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NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben D

Dahlem

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1330-1352 Dalem, 1355 Dalem, 1380 Dalem

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder ist Dahlem auf einen slavischen Namen zurückzuführen oder es bedeutet "Tal und "Weideplatz" (aus "Dal-ham").

Udolphs Fazit:

Dahlem ist wohl am einfachsten zu erklären mit "Siedlung im Tal" ("Dal-hem").

Dahlenburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1162 Dalenberg, 1172 Dalemburg, ca. 1200 Dalewo, 1293 Dalenburg

Dahlenburg ist ein slavischer Name. Man sieht eine Verbindung mit Dahlen bei Stargard oder mit Dahlem in Berlin. Diese Erklärung ist wohl nach wie vor die richtige.

Dahlum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: vor 982 Daluuu, 1022 Daleheim, 1022 Dalem, 1129 Dalehem, um 1200 Dalum

Die Namengebung des Ortes nimmt Bezug auf die Lage Dahlums: eine leichte Muldenlage zwischen Elm im Norden und Burgberg im Süden.

Damme

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1180 Damme, 1186 Damme, 1346 Damme

Der Ortsname beruht auf dem Simplex "dam", also "Damm, Knüppeldamm". Damme liegt zentral nördlich eines ausgedehnten Moorgebietes und südlich der Dammer Berge. Möglicherweise bezieht sich die Benennung auf diesen Siedelstreifen.

Damnatz

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1330/50 enen hof in der lantwere Domnitze, 1348 vor teyn rode landes to domnatze, 1450/51 Dampnatze, Damnatze, ca 1710 Damatz, 1858 Damnaze, das Kirchdorf an der Elbe, 1939 Damnatz

Der Ortsname ist slavischer Herkunft. Zwei verschiedene Grundformen sind hier möglich: 1.: "Domanici": Leute/ Nachkommen, Untertanen. 2.: "Dab`nica" Ort am Eichengehölz, Eichenhain.

Dankelshausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1309 Engelfridus plebanus in Dancolueshusen, 1332 Johannis in Dankolueshoßen plebanorum, 1347 Dankolvishusen, 1350 rector ecclesie in Dankelueshusen, 1397 Dankelshusen

Bildung mit dem Grundwort -hūsen. Das Bestimmungswort enthält den stark flektierenden zweigliedrigen Personennamen-Stamm Thankulf, Dankolf. Er besteht aus dem Erstelement Thank-, Dank-, zu altsächsisch thank "Dank", und dem Zweitelement -ulf, ‑olf, das zum Personennamen-Stamm wulfa, zu altsächsisch. wulf "Wolf", gehört.

Danndorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1150 in Danthorpe, um 1150 Danthorp, 1333 Danthorpe, 1366-1367 Dandorpe, 1475 Dandorff

Bei dem Ortsnamen handelt es sich um eine Bildung mit dem Grundwort "-dorf". Das Bestimmungswort ist konstant als "Dan-" überliefert, erst im 17. Jahrhundert tritt "-nn-" in die Schreibung. Die konsequente Überlieferung als "Dan-" spricht für den Ursprung des mittelniederdeutschen "dan" für "Tann, Wald" und für eine Benennung der Siedlung als "Dorf am Wald".

Dannenberg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1158 Danneberge, 1174, Dannenberch, 1288 Dannenberge, 1292 Dannenberghe, 1330 Dannenberge, 1419 Dannenberg, 1591 Dannenbergk, 1822 Dannenberg

Der Ortsname Dannenberg gehört zu den in diesem Gebiet häufiger vertretenen deutschen Ortsnamen. Auszugehen ist von einer Grundform mittelniederdeutsch "Dannenberge" oder "Dannenberch" für Ort, Ansiedlung auf oder an einem mit Tannen bewachsenen Berg. Das Bestimmungswort stammt aus dem mittelniederdeutschen "danne" für Tanne. Das Grundwort ist mittelniederdeutsch "berch oder barch" für Berg, Holz, Wald, Holzung oder Befestigungswall.

Dassensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1280 Dassenhosen, 1281 Dassenhusen, 1284 Dassenhusen, 1296 Dasenhusen

Der Ortsname besteht aus einer Verbindung eines Personennamens Dasso (dessen Bedeutung noch nicht sicher bestimmt werden kann) und dem niederdeutschen Grundwort "-husen", das "bei den Häusern" oder "Siedlung, Dorf" bedeutet. Das gelegentlich auf diesem Ort bezogene Diseldahusen gehört zu Delligsen im Landkreis Holzminden.

Deesen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1220 quartam partem decimae in campo Dedenhusen prope Luthardessen, 1240 (A. 13. Jh.) Deddenhusen, um 1290 Deddenhosen, 1302 (A. 15. Jh.) decimam in Deddenhusen, 1320 (A. 15. Jh.) in villa, que Deddenhusen dicitur, um 1360 Dedenhusen, 1425 (A. 15. Jh.) Dedessen, 1568 Deensen

Bildung mit dem Grundwort  -h5sen, das dann zu ‑sen verkürzt wird, und einem schwach flektierenden Kurznamen als Bestimmungswort. Der PN ist als Dedo oder Deddo anzusetzen und in diesen Formen auch gut belegt. Seine Herkunft ist allerdings umstritten; Schlaug stellt ihn zu as. d=d ‘Tat’. Evtl. aber auch Lallname.

Am wahrscheinlichsten aber wohl zu theuda, zu altsächsisch thiod(a) "Volk, Menge", dazu Dieter, Theoderich u.a.m.

Deinste

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 900 Tunstede, 1315 Deinstede, 1383 Deynstede, 1433 Deyenste, 1500 Deynstede

Das Grundwort des Ortsnamens stammt vom niederdeutschen "-stede" ab, dessen Bedeutung mit "Stelle, Stätte, Siedlungsstelle" angegeben werden kann. Im ersten Teil ist ein Personenname zu vermuten. Letztlich ist von einer Grundform "Dein-s-sted-" auszugehen, die aus einem männlichen Personenname "Dego, Dago", und "-sted(e)" besteht.

Udolphs Fazit:

Der Ortsname bedeutet wohl "Siedlung des Dego oder Dago"; "dag" bedeutet "Tag, glücklicher Tag".

Deinstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1329 in Deynstede als Name offenbar identisch mit Deinste bei Stade, um 900 villa Tunstede (Zuordnung unklar), 1315 Deinstede R. Seume, 1383 Deynstede, 1433 tho Deyenste Wolters, 1542 tho Deynstede R. Seume, 1587 Deinste R. Seume, 1684 Deinste

Grundform *Dein-s-sted- auszugehen, stark flektierender männl. Personenname + ‑sted(e); Personenname Dego, Dago. Internet: Der Name Deinstedt geht wahrscheinlich auf den Personennamen Deinhart (Degenhart) zurück.

Udolphs Fazit:

Kann man akzeptieren, letztlich ist von einer Grundform *Dein-s-sted- auszugehen, stark flektierender männl. Personenname + -sted(e). Im Niederdeutschen gibt es kein ursprüngliches –ei-, dieses ist in Ortsnamen erst sekundär entstanden, zumeist durch Ausfall eines Konsonanten, entweder –g- oder –d-. Hier bietet sich –g- an und ein Personenname Dego, Dago.

Delligsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Dysieldeshusun, 826-876 Diseldashusen, 826-876 Disaldeshusen, 1016-1020 Dysileshusun, 1140 Dislessem, 1146 Diselisseim, 1182 Diseldeshem, 1183 Disildesheim, 1188 Diselesheim

Angesichts der zunächst deutlichen "‑husen"-Belege und die Belege zudem überwiegend Hildesheimer Überlieferung aus dem 12. und beginnenden 13. Jahrhundert entstammen, wird hier von einer Bildung mit dem Grundwort "-husen" ausgegangen. Das Bestimmungswort enthält einen zweigliedrigen Personennamen. Nach den ältesten Belegen ist von einem "Dis(i)wald" auszugehen. Das Zweitelement des Personennamens gehört zum Personennamen-Stamm "wald, waldan" für "herrschen". Problematischer ist die Deutung des Erstelements des Personennamens. Einige Forscher setzen einen Personennamen-Stamm "disja" an, der zu einem aus "(filu-)deisei" ("Klugheit") zu erschließenden germanischen Adjektiv "des" ("klug, weise") gehören soll.

Udolphs Fazit:

Diese Deutung ist nicht sicher, aber eine bessere gibt es nicht.

Delmenhorst

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname Delmenhorst ist eine Ableitung des Flußnamens Delme, ein Fließgewässer südlich von Bremen.

Im Grundwort steht "-horst". Dieses kommt in Norddeutschland, aber auch in den Niederlanden und Belgien sowie in England in zahlreichen Ortsnamen vor. Es gehört zu mittelniederdeutsch und mittelniederländisch "hurst, horst", altenglisch "hyrst", mittelhochdeutsch "hurst, hürste", althochdeutsch "hurst". Die Bedeutung: "Gebüsch, Gestrüpp, 'Buschwald, Gehölz, Gesträuch, Niederholz", auch 'bewachsene kleine Erhöhung in Sumpf und Moor".

Der Name Delme ist bisher nicht sicher gedeutet worden. Seine Bildung mit "‑(m)ana" oder "‑(m)end-/(m)and-" ist aber anzunehmen. Das indogermanische "dhelbh-" ist zu vermuten. Es bedeutet "vertiefen, aushöhlen".

Udolphs Fazit:

Beschreibungen des Flusses Delme bestätigen die Herkunft: "Geestflüsse wie die Delme und die Welse haben sich mit ihren Talauen tief in diese Grundmoränenplatte eingeschnitten".

Denkte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 947 (Fä. 12. Jh.), 965 (Fä. 12. Jh.) Dengdi, vor 1189 (o.D., kop. 14. Jh.) Denghte, 1242 Dhegcte, 1340 Groten Denkte, 1344‑65 Maiori Denchthe

Mit einem Element -t- gebildet; altgermanischer Ortsname. In der Basis ist nach den Belegen "Deng"‑ oder "Denk"‑ als Grundform anzusetzen. Es ist von einem alten ‑a‑ auszugehen, daß durch ein folgendes ‑i‑ (bei Ansatz eines Suffixes *‑ti oder *-tsa) zu ‑e‑ umgelautet wurde. Bei einem Ansatz germ. *dang‑ findet sich einzelsprachlich kein appellativischer Anschluß im Germ.

Indogermanische Wurzel *dhem‑ "stieben, rauchen, dunkelfarbig", zu der eine Erweiterung *dhengto‑, *dhongto‑ "neblig" existiert, die in anord. dOkk, norw. dokk, schwed. dank "Vertiefung in der Landschaft", ferner norwegisch. (d)jokk und schwedisch "morastiger Boden", weiterhin lettisch. danga "kotige Pfütze, morastiges Land" und in der Tiefstufe auch in neuhochdeutsch "‘dunkel", älter wohl in der Bedeutung "neblig, feucht" vorliegt. Deshalb erscheint eine Deutung als "sumpfige Stelle" überzeugender.

Dersum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Dersinun, Dersmen, Dersemen, Deerssen, Derssen, Dersem

Der Ortsname könnte sich von "ters" für "trocken, verdorren" herleiten. Diese Ableitung ist die aus heutiger Sicht die einzige Möglichkeit, aber es bleiben Zweifel.

Detern

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1752 Dedarden/Detarden

Das Grundwort des Ortsnamens geht vermutlich auf "-ard" für "Siedlung, Wohnstätte" zurück. Der erste Teil des Ortsnamens hat in "thiotan" für "rauschen, tönen" seinen Ursprung, wahrscheinlich liegt ein Gewässername zu Grunde. Er hat die Bedeutung "die Lärmende, Rauschende". Also vermutlich "rauschendes Wasser", da das Aper Tief in der Nähe liegt. Demnach steht der Ortsname für "Siedlung am rauschenden Wasser".

Deutsch-Evern

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1322 litonis nostri in Everinghe, 1774 Teutsch Evern

Im Gebiet recht und links neben der Ilemnau hat in der früheren Zeit einmal neben der germanischen auch eine slawische Volksgruppe gewohnt. Evern: der Personenname "Ebur". Dem kann man folgen: -ing- bedeutet "Siedlung der Sippe des …", gemeint ist eine Person mit dem niederdeutschen Namen Ever = hdt. Eber.

Didderse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 780-802 Tid(er)eshusen, um 924 Ditenhusen, 1237 Thiddegessem, um 1250 Dhidikessen, 1272 Thidersen, 1281 Dhidegessen, 1311 Diderse

Der Ortsname ist in seiner Geschichte starken Veränderungen unterworfen gewesen. Offenbar ist es eine Wortbildung mit "-husen", vielleicht noch am ehesten aus altem "Tiad-her-es-husen" zu entwickeln. Der Personenname "Tiad-her" aus dem germanischen "Diut-her", von diut für "Volk" und harja für "Heer, Kriegerschar".

Diekholzen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1125 Holthusen, 1131 Holthusen, 1146 Holthuson, 1224 Holthusen, 1267 Dicholthusen, 1268 Dicholthusen, 1277 bis 1284 Dicholtenssen

Auszugehen ist von "Holthuson". Das spätere erste Element "Diek-" erscheint zum ersten Mal 1267. Ein "-holt-husen"-Name ist häufig im deutschen Sprachgebiet, auch im südlichen Niedersachsen. In alten Ortsnamen bedeutet niederdeutsch "holt" "Wald", also eine "Waldsiedlung". Das erste Element "Diek-" trat erst später hinzu; es enthält wohl niederdeutsch "dik", also "Teich". Offenbar war es zur Differenzierung gegenüber anderen Holthusen notwendig geworden.

Dielmissen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnung: 1194 Didilmessen, 1304-1324 Dedelmissen, 1311 Dedelmisse, 1340 Dedelmissen, 1385-1397 Dydelmissen, um 1400 Didelmyssen, 1558 Delmissen, 1678 Dielmißen

Dielmissen ist wohl von "Thiadhelm" abzuleiten. "Theuda" bedeutet "Volk", "Menge", "helm" bedeutet "Helm".

Diepholz

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnung: 1160 Thefholte, Thyefholt, 1177 Thifholt

Verwandte Namen sind: Devese, Diever, In den Dieven, Dievenmoor, Devenwiesen, Defth, Dever, Deverlage, in dem Dever. Im zweiten Teil des Ortsnamens steckt niederdeutsch "holt" für "Holz". Die Ortsnamen in Niedersachsen stammen zu 99 Prozent aus dem Niederdeutschen. "Holz" bedeutet daher "Wald". Im ersten Teil steht ein altes "Thīf-", "Thbh-" mit einem Laut, wie das englische "Th". Das gemeinte Wort gibt es weder im Niederdeutschen noch im Hochdeutschen, auch nicht in einer anderen germanischen Sprache. Aber im Altgriechischen: "ôsöïò", also "Sumpf", "Morast".

Dinklar

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 924 Dinklere, 1150 Thinkelar, 1172 Thinkelere, 1183 Thinkelere, 1220 Dinkelere, um 1220 Dinkelere, 1221 Thinkelere, 1232 Dinkelere

Bisher wurde der Ortsname oft von "Thing" für "Versammlung der germanischen freien Männer" abgeleitet, aber das "k" im Namen passt dazu nicht. Daher ist der Ortsname eher von der alten Wortbasis "teng-" für "benetzen, anfeuchten" abzuleiten, wozu auch das deutsche Wort "tunken" und schweizerische Wort "tink" für "feucht" gehören.

Dissen am Teutoburger Wald

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1217, 1284, 1325 (de) Disnse, 1223, 1282, 1402, 1412, 1442, 1456/58, 1463, 1556, (nach 1605) (de) Dissen, 1225 (in) Dyssene, (ca. 1240) Dissene, 1246 (de) Dissenen, 1271 (de) Dissine, 1279 (in) Dhissene, 1402 Dyssen, 1412 Dyssen, 16. Jh. Dyssen, 1565 Dissenn

Schwierig, vielleicht zu niederdeutsch diesig in einer Form Disina "nebliges, diesiges Gebiet", vielleicht bezogen auf das Moorgebiet am Dissener Bach. Vielleicht aber auch als Desina > Dissen zu nordgermanisch anord. des "Heuhaufen, ëschober", norw. desja "kleiner Haufen", das auch in das Englische entlehnt wurde. Dann etwa Hügelort. Bisher kaum zu lösen.

Ditzum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 10. Jahrhundert Tetteshem, 10./11. Jahrhundert Tiushem, 1439 Dystum, Dytzum

Wohl auf afrikanisch thiad für "Volk" zurückgehender Ortsname wie Diddo.

Döhlbergen-Rieda

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1237-1246 Dolebergen, 1245 Doleberge, 1245 Tholeberge

Der Ortsname wird offensichtlich mit dem Grundwort "-berg" gebildet. Grundlage könnte weiterhin das mittelniederdeutsche "dulle" für "Beule, Baum, Balken, Pflock" sein.

Dörpen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 890 Dorpun, 10. Jahrhundert Thorpun, um 1000 Dorpun, 1350-1361 Dorpen

Der Name besteht aus dem altsächsischen "thorp", mittelniederdeutschen "dorp". Der Ortsname bedeutet "bei dem Dorf".

Dorstadt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1110 Aeicho de Dorstedi, 142 villa Dorstide fluvio Ovakare, 1154 Arnoldus de Dorstide, 1167 Arnoldum de Dorstat, 1175 Dorstat, 1175‑79 Arnoldus de Dorsted, 1190‑94 Dorstath 

Die Bedeutung des Namens lässt auf eine Erhebung schließen. Bei Dorstadt ist zwar keine deutliche Erhebung zu erkennen, aber sowohl das Klostergelände wie auch das alte Dorfgebiet um die Alte Dorfstraße liegen erhöht und hochwassersicher, während der direkt östlich des alten Dorfkerns liegende Bereich bei Hochwasser immer wieder überschwemmt wird.

Dötlingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnung: 9. Jahrhundert Tutelestat, 1011 Thudelestete, 1203 Thutelingen

Der Ortsname geht zurück auf den Personennamen Dodilo, Tutilo und den Namensbestandteil "-ing-". Der Name bedeutet also "Siedlung des Dodilo, Tutilo".

Dohren

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1277-1285 Dorne, 1317 Dhorne, 1357 Dorne, 1667 Dohren

Der Ortsname geht auf das niederdeutsche "Dorn" für "Dornbusch, Dornengestrüpp" zurück.

Dollern

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1105 Dolnere, 1141 Dalrin, 1141 Dalrim, Dalrin, Dalrinn, 1162 Dolrim, 1162 Dalrim, 1209 Dolnere, um 1230 Dolnere

Die Überlieferung für den Ortsnamen ist uneinheitlich. Daher ist die Grundform nur schwer zu ermitteln. Es spricht viel dafür, auf Grund des Beleges von 1105 Dolnere von einer Grundform "Dolnere" auszugehen. Darin ist "-ira" enthalten. Das bedeutet, dass das, was im ersten Teil des Namens steht, im Ort vorhanden ist. In "Dol-" darf ein Zusammenhang mit Dollbergen bei Hannover vermutet werden, darin steckt ein Wort für "Hügel, Anhöhe", wie im mittelniederdeutschen und westfälischen "dulle" für "Beule", "doll" für "Ruderpflock", mittelniederdeutschen "dolle, dulle" für "Baum, Balken, Pflock" oder "Baumkrone, Baumbüschel", im schwedischen "tull" für "Baum­wipfel".

Udolphs Fazit:

Dieses würde zur Beschreibung der Lage des Ortes durchaus passen: Dollern liegt am Rande eines kurzen, steilen Tales, genauer, der alte Ortskern liegt auf einem Vorsprung eines recht steil abfallenden Talrandes.

Dollert

Udolphs Fakten und Recherchen:

Dollert gehört zu mittelniederdeutsch "dôle" und bedeutet "Graben, Abzucht, Kanal". Neuniederdeutsch "Dole, Dolle, Dool" bedeutet "Vertiefung, Niederung, Senkung, Loch, Sumpf, Graben, Grube".

Dorfmark

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1304-24 Dorpmarkete, 1330-52 dorpmarke, 1360 Dorpmarke, 1397 dorpmarke

Dorfmark ist ein niederdeutscher Name, der "dorp" und "Mark", also "Grenze, Grenzgebiet" enthält. Wir verstehen darunter zumeist die Dorfflur, der Raum, der um ein Dorf herum liegt und zum Dorf gehört.

Dornum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Im zweiten Teil steht "-um" aus "-hem", also "Dorf, Siedlung". Aber ein Personenname "Dore" findet sich nicht. Daher ist friesisch "dorn", also "Dornenstrauch, -hecke" vorzuziehen.

Udolphs Fazit:

Dornum bedeutet demnach wohl "Siedlung an einer Dornenhecke, einem Dornenstrauch".

Dorum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Erstmalig wird der Name "Dorum" im Jahre 1312 urkundlich erwähnt. Bevor der Ortsname endgültig zu "Dorum" wurde, hiess der Ort "Dornem", "Thornum", "Dorum" und "Dornem". "Dorn"-"hem" gehört zu friesisch (und niederdeutsch) "thorn, dorn" und bedeutet wahrscheinlich "Dornen"-"Siedlung".

Udolphs Fazit:

In den Ortsnamen stecken Wörter, die wir heute nicht mehr kennen; manchmal finden wir sie nicht mehr in der Sprache, die dort gesprochen wurde. Das Wort muss bis vor einigen hundert Jahren im westlichen Niedersachsen noch lebendig gewesen sein und etwa "Sumpf", "Morast" bedeutet haben, sodass wir Diepholz als "Sumpfwald", "Feuchtwald" verstehen können.

Dörverden

Udolphs Fakten und Recherchen: Grundlegend: J. Udolph, in: Deutsches Ortsnamenbuch, hrsg. von M. Niemeyer, Berlin-Boston 2012, S. 136.

Altes Tulifurdon (Ptolemäus)? es spricht zu viel dagegen, vor allem auch Tuli-, kann nicht zu Dor-/Dör- werden.

Alte Bezeichnungen: 1262 Dorverden, 1288 Dorverden , 1300 Dorverden , 1308 Henrici de Dorvorden , 1312-1331 Dorverden , 1312-1331 Dorvorden 1378 Johannes de Doverden

Im zweiten Teil wie in Verden altsächsisch fardi "Übergangsstelle, Furt". Es bleibt die Frage, was sich hinter Dör- verbirgt. Vgl. Dorste, /Dorstadt und Dorestad/Duurstede (Niederlande).

Zugrundeliegendes "Dor-" kann auf "Dur-" zurückgeführt werden und mit Hilfe des Vernerschen Gesetzes, das einen Wech­sel -s- zu -r- zur Folge hat, mit "Dus-" verglichen werden.

Dann Anschluss möglich an: norwegisch mda. døysa "aufhäufen", wohl ursprünglich "Staub-, Abfallhaufen", anord. dys "aus Steinen aufgeworfener Grabhügel", norwegisch mda. dussa "ungeordneter Haufe", schwe­disch dös "Grabhügel", dänisch, norwegisch dysse "Steinhaufen, Dolmen, Grabhügel", wozu auch Ortsname wie Duisburg gehören dürften. Dörverden wäre dann etwa als das "höher gelegene Verden" zu verstehen oder die höher (am Fluss Weser bzw. Aller) gelegene Übergangsstelle.

Drakenburg

Alte Bezeichnungen: 1025 Demeborg, 1227 Drakenburg, 1288 Drakenburg, 1294 Drakenburch.

Der Wortteil "Drake" könnte von dem "Drachen" kommen. da der Name Drache jedoch selten in alten Namen vorkommen, geht man beispielsweise eher davon aus, dass es sich auf den alten Vorname "thraka" - "Kampf, Andrang, Stärke" bezieht, oder aber auf "Dreck" im Sinne von "Morast, Sumpf".

Udolphs Fazit:

Am wahrscheinlichsten kommt es aus dem mitteldeutschen "Drake, Dragge" - "Anker, Klammer". Das würde bedeuten, dass die Burg als "Ankerburg" oder "Klammerburg" zu verstehen wäre.

Drangstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1312 Dranckenstede

Gern würde man an eine "Tränke-Stelle, Viehtränke" denken, aber im Niederdeutschen heißt "Tränke, tränken" "dränke, dränken", nicht "dranke, dranken". Daher gibt es Bedenken bei dieser Deutung. Vielleicht ist aufgrund der Lage des Ortes an einen Zusammenhang mit "drängen, bedrängen" im Sinne von "einengen, einzwängen" zu denken. Eine Umdeutung hätte dann zur "Tränke" geführt. Aber auch das ist unsicher.

Udolphs Fazit:

Die Deutung des Ortsnamens bleibt schwierig.

Dransfeld

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 960 Trhenesfelde, 1022 Dransuelt, 1022 Dransvelt, 1078 Thransfellensem, 1089-93 Triensuelt, 1089-93 Triensvelt, 1093 Dransfelde, 1125 Transfeldun

"Thran" bedeutet "modern", "faulen".

Udolphs Fazit:

Dransfeld ("Thranas-feld") bedeutet also am ehesten "Stelle mit vermoderten, faulenden Sumpfpflanzen".

Drebber

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 980 Thriburi, um 1000 Driburi, um 1085 Triburi, 1281 Drebbere, 1350 Drebbere

"Triburi" ist offenbar verhochdeutscht als "Drei-Siedlung" aufgefasst worden. Eine Deutung als "Dreihaussiedlung" oder "Dreibauernsiedlung" kann kaum befriedigen, da die Vorstellung einer Siedlung aus drei Häusern oder doch eher drei Gebäudekomplexen oder von drei Bauern schwerfällt. Betrachtet man demgegenüber die Lage der "Trebur/Trebra/Drebber"-Namen etwas genauer, so fällt die Lage an Gewässern auf.

Udolphs Fazit:

Am ehesten wird man Drebber auf "Drabirā", etwa in der Bedeutung "schlammiger, am trüben Wasser liegender Ort" zurückführen können.

Drentwede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1240 Drentwede, 1334 Drencwede, 1483 Drentwede

Aufgrund der heutigen Form ist vermutlich von Drentwede auszugehen. Die Drencwede-Formen sind offenbar Verlesungen für Drentwede: "c" und "t" sind sich handschriftlich geschrieben sehr ähnlich. Bei schnellem Schreiben liegen Verwechslungen nahe. Eine sichere Deutung für den Wortteil "Drent-" ist bisher nicht möglich.

Driftsethe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Ortsname ist offenbar ein "-set"-Name für "die Siedelnden". Drift entspricht dem Flussnamen Drepte, also "die an der Drepte Siedelnden".

Drochtersen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 12. Jahrhundert Drochterse, 1293 Drochtersen, 1351 Drogterssem.

Der Name bildet sich aus dem Grundwort "-husen", das bei Drochtersen in der verkürzten Form "-sen" erscheint. Im 14. Jahrhundert mit "-em" oder "-um", was eine Abschwächungsform von "-husen" oder "-heim" ist. Aufgrund der ältesten Belege ist nicht von einem Grundwort "-heim" auszugehen. Der ähnlich klingende Personenname Druhtheri enthält altsächsisch druht "Schar" und "hēri" für "Heer, Kriegerschar".

Duderstadt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 927 Dudersteti, 929 Tutersteti, 974 Dudersteti, 1184-1203 Duderstat, 1204 Duderstad, 1236 Duderstat, 1237 Thuderstad, 1257 Dutherstade, 1266 Duderstad

"Duder", "Dudra" oder auch "dhudhr" bedeutet: "ungestüm", "tobend".

Udolphs Fazit:

Der Name wird sich auf eines oder mehrere der Gewässer beziehen, die den Stadtkern von Duderstadt berühren. Es kann sich dabei - wie bei Osnabrück an der Hase - um den Teilabschnittsnamen eines Gewässers handeln.

Düdenbüttel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1059 Dudanebutli, 1132-37 Dudenebotle, 1139 Dadenebutle, 1257 Dodenebuttle, 1684 Dudenbüttel, 1718 Duhnbuttel

Der Ortsname ist eine Kombination aus einem Vornamen und "-büttel ", also "Siedlung". Der Vorname ist nicht mehr sicher zu erkennen - wahrscheinlich handelt es sich um "Dodo", "Dado" oder "Dudo".

Dünsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1189 Dunnessen, 1225 Dunssen, 1250 Dunsen, 1300 Dutzen, 1352 Dunßen, 1411 Duntsen, 1426 Dunsenn

Der Ortsname steht für Siedlung eines "Dun". Grundlage des Namens kommen das angelsächsische "dun" für "braunrot" oder "dunnian" für "dröhnen" in Frage.

Duhnen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Ostfriesisch "de dün(e)" für Sandhügel, "duhnen" für sich ansammeln, westfälisch "düenen" für sich häufen.

Udolphs Fazit:

"Duhnen" am ehesten zu erklären als "Ort an oder bei den Dühnen".

Dunum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1420 Dunumi, 1555 Dunum

Der Ortsname geht auf "dune" für Düne zurück. Der Ort liegt in welliger Geestlandschaft mit dem 10,2 Meter hohen Radbogs-Berg.

Udolphs Fazit: Der Ortsname bedeutet "bei den Dünen".

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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