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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben F

Fallersleben

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 942 Ualareslebo, 973 Ualresleba, 997 Feleresleua, 1006 Valerslevo, 1006 Welereslevo, 1006 ualersleuo, um 1020 Ualersleuo, um 1130 Valersleue, 1137 Valerslove

Über das Grundwort "-leben" herrscht kein Zweifel: Es gehört zu "laiba", leiba, lēva , lâva" und bedeutet "Hinterlassenschaft, Erbe". Im ersten Teil steht immer ein Personenname; im Falle von Fallersleben ein "Fal-heri", dessen zweiter Teil "Heer, Kriegerschar" bedeutet; der erste Teil ist noch unklar, vielleicht besteht eine Beziehung zu "fahl", also "gelb, blond".

Farven

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1132-1137 Verwede, 1237-1246 Verwede

Der Ortsname besteht im zweiten Teil aus dem niederdeutschen "wede" für "Wald" und im ersten Teil aus dem altfriesischen "fara" für "fahren, gehen". Er nimmt wohl Bezug auf die Lage der Siedlung an einem Verkehrsweg.

Faßberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Fernab jeder Spekulation scheint es am besten, den Namen wie den "Faßberg" bei Göttingen zu erklären. Dieser gehört zu "verste, verst, varst, vorst", für "Dachfirst", "Farst, Fast" für "First; Bergrücken, Gebirgskamm". Die Lage des Hügels passt zu dieser Deutung.

Fedderwardersiel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Abgeleitet vom Ortsnamen Großfedderwarden. Das Bestimmungswort könnte ein Rufname wie Feddo oder Familienname wie Federinga sein. Möglich wäre auch eine Zusammensetzung aus "feder" für Vater oder "federia" für Vatersbruder mit Wurth, Werth.

Filsum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 900 Fillisni, 11./12. Jahrhundert Fillisni, 14. Jahrhundert Fillesum, 1439 Filtzum

Ein schwieriger Ortsname. Es geht wohl um einen frühgermanischen, vielleicht sogar vorgermanischen Ortsnamen, dessen Basis in einer alten Wortsippe um "gießen, fließen, (über)schwemmen" gefunden werden kann; hierher gehören zum Beispiel baltische Wörter wie "pilvė", also "Schlick, Schlamm", "pìlti", also "gießen", "pilēt", also "träufeln", "at-pīles", also "Moraststellen, die im Winter nicht zufrieren". Dabei ist zu beachten, dass in den nichtgermanischen Namen ein "p-" steht, das im Germanischen und Deutschen zu "f-" oder "v-" geworden ist.

Fintel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1320 Vintlo, Wintlo, 1437 Vyntlo, 1443 Vintlo

"-loh" bedeutet "Wald"; Fintel bedeutet also "Wald an der Fintau". Im Flussnamen Fintau liegt die Wurzel "pen", also "Schlamm, Sumpf, Wasser".

Flechtorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1022 Flehtthorp, 1022 Flegthorp, Mitte 11. Jahrhundert Flehttorpa, 1129 Flectorpe, 1131 Ulechthorp

Der Ortsname geht auf das mittelniederdeutsche Wort "vlecht" für "Geflecht von Zweigen, Hürde" zurück und ist als Hinweis auf vorhandenes Flechtwerk (Hürden für die Viehhaltung, Zäune zur Einfriedung der Siedlung oder ähnliches) zu verstehen.

Flögeln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1324 in Vlogelinge, 1350 Flogelingk, 1359 Flogelen

Ortsname mit ing; das, was im ersten Teil steht, ist hier vorhanden; oder es ist ein Personenname.

Bildung mit -ing zu?

1.) ndt. vlogel „Flügel“; gibt das einen Sinn? Kaum. Schwieriger Name: flogelen unde weren "ein Wehr setzen in einem Fluss"; also für den Ortsname vielleicht: "Stelle, Ort, an dem Wehre, Stauanlagen sind"?

Flöthe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 780‑802 Flotide, 1013 Flathi, 1142 Flatide, 1187 Flothethe, 1189 Vlothe, 1194 Flotethe

Naheliegend ist ein Bezug zu einem Wasserlauf oder zu fließendem Gewässer. Damit würde der Name auf die aus dem Oderwald kommenden Bäche Bezug nehmen.

Frankenfeld

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1342 franckenvelde, 1342 franckenvelde, 1361 vrankenuelde

Der Name deutet darauf hin, dass es eine fränkische Siedlung aus der Zeit Karls des Großen (780 n. Chr.) ist. Aber das ist kaum richtig. Der Ortsname bezieht sich wohl eher auf den männlichen Vornamen "Franko".

Udolphs Fazit:

Frankenfeld heißt also wahrscheinlich "Siedlung des Franko".

Freden

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1100-1200 Vreden, 1068 Fredenon, 1158 Vreden, 1178 Freten, 1179-80 Vreden

Ausgehend von einem Ansatz "Freþ-un-, Freþ-en-" ist die Entwicklung zum moderen Namen ohne Probleme nachzuvollziehen. Der Ortsname wird zu "friðu" für "Frieden" gestellt. Im Englischen existiert "frith" für "Wald". Dieses "friþ-" für "Wald" wird hier auch in der Basis von Freden angesetzt. Eine Deutung als "Wald" ist angesichts der Lage des Ortes sehr plausibel und überzeugt mehr als eine Verbindung mit "Frieden, Schutz".

Udolphs Fazit:

Der Ortsname ist ein altertümlicher germanischer Name. Der Blick auf die Karte zeigt, dass Freden von drei Seiten von Hügeln und Wald umgeben ist. Nur der Zugang nach Nordwesten entlang der Leine nach Alfeld hin ist offen.

Freistatt

Udolphs Fakten und Recherchen:

1899 von Pastor Friedrich von Bodelschwingh gegründet. Der Siedlungsname ist aus dem Alten Testament entlehnt. Dort rät im 4. Buch Mose Jahwe den Kindern Israel, nach der Ankunft im "Gelobten Land" sechs "Freistätten" als Zufluchtsort für Verfolgte einzurichten.

Frelsdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1280 Vrilestorpe, 1500 Vrelstorppe, 1768 Freelsdorff.

Der Ortsname enthält den altsächsischen Vornamen Frithila (heute Friedel) und ist eine "l-Bildung" zu "frithu" für "Frieden". 1264 wurde Frelsdorf in einer Urkunde des Erzbischofs Hildepold von Bremen als Fridlestorpe zum ersten Mal erwähnt. Der Ortsname hat sich in seiner Schreibweise oft geändert. Der Ortnamensteil "Fried-" beruht auf dem germanischen "frithu-", althochdeutschen "fridu" für "Friede, Schutz" und wurde mit dem althoch­deutschen Verniedlichungszusatz "-ilo" zu "Fridilo" verbunden. In dieser Form ist der Ortsname bereits im Jahr 926 bezlegt. Der Name taucht in den Quellen auch in den Formen Fritilo, Frittilo, Frithelo, Friedelo und Fredelo auf. Das Suffix "-ilo" schwächte sich aufgrund der unbetonten Stellung im Wortauslaut im Laufe der Zeit zu "-el" ab.

Fresenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1226 Vresenberghe, 1290 Vresenberg, 1315 Vresenberghe, 1326 Vresenberghe

Die Fresenburg bei Lathen ist namensgebend. Die Burg stammt aus der Zeit, als die Ravensberger im Emsland mit den Tecklenburgern auf dem Hümmling um den Besitz stritten. Die genaue Zeit ihrer Erbauung steht nicht fest. Zuerst wird sie als Vresenberghe 1226 erwähnt, dürfte aber einige Jahrzehnte älter sein. Der Ortsname enthält den niederdeutschen Bestandteil "Frese" für "Friese".

Friedeburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Friedeburg ist ursprünglich eine von Häuptling Fredo vermutlich 1359 erbaute Burg an der friesischen Heerstraße. Der dazugehörige Ort hieß ursprünglich Endel.

Udolphs Fazit:

Friedeburg heißt also "Burg des Fredo", könnte aber auch "Friedens-Burg" bedeuten.

Friesoythe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 947 Oete, um 1000 Ogitdi, um 1000 Odi, um 1200 Oyte, 1251 Oite, 1283 Oyte

Der Ortsname ist eine Bildung mit einem alten Element "-ithi" wie in Lehrte, Sehnde, Weende, Lengede; das bedeutet: Das, was im ersten Teil steht, ist hier vorhanden. Es ist wohl von "Oi(g)-ithi", also "Land am Wasser" auszugehen, weil "sämtliche Orte (Oyten, Oythe bei Vechta, Altenoythe) auf trockenen Inseln in der Umgebung von ausgedehnten Mooren liegen".

Udolphs Fazit:

Friesoythe bedeutet also "Ort in Insellage, Ort am Wasser".

Fürstenau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Vorstenowe, Vorstennouue, Vorstenouwe, Verstenouwe, Forstenaw(e), Forstenoe, Vastenowe, Forstenowe, Forstenauwe, Forstenouwe, Furstenauw(e), Furstenow(e), Furstenaw(e), Vastenouwe, Furstenouw, Fürstenow(e), Fürstenowensis, Fürstenaw

Fürstenau ist zusammengesetzt aus "Fürst + Au(e)"; es geht wahrscheinlich um eine Gründung des Osnabrücker Fürstbischofs Gottfried von Arnsberg.

Fürstenberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1350 Vorstenberch, 1369-1370 Vorstenberg, 1399 Forstinberg, 1410 Furstenberge, 1446 Forstenbergk, 1495 Fcrstenberg

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "‑berg". Mit dem Appellativ "vörste" ("Fürst") liegt ein plausibles Bestimmungswort vor, denn dieses Wort erscheint häufig in Burgen- und Schlössernamen. Obgleich mit dem "Fürst" eine überzeugende Deutung möglich ist, sei hier noch eine weitere Deutungsmöglichkeit angeführt, die durchaus in Betracht käme: Das Wort "First" ("Giebel, obere Kante") ist möglicherweise als Bedeutungswort in Fürstenberg enthalten. Die hervorgehobene Lage Fürstenbergs würde diese Deutung stützen.

Udolphs Fazit:

Letztlich sind beide Deutungen möglich; eine Entscheidung hängt davon ab, ob ein ursprünglicher Burgenname oder ein ursprünglicher Flurname, genauer Bergname, vorliegt. Wurde die Burg sekundär nach dem Berg benannt, auf dem sie sich befand, ist eine Bildung aus "First" und "berg" überzeugender. Wurde andererseits auf dem (namenlosen) Berg die Burg angelegt und zuerst benannt, ist ein "Fürst" erheblich wahrscheinlicher.

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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