Huslem, 15. Jh. Hulsinge, Hulsingen, um 1800 von Grossen und Kleinen Häuslingen

Die erste Besiedlung wurde im Bereich des Hunnenberges nachgewiesen. Bei dem Hunnenberg handelt es sich um eine Binnenlanddüne. Nach Heinrich Imhagen, dem ehemaligen Lehrer und Ortschronisten, bedeutet dieser Name "Pfahlhausheim" oder auch "Hügelhausheim". Dieses mag darin begründet liegen, dass der Ort im Urstromtal der Aller auf einer kleinen Anhöhe liegt um vor den jährlich wiederkehrenden Hochwassern sicher zu sein.

Diesem Vorschlag kann man folgen: Mundartwort "huck, hoke, hucke" meint "hervorragender Hügel, Berg, Haufen" mit dem Zusatz "-sel-" für "Siedlung" (so auch in Ortsnamen wie Brüssel, Bruchsal, Uppsala, u.a.).

Havelse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1216 Hauekesla, 13. Jahrhundert Havekesla, um 1225 Hauekesleue, 1236 Hauekesleue, 1283 Hauekesleue, 1359 Havekesleve

Ganz offensichtlich ist in der Grundform ein "Havekesleve" zu vermuten. Später erfolgt eine wohl durch die Länge des fünfsilbigen Orstnamens bedingte Verkürzung bzw. Abschwächung, die über Havekese zu Havesse geführt hat. Im 18. Jahrhundert tritt ein unorganischer "-l-"Einschub auf.

Udolphs Fazit:

Es kann kaum einen Zweifel daran geben, daß im Bestimmungswort der Habicht steckt, dessen Formen früher etwas anders lauteten: althochdeutsch "habuh, habech", mittelhochdeutsch "habech, habich". Das Grundwort ist germanischen Ursprungs: "hlaiwaz" für "Hügel, Grabhügel", im älteren Niederdeutschen und im Niederländischen als (h)lewe erscheinend. Es begegnet in zahlreichen norddeutschen Ortsnamen und auch in den Niederlanden ist es nachzuweisen: Denderleeuw, 1125 de Lewa; Heiligerlee; Leeuwakker. Nimmt man alles zusammen, erklärt sich Havelse als altes Havekes-leve "Habichts-hügel".

Haverlah

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 941 Haverlae, 1016 Hauurlou, 1024 Haverlaun, 1125 Haverla, 1125 Haverlo, 1240 Haverlo, 1257 Haverla, 1319 Haverla

In Übereinstimmung mit den bisherigen Deutungen ist von einer Bildung mit dem Grundwort "‑loh" auszugehen, das sich früh zu "‑la" entwickelte. "loh" bedeutet "Wald". Der Name wird mit dem Wortstamm um "heben", also "erhöhen" zu verbinden sein, das unter anderem auch in "Hefe" für "Hebemittel" und in "hev, hef" für "Erhöhung, Masse, Aufblähung" vorliegt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Name des Berges Heber, für den eine Deutung als "Erhebung" semantisch passt, während der von Förstemann erwogene Zusammenhang mit "hæfer, hafr" für "Ziegenbock" hier kaum infrage kommt. Die Lage Haverlahs am Westhang des Salzgitter‑Höhenzuges stützt diese Deutung ebenfalls.

Hechthausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 Hekethusen

Der Hecht wird aus westgermanisch "hakida" nach seiner Körperform und Bewegung meist als "Spieß" bezeichnet. Neuenglisch pike für "Stachel, Hecht", neufranzösisch brochet für "Hecht" zu französisch broche für "Spieß", neuschwedisch gädda für "Hecht" zu gadd "Stachel". Doch haben Wörter, zu denen Hecht der Lautform nach passen würde, eher die Bedeutung "Haken" als "Spitze".

Udolphs Fazit:

Hechthausen erhielt seinen Namen aufgrund der Lage an einem "Haken", der Biegung der Oste.

Hedeper

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1123 Hathebere, 1188 Hadebere, 1189 Hathebere, 1209 Hadhebera, um 1220 Hethber, 1221 Hathebere, 1247 Hethebere, 1275 Hedhebere, 1305 Hedenbere

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "ber" für "Wald". Im Bestimmungswort ist aufgrund der Belege als Grundform "Hape" anzusetzen. Das Wort geht vermutlich auf eine germanische Basis "had-", auch "hat-", im Sinne von "gebogen, geneigt, ausgehöhlt", hier wahrscheinlich "Biegung, Krümmung, Abhang" zurück. Also "Hügelwald, am Abhand wachsender Wald".

Heede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1378 Heyde, Hethe, Hede, Heda

Der Ortsname gehört zu "haithi", niederländisch "heed", mittelniederdeutsch "heide", althochdeutsch "heida" für "Heide". Das äußerst häufige Namenelement "haithi" wird teils als Bezeichnung für eine "waldlose, mit Erica bewachsene Fläche" erklärt.

Heere

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1131 Herre, um 1154 Herre, 1174 Herre, 1213 Herre, 1251‑57 Herre, 1286 Herre Heere, Klein: 1153‑78 Minori Herre, 1209 Minori Herro, 1261 Parvo Herre, 1372 Lutteken Here, 1403 Lutteken Here

Erschließen lässt sich das Element "har‑" in der Bedeutung "steinige Anhöhe". Die Lage Heeres an den relativ steilen Ausläufern des Hainberges stützt diese Deutung.

Heeslingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 955 Heslinge, 988 Hasalinge, 1059 Heslinga

Udolphs Fazit: Am ehesten stammt der Ortsname Heeslingen vom Haselnussstrauch ab (hasel, hassel). Die Endung "-ing" bedeutet "Ort" oder "Stelle". Heeslingen bedeutet also der "Ort am Haselnussstrauch".

Heeßen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1284 Hesen, 1303 Hessenhusen, 1387 Hezensen, 1479 Hesensen, 1559 Heßensen, 1640 Heißen

Der Ortsname setzt sich zusammen aus dem Stammesnamen "Hassi, Hessi, Hesse". Heeßen ist also die "Siedlung des Hesso".

Hehlen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert Heli, 826-876 Heloon, 1150-1160 Helen, Mitte des 12. Jahrhunderts Helen, 1190 Helenen, 1220 Helen

Der Ortsname Helte, Kreis Emsland, liegt in einer Schleife der Hase auf leicht erhöhtem Boden. Eine ähnliche Lage besitzt Hehlen. Hier steigt der Schiffberg jenseits des Ortes stark an. Der Ortsname meint deshalb die am Abhang gelegene Siedlung.

Heinade

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1300 Heina, 1539 Heyna, 1539-1546 Heina, 1547 Heynahe, 1580 Heynade

Wahrscheinlich aus ursprünglich "Hein-a" zu "Hain" aus "Hagen", also "umfriedetes Gelände, Hecke, Gehölz" und "-a" aus "aha", also "Wasser, Fluss".

Udolphs Fazit:

Heinade wäre also als "an einer Hecke, einem Gehölz liegender Bach" zu erklären.

Heinbockel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1555 Heynebokel

Der Ortsname besteht aus "-bokel" für "Boke-loh" für Buchengehölz. Heinbockel bedeutet also wohl "Hainbuchen-Wald".

Heinsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Higenhusen, 986-988, Heianhusun, 1022 Heienhusen, 1022 Heienhusen, 1031 Heinhuson, 1031 Heinhuson

Der Personenname "Heio", kann auf "Hagio" zurückgeführt werden. Der Stamm des Personennamens könnte von "hag(o)" für "umfriedetes Gelände, Hecke, Gehölz" stammen.

Hellwege

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1273 Hellewede, bis 1567 Helwede, um 1650 Hellwegenne

Der Ortsname geht auf "Hell-wede" zurück; im ersten Teil steckt "helde, helle", also "Abhang"; im zweiten Teil "-wede", also "Wald".

Udolphs Fazit:

Hellwege bedeutet also "Abhangswald", "Wald am Abhang".

Helmstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 802 Helmonstedi, 952 Helmonstedi, Ende 10. Jahrhundert Helmonstedi, 10./11. Jahrhundert Helmonstedi, 1012 Helmanstidi, um 1050 Helmunstedi, 1119 Helmonstede, 1126-1133 Helmenstad, um 1150 Helmenstide, um 1150 Helmenstad, 1159 Helmonstat, 1162 Helmestaden, 1176 Helmenstide, 1178-1179 Helmestedunum, 1182 Helmenstad, 1189 Helmenstat, 1192 Helmenstad, 1195 Helmenstat, 1202 Helmenstad, 1203 Heilminstede

Das Grundwort ist "-stedt". Namengebend ist wohl die durch die Topographie geprägte Lage. Es gibt Steigungen und Gefälle innerhalb des Stadtkerns, und somit gibt es wohl eine Verbindung mit "kel" ("ragen, hoch").

Udolphs Fazit:

Helmstedt bedeutet wahrscheinlich "Stätte an einer Erhebung, Stätte an einer Schräge".

Helpsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1208 Helpersen / Helpersheim, 1261Helpersen, 1533 Hellpersenn, 1568 Helpersenn, 1583 Helpensen, 1609 Helperßen, 1627 Helpsen

"Hêm" bedeutet "Heim, Siedlung", in der abgeschwächten Form "-s(s)en"-Form. Der Personenname "Helpheri" ist zusammengesetzt aus "helpa" ("Hilfe") und "hêri" ("Heer, Menge, Volk").

Hemmingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: nach 1124 Hemmege, 1185-1206 Hemmige, Anfang 13. Jahrhundert Hemmige, 1223 Hemie, um 1225 Hemmie, 1269 Hemmie

Nach der Überlieferung wohl kein "-ing(en)"-Name wie Göttingen oder Groningen. Es ist eher eine alte germanische Bildung mit "ā". Das bedeutet, dass das, was im ersten Teil steht, hier vorhanden ist. Die Grundform lautet also "Ham-ā". Grundlage ist "ham", also "Winkel, winkelförmiges Terrain an Flüssen, Bucht", was seine sachliche Bestätigung durch den südöstlich des Gutes Hemmingen fließenden Bach, die Hamme, sowie durch das Hammfeld finden kann. Auf Karten erkennt man, dass sich die Namengebung auf einen durch den Bachlauf gebildeten Winkel beziehen wird.

Hemslingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1320 Hemslinge, 1540 Heymsling, 1692 Hembsel

Der Ortsname ist abgeleitet von den männlichen Personennamen-Kurzformen "Hemmi" oder "Hemiso". Also etwa: "Die Siedlung der Leute des Hemmi oder Hemiso". Beim Personennamen ist von einer Ableitung von dem alten Namenstamm "Ham" auszugehen. Der Name geht auf das gotische "hamôn" zurück, das "bedecken, bekleiden" bedeutet. Altnordisch steht es für "Hülle, Haut, äußere Gestalt".

Hepstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Hepstidi (Heinrich II.)

Stidi oder stide ist die ostfälische Form zu stede und steht für "Stätte". Der erste Teil des Wortes kommt aus dem Altsächsischen vom Wort hiopo für "Dornstrauch"’. Ähnlich lautet der Begriff in der englischen Sprache: hip für "Dornstrauch", beziehungsweise im Norwegischen: hjupa für "Hagebutte". Prof. Udolph schließt daraus, dass sich Hepstedt auf eine Stätte in der Nähe von Dornensträuchern bezieht.

Hermannsburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1059 Heremannesburc, 1162 Herminnesburch, 1440 Hermensborg; Hermansburg (1791).

Bildung mit dem Grundwort  -burg und dem PN Hermann im Bestimmungswort. Anders als bei den meisten mit Personennamen gebildeten Ortsnamen ist der Namengeber recht sicher bestimmbar. Es wird sich um Hermann Billung handeln, Hz. in Sachsen, der 973 starb.

Herzberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1143 Hirzberc, 1153 Hircesberg, 1153 Hirtesberch, 1154 Heritesberch, 1155 Hircsberc, 1156 Hertisberg, 1157 Hertesberch, 1158 Hirzesberch, 1158 Hirzberch, 1162 Hertesberge, 1163 Hertzberch, 1164 Hircesbergk

Der Ortsname besteht aus dem Bestimmungswort "Hirsch" und dem Grundwort "berg". Das Bestimmungswort gehört zu niederdeutsch "herte" für "Hirsch".

Herzlake

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1000 Hareslecge, 1263 Hersleken, Herseleke, 1276 Herslike, 1276 in Hersleke, um 1280 Hersclage, 1342 herslake

Im Grundwort stand nicht "-lake", sondern ursprünglich "-lage", also "Siedlung, Ort, Stelle". Im ersten Teil: Genitiv Singular von niederdeutsch "herte", altsächsisch "hirot", mittelniederdeutsch "herte", auch (später) "harte", also "Hirsch".

Udolphs Fazit:

Herzlake bedeutet also "Hirschstelle, Hirschort".

Hespe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1588 Hespe, 1749 Hespe.

Mittelniederdeutsch bedeutet hespe "Espel, Zitterpappel".

Hessisch Oldendorf (LK Hameln-Pyrm.)

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1160-70 Othelricus de Aldenthorpe, 1208-32 Ludinger de altenthorpe, etwa 1237 bis 1247 Oldendorpe / Oldendorpe prope Scowenborch, 1242 in Oldendorp, 1265 Gerhardus de Oldendorpe, Oldendorf/Weser, 1905 Hess. Oldendorf, 19. Jahrhundert Hess. Oldendorf

Die älteren Belege zeigen die altsächsische Form mit ald-, die jüngeren die normale Entwicklung zu old-, später wird daraus o(h)l. Mittelniederdeutsch Olendorp meint "altes Dorf". Das norddeutsche dorp wird ersetzt durch hochdeutsch dorf. Der Einfluss hessischer Beamter führte zum Zusatz Hess(isch), was aber erst spät amtlich wurde. Außerdem bezieht sich der Name auf die Zugehörigkeit der Grafschaft Schaumburg zu Hessen-Kassel nach 1640.

Hessisch Oldendorf (LK Hameln-Pyrm.)

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1160-70 Othelricus de Aldenthorpe, 1208-32 Ludinger de altenthorpe, etwa 1237 bis 1247 Oldendorpe / Oldendorpe prope Scowenborch, 1242 in Oldendorp, 1265 Gerhardus de Oldendorpe, Oldendorf/Weser, 1905 Hess. Oldendorf, 19. Jahrhundert Hess. Oldendorf

Die älteren Belege zeigen die altsächsische Form mit ald-, die jüngeren die normale Entwicklung zu old-, später wird daraus o(h)l-. Mittelniederdeutsch Olendorp meint „altes Dorf“. Das norddeutsche -dorp wird ersetzt durch hochdeutsch –dorf. Der Einfluss hessischer Beamter führte zum Zusatz Hess(isch), was erst spät amtlich wurde. Außerdem bezieht sich der Name auf die Zugehörigkeit der Grafschaft Schaumburg zu Hessen-Kassel nach 1640.

Heuerßen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1208/1223 Hogersen, 1224 Hoiersem, 1232 Hoyersen, 1479 Hoyerßen, 1489 Heuerssen

Udolphs Fazit:

Der Name bedeutet Siedlung des Hoger, Hoyer

Heye

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Hęgen, 1017 Hegen, 1025 Heigen, 1039 Heigen, 1197 in Heigen, 1298 Hoyen, 1304-1324 Eygen, 1309 Heye

Der Ortsname ist bisher nicht überzeugend gedeutet worden, so bleibt das beliebte Element Hagen fern. Aus diesem Grund wird hier ein anderes, allerdings mit "hagen" verwandtes Wort vorgeschlagen, das in "hēge, hegge, heggia, hecg, hegge, heggr" vorliegt und "Hecke", auch "Umzäunung", im Nordgermanischen auch die "Traubenkirsche (prunus padus)" als Heckenpflanze bedeutet.

Udolphs Fazit:

Die Grundbedeutung ist also etwa: "bei den Hecken, bei der Umzäunung".

Hilgermissen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Higermissen, Hilegermissen, Hilghermissen, Hildermissen, Hilghermyssen, Hylgermisszen, Hilligermissen, Hilgermessen, Hilgermisse

Ein Ortsname, der im zweiten Teil "-husen" enthält und im ersten den Personennamen "Hildgrim", sodass von "Hild-grim-es-husen" auszugehen ist. "Hild" bedeutet "Kampf" und "grim" bedeutet "Maske".

Udolphs Fazit:

Der Ortsname bedeutet also "die Siedlung des Hildgrim"

Hillerse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1054/79 Hilteratissen, um 1226 Hillerdessem, um 1226 Hillerdissem, um 1226 Hillerdissen, um 1274 Hillerdessen, 1318 Hildesse, 1334 to Hillerdissen, 1360 to ildersen, 136 to hilwerdessen, 1390 Hillertze, 1390 Hillersse, 1394 Helleritze

Der Ortsnamen setzt sich zusammen aus dem Personennamen -hēm oder -husen, was altsächsisch Hild-rad- heißen könnte - also "Siedlung des Hild-rad"

Hilte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1171 Hiltere, 1223 und durchgehend bis Mitte 15. Jahrhundert Hilter

Hilter ist ein sehr alter, wohl germanischer Name. Das Alter kann nur geschätzt werden, aber er reicht sicherlich bis Christi Geburt und darüber hinaus. Als Grundform kann man "Helteri" oder "Heltira" annehmen. "Helt-" bedeutet am ehesten "Schräge", "Neigung", "geneigt", "neigen".

Udolphs Fazit:

Hilter könnte "Die Stelle an der Neigung" bedeuten, allerdings sind weitere Forschungen notwendig.

Himbergen / Brockhimbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Himbergen: 1296 Hintberge, 1450 Hintbergen, 1542-1544 Hintberge
Brockhimbergen: 1006 Brochindbergun, 1142 Brochintberghe

Da der Ort von Bergen umgeben ist deutet es darauf hin, dass der Ortsname für "hint-berg", also hinter dem Berg liegend steht. Brokhimbergen enthält das niederdeutsche "brōk" für "Sumpf, Morast, feuchte Stelle".

Himmelsthür

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1022 Hemmitesdurie, 1022 Himdisduri, 1022 Himdisdure, 1022 Hemethesdoron, 1151 Himnesdure, 1161 Heymerdesdore; Variante Hemerdesd, 1193 Himedhesdu

"Duru-" bedeutet "Durchfahrt, Durchgang". Wahrscheinlich steckt im ersten Teil kein Personenname, sondern "hameide", also "Verzäunung, Sperrung, Schlagbaum, Verhau".

Udolphs Fazit:

Himmelsthür ist wohl doch als Riegeltor oder ähnlich zu verstehen.

Hittbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen:

Die historischen Belege des Namens verraten, dass der Name ursprünglich nicht Hit(t)bergen, sondern wohl Hetberg lautete.

1211 in uilla hethberge, 1216 in hethberge, 1264 in hetberge, 1275 iuxta Hetberge, 1302 In hidbergen, 1304 in Hethberghe, 1306 in Hetberge ... Ludolfo de Hetberge

Zunächst ist zu dem Namen zu bemerken, dass ein Berg im norddeutschen Flachland auch fünf bis zehn Meter hoch sein kann, um so bezeichnet zu werden, denn zweifellos enthält der Ortsnamen das Bestandteil -berg und zwar als Singular (in hethberge, in hetberge). Formen mit auslautendem -n erscheinen erst mit Beginn des 15. Jahrhunderts. Schwieriger ist das erste Wortbestandteil zu erklären. Vermutlich liegt darin die Grundbedeutung "gebogen, geneigt, ausgehöhlt". Hittbergen könnte deshalb Ort der Schräge bedeuten.

Hitzacker

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1162 Hidesaker, 1169 Hideshakere, 1248 Hiddesacke

Die Grundform lautet Hiddis-acker(e) und bedeutet "Siedlung beim Acker des Hiddi", wobei "Hiddi" ein alter Vorname ist.

Höfer

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1235 Howere, 1248 Hovere, 1248 Hovere, 13. Jahrhundert Hovere, 1428-1439 Hover, vor 1431/28 Hover

Der mittelniederdeutsche Ortsname für Höfer "hover (haver)" könnte im Zusammenhang mit "Höcker" stehen. Eine Hügellage ist erkennbar.

Hörde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1367 Hornde, 1368 Horde, 1376 Horde, 1386 Hornde, 1392 Horde, 1405 Hörnde

Bislang ist nicht klar: Ist von Hornde oder Horde auszugehen? Im ersten Fall müsste von "Horn-ithi", im zweiten von "Hor-ithi" als Grundform des Ortsnamens ausgegangen werden. Im ersten Fall läge eine Ableitung vom Wort "Horn" vor, im zweiten ein in den deutschen Dialekten kaum noch bezeugtes, in Ortsnamen aber häufig anzutreffendes Wort. Gemeint ist "horo" für "Schlamm, Brei, Schmutz, Kot, Erde", mittelhochdeutsch "hor, hore" für "Sumpfboden, kotiger Boden, Kot, Schmutz, Schlamm". Wägt man die beiden Möglichkeiten ab, so spricht eigentlich alles für die zweite Variante.

Udolphs Fazit:

Wir erschließen eine ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens als Bezeichnung für "Stelle, Ort, wo es sumpfig, morastig ist".

Hodenhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1168 (Kopie 18. Jh.) de Hode, 1171 Hude, 1262 (Kopie) Hermanno Hodenhagen, 1267 Henricus de Hodenhagene

Ursprünglich nur Hude, identisch mit Hude bei Bremen, zum Beispiel auch Fischerhude, Dockenhude, Steinhude(r Meer) usw. Mittelniederdeutsch hûde "Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasser­verbindung, Fährstelle", dazu altenglisch hyð "Platz, der das Schiff bei der Landung aufnimmt, ein passendes niedriges Ufer, ein kleiner Hafen"; zusammenfassend etwa: "Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasserverbindung, Fährstelle, (kleiner) Hafen, Landungsplatz, Bergungsplatz, Platz, der das Schiff bei der Landung aufnimmt, passendes niedriges Ufer, Überfahrtstelle".

Hohenhameln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1146 Hamele, 1160 Honhamele, 1205 Honhamelen.

Der Ortsname ist auf "Hamala" zurückzuführen und enthält den Bestandteil "ham" für "Kniebeuge", das in Namen einen Winkel oder eine Krümmung bezeichnet. Worauf sich der Name bezieht, ist unklar. Ein namengebendes Gewässer ist nicht zu ermitteln. Bereits im 12. Jahrhundert tritt das mittelniederdeutsche "ho" für "hoch" vor den Ortsnamen.

Hohne

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1185 Hone, um 1300 Hone, Ende 13.Jahrhundert Hone, 1313 Hone

Der Ortsname geht auf die Grundform "Honi" für "hoch gehen" zurück. Das unterstützt auch die Lage, denn Hohne liegt am Nordrand eines kleinen Hügels.

Holenberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

vor 1007 Holanberg, 1197 Holenberg, 1197 Holemberghe, 1217 Holenberge

Wort-Bildung mit dem Grundwort "berg". Im ersten Teil des Wortes seht altsächsisch, mittelniederdeutsch "hol" oder "hohl". Das dürfte die "muldenförmig, eingesenkt" bedeuten. Das Motiv für die Namensgebung dürfte eine von Ausläufern des Voglers umschlossenen Vertiefung sein. Vor allem vom Süden mit Blick auf Holenberg aus gesehen, steigen westlich, nördlich und östlich relativ steil Hügel an, so dass sich für die Siedlungsstelle eine eindeutige Muldenlage ergibt.

Holle

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1146 Holle, 1148 Hollen, 1186 hollen, 1201 Holle, 1204 Holl

Der Ort liegt auf einem ansteigendem Gelände; der Ortsname gehör wahrscheinlich zu der Grundform "Hulana". Man vergleiche "Hollenstedt": 947 Hullanstedi, 956 Hullansteti, 1101 Thitdvinus de Hollenstide, und englisch "hill" ("Hügel"). Dieses Wort ist in der englischen Toponymie bestens bekannt, fehlt aber auch auf dem Festland nicht.

Udolphs Fazit:

Letzten Endes bedeutet Holle "Bergort, Bergsiedlung".

Hollen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Holana, alt Hulana;1146 Holle, 1148 Hollen, 1186 hollen 

Alte Dokumente bezeichnen den Ort Hollen als "om Holle, To dem Holne, Tom Holle, Hollen", was auf einen Zusammenhang mit dem mittelhochdeutschen Wort "hol, holl" für "Höhle; hölzerne Röhre oder Wasserdurchlaßrohr" schließen lässt. Der Name könnte sich auch auf die germanische Sprache und dann die Bedeutung "Hügel, Erhebung" beziehen oder aus dem englischen Sprachgebiet kommen und dann "kleine Insel" heißen.

Hollnseth

Udolphs Fakten und Recherchen:

Die Gemeinde Hollnseth entstand am 1. Juli 1972 durch den Zusammenschluss von Abbenseth und Hollen. Hollen wurde erstmals 1004 erwähnt. 1510 wurde dann Abbenseth erstmals urkundlich erwähnt. Also ein künstlicher, zusammengesetzter Name aus Hollen und Abbenseth.

Teil 1 des Ortsnamens: Hollen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Holana, 1146 Holle, 1148 Hollen, 1186 hollen.

Alte Dokumente bezeichnen den Ort Hollen als tom Holle, To dem Holne, Tom Holle, Hollen, was auf einen Zusammenhang mit dem mittelhochdeutschen Wort "hol, holl" für "Höhle; hölzerne Röhre oder Wasserdurchlaßrohr" schließen lässt. Der Name könnte sich auch auf die germanische Sprache und dann die Bedeutung "Hügel, Erhebung" beziehen oder aus dem englischen Sprachgebiet kommen und dann "kleine Insel" heißen.

Teil 2 des Ortsnamens: Abbenseth:

Der Ortsname steht für "Die Siedlung des Abbo". "sedel" steht für Sitz, Wohnstätte.

Holtland

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1599 Holtlant, 1645 Holtlandt, 1744 Holtlande

Der Ortsnamer setzt sich aus "holt" für Holz und "land" zusammen und bedeutet daher "waldreiches Land". Der frühere Name dieses Ortes war Munsingasi.

Hoogsted

Udolphs Fakten und Recherchen:

"Hoge" bedeutet "Anhöhe, Hügel". "Stede-" bedeutet "Stätte, Stelle"

Hohegeiß

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1268 holzmarchiam, 1444 Hoegeyss, 1473 Hogeis, 1533 die Hohegeiß, 1557 Hohe Geiß, 1573 Hohegeist, 1593 Hohe Gei

Ausgehend von der Form "Hohengeist" ist Hohengeiß auf eine Kirche zu beziehen. Es geht um eine alte Wortwurzel "gheis-" ("aufgebracht", "bestürzt", "erschreckt"), wozu Wörter mit Bedeutungen wie "schaudern", "beben" gehören.

Udolphs Fazit:

Als ursprüngliche Bedeutung kann etwa "bebender, zitternder, wabernder Sumpf" angesetzt werden. Die Verbindung zwischen "aufgebracht", "bestürzt", "erschreckt sein" und "beben", "zittern" findet sich mehrfach in den germanischen Sprachen, etwa in "Schreck", "schrecken" aber auch in "Heuschrecke", wo es ebenfalls um "Erregung", "erschrecken", "zittern", "entsetzt sein", "am ganzen Körper beben" geht

Hohnstorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1332 Honstorpe, 1332 Edendorpe; umstritten sind auch: 1362 Hoenstorpe und 1393 Honstor

Bei der Zuordnung der historischen Belege zu diesem Ort ist Vorsicht geboten, denn der circa 25 Kilometer entfernt liegende Ort Hohnstorf weist ganz ähnliche auf. Mit einiger Sicherheit kann man nur wenige Belege auf Hohnstorf beziehen. Der erste sichere Beleg für Hohnstorf (Lüneburg) stammt aus dem Jahre 1776: Hohnstorf. Die schlechte Überlieferung erlaubt eigentlich keine Deutung. Wenn man dennoch einen Weg gehen will, dann nur unter der Voraussetzung, dass der Ortsname Hohnstorf im Kreis Uelzen in gleicher Weise erklärt werden kann, denn dessen Belege weisen auf einen Ansatz "Hones-dorp, Hunes-dorp", "Hūn" ("hoch, groß") ist in dieser Form nicht bezeugt, kann aber als Grundlage für alte Vornamen angenommen werden.

Udolphs Fazit:

Demnach würde Hohnstorf das "Dorf eines Hun" bedeuten

Holdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1285 Holtdorp

"Holt" bedeutet "Wald" (wie in Holland, eigentlich "Waldland"), hier also "Walddorf".

Holzminden

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Holtesmeni, 826-876 Holtesmynne, 1036 Holtisminn, 1036 Holtesmynne, 1196 Holtesminne

Die Bedeutung des zweiten Teils "-meni, -minne, -minde(n)" ist in der bisherigen Forschung umstritten, wurde aber jüngst im Zusammenhang mit der Deutung von Hedemünden neu etymologisiert. Man denkt jetzt an einen Zusammenhang mit "mōns, montis", also "Berg" und sieht dazu eine Variante "mend-, mund-" mit Wechsel im Dental. Im Grundwort wird also ein "Berg", eine "Erhebung" gesehen. Im ersten Teil gehen sämtliche Deutungen von dem Wort "holt", also "Wald, Gehölz" aus. Das ist durchaus möglich, zumal dieses Wort in zahlreichen Ortsnamen des niederdeutschen Sprachraumes vorkommt und eines der üblichen "Wald"-Wörter ist. Dann würde Holzminden soviel wie "Waldberg" bedeuten. Das ist trotz einiger Probleme die im Augenblick wahrscheinlichste Deutung.

Horneburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1255 Horneburch, 1323 Hornborch, 1791 Horneburg

Der Name wird aus dem Grundwort -burg und horn gebildet. Horn steht für "Horn, Vorgebirge". Namensgebend für den Ort ist die Lage an einer vorspringenden Spitze über einer Niederung.

Horstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1299 Hostede, 1437 Horsten, um 1500 Hostede

Der Ort liegt an einer Schräge. Der Name bedeutet eine "hoch liegende Stätte oder Siedlung".

Hoyerhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1219 Indagine, 1250 Indago comitis, 1282/1288 Indagine, um 1368 Hoyerhagen, 1530 Hoyer Hagen, 1535 Hoier Hagen

Die ältere, lateinische Bezeichnung "indago" des Ortsnamens bedeutet "Hagen". "Hagen" kann in Orts- und Flurnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk wie eine Weide oder ein eingezäuntes Waldstück hindeuten. Bei Hoyerhagen handelt es sich um eine Hagen-Siedlung älteren Datums, genauer um eine grundherrliche Rodeanlage in der Bruchniederung entlang der Syker-Vilsener Geest nordwestlich von Hoya. Die Siedlung geht auf die Grafen von Hoya zurück.

Hoyershausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1413 Heyershusen (Das Kirchspiel Hoyershausen 36; ebda, S. 8, wird darauf verwiesen, daß dieses der erste Beleg mit einem anderen, neuen Namen sei; 1448 Heyershausen (Das Kirchspiel Hoyershausen 36); 1564 Heigershausen (Das Kirchspiel Hoyershausen 36)

Die späte Überlieferung erschwert die Deutung; der Name scheint aber eine Paralle in dem Ortsnamen Haieshausen (NOM) zu haben, z.B. 1276 (A. 18.Jh.) de Heiershusen, später Hoyershusen, Hoygershusen, Heygershusen.

Zu diesem Ortsnamen K. Casemir, F. Menzel, U. Ohainski, Die Ortsnamen des Kreises Northeim, Bielefeld 2005: Deswegen ist von einem PN Hager, Hoger auszugehen, der asä. bestens bezeugt ist. Das Erstglied des PN ist zu asä. hō(h), hō(h) ‘hoch’ zu stellen, welches mnd. auch hoge lautet, was wohl die Doppel-g-Schreibung des Erstbelegs beeinflußt hat. Intervokalisch fällt -g- aus und hinterläßt einen Diphthong -ai-, -ei-, der auch zu -oi-, -eu- gerundet erscheint. Also etwa "Siedlung eines Hoger, Hoier" später entrundet zu Heier.

Hüddessum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1204 Hoddessen, 1205 Hoddessem, 1224 Hoddeshem, 1255 Huddessem, 1267 Hudessem, 1277 Hudesse

Der Ortsname scheint eine Bildung mit niederdeutsch "-hem" zu sein. Von den älteren Belegen eigentlich nur der älteste anders zu interpretieren: Hoddessen. Im ersten Teil scheint der germanische Personenname "Hōd-" zu stecken. Der Rufname "Hode" ist auf diesen Stamm zurückzuführen, zu dem wir im Wortschatz folgende Entsprechungen finden: althochdeutsch "huot", altsächsisch "hōd", mittelhochdeutsch "huot" und mittelniederdeutsch "hōt" bedeuten "Hut, Mütze, Helm", althochdeutsch "huota", mittelhochdeutsch "huot(e)" und mittelniederdeutsch "hōde" bedeuten "Schaden verhindernde Aufsicht, Wache, Bewachung, Behütung, Fürsorge, Schutz, Geborgenheit". Die Grundbedeutung ist "schützende Bedeckung".

Hüde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 Huthe, 1295 Hude, 1336 Huda

Der Ortsname Hüde geht zusammen mit Steinhude, Hude bei Bremen, Harvestehude, Ritterhude und anderen auf das Wort "Hude" für "Anlegestelle für Flußschiffe, Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasserverbindung, Fährstelle" zurück.

Hude

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1232 Ersterwähnung, Hude an der Berne, 1234 Hudha, 1242 Huda, Hudha, dort auch ein Dorf Hudermoor

Der Wortbestandteil -hude ist in Hude bei Bremen, Ritterhude, Winterhude, Steinhude enthalten. Er stammt aus dem Mittelniederdeutschen "hûde" und steht für "Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasser­verbindung, Fährstelle". Verwandt ist das Wort mit dem Altenglischen "hyð" und bedeutet: "Platz, der das Schiff bei der Landung aufnimmt, ein passendes niedriges Ufer, ein kleiner Hafen". Bei dem Namen handelt es sich um eine Ortsnamensippe, die zeigt, dass die germanischen Besiedler Englands in erster Linie aus Niedersachsen gekommen sind. Schon vor mehr als 100 Jahren wurde vom Sprachforscher Hermann Jellinghaus angenommen, dass die -hude-Namen "ein starkes Zeugnis für die Herkunft des Stammes der südenglischen Bevölkerung aus der niederdeutschen Ebene" seien.

Husum

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1250 Huse

Der Name des Ortes im Landkreis Nienburg ist ein alter Dativ-Plural vom niederdeutschen Wort "hus" für "Haus" und bedeutet "bei den Häusern" oder "Siedlung".

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