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NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben G

Gandesbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1215 Gandesberge, 1301 Gannesberch, um 1380 Gandesbergen, 1528 Gandersberge

Der Vorname gehört zu: altnordisch gandy in der Bedeutung "Zauber, Wunder" oder altnordisch gandr "(Wer)Wolf". Also: "Berg des Gand".

Garbsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1220-1230 Germersem, 1220-1230 Germersen, 1245 Gerbernescen, 1250 Gerbernesen, 1250 Gerbersen, um 1260 Gerbernissen, 1286 Gerbernessen, 1293 Gerebernessen

Geht man für den ersten Beleg von einer Verschreibung aus, kann der Ortsname erklärt werden: Er geht auf eine Grundform "Gerbern-es-husen" zurück, enthält "-husen" und "Gerbern". Er enthält "gairu-, gêr", also "Speer", und das Wort für den "Bären", "bero, beorn".

Garlstorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1132 Gerlevestorpe, Garlevestorp, 1776 Garlstorff

Der Ortsname geht auf einen Personennamen zurück "Gar-lef-". Der germanische Vorname, enthält "ger" für "Speer" und "lev-" für "Hinterlassenschaft, Erbe, Besitz".

Garstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1296 Gherstede, 1316 Gerstedhe, 1317 Gerstede, 1321 Gherstede, 1330-52 Gherstede,

Im Grundwort des Ortsnamens liegt zweifellos das niederdeutsche "-sted(e)" für "Stätte, Siedlungsstelle" vor. Im ersten Teil ist "Ger-" zu sehen, das noch heute als Gehrung bekannt ist und vom mittelhochdeutschen "gêre" für "langgezogenes dreieckiges Stück", althochdeutschen "gêro" für "Meerzunge, Seebucht" und mittelniederdeutschen "gêre" abgeleitet wird. "Gêre" ist überall in Norddeutschland als Flurname bezeugt.

Gartow

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1255 Garttowe, 1319 Gartowe, 1364 Ghartow, 1462 Gartow.

Es gibt Annahmen, dass der Ortsname slawischer Herkunft ist, identisch mit dem polnischen Ortsnamen Chartowo (dieser geht auf die Hunderasse Windhund zurück, "chart" heißt "Windund"). Wahrscheinlich jedoch geht Gartow auf den Gewässernamen Garte zurück.

Geeste

Udolphs Fakten und Recherchen:

Friesisch "gast" ist ein alter Ausdruck für trockenen, wenig fruchtbaren Boden. Das Geestland steht im Gegensatz zum Marschland.

Gehrde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 977 Girithi, 1037-1052 Gerithi, 1068 Gerithi, Ende 12. Jahrhundert Gerethe, Gerede, später Gerethe, Geredhe, Gherde, Gerde, Gerden

Die Bildung mit dem altertümlichen Ortsnamenelement "-ithi" ist häufig in Niedersachsen, wie etwa bei Grohnde, Sehnde, Lehrte oder Lengede. "Gēr" bedeutet im Altsächsischen "Speer, keilförmiges Landstück".

Georgsdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Georgsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Sie wurde nach König Georg V. (Hannover) benannt, weil er dem Dorf eine Kirche stiftete.

Georgsmarienhütte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Name beruht auf dem Eisenhüttenwerk, das der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein 1856 in der Gemeinde Malbergen baute. Der letzte König von Hannover, König Georg V. und dessen Frau Marie, sind Namenspatrone. Zum Hüttenwerk gehörte eine Arbeiterkolonie. Aus der gründete sich ab 1860 die Gemeinde Georgsmarienhütte. Die ursprüngliche Gemeinde Malbergen wurde 1937 eingemeindet und ist seitdem ein Ortsteil. Die Landgemeinden Oesede, Kloster Oesede, Harderberg, Holsten-Mündrup, das südliche Holzhausen sowie das Industriedorf Georgsmarienhütte gehören seit 1970 zur Stadt Georgsmarienhütte. Seit dem Rückbau des Stahlwerkes wird sie die "Stadt im Grünen" genannt.

Gerdau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1352 Gerdow, 1667 in die Gerdaw, 1743 Gartau

Schwieriger, bisher nicht gelöster Name; auszugehen ist wohl vom Gewässernamen, der im zweiten Teil Au(e) "Flussbett, Land am Wasser" enthält.

Vielleicht doch zu deutsch "Gerte"?

Mittelniederdeutsch gerte, althochdeutsch gerta, gart, altsächsisch gerdia, auch in altenglisch gerd, afries. jerde, "Gerte, Stecken, Stab".

Die "Aue am Stecken-, Gertengehölz"? Sehr unsicher.

Gersten

Udolphs Fakten und Recherchen: Alte Bezeichnungen: vor 890 in Gerustan, um 900 in Giureston, Der Ort liegt in abfallender Lage zum angrenzenden Hahnenmoor. Die späteren Belege aus den Lehnbüchern der Bischhöfe von Osnabrück ab 1350 bis 1532 sind in zeitlicher Folge: Ghersten, Gerst, Gheersten, Gersten.

Die Kennzeichnung Gerste kommt kaum in Betracht. Zudem würde dann st bereits zur Namenswurzel gehören und wäre in dieser Untersuchung fehl am Platze. Unklar ist, welcher Ursprungsvokal in der Stammsilbe anzunehmen ist, ob idg. eu? Nach der Lage des Ortes würde ein Name, der zu mnd. gore "Dreck, Schmutz, Moor" norwegisch gor und gyria "Schlamm". Im Niederländischen wird eine sprachliche Beziehung zwischen gor, goor "Morast", gist "Hefe, Schaum" und gier "Kuhmist" vermutet.

Wahrscheinlich eine Bildung mit dem german. Wort für "Zaun, Stadt", dt. Zaun, ndt. tun, engl. town, in Ortsnamenendungen -ton (Easton, Weston, Eaton usw.)

Aber was steht vorn? Deutliche Hanglage, Ortsteile Obergersten, Untergersten. Vielleicht zu einer german. Entsprechung zu litauisch gurùs "bröckelich", gùrti "zerbröckeln";schwieriger, kaum zu lösender Name.

Getelo

Udolphs Fakten und Recherchen:

Die hochdeutsche "Geiß" ist vor allem aus Grimms Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein" bekannt. Die niederdeutsche Variante "Gete, Jete" für "Geiß, Ziege" ist in "Gietelo" (Gelderland), 13. Jahrhundert "Ghettlo", belegt, das an "Getelo", 1188 Ghetlo anklingt. Im zweiten Teil steckt "-lo(h)" ("Wald").

Udolphs Fazit:

Der Ortsname bedeutet also "Ziegenwald“, wohl im Sinne von "Ziegenzucht, -hütung".

Geversdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 in Geverstorpe, vor 1395-1408 in Geverstorpe, um 1500 in Geversdorpe

Personenname Gev-hard- (hochdeutsch Geb-hard) + ndt. -dorp: "Siedlung des Gevhard".

Gieboldehausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1003 Gebehildehuson, 1206 Ghevoldehusen, um 1250 Geuoldehusen, um 1250 Geueldehusen, 1290 Geueldehusen, 1316 Geueldehusen, 1342 Gebeldhusen, 1342 Giebeldehusin

Bildung mit dem Grundwort "-hūsen". Beim Bestimmungswort ist ein zweigliedriger Frauenname "Gebehild, Gevehild" anzusetzen. Er enthält als Erstelement "Geba, Geva", also "Gabe", und als Zweitelement "-hild(i)", also "Kampf", das als Zweitelement verwendet nur Frauennamen bildet. Durch Kontraktion beziehungsweise Ausfall des intervokalischen "-h-" entsteht "Gevilde-, Gevelde-". Es bleibt festzuhalten, dass Gieboldehausen einen der seltenen in Ortsname erscheinenden Frauennamen enthält.

Gielde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 953 Gelithi, 970‑972 Gellithi, 1140 Gelithe, 1174 Gelithe, 1188 Geledhe, 1303 Gilede, 1339 Gylde

Bildung mit dem altertümlichen Suffix ‑ithi.Auf germanisch gail ‑ gehen auch anord. geil "längliche Kluft, Hohlweg", norwegisch. geil "Weg mit Zaun an beiden Seiten" zurück. In einer anderen Ablautstufe gehört dazu englisch gill, anord. gil "Tal, Hohlweg".

Weitere mit Gil‑ gebildete Namen, so z.B. Gilten, Kreis Soltau‑Fallingbostel. Die Lage Gieldes im Tal der Warne zwischen dem nördlich gelegenen Eichberg und der südl. gelegenen Erhöhung, zu der der Meiersberg und der Hetelder Berg gehören, kann diese Deutung einer Basis "gail" als längliches "Tal, Vertiefung" stützen.

Giesen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1146 Gesim, 1147 Iesen, 1100-1200 Iesen, 1151 Iesen, 1181-1190 Ihesen, 1181 Iesen, 1193 Gesem

Auffällig ist bei dem Ortsnamen das Schwanken im Anlaut: "G-" wechselt mit "J-", jedoch ist dieses im Niederdeutschen gar nicht so selten. Es weist häufig auf eine Bezeichnung für "Gischtwasser" hin: "es-/*ges-" für "schäumen, gären" im Sinne von "Stelle am schäumenden Wasser".

Gifhorn

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1196-1197 Gefhorne, 1196-1197 Gefhorne, 1213 Gefhorne, 1239 Gefhorne, 1265 Gerlago, Gifhorn, 1267 Ghifhorne

"Gif" kommt von "gaffen", "geifern", "geiben", "giepern", "jiepern" und bedeutet "gähnen", "gaffen", "gierig verlangen", in diesem Fall also: "aufsperren", "den Mund aufreißen", "ein Dreieck bilden". "Spitze", "Gabelform""-horn", auch "hōrn", "hōrne" bedeutet "spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück", "Winkel", "Ecke", "Biegung" oder "Vorsprung des Feldes in den Wald oder des Landes ins Wasser" (Halbinsel).

Udolphs Fazit:

Ein Blick auf eine Karte vor der Bebauung zeigt, dass das alte Zentrum des Ortes in einem Winkel liegt, der durch den Zusammenfluss von Aller und Ise gebildet wird. Dieses "Horn" wird nach der Form des Zusammenflusses, der Spitze östlich der Maschstraße, näher bestimmt worden sein.

Gilten

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1242 Gelthene, Geltene, 1265 G(h)iltene, 1275 Ghiltenem.

Trotz dieser verschiedenen Ortsnamen-Varianten ist der Name wohl auf Giltun zurückzuführen. Die Bedeutung bezieht sich auf althochdeutsch zun für "Zaun", altfriesisch tun für "Zaun, Bauerngut", niederländisch "tuin" für "Garten", altnordisch tun für "Zaun", "eingezäuntes Stück Land", "Dorf." Die Bedeutungen aus dem Nordischen und Englischen sind "eingehegter Platz" sowie englisch town "Stadt". Das westnordische und isländische "gil" bedeutet "enges Tal mit Bach". Im Schwedischen auch "gilja" für"Hohlweg, Bergpaß".

Udolphs Fazit:

Die Bedeutung des Ortsnamen Gilten bezieht sich als "Tal mit Bach" auf die von Aller, Leine und Alte Leine gebildete Senke.

Gittelde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 965 Getlide, 973 Getlide, 973-975 Getlithi, 1149 Getlethe, 1154 Widego de Getlide, 1169 Getlethe, 1192 Gehtlethe

Prof. Udolph vermutet, dass der Ortsname aus dem altgermanischen Element -ithi wie in den Ortsnamen von Sehnde, Lehrte, Lengede, Grohnde gebildet wird. Betrachtet man die geographische Lage von Gitteld und anderen Orten wie Geitelde, Gitter und Geisleden, so ist unverkennbar, dass alle vier in einer Senke, einem Tal liegen, das als Pass und Durchgang, Hohlweg gedient hat: der Pass-Charakter von Gittelde ist auch heute noch am Verlauf der B 243, der Landstraße und der Nord-Süd-Eisenbahnverbindung zu erkennen. Auch die Ableitung des Wortes aus der germanischen und anderen Sprachen wie dem Englischen lässt darauf schließen.

Glandorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Vermutlich wurde Glandorf nach dem Glaner Bach benannt an dem es liegt. In Süddeutschland und Frankreich sind Glan-Namen keltischen Ursprungs. Glan ist der rechte Nebenfluss der Nahe (1147 Glan, 1330 Glanum, 1546 Glan). Außerdem gibt es den Ort Altenglan (870 Glena, 992 Aldenglane) am Mühlbach. Dieser war früher ein Glan-Lauf und wurde von diesem Flussnamen abgeleitet. "Glan" kann auch eine Ableitung zu dem keltischen Wort "glan" sein. Dieses bedeutet "rein, hell". Auch im irischen, bretonischen und kymrischen gibt es das Wort "glan" in der Bedeutung von "rein".

Udolphs Fazit:

In Norddeutschland aber gehören Glane, 1088 als Glano bezeugt, und Glanebach, links zur Hunte bei Wildeshausen (um 1000 Glana) zu dem im Norwegischen nachweisbaren "glane" in der Bedeutung ‚hell, glänzen’. Alle Ortsnamen mit "Glane" sind also germanische Namen.

Gleichen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1118-1137 Lichen 

Lage: Zwei etwa 400 Meter voneinander entfernte auf je einem etwa 430 Meter hohen Basaltkegel liegende wüste Burgen etwa 1,5 km südwestlich von Gelliehausen.

Godshorn

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: vor 1225 Baldewinus de Gutereshorn, um 1360 Gottershorne, 1366 Gotershorne, um 1430 Gottershorne, 1588 Gittershorn, 1594 Gottershorn, 1634 Goddershorn , 1791 Gotteshorn, 1823 Godshorn

Auszugehen ist in der Deutung von "Gutheres-horn".

Miittelniederdeutsch hōrne, hōrn "spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück". Es taucht auch recht häufig in Flurnamen auf und bezeichnet "Winkel, Ecke, Biegung" oder "Vorsprung des Feldes in den Wald oder des Landes ins Wasser (Halbinsel); Landvorsprung; spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück".

Im ersten Teil steckt ein alter Vorname "Gud-heri". Gud- germanisch: "Kampf" und -heri "Heer, Menge, Volk".

Goldenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1080 Goldensteti, 1080-1088 Goldenstide, 1292 Goldenstede; 1805 Golden- staedt.

Der Ortsname Goldenstedt  leitet sich aus dem Grundwort -stedt und Goldo ab und wird auf die Siedlung des Goldo zurückgeführt.

Goslar

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 979 Goslarie, 1001 Goslariae, 1005 Goslar, 1005 Goslar, 1009 Goslaria, 1017 Goslar, 1019 Goslarie, 1019 Gosilare, 1023 Gosleri

"Gos" bezieht sich eindeutig auf den Fluss Gose. "gheus", "gjósa", "gaus" bedeutet "hervorbrechen", "sprudeln", "in heftige Bewegung bringen", "aufhetzen". "lar" bedeutet "Pferch", "Tiergatter", "Zwinger" oder aber - was bei Goslar wahrschinlicher ist - "Wald".

Udolphs Fazit:

Zusammengefasst bedeutet "Goslar" also: Wald an der Gose, Gosewald.

Grafhorst

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1212 Grafhorst, 1251 Grafhorst, 1257 Graphorst, um 1282 Grafhorst

Im zweiten Teil steht "horst" und bedeutet "Gebüsch, Gestrüpp", jünger auch "Vogelnest". Als Grundwort bezeichnet "-horst" zumeist "Buschwald, Gebüsch, Gehölz, Gesträuch, Gestüpp, Niederholz", auch "bewachsene kleine Erhöhung in Sumpf und Moor". Der Ortsname Grastrup, Kr. Lippe, wird im Westfälischen Ortsnamenbuch mit dem nur im Englischen belegten Wort "grife, grif, grove", also "‘Busch, Hain, Dickicht, (Nieder-)Wald, Hain, Gehölz" verbunden. Grafhorst wäre also eine "bewaldete, mit Dickicht, Niederwald überzogene Erhöhung in feuchtem Gebiet".

Grasberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1791 Grasberg

1785 wurde auf einem Sandhügel (5 m über NN) im Rahmen der Kolonisierung des Teufelsmoores die Grasberger Kirche errichtet; um sie herum entstand die gleichnamige Siedlung. In die Gemeinde Grasberg wurden 1974 14 Gemeinden (allesamt im 18. oder 19. Jahrhundert) eingemeindet. Der erst Ende des 18. Jahrhunderts bezeugte Name enthält als Grundwort "-berg" und als Bestimmungswort hochdeutsch Gras "Gras, Wiese". Namengebend war der Hügel, auf dem die Kirche erbaut wurde, der offenbar trocken genug war, dass dort Gras wachsen konnte.

Grasleben

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1150 Graseslove, 1191 Graslove, um 1191 Graselowe, 1197 Graslove, 1225 Grasleve, ca. 1226 Grasleve

Der Ortsname setzt sich aus dem alten Vornamen "Graso" und "-leben", niederdeutsch "-leve", also "Hinterlassenschaft, Erbe", zusammen. Der alte Vorname ist aber nur schwer zu fassen; daher ist vielleicht ein anderer Ansatz vorzuziehen: "Hlaiw" bedeutet "Hügel", also wäre auch die Beduetung "Grashügel" möglich.

Greetsiel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1388 Greit, 1388 Gredsyle, 1787 Greetsyhl, 1787 Greete

Bei einem gegen Ende des 14. Jahrhunderts erbauten Siel entstandener Sitz der Familie Cirksena. Es handelt sich um eine Zusammensetzung mit "gred" für Wiese, Weideland, angeschwemmtes Land, also "Siel am Neuland". Siel als Durchlass für Abwässer, Deichschleuse mit Abzugs-, Entwässerungsgraben zum Durchlassen oder Abfliessen des Binnenwassers.

Großengarms

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1535 Garmes, um 1800 Garms, 1844 Garms oder Garmers

Großengarms wird von dem Rufnamen "Garm" abgeleitet. Dieser wurde später zu zu "Garman, Germar" - "ger" bedeutet "Speer".

Udolphs Fazit:

Großengarms bedeutet also "Siedlung (der Sippe) des Garm".

Großenkneten

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: (Kneten): 890 Gnettum, (Großenkneten): um 1000 Gnidon, um 1000 Gnydun
(Kleinenkneten): um 1000 Gnidun, um 1150 Knethe, 1160 aput Kniten, 1189-1205 Kneten, 1247 Kneten, 1417 Großenkneten

Großenkneten ist ein sehr schwierig zu deutender Ortsname; beide Orte liegen in einem Tal, einem Einschnitt, in einer Senke. Daher zählt der Name am ehesten zu einer alten Wortwurzel, die in den germanischen Sprachen wohl nicht mehr bezeugt ist, aber in den slavischen: "gneid(h)-/gnoid(h)-" gehört zu "gnětiti" und bedeutet "drücken, quetschen, pressen"; eine entfernte Verwandtschaft besteht zu "kneten".

Großenwörden

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1255 Worthen

Mittelniederdeutsch wort, eine Variante von wurt, in den Bedeutungen "erhöht gelegener, eingehegter Grund und Boden", "eingehegte Hofstätte samt den unmittelbar daran gelegenen Ländereien, Acker-, Feld-, Gartenstücken".

Großheide

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1552 Grote Haeyde, 1589 Heide, 1599 Groteheide, 1645 Grosheide.

Der Name bedeutet "große Heide(siedlung)".

Groß Oesingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1391 Osinghe, 1422 Osynghe, 1470 Osingen, 1480 Osinghen, 1489 Groten Oßinghe

Der Ortsname geht auf "aur, aurr" für "sandiger Boden", "Kies, mit Stein untermischter Sand" zurück.

Groß Twülpstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1145 Tiulpstidi, 1209 (A. 17. Jh.) villam totam Wilpstede, 1311 Twilpstede Maiori, 1342 to Twlpstidde, 1346 (A. 14. Jh.) to Groten Twelpstide, 1354 Twulpstede, 1367 dorpe to Twelpstede, 1. Viertel 15. Jh. Twlpstede

Bildung mit dem Grundwort -sted-. Die Wiedergabe einiger Laute im Bestimmungswort  bereitete offensichtlich Probleme, es wechseln T-, Tw-, W- und -iu-, -i-, -e-, -ü-, manchmal erscheint gar kein Vokal oder er ist mit dem Halbvokal -w- verschmolzen. Man darf von Tw- und -i- /-ü- ausgehen. Ursprünglich ist -i-, das nach -w- und vor -l- zu -ü- gerundet wurde.

Man wird Twilp- am ehesten in zwei Teile zerlegen müssen: "Twil-apa. -apa" ist ein germanisches Wort für "Wasser, Fluss".

Das BW Twil- kann mit altsächsisch twili "zweidrähtig", mittelniederdeutsch twele "gabelförmig, gegabelt, gabelförmiger Stock", twil "gabelförmiger Ast oder Stamm", twillen "sich gabelförmig spalten", nd. Twe(e)l(e) "Gabel eines Zweigs, sich gabelförmig teilendes Landstück" verbunden werden. Vgl. hdt. Zwille.

Das Motiv des Gewässernamens ist also ein sich gabelnder Bach.

Wir haben also eine Bildung Twil-apa-sted- vor uns.

Gronau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1299 in Gronowe, 1300 in oppido Gronowe, 1302 Gronowe, 1309 in Gronowe, 1314 in Gronowe, 1317 opidi Gronowe, 1318 in Gronowe

Entstand auf einer Erhebung an der Leine, an einer grönen Aue, ndt. grōn + ou(w).

Grünendeich

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1449 Gronendike, 1559 Gronendike

Wahrscheinlich ist Grünendeich der neue Name für Bardesfleth. Die neu besiedelte Restfläche erhielt den Namen Grünendeich, der erstmals 1449 erwähnt und um 1500 als eigenes Kirchspiel dargestellt wird. Eine erste Kirche nahe der Elbe wurde durch Sturmfluten im 16. Jahrhundert zerstört.

Udolphs Fazit:

Der Ortsname bedeutet also auf Niederdeutsch: "am grönen dīke" ("am grünen Deich").

Guderhandviertel

Udolphs Fakten und Recherchen:

1524 wird unter der Überschrift "Kerspell tor Steynenkercken" unterschieden zwischen "Im Kerckverndeil" und "Im Ghuderhandeverndeil". "Guderhande" bedeutet "von guter Art, Abkunft", "adelig".

Udolphs Fazit:

Die Unterteilung war also in "Kirchenviertel" und "adeliges Viertel".

Gustedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert Gutstete, um 941 Gustete, 1141 Guttstede, 1141 Gudtstide, 1154 Gustide, 1209 Gustide, um 1274 Gustede, 1304 Gustede,

Bei Ansatz einer Grundform "Gut‑" ist Gustedt zu verbinden mit Göttingen, das zum Beispiel 953 als Gutingi belegt ist und auch in der weiteren Überlieferung zunächst ein "‑u‑" aufweist. Dieser Name könnte sich von "guta", also "Wasserlauf, Wasserrinne", das "Gosse" ableiten oder aber von "gote, gut", ferner in der Ableitung "gyttja", also "Kot, Morast, Sumpf". Gestützt wird die Deutung dadurch, dass der Ort von mehreren kleinen Bächen durchflossen wird. Es ist also von "Gut‑stede" auszugehen, und "guta", also "Wasserlauf", anzusetzen, wobei die spätere Namenform "Gustede" den Ausfall des Dentals in der Wortfuge zeigt.

Gyhum - Nartum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1219 Geihem, ohne Datierung Gygoem, 18. Jh. Camp de Gihum

Eine Meinung: Der Name Gyhum deutet auf die Gründung des Ortes in altsächsischer Zeit hin. In dem Namen steckt der uralte Personenname "Gye" oder "Guy" und das Wort "hem-heim". Ein Altsachse namens "Gye" oder "Guy" wird den Ort für seine Sippe gegründet haben.

Udolphs Fazit:

Das geht nicht, in der Fuge vor dem "-hem" fehlt ein "-n"- oder "-s-", wie es bei männlichen Personennamen zu erwarten ist. Daher eher zu folgender Sippe: altisländisch: "ghei-gh-", "geiga": seitwärts abschwenken, "gaigr"- Schaden. Dazu noch norweg. "geiga" "eine schiefe Richtung nehmen".

Ein Blick auf die Landkarte zeigt: markante Lage des Ortes am Fuße eines Hügels, der mit ca. 50 m Höhe in diesem flachen Gebiet doch auffällt. Vorschlag: „an der Schräge liegend“.

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