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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben C

Cadenberge

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Seit 850 Jahren ist der Ortsname überliefert.

Der Ortsnamensbestandteil "Cad" geht eventuell auf das mittelniederdeutsche Wort "Cade" für Griebe, also Speckwürfel zurück. Das Wort Griebe steht für Unreinlichkeit oder Schmutz. Schmutz, Morast, landschaftlich nicht so schön, könnte demnach eine Deutungsmöglichkeit sein. Bei diesem Ortsnamen ist eine Herleitung allerdings sehr schwierig.

Cappel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1483 to der Cappel

Die Peter- und Paul-Kirche zu Cappel wurde 1198 von Zisterziensern gegründet. Der Ortsname bezieht sich auf die Kirche - bzw. die Kapelle - und bedeutet "bei der Kapelle, bei der Kirche".

Cappeln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1150 Cappelen

Grundlage des Ortsnamens ist das Wort "capella" für "Kapelle, kleines Gotteshaus". Vermutlich gab die erste kleine Holzkapelle, die auf dem Meyerhof stand, der Gemeinde den Namen.

Celle

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: vor 1007 Kiellu, 1013 Uuesterkiellu, 1202 Czelle, 1206 Selle, 1225 Schellis, 1227 Zhellis, 1233 Westerzelle, 1233 Westerscielle, 1292 Zcellis, 1339 Oldenczelle, 1471 Tzelle

Der Name ist entweder mit "kelle", also "Schöpfkelle" zu verbinden oder beruht wie Kiel auf einem Simplex, das in "kíll", also "schmale Bucht, Keil, grasbewachsene feuchte Vertiefung" und ablautend "kille", also "Tiefe zwischen Sandbänken" belegt ist.

Udolphs Fazit:

Celle bedeutet wahrscheinlich "mit Wasser gefüllte Vertiefung".

Clenze

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 956 Klinizua, 1004 Claniki, 1017 Claniki, 1330/52 Clentze, 1360 Clentze, 1394 Clentze.

Der Ortsname ist ein slavischer Name aus einer Grundform des serbischen "Klanec", kroatischen "klánac" für "Engpaß, Hohlweg, Talenge" und "kajkav, klánjec" für "Tal, schmaler Weg.

Colnrade

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1348 Coldenrhade, 1354 Rohde, um 1360 Koldenrode, 1362 Coldenrode, um 1370 Kaldenrade, 1371 Kolenrode, 1530 Koldenrade, 1575 Collenrahde

Der erste Teil des Namens "Colnrade" wird zum Teil mit "kalt" in Verbindung gebracht, zum Teil aber auch mit "Collen/Gollen", eine alte Bezeichnung für die Hunte. Vielleicht handelt es sich bei diesem Namen, um einen alten Wortstamm "koll/call für Wasser", dann bedeutet Colnrade soviel wie eine "Siedlung am Wasser".

Udolphs Fazit:

Entscheidend: Lage nördlich einiger Erhebungen, daher bei tief stehender Sonne im Schatten, "im Kalten" liegend. Somit "Rodung in sonnenarmer Lage".

Coppenbrügge

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 10. Jahrhundert Cobbanbrug, 1013 Cobbanberg, 1062 Choppenbrukke, 1281 Cobbenbrukke, 1381 Kobbenbrughe, 1388 Kopenbrügge, 1393 Cobbenbrugge

Der Beleg von 1013 enthält als einziger "-berg" und ist wohl eine fehlerhafte Schreibung oder eine falsch gehörte Form. Der erste Teil gehört wohl zu einer alten germanischen Bezeichnung für "Berg, Bergspitze", urgermanisch "kuban-, koban-", mittelhochdeutsch "kuppe", also "Spitze, Gipfel", frühneuhochdeutsch "koppe", also "Bergkuppe, Baumgipfel". "Kopf" bedeutet auch "das Obere eines Berges", letzten Endes gehört hierher natürlich auch Kuppe, auch die Schneekoppe. Im zweiten Teil steht niederdeutsch "brügge", also "Brücke".

Udolphs Fazit:

Coppenbrügge bedeutet demnach "Bergbrücke, Brücke am Berg". Angesichts der Lage an der Nordspitze des Ith ist das eine passende Deutung.

Coppengrave

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1400 Kobbengraff, 1414 Kobbengraf, 1426 Cobbengraff, 1462 Coppengraven, 1471 kobbengraff, 1478 Cobbengraven, 1499 Kobbengraue

Der Ortsname ist eine Zusammensetzung. Die Belege des Ortsnamens zeigen im Grundwort Formen wie "-graff, -graf, -graven". Mit "Graf" haben diese nichts zu tun, denn die Formen mit "-a-" gelten vor allem im Hochdeutschen, nicht jedoch im Niederdeutschen, das für den Ortsnamen in allererster Linie herangezogen werden muss. Es ist mittelniederdeutsch, niederdeutsch "grave" und bedeutet "Graben". Die Lage des Ortes im Tal der Hille bestätigt diese Verbindung. Im ersten Teil steckt wohl - wie in Coppenbrügge - eine alte germanische Bezeichnung für "Berg, Bergspitze", urgermanisch "kuban-, koban-", mittelhochdeutsch "kuppe" für "Spitze, Gipfel", frühneuhochdeutsch "koppe" für "Bergkuppe, Baumgipfel". "Kopf" bedeutet auch "das Obere eines Berges"; letzten Endes gehört hierher auch "Kuppe", auch die "Schneekoppe".

Udolphs Fazit:

Coppenbrügge wäre demnach als "Bergbrücke, Brücke am Berg" zu verstehen und "Coppengrave" als "Hügelgraben, Berggraben".

Cramme

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: vor 1165 Crammo, 1132 bis 1141 Cramme, um 1150 Cramme, 1153-78 Cramme, 1180-87 Crammen, 1196-97 Cramme, 1209 Cramme,1252 Cramme

Udolphs Fazit:

Es ist bei dem Namen von einer Form Cramme oder Cramma auszugehen, wohl aus altem "Kramno". Dieses bedeutet "feucht, halbgetaut von Schnee" und wohl auch gotisch qrammiþa "Feuchtigkeit". Cramme könnte also in etwa "feuchte Stelle" heißen. Cramme liegt westlich des Oderwaldes, aus dem eine Vielzahl von Bächen die Westabhänge hinab in Richtung Cramme fließen. Diese geograhische lage könnte ein Motiv sein für den Namen Cramme.

Cremlingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1296 Cremmelinghe, 1302 Cremlinge, 1316 Cremnige, 1318 Kremlingh, 1344‑65 Cremmelinge, 1354 Cremlinge

Es ist zu überlegen, ob in Cremlingen nicht das gleiche Element wie in Cramme enthalten ist. Es wäre dann als Grundform "kram‑l‑ingi" anzusetzen, wobei das "-a-" umgelautet wird. Es wäre dann von einer Ableitung von "kram", also "feucht" auszugehen.

Cuxhaven

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1570 Kuckshafen, 1577 Kukeshaven, 1594 Kuxhaven, um 1700 Koogshaven

"Kuk-" aus Indogermanisch "gug-" bedeutet "Kugel, Buckel, Hügel" als Erweiterung von "gēu-, gəu-, gū-", also "biegen, krümmen, wölben". Bei Cuxhaven wird die erhöhte Lage auf dem Schwemmlandufer namengebend gewesen sein. Ob als Grundwort wirklich Mittelniederdeutsch "have(ne)", also "Hafen", vorliegt, ist fraglich; denkbar ist eine Umdeutung aus Mittelniederdeutsch "hove", also "Hof, Garten, Einzäunung" oder "hāge(n)", also "eingefriedetes Landstück".

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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