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NDR Verkehrsstudio
Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Ortsnamenforscher

Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben B

Bad Bederkesa

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1159 Bederekesa, 1159/1162 Bederikesa, Bederikesha, 1162 Beerst

Im zweiten Teil des Ortsnamens steckt "a", also "Wasser, Fluss". Im ersten Teil steckt ein alter Vorname: "Badurik, Bederik". Der Vorname enthält "badu", also "Kampf", und "rīk", also "reich".

Udolphs Fazit:

Bederkeas bedeutet also etwa "Bach des Badurik, Bederik".

Bad Bevensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1162 werendagi de beuenhusen, 1205 Bevenhusen, 1219 Hevenhusen, 1231 Bevenhusen, 1247 Bevenhusen, 1249 Bevenhusen

Herzuleiten aus Beven-husen; ähnlich - nicht ganz gleich - kann der Ortsname Bevensen (Kr. Hannover) herangezogen werden. Die Grundlage ist - wie bei dem wesentlich häufiger bezeugtem Babo - ein Kurz- oder Lallname, eine Lautnachahmung wie bei Mama und Papa.

Baddeckenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1109 Batikansteten, 1174‑95 (o.J., kop. 12. Jh.) Badekenstete, vor 1222 (o.D.) Henricus de Batechenstede, 1353 Baddekenstede, 1486 Tile Baddekenstede

Bildung mit dem Grundwort  ‑sted- und dem schwach flektierenden suffigierten Kurznamen Baduko. Der Personenname gehört zum PN‑Stamm badu zu stellen, der mit altenglischen beado, beadu "Kampf" zu verbinden ist. Sowohl im hochdeutsch wie niederdeutsch Bereich ist es nicht als Appellativ, sondern nur in Namen bezeugt.

Es liegt im Personenname eine Suffigierung mittels eines k‑Suffixes vor, hier wegen des nicht vorhandenen Umlautes wohl ‑uko. Dieses Suffix wurde im gesamten dt. Sprachraum zur PN‑Bildung benutzt, hat meist diminuierenden Charakter und war besonders im nd. Bereich beliebt.

Badenhausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 968 (A. 15. Jh.) Badenhusen, 1131 (Fä. 13. Jh.) Badenhusen, um 1154 Badenhusen, 1157 Badenhusen, 1233 Badenhusen

Die Überlieferung des Ortsnamen zeigt, daß im ersten Vokal des Bestimmungswortes (im Dialekt begründet) ein Schwanken zwischen ‑a- und ‑o- stattgefunden hat: Badenhusen ‑ Bodenhusen. Das Grundwort veränderte sich ebenfalls: Älteres ‑husen wurde seit der Mitte des 16. Jh. abgelöst durch ‑hausen.

Der Ortsname enthält im Grundwort niederdeutsch -husen, das später dem hochdeutsch ‑hausen weicht. Im BW steht ein schwach flektierender Personenname asä. Bado, der zu germ. *badw, ags. beadu, beado, asä. badu- (nur in PN) „Kampf“ gehört.

Bad Iburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 753 Iuburg, 754 Iburg, 1070 Yburg, 1175 Yburch, 1350 Yburgh, 1967 Bad Iburg

Der Ortsname ist vermutlich eine Bildung mit dem Grundwort "-burg". Der erste Namensbestandteil geht auf das mittelniederdeutsche Wort "iwe" für "Eibe" zurück. Wahrscheinlich hieß der Platz auf dem die Burg errichtet wurde ursprünglich "Iw-berg" für "Eibenberg".

Bad Laer

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 851 Lodre, 1074 Lathara, 1171 Lothere, 1447 Loder, 1565 Laer

Der Name enthält ein altertümliches, germanisches r-Element wie es auch in Namen wie Atter, Emmer, Fahner, Fehmarn, Freren, Letter, Limmer, Jever vorkommt.

Sehr wahrscheinlich liegt dem r-Element eine Wurzel zugrunde, die auf Wasser, Schmutz und Feuchtigkeit hinweist. Der Ursprung des Ortsnamens Bad Laer liegt offensichtlich an einem feuchten Ort, einem Ort am Wasser/am Schlammwasser.

Bad Salzdetfurth

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 12. Jahrhundert Thietforde, 1207 Detvforde, 1214 Thietforde, 1305 Ditforde, 1458 Detforde.

Der Ort entwickelte sich an einer Saline südlich von Detfurth und trägt deren Namen. Das Bestimmungswort zeigt heute das hochdeutsche Wort "Salz-", in der Überlieferung niederdeutsch "solt" und lateinisch "salinae" für "Salzwerk, Salzlager, Saline". Der ältere Name Detfurth ist eine Zusammensetzung in dessen Grundwort heute hochdeutsch "-furt", zunächst aber mittelniederdeutsch "ford" für "Furt, Übergang", vorliegt. Im Allgemeinen versteht man darunter "einen allgemein benutzten Flussübergang oder eine große, beliebte Furt".

Badbergen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1175/86 Padberge; 1188 Badberghe, Batberghe, 1235 Bathbergen, 1236 Bathbergen, 1299 Badberge, 1342 Battberghen

Der Ortsname lässt sich von "tief gelegener Ort" und "Berg" ableiten.

Bad Bodenteich

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Bodendieck, Bodendik, Bodendyk; Badendieck, Bodendike

Das Wort "Boden", mittelhochdeutsch "bōdem, bōden" mittelniederdeutsch "bōdem(e), boddem, bodden", mittelniederländisch "bōdem" ("Erdboden, Grund"), hatte bis ins 17. Jahrhundert hinein eine Nebenform "Bodem". In den niederdeutschen Mundarten wurde "-d-" zwischen Vokalen nur schwach artikuliert und schwand häufig, übrig blieb ein leichter Zwielaut oder ein lang gesprochener Vokal. "Bodenteich" ist im Niederdeutschen "Boden-dik" und bedeutet "unten gelegener, liegender Teich, See".

Bad Eilsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1277 Eylezhusen, 1479 Eyltzen, 1544 Eylsenn

Eine Zusammensetzung mit "Agil, Egil" zu "égga, éggia" ist zu erkennen, also "Ecke" in der Bedeutung "Schwertschneide".

Bad Essen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Essene, Esne, Defessene, Essene, Essen, Bad Essen

Die trockene und sandige Lage des Ortes weist darauf hin, dass der Ortsname vielleicht wie Esebeck, Esbeck, Asse bei Wolfenbüttel, Assel, Assapa, Asbach und der Kahle Asten im Sauerland zu einer Wurzel mit der Bedeutung "trocken" gehört, die in "Esse" "Feuerstelle" und "Asche" vermutet wird.

Bad Fallingbostel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 990 Vastulingeburstalle, 1160 Vasteldingaburstolde, 1263 Valingheborstele, 1293 Valingeborstele; Valingheborstelde, 1295 Vellingesborstele, 1379 Valingborstele, Ende 14. Jahrhundert valinghborstelde, 1438 Vallingborstell, 1438 Vallingborstele, 1489 Vallingborstel

Das Namenelement "-borstel" gehört zu den pverbreitsten in ganz Nordwestdeutschland. Es handelt sich dabei um eine Zusammensetzung aus Altsächsisch "bur", also "Haus, Wohnstätte, Ansiedlung, Gemeinde" und Altsächsisch "stal", also "Ort, Stelle". Der Vorname "Vastila, Vastulo" gehört wahrscheinlich zu "fast, fest", also "fest, stark".

Udolphs Fazit:

Bad Fallingbostel bedeutet also: "Siedlungsstelle der Leute des Vastulo".

Bad Grund

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1317 Fundo, 1321 Grunt, 1322 Grunt, 1405 Grund, 1504 Grunde, 1505 Grunde, 1505 Grunde, 1519 Grunde

Zugrunde liegt dem Ortsnamen der Grund. Im Hoch- wie im Niederdeutschen ist dies gleichermaßen bezeugt, zum Beispiel althochdeutsch "grunt", altsächsisch "grund" für "Grund, Boden". In Nordwestsachsen bezeichnet das Wort einen "tiefen, allmählich auslaufenden Geländeeinschnitt". Mittelniederdeutsch ist es als "grunt", also "Tiefe, Tal, Talgrund, Talsohle" bekannt. Norddeutsch bedeutet "grund" "eine Niederung zwischen Bergen, ein kleines Tal".

Udolphs Fazit:

Bad Grund hat seine Ursprünge im Bergbau am Iberg, der oberhalb der Siedlung liegt. Deshalb lag aus dem räumlichen Verständnis der dort Bergbautreibenden der sich entwickelnde Ort unten, das bedeutet "im Grunde". Dort bestanden naturgemäß wesentlich bessere Bedingungen zur Besiedlung, denn Wasser und fruchtbarer Boden waren vorhanden. Die Namengebung findet dadurch ihre Erklärung.

Bad Harzburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1280 Hartesborg, 1311 Hartesborch, 1314 Hartesborch, 1338 Hartesburg, 1357 Hartsborg, 1388 Hartesborch, 1436 Hartzburg, 1455 Harteesborch, um 1510 Nienstat

Alte Bezeichnungen der Burg: 1071 Hartesburg, 1073 Hartesburc, 1073-76 Hartesburg, 1072 Hartesburg, 1073 Hartesburg, 1073 Harzesburg, 1074 castrum Harzeburch, 1076 in castello Hartesburg, 1147 Harzesburg, 1180 Hartesburg

Die Burg enthält eine Ableitung des "Harz"-Namens, alt offenbar "Hart". Es besteht sicher ein Zusammenhang mit "hard" ("Bergwald") (Haardthöhe).

Udolphs Fazit:

Bad Harzburg bedeutet "des Harzes Burg".

Bad Münder

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 856/69 Munimeri, 1033 Munnere

Die St. Annen-Schwefelquelle ist wohl namensgebend. Auszugehen ist von einem altgermanischen Ansatz "Mun-ira", wobei "-r-" wie in Letter, Limmer, Mahner und in vielen weiteren Ortsnamen eine altertümliche Bildung darstellt.

Man wird ferner vermuten dürfen, dass die Wurzel "mun-/mûn-" eine Grundbedeutung "faulen, stinken, vermodern" oder ähnliches besessen hat. Sie passt gut zu den häufigen Ableitungen der "mu"-Wurzel; gut bekannt ist die indogermanische Wurzel "meu-, met-" "feucht, modrig, unreine Flüssigkeit.

Bad Pyrmont

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 889 Piringisa, 11.Jahrhundert Birngise, 1184 Pyremont, 1184 per mut, 1184 Perremont, Variante: Pirremont, 1186 Pyerremont, 1167-1191 Pierremont, 1187 Pirremunt, 1187 Peremont

Ein schwieriger Name. Die gern vorgebrachte Erklärung aus "Petri mons", also "Petersberg", wurde vor allem durch Edward Schröder populär. Die Wende in der Deutung wurde eingeleitet durch den Aufsatz von: H.-G. Maak. Durch Vergleich mit Hallermund, Dortmund, Hedemünden und anderen Ortsnamen wissen wir jetzt, dass in "-mund" ein germanisches Wort für "Berg" steckt, nicht das französisch-lateinische.

"Pyr-, Pir-" in Pyrmont kann mit dem Bierberg bei Lügde, einer dort gelegenen Quelle "In der Pirre" und mit einem Eintrag im Grimmschen Wörterbuch "pur", ferner in Schleswig-Holstein Verb "pirren", also "regnen", etwa in der Bedeutung "Quelle" verbunden werden.

Udolphs Fazit:

Bad Pyrmont bedeutet also: ein alter "Quellenberg".

Bad Rothenfelde:

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1512 Rodenfelde, 1723 Rahfelde, 1724 Rodenfelde, 1772 Rotenfelde, 1811 Rothenfelde, 1821 Rotenfelde, 1905 Bad Rothenfelde.

Rothenfelde - oder niederdeutsch "auf dem roten Felde". Könnte auf die Bodenfärbung hindeuten.

Bad Sachsa

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1219 Saxa, 1232 Sassa, 1237 Saxa, 1238 Sassa

Bad Sachsa ist ein kompliziert zu erklärender Ortsname. Am ehesten auf "Sahs-aha" für sehen dürfen zu begründen. Im Grundwort ist vermutlich das germanische "aha" für "Wasser, Fluß, Bach" enthalten. Außerdem ist vermutlich das erschlossene "Sahs-" für "Stein" enthalten. Der Name hätte dann "Steinbach" bedeutet. Möglicherweise bezog er sich als Teilabschnittsname, der im Ortsnamen erhalten blieb auf den Fluß Uffe beziehungsweise den Sachsengraben.

Bad Zwischenahn

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1194 Tuschenan, um 1280 Twischena, 1332 Thvischenna, 1802 Zwischenahn

Der Name bildet sich aus dem norddeutschen Grundwort "ach" für Wasser/ Fluss. Zusatz ist die Präposition aus mittelniederdeutsch "twisken, twischen". Der Name kennzeichnet den Ort als zwischen zwei Gewässern liegend. Gemeint sind möglicherweise die aus dem Zwischenahner Meer abfließenden Aue und Speckener Bäke.

Bahrdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jahrhundert Bardorf, 937 Bardorp, Mitte 11. Jahrhundert Barthorpa, 1209 Bardorp, 1189 Barthorp, 1328 Bardorp, 1344 Bardorpe

Der Ortsname könnte auf das Wort "Wald-Dorf" zurückgehen. Er enthält möglicherweise "baeru, baero" für "Wald", germanisch "barwa" für "Nadel-Baum, Wald". Eine andere Möglichkeit der Deutung des Ortsnamens besteht im polnischen Wort "bara" für "Sumpf". Auf Grund der Lage des Ortes am Wald und in der Flußaue der Lapau, beziehungsweise einstigen Ausläufern des Drömlings, ist nicht eindeutig festzulegen.

Bahrenborstel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1380 Bermeburstolte, Beringburstole up dem Borne, 1520 Bargenborstel, 1528 Bergenborstel, 1530 Baryenborstel

Bei Bahrenbostel handelt es sich um einen zusammengesetzten Ortsnamen. Auszugehen ist von einer Grundform  von Beringeborstel oder Berningeborstel. Darin ist das Wort -borstel, das oft zu -bostel wird und "Siedlungsstelle" bedeutet. Das Element -ing steht in Verbindung mit einem Vornamen wie Ber- oder Bern-. Der gesamte Name könnte eine Siedlungsstelle der Leute oder Sippe des Ber oder Bern - in dem Vornamen steckt der Bär -  meinen.

Bakede

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1033 in Bodukvn, 1264 de bodeke, 1277 (zu) Bodeken, 1286 Bodike, 1465 Bakede, 1465 to Badeke; Badeke, 1470 Clawes van Badeke, 1551 in unßerm dorffe Bakede, 1577 zu Badeke, 1581 Baake, 1609 in der Badecker ... Feldmarcke, 1609 auf den Bedecker Winckel, ab 1750 Bakede.

Die Deutung des Ortsnamens hat mit großer Wahrscheinlichkeit von dem Beleg des Jahres 1033 auszugehen. Seit 1465 verändert sich etliches im Namen: das -o- der verändert sich zu -a. Die Form Bakede setzt sich erst in allerjüngster Zeit offenbar durch Schreibung angeblich älterer und verlässlicherer Formen durch. Ein Eintrag im Kirchenbuch von 1777 besagt: "Der wahre Name dieses Dorfes ist nach den alten Urkunden Badeke. Pastor Barkhausen schrieb ihn, wie er gemeiniglich gesprochen wird, Bahke und Pastor Steckelmann Backe. Er und Pastor Volger setzten noch -de hinzu und machen Backede".

Balge (LK Nienburg)

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1047 Balga, 1179 Baldinge, 1202 - 1235 Balche, 1215 Baldigge, 1221 - 1232 Baldinga, 1232 Balldinga, 1258 Balge, 1515/21 Balge, 13. Jhd. Baldige, um 1300 Baldighe / Baldige / Belingen(n) / Balgen,

Der Ortsnamen stammt aus dem niederdeutschen balge, was "niedriger, sumpfiger Ort, Wasserlauf" oder "Flußrinne, Arm eines größeren Flusses, tiefe Rinne zwischen Sandbänken an der Küste" bedeutet sowie balje, balge was für "Graben oder Aushöhlung, darin noch etwas Wasser übrig bleibt, wenn gleich das andere abgelaufen" steht. Mittelniederdeutsch meint balge, ballige die "Vertiefung im Watt, die auch bei der Ebbe voll Wasser bleibt". Das Wort ist nicht nur an der deutschen Nordseeküste in Namen bezeugt, wie Balge, Balje, Sielbalje, Baljer Loch, Ossenbalge, sondern auch in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich: Bailly, Allodium de Balgiis; Balgooi in Gelderland, in pago qui Balgoie nuncupatur. Auch im deutschen Binnenland ist der Name bekannt: Balg - Ortsteil von Baden-Baden; Balge - Ortsname bei Nienburg/Weser.

Balje

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen:

Den Namen gibt es mehrfach:

Balje, Baljerdorf, Baljer Loch, ON., FlurN. und GN. bei Freiburg/Elbe, 1384 (Hs. 15. Jh.) Balghe, Balge, Balje = Norder Wallsgraben, Balje, Baljer Loch an der Saalemündung

Balje, Rißbalje, unbekannt in Schleswig-Holstein, n.k., um 1500 Up dem Riße ... aver de Ballie ... darvan noch de Rißballie tho unsern Tiden; Baljen bei Lunden

Also ist von Balga/Balge auszugehen. Dazu ausführlich J. Udolph, Namenkundliche Studien zum Germanenproblem, Berlin - New York 1994:

niederdeutsch balge "niedriger, sumpfiger Ort, Wasserlauf", balje, balge "Graben oder Aushöhlung, darin noch etwas Wasser übrig bleibt, wenn gleich das andere abgelaufen", ndt. dial. balge "Flußrinne, Arm eines größeren Flusses, tiefe Rinne zwischen Sandbänken an der Küste", mittelniederdeutsch balge, ballige "Vertiefung im Watt, die auch bei der Ebbe voll Wasser bleibt", a. 1384 de balghe.

Das Wort ist nicht nur an der deutschen Nordseeküste in Namen bezeugt (Balge, Balje, Sielbalje, Baljer Loch, Ossenbalge), sondern auch in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich (Bailly, a. 1061 Allodium de Balgiis; Balgooi in Gelderland, a. 1172 in pago qui Balgoie nuncupatur, und auch im dt. Binnenland: Balg, OT. von Baden-Baden; Balge, ON. bei Nienburg/Weser, um a. 1080 (K. 12./13. Jh., Adam v. Bremen) Balga; Balge, ehem. Hafen in Bremen, a. 1384 Iuxta Balgam.

Ballenhausen

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1101 Unicone de Ballenhusen, 1118 bis 1137 Balenhuserberche, 1135 Ballenhuson, 1152/53 bis 1156 Unoco de Ballinhuson, 1168 Ballenhusen

Das Grundwort ist hausen. Woher sich das Wort Ballo leitet, ist nicht sicher. Es könnte sich dabei um den Namen einer Person handeln. Möglicherweise ist auch ein Bezug zum Wort bald herzustellen.

Baltrum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1398 Balteringe, 1585 Baltrom, 1684 Baltern

Da alte germanische Personennamen im Allgemeinen aus zwei Teilen bestehen, darf im ersten Teil "balþ-, bald-", also "kühn" gesehen werden, sehr beliebt in alten Personennamen: zum Beispiel Balder, Balduin und andere. Am ehesten darf man "Bald-her-" ansetzen. Später ist "Baltringe" durch umliegende "-um"-Namen Ostfrieslands zu "Baltrum" umgedeutet worden.

Banteln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 997 Bantanon, 1043 Banthenem, 1149 Banthenheim, 1178 Bantenum, 1205 Banthenem, 1304 Bantenem, 1321 Bantelen.

Vielleicht gehört der schwierige Name zum althochdeutschen "banz". Verwandt scheinen spanisch "banda" für "streifen an einem Flusse", niederrheinisch "bande, bende, beende" für "Wiese". Dieses Wort taucht ausschließlich in Ortsnamen auf. Diese Deutung ist allerdings sehr unsicher und es ist bislang keine überzeugende Deutung zu finden.

Bargstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 Bergstede

Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich im Mittelalter von Bergstede und Berckstede zu Bargstedt gewandelt. Dem liegt ein mittelniederdeutscher Lautwandel von "-er-" zu "-ar-" zugrunde. Die Bedeutung des Ortsnamens ist als "Berg-stätte" also "Siedlung am Berg" aufzufassen, was zur Lage des Ortes passt.

Barsinghausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1193 Berkingehusen, 1200-1204 Berzinghusen, 1203 Berchingehusen, 1213 Berscyngehusen, 1216 Berchsihusen, 1223-1225 Berkenhusen, 1228 Berkingehusen, 1229 Bercingehusen

Es gibt wohl eine Verbindung zu dem Familiennamen "Berico". Dieser ist wiederum abgeleitet von "bero", "bern" und bedeutet "Bär", "Held", "Krieger".

Udolphs Fazit:

Zusammengefasst bedeutet Barsinghausen: "Bei den Häusern der Sippe des Beriko".

Barum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1290 Berne, 1304 Barem, 1305 Barme, 1319 Barme, 1339 Barme, 1344 Barem, 1344 barme, 1348 Barum, 1354 Barem, 1366 Barum Barme, 1384 Barem.

Niederdeutsche Mundartwörterbücher verzeichnen unter barm(e), berme mehrere Deutungen. Am ehesten scheint eine Ableitung in der Bedeutung "Grabenkante, Deichfluss, Böschung, Stufe am Deich, auch als Fahrweg benutzt; Schoß, Busen; die Sohle, der Fuß des Deichs". Bei norddeutschen Flurnamen wie Barm(e), Barmehorst, Barmwiese, Barmwisch kann es sich um Mundartbezeichnungen für eine Flur wie "Gestrüpp, Buschwald, Wiese" oder niederdeutsch "Wische, Wiese" oder auch "am Deich, Erdhaufen" handeln. Ein Beleg aus dem Jahre 1635 zeigt, dass unter Barm(e) regional auch "Holz, Waldung, Böschung" verstanden werden kann. Barmstedt geht zurück auf eine Bildung aus dem niederdeutschen barm "Erhebung, Anhöhe, Anhäufung" - der veralteten Form für "Stadt, Siedlung". Somit bezeichnet Barmstedt die "Siedlung an der Anhöhe". Barum liegt auf einer aus der Neetze herausragenden, verhältnismäßig schmalen Erhebung. Also gilt auch für Barum "Siedlung auf, an der Anhöhe".

Barver

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 12./13. Jahrhundert Bervere, 1350 Beruere  1549 Barwerden, um 1700 Barver

Deutlich erkennbar ist die alte Straße östlich des Ortes. Auch eine Eisenbahn und die Bundesstraße queren das Feuchtgebiet bei Barver, der "Fährstelle am Wald".

Barwede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 888 Beriuuidi, 1309 Bereweden, 1495 Barwedel, 1535 Barwedel, 1566 Barweddell, 1609 Barwede

Es ist kaum daran zu zweifeln, dass bei diesem Ortsnamen ein Kompositum vorliegt und dass man daher den Ortsnamen in "Beri-widi" zerlegen kann. Wenn das richtig ist, wird im Grundwort "widu" anzusetzen sein. Darin darf "wede" für "Wald" vermutet werden. "Bêr, bâr, ber, beier, beer" bedeutet "Eber"

Udolphs Fazit

Der Ortsname bedeutet also vermutlich "Schweinewald", bezogen auf die Eichelmast.

Basdahl

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen:

1297 in loco Bodesdal, 1549 Baßdal

Im zweiten Teil steckt klar niederdeutsch dal "Tal"; und im ersten Teil? Wahrscheinlich zu erklären wie Basfelder Hof: 1398 zu Basfelde, 1537 Bachsfeldtt, 1587 Bachsfelde, 1590 Basfelt, 1715 Bassfeld; † Bassleben bei Helmstedt, 952 Bassallo, ca. 1150 Basselo; Baßberg, FlurN bei Hameln, (ca. 1470-80) na dem Basberge mer; Basbeck bei Osten, ca. 1250 Basbeke; Balsbeke, um 1280 Bastbecke, 1347 de Basbeke; Bassenfleth bei Stade, 1255 in Bassenvlete, 1268 in Bassenfleth.

Vielleicht zu althochdeutsch bar (*baza), lit. bãsas "barfüßig", aksl. bosъ "barfuß" einen Ansatz bhes- "abreiben, zerreiben, ausstreuen", wozu auch bhoso-s "nackt" gehört, „ursprünglich wohl bezogen auf kahlgewetzte, abgewetzte Stellen“. Das Germanische hat "daran Anteil und zwar mit den Wörtern Besen als "der Feger, Kehrer", bar "bar, blo", Grundbedeutung "blank" und Bast.

Die Namendeutung, die als "abgeriebene, zerriebene Stelle" gleich "ausgeriebenes, abgetragenes Tal", bleibt unsicher.

Bassu

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 856-865 Birxinon, 937 Birsina, 937 Bircsinun, 967 Bircsinun, 974 Birchisinu

Die Grundform lautet offenbar: "Birk-s-in-un" und bedeutet "Der Ort bei den Birken". Es ist eine sehr altertümliche, germanische Bildung; es bleiben noch Zweifel, ob diese Deutung richtig ist

Beckdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1442 Bekedorpe, Bekedorp, 1857 Beckdorf

Der Ortsname geht zurück auf das niederdeutsche "bēk(e)" für "Bach" und "-dorp" für "Dorf, Siedlung". Offenbar handelt es sich dabei um den Oberlaufnamen der Goldbeck.

Beckel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1189 Beklo, 1250 Boklon, 1211 Bekelen, 1288 Bekele, um 1289 Beklo, 1290 Becklen, um 1360 Bekele

Entstanden ist der Ortsname aus "bēk(e)" für "Bach" und "-loh" für "Wald“, also "Wald am Bach"; hier ist wohl die Delme gemeint.

Beedenbostel (LK Celle)

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1051 Beginburstalle, 1057 Beginburstalle, 1060 usque ad fluvium Alera ad locum Buotenburstal, 1295 Benborstlem, 1318 Begenborstelde, 1330-1352 to beynborstle

Ältere Belege weisen auf die Grundform des Wortes "Begin-burstal" hin. "Burstal" kommt von "borstel" und bedeutet Siedlungsstelle. könnte es sich dabei um einen Vornamen handeln oder auch auf "Streit, Kampf" hinweisen.

Beeste

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: vor 890 Biastun, um 900 Bieston, 9./10. Jahrhundert Biastum

Beesten ist ein zusammengesetzter Ortsname. Der erste Teil des Wortes geht auf das niederdeutsche Wort "bies" "Binse" zurück. Der zweite Teil geht auf das germanische tun zurück, es steht für Siedlung oder Ort. Im Englischen wurde es zu "town" und in Ortsnamen zu "-ton".

Udolphs Fazit:

Beesten ist also ein "Binsenort"

Belle

Udolphs Fakten und Recherchen: Bilehem, Belhem, Beleem, Belehem, Bellehamen, Beleham, Belham, Belheym, Belle

Der Ortsname ist umstritten, wie auch "Bielefeld", wo im ersten Teil auch "Bil-" steht. Eine sichere Deutung gibt es noch nicht. Es muss sich um die Bezeichnung für die geografische Lage handeln. Am ehesten kommt englisch "bile" "Kap, Landspitze" in Frage, das auch in Ortsnamen wie "Bilham" vorkommt.

Belum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1451 Bedelem 1453 Bedelhem, 1500 Bedelhemmer, 1762 Belum

Der Ortsname könnte auf den Vornamen "Bedo" zurückgehen, also "Siedlung des Bedo" bedeuten. Wahrscheinlich lässt sich der Ortsname von "badu" für "Kampf" ableiten.

Bendestorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 8./9. Jh. Bennestorf, 1004 Bennedesthorp, 1017 Bennedesthorp, 1025 Bennedestorp, 1157 Bennedesthorp, 10 bis 12. Jahrhundert Benestorf

Der Name Bennedesthorp/Bendestorf ist ein komplexer Ortsname, welcher aus den Elementen Bennedes- und -thorp besteht. Das Grundwort thorp beruht auf altsächsisch thorp, mittelniederdeutsch dorp in der Bedeutung von "Dorf, Gehöft".

Als ursprüngliches Erstelement des Namens Bennid kommen in erster Linie Rufnamen auf Bern-, wie Bernhard, Beringer, Berinher, Beringard, Berinfried (und andere) in Frage. Das Erstglied beruht hierbei auf althochdeutsch bero, altsächsisch bera "Bär" und die Kurzform Bennid wie auch der häufige Name Benno entstanden durch Assimilation des -r- an das darauffolgende -n-. Assimilation ist ein natürlicher Prozess innerhalb jeder Sprache.

Berg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1200 Berge, 1240 Berghe; Bergen, 1250 Berge, 1251 Berghe; Berege, 1258 Berege, 1310 Bergh

Zugrunde liegt "Berg", entstanden aus "an dem, bei dem Berge liegend"; die Lage passt genau zu dieser Deutung. "Berg, berch" bedeutet "Berg, Erhebung"

Bergfel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1135 Bergfelde, 1344 Berchvelt, 1366 berchuelde, 1366 Berchvelde, 1366-1367 Berchveld

Ganz ohne Frage ist von der Zusammensetzung Berg-feld auszugehen. Ein hoher Berg ist nicht notwendig; eine leichte Erhebung im Flachland tut es auch. Der Blick auf die Karte zeigt zudem, daß Bergfeld auf einem sich leicht abhebenden Plateau liegt. An deutscher Herkunft aus Berg und -feld kein Zweifel.

Bersenbrück

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 1221 Bersinbrugge, 1231 Bersembrugge, 1301 Bersenbrucge, 1723 Berßenbrück

Der Ortsname ist eine Bildung mit dem Grundwort "-brück". Das Bestimmungswort enthält einen Gewässernamen "Bersina/Birsina", der seinerseits eine Ableitung mit "-n-"Suffix ist. Ableitungsbasis ist "bheres-" für "schnell". Später setzte sich der Name "Hase" - wie in Osnabrück, eigentlich "Brücke über die Osna" - durch.

Bettingerode

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1013 Bedingaroth, 1018 Beddinge, 1174-1195 (K. 12./13.Jh.) Bettingeroth, 1265 Bettingerod (Petke 492)

Deutung aus Bad-inga-rod entsteht mit Umlaut Bedingerode, später wohl Bet­tingerode. Typischer -ingerode-Name in der Nähe von Wernigerode. Die Ortsnamen auf -ingerode, Weimar 1937. Im Bestimmungswort steht ein schwach flektierender PN asä. Bado, der zu germ. badw, ags. beadu, beado, asä. badu- (nur in PN) "Kampf" gehört.

Bedeutung: "Rodung der Leute des Bado".

Bever

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 822-826 Byueran, 980-982 Byuerun, 1015-1036 Biveran, 1197 Bivere, um 1200 Beveren, 1245 Biveren, 1263 Bevere, 1290 Beveren

Der Ortsname hat zwei gleichwertige Herleitungsmöglichkeiten. Zum einen könnte der Ortsname auf das Wort "Biber" zurückgehen, zum anderen auf die Worte "beben" oder "zittern". Für Bevern sind letztlich beide Herleitungen möglich und keiner der beiden kann eindeutig der Vorzug gegeben werden.

Beversted

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 860 Westristanbevergiset

Der Ortsname ist zu zerlegen in "Westristan", "bever" und "giseti", wobei die "-set"- und "-sat"-Ortsnamen auf die Siedler Bezug nehmen. "Bever" bedeutet "Biber"

Udolphs Fazit:

Beverstedt bedeutet etwa: "Die westlich des Bibergebietes Siedelnden"

Bexhövede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1184 Bekeshovede, 1194 Bikeshoved, 1224 Joannes de Vikkeshovede, 1231 de Bekeshovede, 1235 de Bekeshovede; de Bixhouue

Wie bei Bornhöved, Visselhövede und anderen Namen liegt im zweiten Teil Niederdeutsch "hoved", also "Haupt" vor, hier verstanden als der Beginn eines Gewässers. Im ersten Teil steht der Genitiv von Niederdeutsch "bek", also "Bach".

Udolphs Fazit:

Bexhövede bedeutet also "des Baches Quelle"

Bienenbütte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1004 Biangibudiburg, 1288 Binebutle

Umstritten, ob der Beleg von 1004 Biangibudiburg hierher gehört, wahrscheinlich nicht. Der zweite Teil im Ortsnamen "Büttel" kommt von "butli" und bedeutet "Siedlung, Wohnstelle". Der erste Teil ist ein alter Kurzname "Bio" oder "Biho". Er ist dem Stamm "bih" beziehungsweise "bi", altsächsisch "bina", anzuschließen und bedeutet "Biene".

Bierberge

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1151 Bireberge, 1189 Birbergen, 1206 Berberg

Im Altenglischen ist ein Wort "bearo", "bearu" also "Wald" bezeugt, das nach neuen Erkenntnissen in nicht wenigen niedersächsischen Ortsnamen verborgen sein dürfte, so etwa in Barfelde, Böbber, Deckbergen, Eisbergen bei Rinteln oder Haimar östlich von Hannover.

Udolphs Fazit: Bierbergen ist demnach als altgermanischer Name, nämlich als "Waldberg" zu verstehen.

Bilshausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 952 Bilsshussen, 1235 ecclesia in Bilshusen, 1241 Beleshusen, 1255 Conradus de Billeshusen, 1287 Bilsusen

Der Ortsname bildet sich mit dem Wortteil -hūsen. Das Bindewort enthält den Kurznamen Bili. Der Personenname leitet sich von bil für "Schwert, Beil" zurück.

Binnen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1251 Binne, 1254 Binnen, 1340 Bynnen

Der Ortsname ist schwierig herzuleiten. Er könnte wie "Bünte" auf das althochdeutsche "biunta", mittelhochdeutsche "biunte, biunde" für "eingefriedigtes Rottland in der Allmende, im engeren Sinn nur das der Grundherrschaften" zurückgehen. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Eine weitere Möglichkeit wäre der Ursprung wie bei "Binder". Der Ortsname geht auf das atenglische "binde" für "Kletterpflanze" zurück. Das Wort bezeichnet alle möglichen Arten von Kletterpflanzen wie "Wein, Efeu und so weiter".

Udolphs Fazit:

Binnen könnte also eine Stelle bezeichnen, wo es Kletterpflanzen gibt. Aber auch diese Deutung ist sehr unsicher und noch nicht endgültig geklärt.

Bippe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Bipeheim, Biphem, Bippehem, Bippehen, Byppehem, Bippen, Byphem, Bipham, Bypham, Byppen, Bipphe

Bippen ist ein bis heute nicht erklärter Name. Im zweiten Teil steht niederdeutsch "hem" für "Heim, Siedlung, Dorf". Vielleicht gehört der erste Teil zu "beben (Erdbeben), bibbern". Die Namengebung könnte sich auf nachgebenden, beim Betreten schwingenden, zitternden Boden beziehen; dieses Motiv ist keineswegs selten zu beobachten, es gibt etliche Orte, die aufgrund dieser Bodeneigenschaften so benannt worden sind.

Bispingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1329 Johannes de Bischopinge, 1331 Johannes Bischopinge, 1339 Corde van Biscopinge, 1366 Brune Bicopinghe

Der Name leitet sich ab von "Biscopinge", niederdeutsch "biskop" für Bischof. Daraus ergibt sich "Die Siedlung der Leute des Bischofs".

Bleckede

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1209 Blekede, 1224 Blekede, 1224 Blekethe, 1228 Blekede, 1319-1330 Blekede. 1312-1331 Blekede, 1330-1352 blekede, 1360 bleked.

Der Ortsname ist zurückzuführen auf "Blek-ithi", gebildet mit dem altgermanischen Element "-ithi " und "blek" für "helle, freie, lichte Stelle".

Bliedersdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1236: de Blytherstorpe, 1238 de Blitherestrope, 1257 de Blidersdorp, 1257 de Blitherstorp

niederdeutsc -dorp; im ersten Teil alter Personenname mit dem Erstglied Blid-, das auf althochdeutsch und altniederdeutsch blidi, blide "froh, heiter" zurück geht, wie zum Beispiel Blidger, Blidgard, Blidfrid, Blithard, Blither, Blidhild, Blidram oder Blidmar.

Bockenem

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 11.Jahrhundert Bukenem, 1131 bokenum, 1131 Bukeneim, 1154 Bukenem, 1157 Bukeneim, vor 1189 Bokenum, 1225 Bukenem, 1234 Bukenem, 1240 Bokene

Alle bisherigen Vorschläge sahen in dem Namen ein "Buchenheim". Eine andere Deutung: "Den älteren Formen nach dürfte es sich beim ersten Element um den Kurznamen 'Bugo', as. 'Buccu', ae. 'Buga, Bugga' handeln". Angesichts der zahlreichen Ortsnamenbildungen mit "bokin-" scheint die ältere Erklärung einfacher und überzeugender zu sein. Das Schwanken zwischen "Bok-" und "Buk-" wird fraglos hochdeutsch beeinflussten beziehungsweise echt niederdeutschen Quellen zuzuschreiben sein.

Bodenfelde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 822-826 Budinifelde, 822-826, 826-876, 833 Budinisvelt, 10. Jahrhundert Budinoveldun, 976-979 Budinueldun, 980 Budineveldon, nach 1078 Budineveld, vor 1158 Budeneueld

"Budina-" geht zurück auf "bhudh-" und steht in Beziehung zum Bedeutungsfeld "Wasser". Mögliche Bedeutungen sind "aufblasen", "schwellen", "Schlammpfütze", "Pfütze", "Pfuhl", "Blasen werfen", "schäumen", "brausen", "brodeln", "Wellenbruch", "Brandung".

Bodense

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1107 Bodenhusen, 1498 Bodensen, 1527 Bodenhußen, 1568 Bodenßen, 1578 Bodensee, 1588 Bodensehen

Der Ortsname ist eine Wortbildung mit der Endung "-hūsen", das in den späteren Belegen zu "-sen" verkürzt worden ist. Die heutige Endung "-see", die für die "-hūsen"-Namen dieses Gebietes untypisch ist, ist erst jünger. Eventuell ist die Endung "-see" durch den Einfluß des Bodensees bedingt. Der Ortsname zeigt, wie wichtig die Berücksichtigung der älteren Belege ist, denn die heute amtliche Form weicht von der älteren Überlieferung ab. Das Bestimmungswort im Ortsnamen ist der Kurzname Bodo. Dieser gehört zu germanisch "bauditz" für "Gebieter", das nur in Namen erhalten ist. Der Personenname Bodo ist überaus häufig.

Bodenwerder

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1150 Werdere, 1245 Werthere, 1287 Bodenwerdhere, 1300 Bodenwerdere, 1305 Insulam, 1316 Bodoni

Der Ortsname besteht aus dem Simplex "Werder", also "Fluß-insel", das gelegentlich auch in latainischer Form "insula" erscheint. Das später hinzutretende Bestimmungswort enthält den Kurznamen "Bodo", der seit altsächsischer Zeit gut bezeugt ist. Was den von der Literatur angeführten konkreten Namengeber betrifft, so ist eine konkrete Festlegung bei der derzeitigen Quellen- und Forschungslage besser nicht zu treffen. Es bleibt also unsicher, welcher Bodo das gewesen ist.

Boffzen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826-876 Boffeshusun, 826-876 Boffeshusun, 1015-1036 Boffesun, 1036 Buffasson, 1036 Buffesen, 1190 Boffessen, 1205-1212 Bovesse

Es besteht eine Bildung mit dem "-hūsen", das rasch zu "‑sen" abgeschwächt wird. Das Bestimmungswort enthält, wie schon die meisten Forscher angenommen hatten, den stark flektierenden Kurznamen "Boffi". Dieser ist wohl zu "bob" zu stellen, der entweder mit "bōve", also "Bube" zu verbinden ist oder einen Lallstamm darstellt.

Bohmte

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1047 Bamwide, 1088 Bomwide, 1090 Bamwide, 1090 Bonwide, 1188 Bomwede, 1310 Bowede, Bomethe, 1402 Bomde, 1423 Boemwede, 1604 Bombwede, 1625 Boembte, 1651 Bombte, 1652 Baumte, 1772 Bomte, 1789 Bomwedde, 1823 Bohmte

Beim diesem Ortsnamen hat es eine Entwicklung von Bom-/Bamwide zu Bohmte gegeben. Es ist kaum anders möglich, als Bohmte aus "Bōm-wide" für "Baumwald" herzuleiten. "wide, wede" ist niederdeutsch für "Wald". Das ist verwirrend: Baum und Wald; denn aus Bäumen besteht ja jeder Wald. Daher könnte "Baum" in diesem Fall im Sinne von "Nutzholz" gebraucht sein. Der grünende Baum wurde in ganz alter Zeit durch "tere" bezeichnet, während "bom" für "dürrer Baum, Balken" stand. Wahrscheinlich ist das "Bom-" in diesem Ortsnamen als "Bauholz" zu sehen. Aber sicher ist das nicht.

Boitze

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1303 Boldewinus de Botz (Lüneburg), 1304 Ottho Botze (Lüneburg, 1316 in Boitze; Slavico Sedorpe et Boetze, 1347 Conradus de Botzom (Neubürger Lüneburg, 1363 Albertus van Botzen, Henneke van Botzen (Lüneburg), 16. Jh. Boitze

Botze: wahrscheinlilch enthält das Wort "boke (Buche)", mit einer sprachlichen Erscheinung, bei der in unserem Gebiet das k zu z wird.

Dem kann man zustimmen; wahrscheinlich ist von einem altsächsischen Ortsnamen *Bōk-ing- auszugehen, in dem ndt. bōk "Buche" vorliegt und in dem der Wandel von –k- > -ts-/-tz-/-z- wie in den Ortsnamen Boitze (Kr. Lüneburg), Boitzen (Kr. Rotenburg/Wümme) und Boitzum (Kr. Hildesheim) dem sogenannten "Zetazismus" anzulasten ist. Das ist ein Wandel, der im Altniederdeutschen erfolgt ist und in zahlreichen Ortsnamen seine Spuren hinterlassen hat: Celle, Zeven, Zellerfeld u.a.

Also "Buchenort".

Boke

Udolphs Fakten und Recherchen:

Sämtliche "Bok-lo"-Orte gehören zu "loh", also "Wald". Der Name ist zusammengesetzt aus niederdeutsch "bōk", also "Buche", und "-loh", also "Wald"

Udolphs Fazit: Bokel bedeutet somit "Buchenwald"

Bokensdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1468 Bokelstorpe, 1495 Vakestorf, 1535 Bakenstorp 1566 Bockensdorff, 1612 Bockemstorf

Im Grundwort steht natürlich niederdeutsch –dorp "Dorf, Siedlung". Also die "Siedlung eines Bok", wobei der Personenname zu der Sippe um Boko, Buk(k)o, der Koseform von Burghard, gehören könnte.

Bomlitz

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1389 Bomlosen, 1438 Bomlosen

Die Gemeinde Bomlitz ist durch den Zusammenschluss der früher selbständigen Gemeinden Benefeld, Bomlitz, Borg und Uetzingen im Jahre 1968 sowie die Eingliederung der Gemeinden Ahrsen, Bommelsen, Jarlingen und Kroge im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1974 entstanden. Bomlitz enthält den Gewässernamen "Böhme" und "leck, letze", also "Riss, durch den Wasser geht, durchsickert", gehört zu "lecken", also "triefen, tröpfeln, durchsickern".

Borstel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1300 Borstelde, 1302 Borstolde, um 1380 Borstold

Die "-borstel"-Namen setzen sich zusammen aus "bur", also "Wohnung, Siedlung" (nicht "Bauer"), und "stal, stelle", also "Siedlungsstelle"

Bothe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1236 de Botlo, 1237 de Botelo, 1340 Botel

Die Wortbildung des Ortsnamens ist unsicher, man kann von einem Kompositum mit "-lo(h)" ("Wald") ausgehen oder von einer Bildung mit "-l"-Suffix

Bovenden

Udolphs Fakten und Recherchen: Bildung mit dem Grundwort -tun, entspricht hochdeutsch Zaun, niederdeutsch tūn "Zaun", engl. town, in Ortsnamen am Ende -ton (Eaton, Weston, Remington usw.)

Alte Bezeichnungen: 949 Bobbenzunon, 950 (Druck 18. Jh.) Bobbontenini, um 1141 Bovendten, 1144 Bobentunon, vor 1158 in Bobbentun villicatio, 1170 Bodo de Bobentun, 1297 Boventen, 1330 Bouenten

Udolphs Fazit: Als Bestimmungswort ist ein schwach flektierter Kurzname Bovo, Bob(b)o möglich, ein häufiger Personenname. Bedenkenswert ist allerdings der Einwand von Casemir, daß die dt. -tun-Namen anscheinend nicht mit PN zusammengesetzt sind, weshalb eher ihrem Vorschlag, eine Bildung mit der Präposition altsächsisch bi-o:an, mittelniederdeutsch boven, mitteldeutsch boben(e) "oben, über" anzunehmen, zu folgen ist. Es läge also bei Bovenden eine Bildung "Bio:an-tun/"Boven-tun vor, d.h. eine oberhalb von etwas gelegene Siedlung. Konkret dürfte die zum Überflutungsgebiet der Leine erhöhte Lage der Siedlung gemeint sein.

Bösel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen:

ca. 1080/88 Borsla, 1320 Borsele [Or], 1424/50 to Bosele [Or]; Boesell (1535).

Die Etymologie des Ortsnamen ist unklar, da die Endung -la, abgeschwächt -le, sowohl auf das Gw. /-loh(e) als auch auf das Suffix -l- als Element einer Stellenbez. zurückgehen kann.

Als Basis ist an germ. *burs- aus idg. *bhrs- "Emporstehendes, Spitze, Borste" zu denken, das in schwed. borre, engl. bur "Klette" erhalten ist.

Die Lage Bösels auf dem ca. 15 m hohen Geest­rücken inmitten der Moorlandschaft an der Lahe stützt die Deutung als "erhöht liegender Wald".

Brackel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1307 in villa Brackell, 1312 in villa Brakele, 1450 Brakell

Das Grundwort altsächsisch loh, lah "Busch, Niederwald". das Bestimmungswort ist altsächsisch "brak, braka" mittelniederdeutsch "brake- gebrochenes Holz, Zweig"

Brake

Udolphs Fakten und Recherchen:

1314 als Deichbruchstelle zum ersten Mal erwähnt. Eine Siedlung entstand erst im 16. Jahrhundert auf drei eingedeichten Inseln am Braker Siel. Der daraus entstehende Hafen entwickelte sich allmählich zu einem Umschlagplatz für größere Überseeschiffe.

Alte Bezeichnungen: 1384 Brake, 1404 Brack, 1589 Brake

Udolphs Fazit:

Ursprünglich ein Flurname, der sich auf eine Einbruchstelle der Weser bezog, erkennbar noch im Beleg von 1384. Zugrunde liegt mittelniederdeutsch, niederdeutsch "brake" Einbruch-Stelle, Bruchstelle eines Deichs, Durchfluss durch ein Loch - eine Stelle, wo vordem ein Deich gebrochen ist.

Bramstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Bramstede

Der erste Teil im Ortsnamen brâm ist mittelniederdeutsch und bedeutet "Brombeere, Brombeerstrauch, Ginster". Brâm ist Bestandteil zahlreicher norddeutscher Ortsnamen und zum Beispiel auch in Bramau, Brammer, Bramstedt vorhanden. Der zweite Wortteil -stede steht für "Stätte".

Braunlage

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1227 Brunla, 1227 Brunla, 1234 Brunenla, 1235-1289 Brunenlo, gegen 1260 Brunenlo, 1518 Brunlohe, 1518 Braunlohe, 1531 Brunlohe, 1594 Braunenlaw, 1595 Brunlawe, 1595 Braunlag, 1610 Braunla; Braunlahe, 1621 Braun Lohe, 1622 Braunlohe, 1643 Braunlahe, 1650 Braunlah, 1679 Braunlage, 1690 Braunlahe.

Daraus lässt sich folgendes gewinnen: Es liegt kein "-lage"-Name vor, wie die heutige Form zu verraten scheint, sondern ursprüngliches Brun"-la-". Im zweiten Teil steckt ostfälisch "-la", dem in vielen anderen Ortsnamen das "-lo(h)" für "Wald" entspricht. Im ersten Teil könnte das niederdeutsche "brūn" für "braun" enthalten sein. Dann stellt sich aber die Frage: Worauf soll eine Bedeutung wie "Braunwald", "brauner Wald" bezogen werden? Daher ist es besser zu einem nordgermanischen Wort, dem altisländischen "brūn" für "Braue; Kante, hervorstehender Rand", zum Beispiel eines Gebirges, eines Hügels zu folgen.

Braunschweig

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1031 Brunesguik, Brunesivvik, 1115 Bruneswich, 1129 Bruneswich, um 1130 Brunsuic, 1134 Bruneswich, 1134 Bruniswich, 1136 Bruneswic, vor 1139 Brvnesvvic, 1144 Bruneswic, 1147 Bruneswich, 1156 Bruneswich, 1158 Bruneswich, 1158 Brunswic, 1160 Bruneswic

Es gibt mehrere Thesen: Die Siedlung eines "Brun - Bruns Wik". Da ringsum "-rode"-Orte liegen, altes "Brunsrode" - könnte es auch die "Rodung eines Brun" bedeuten. "Brun" wie in "Braunlage" und anderen Orten; ein ganz anderes, heute verschollenes Wort "Brun-", im Nordgermanischen "Abhang, Ufer, Klippe". Für "Siedlung am Abhang, Hang" scheint der Braunschweiger Ortsteil "Klint" zu sprechen, ebenfalls ein nordgermanisches Wort für "Hügel, Berg, Klippe". Vermutlich ist die dritte These die stichhaltigste.

Breddorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1236 erstmalig erwähnt, 1237 bis 1246 Breddtorpe, um 1352 in Brettorpe

Der Name kommt aus dem Niederdeutschen "brēd" für breit. In Verbindung mit "dorp" für Dorf kann man schließen, dass sich der Ortsnamen offenbar auf die Lage beziehungsweise Gestalt der Siedlung bezieht, also breites Dorf.

Bremervörde

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1123/1124 Vorde, 1374 Vordis, seit 1635 Bremervörd

Der Ort entstand an einem Übergang über die Oste bei einer kleinen Wasserburg; seit 1219 Residenz der Bremer Erzbischöfe und Mittelpunkt ihres Territoriums. Wie die Überlieferung zeigt, ist der Zusatz "Bremer-", veranlasst durch die Zugehörigkeit zum Bremer Erzbistum, erst im 17. Jahrhundert hinzugetreten. Die älteren Belege enthalten "vōrde", also "Durchfahrt, Furt".

Udolphs Fazit: Der heutige Ortsname bedeutet demnach soviel wie "an der Furt (der Bremer)".

Brest

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1388 Brecstede, 1467 Brestedt, 1500 Brestede

Die Bedeutung des Ortsnamens ist vermutlich identisch mit Bredstedt in Schleswig-Holstein. Er steht für "breite, ausgedehnte Stätte, Siedlung".

Brevörde

Udolphs Fakten und Recherchen: vor 1158 in Bredenuorde, 1243 Bredenvorde, 1252 Bredenuorde, 1263 Sifride de Bredenvorde, 1653 Brevörde

Alte Bezeichnungen: Bildung mit dem Grundwort ‑furt und dem Adjektiv altsächsisch brēd, mnd. br>it, br>ide ‘breit’ in der Wendung tor br>den vorde ‘an der breiten Furt’. Ähnlich wie bei Bremke schwinden das intervokalische ‑d- und das ‑n-, so daß *Br>nvorde bzw. Brevorde entstehen. Da der Ort an der Weser liegt, liegt eine ursprüngliche Stellenbezeichnung, eine Furt, dem ON zugrunde.

Brinkum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1388 Brincham, 1408 Brinchem, 1645 Brincku

"Brink" bedeutet "Anhöhe im Wiesengelände", "bewachsene Hochfläche", "bewachsene Anschwemmung im Flussbett", "Anger", "Versammlung(splatz)", "abgrenzende Höhe", "Rand", "Ufer".

Brockum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 969 Bruochem, 1243 Brochem, 1247 Bruchem, 1283 Brohem, 1460 Broke, Brocke, 1661 Brokem

Die erste Silbe des Ortsnamens ist mit dem mittelniederdeutschen "brok" für Bruch und die zweite mit "hem" für "Heim" identisch. Der Ortsname bedeutet also "Ort am Bruch, Sumpf".

Bröcke

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1215 Broclede, 1221 Broclede; Broclede, 1233 Brocledhe, 1233 Bröclete, 1234 Broclede, 13. Jahrhundert Brokelde, 1304 brokeldhe, 1304 brucledh

Aus den Belegen geht hervor, dass wohl von einer Grundform "Brokledhe" auszugehen ist. Im Grundwort des Namens "Bröckel" steht "brôk" für "Bruch, Sumpf-, Moorland; niedriges nasses Uferland", "Brook" für "Bruch, mit Wald oder Busch bestandene, sumpfige Niederung".

Udolphs Fazit:

Die Grundbedeutung des Ortsnamens ist also: "Sumpfort, Ort am Moor, Sumpf".

Brome

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1202 Brome, 1295 Brome, 1451 Brome

Früher wurde der Ortsname zumeist mit "brama, broma, brána", also "Tor", verglichen, jedoch entspricht dem der Vokalismus nicht, denn es wäre "Bram-" zu erwarten. Der Vokalismus spricht ebenso gegen eine Verbindung mit "braam, brâm", also "Brombeerstrauch, Dornstrauch, Besenginster". Vielleicht ist es ein Teilabschnittsname der Ohre. In diesem Fall bietet sich an, von einer Form "Brōma" ausgehend der Ortsname, der etwa "aufwallen, sich heftig bewegen" bedeuten kann und vor allem auf quellendes und siedendes Wasser bezogen wurde.

Brüggen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 936 Brugheim, 954 Brugkihem, 955 Brugkiem, 965 Bruggeheim, 997 Bruggihem, 1004 Bruggeheim, 1210 Brugehem, 1220 Brucchem, 1226 Bruken, 1216 Brucken

Trotz einiger Varianten ist die Grundform des Ortsnamens gut erkennbar. Der Name besteht aus einer Zusammensetzung aus "brügge" für Brücke und "-hem" für Heim. Niederdeutsches und Hochdeutsches wechseln munter miteinander. Also: Siedlung an der Brücke.

Buchholz

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1432 Bokholte, Bockholte, Bocholte, 1450 Bockholte, Mitte 16. Jahrhundert Bochol

"Bok-holt" bedeutet "Buchenwald".

Bückeburg

Udolphs Fakten und Recherchen:

Es gibt die Alte Bückeburg südöstlich bei Obernkirchen, die namengebend für Bückeburg wurde.

Alte Bezeichnungen (Alte Bückeburg): 1171 Buxeburch, 1171 Bukkeb(urg), 1181 Buckeburch, 1218-1236 Buckeborg, 1564 Buckeborc

Alte Bezeichnungen (Bückeburg): 1348 Buckeborch, 1365 Buckeborch, 1401 Bückeborch, 1461 Buckeborch, 1518 Bückeborg, 1615 Bückebur

Unter "bücke", Niederdeutsch "Gebück", versteht man eine aus Hainbuchen angefertigte lebende Hecke, die als Schutzwehr diente.

Bücken

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 937 Bukkiun, 937 Buscin, 967 Bukkun, 973 Bukkun, 987 Bucken, 988 Bukkiun

Bühren

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 826 Buriun, 1128 Buren, 1537 Buhrenn

Der Ortsname geht auf das althochdeutsche bur für "Haus, Wohnung" zurück und bedeutet etwa "bei den Häusern" und steht für "Siedlung".

Burgwedel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1179 Burchwide, vor 1196-1197 Burgwide, 1353 Borchwede, 1406 Borchwede

Großburgwedel: 1324 groten Borchwede, 1347 Magno Borchwede

Kleinburgwedel: 1310 parvo Borchwede, 1330-1352 Lutteken Borchwede

Der Name besteht aus den mittelniederdeutschen Elementen borg "Burg" und wede "Wald". Ein Wort, das auch in Steinwedel und der Wedemark vorliegt. Es ist aus dem heutigen Sprachgebrauch des Deutschen verschwunden, lebt aber fort im englischen wood "Wald". Damit sind die gebildeten Namen auf deutschen Gebiet nur in Sachsen und Friesland häufig.

Bülk

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1404 Bulcow, Buklow, 1680 Pilkauw, 1702 Biklau, auch die Schreibweise Bolkauw ist bekannt

Man kann Bulk mit dem mittelniederdeutschen Wort "bulk", "bollik" für "Stück eingefriedetes Land, umschlossene Weide, Dorfkoppel" verbinden.

Burhav

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1220 Bire, 1369 Bire; 1418 Birhove, 1424 Beerhave, später Burhave. Siedlungsverlagerung; 1420 Biredike, 1625 Alt-Bardyck, 1719 Neu-Bardy

Es gab Siedlungsverlagerungen aufgrund der Tatsache, dass der alte Ort Bire wohl im 14. Jahrhundert untergegangen ist; die neue Siedlung wurde Buri-have genannt, also "Kirch-buri, Kirch-Bauerschaft "Bur" ist eine Bauerschaft, also eine Siedlung auf der untersten Stufe der Selbstverwaltung."Have" ist das alte Wort für "Kirchhof. Die Kirche samt Friedhof lag also einst außerhalb der Bauerschaft, zu der sie gehörte, auf einer Wurt. Die Bauerschaft trug im Mittelalter den Namen Bire und ist vermutlich im 14. Jahrhundert bei einer Sturmflut untergegangen. Über mehrere Etappen wurde das Dorf dann an seine heutige Stelle verlegt.

Burwe

Udolphs Fakten und Recherchen:

Der Name der Ortschaft "Burweg" bedeutet wohl Siedlung am "Bauernweg". Diese "Hinterdeiche" dienten in alter Zeit als "Fahrwege". Es waren die einzigen Fahrstraßen, die die einzelnen holländischen Siedlungen miteinander verbanden. In der Bauerschaft "Burweg" lagen die ersten Siedlungen ebenfalls am dortigen Hinterdeich, der hier "Nedderweg" genannt wir

Buxtehude

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: zunächst Buochstadon, Buocstadon, 959 Buochstadon, 973 Buocstadon, 1135 Buchstadihude, 1160-1161 Gerlachus de Bucstedehusen, 1195 Heinrich de Bucstedehude, 1196-1197 de loco, que Buxethehuthe dicitur, in Buxethehuthe, in Buxethehuthe, de villa Buxethehuthe, in Buxethehut

Zunächst war es ein zweiteiliger Name: "Buoch-stad-"; dann ein dreiteiliger Name: "Buch-stad-hude". Man ist sich einig, dass "-hude" später hinzugetreten ist; Parallelen gibt es etwa bei: Pahlen - Pahlhude; Hellwege - Hellwegerhude; Stegen - Stegener Hude; Steinfeld - Steinfelder Hud"hude" bedeutet - wie etwa bei Harvestehude, Hude bei Bremen oder Steinhude: "Furt", "Landungsstelle", "Lagerplatz am Wasser""Buoch", "Bok" bedeutet: "Buche". "stad-", altsächsisch "stath" oder mittelniederdeutsch "stade" kann "Gestade", "Ufer" oder aber "Stätte", "Stelle" bedeuten. Wahrscheinlicher ist letzteres, da es sonst eine unverständliche Kombination ergeben würd

Udolphs Fazit: Die ursprüngliche Bedeutung von Buxtehude ist also "Buchenstelle" oder "Buchenstätte", später "Furt, Anlegestelle an der Buchenstelle, -stätte.

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Prof. Jürgen Udolph vor Ortsschildern (Montage) © Foto GEN, fotolia Fotograf: Thomas Dachs
 

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