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Ortsnamen - Übersicht für den Buchstaben A

Achim

Udolphs Fakten und Recherchen:

Bildung mit dem Grundwort "‑hēm" und "aha, ā, ahwō", also "Wasser, Bach, Strom, Gewässer".

Adelebsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 990 Ethelleueshuson, 1162 Adeleuissen, 1234 Adelevessen, 1241 Adelevessen, 1253 Adelewessen, 1258 Adelevesen.

Der Name geht auf die Siedlung des "Athal-levo" zurück.

Adelheidsdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Zu Ehren Adelheids, der Königin von England und Gemahlin König Wilhelms IV., hat diese Kolonie im Jahr 1831 den Namen Adelheidsdorf erhalten.

Adenbüttel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1220 Adenebutle, 1343 Adenbutel, 1374 Adenbotele

Im ersten Teil des Ortsnamens findet sich der alte Vorname Ado, Atto, Adon. Dieser Kurzname gehört wahrscheinlich zum gekürzten Stamm athal, germanisch für "Adel".

Adendorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1248 Adendorp, 1252 Adenthorpe, 1252 Adenthorpe, 1254 Adenthorpe, 1255 Adendorp, 1275 in Adendhorpe, 1290 Adenthorpe

Im ersten Teil des Ortsnamens steht ein Personenname, der wahrscheinlich zum gekürzten Personennamen-Stamm "Athal" aus dem germanischen "aþala", altsächischen "athali" für "Adel" stammt. Zusammenfassend gesagt: Adendorf bedeutet soviel wie "Siedlung, Dorf des Atha".

Adenstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1190-1199 Addenstidd, 1213 Adenstedt, 1282 Adenstide, 1282 Adenstede, 1282 Adenstide, 1282 Adenstede, 1318 Atenstede, 1321 Adenstide

Die Deutung ist unproblematisch; im zweiten Teil steht zunächst niederdeutsch "-stede" ("Stätte, Siedlung"), zum Teil in ostfälischer Form als "-stide". "Ado" ist ein altsächsischer Personenname und hat seinen Ursprung in "adali" ("Adel"), "edili" ("edel").

Aerzen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1200 Artelessen, 12. bis 13. Jahrhundert Artlissen, circa 1237-47 Arteldessen, Mitte 13. Jahrhundert Ardlesen, Arteldessen, 1283 Arthesloin, 1293 Artelsen, 1310 Artldissen, 1317 Aartlessen

Das Grundwort kann "-husen" oder "-hem" sein. Davor steht ein Personenname, dessen Grundform allerdings nicht ganz sicher zu bestimmen ist. Wahrscheinlich liegt "arth, ard", wie "Ardulf, Artold", hier wohl Verkleinerung "Arthili" vor, also aus "Arthilis-husun" entstanden. Der Personennamen-Stamm "Arth-, Ard-" gehört zu Altenglisch "earth" und bedeutet "Stammgut", Altsächsisch "arth", also "Wohnort".

Affinghausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1124 Affenhusen, um1265 Offinghusen, um1330 Affinghusen

Überzeugende Deutung: Siedlung der Leute/Sippe des Affo < Agifo, dazu alte Vornamen wie Agafrid, Agefrid, Agfrid, Egfrid, Egfried, Afried oder Aifred

Der erste Teil wahrscheinlich zu Ecke, Egge "Spitze (des Schwertes)".

Ahausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1226 Ouhusen, 1296 Ahusen, 1302 Ahusen, 1339 ouhusen, 1373 ouhusen, 1384 Ouwhuzen, 1390 ouhusen, 1435 Öwhusen, 1447 Ouhuzen, um 1540 Awhusen, 1567 Auhußenn, 1622 Auhausen, 1630 Ahaus, 1664 Ahusen, 1684 und 1718 Ahausen/Ausen

"Hausen" bedeuet "Dorf, Dörfer", das Bestimmungswort ist der Flussname "Ahe, Aue".

Ahnsbeck

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1197 Alrebekesa, um 1240 Adenesbeke, 13. Jahrhundert Adensbeke, 1278 Adensbeke, 1197 Alrebekesa, später Adenesbeke und schließlich Ahnsbeck

Die verschiedenen Namen des Ortes könnten auf Teilabschnitts-Namen eines Wasserlaufes zurückgehen. Der Name Alrebekesa bezeichnet den Wasserlauf "Ellerbeksau" und lässt sich auf das Ufer oder den Wasserrand der Ellerbeke zurückführen. Die Wortteile Aller, Eller "Erle" sowie bek "Bach" oder "Au(e)" bezeichnen das Land am Wasser.

Ahlden im Heidkreis

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: Ahlden an der Aller, Kreis Soltau-Fallingbostel, 1121-1140 in Suleghen et Alethen, 1153-1170 in Alden, 1185 Alethen, um 1200 in Alethen, 1239 Aleden, 1250 de Alethen, 1265 in Alden, 14. Jh. Aldem, Aelden, Aledhen; Ahlen bei Papenburg, 10. Jahrhunder Aluthon, Anfang 11. Jahrhundert in Alodun, 1472 Aelden.

Bei der Ortsnamen-Bestimmung zieht Prof. Udolph die Bedeutung des Ortsnamen Ahlten heran. Der im Familiennamen Ahlten oder von Alten fortlebt. Alte Bezeichnungen: Theodericus de Alethen, 1182 Thidericus de Althen, 1183 Thiodericus de Alten, 1183 Alten, Altin, um 1280 Altene, 1297 Sifridus de Althen, 1392 to Alden, dat der van Alten hort. Der Name kommt aus dem Germanischen und steht für "Siedlung, Stadt, Ort". Parallelen gibt es auch zu Gewässernamen.

Ahlerstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1102 Alerstede, um 1230 Alerstede, 1420 Alerstede

Als Grundwort dieses Ortsnamens ist zweifellos "–stedt" anzusetzen. Das Bestimmungswort könnte entweder auf das mittelniederdeutsche "alre, elre" für "Erle" zurückgehen, was zu einer Grundform "Alre-stet(d)ti" führen könnte. Deutsch "Erle", niederdeutsch auch "Eller", mittelhochdeutsch" "erle", althochdeutsch "erila, elira", mittelniederdeutsch "elre", aber auch mittelniederdeutsch "alre" für "aller". Möglicherweise liegt auch ein alter Vorname zugrunde, vielleicht "Alaher". Das ist aber kaum noch zu ermitteln.

Ahlten

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1182 Alethen, 1182 Althen, 1183 Alten, vor 1202 Alethen, um 1226 Alten, 1264 Alten

Im zweiten Teil steckt Germanisch "-tūn", also "Siedlung, Ort", erst einzelsprachlich (und damit später) auch "Zaun". Im ersten Teil vermutet man wie bei Ahlem (Ortsteil von Hannover), Aalen (Nordbrabant), Ohlum (Landkreis Peine), Alem und weiteren Parallelen eine Verbindung mit dem in Gewässernamen gut bezeugten indogermanischen "*el-/*ol-", also "Wasser, feucht, fließen".

Ahnsen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1256 to Adenhhusen, 1381 to Adenhusen, 1441 Adensen, 1591 zu Ansen

Zusammensetzung mit dem RN Ado als einer Kurzform zu Vollnamen wie Adolf zum Wortstamm Atha-, der, namensrhythmisch verkürzt, zu unserem Wort Adel in der bedeutung "vornhemes Geschlecht" gehört. Eine Parallel stellt Ahnsen im Kreis Gifhorn dar.

Alfeld

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1214 Alvelde; 1221 Alvelde; 1233 Alvelde

Der Ortsnamenbestandteil "-feld" bedeutet "freie Fläche", "das freie, offene Feld", "unbebautes Feld". "Al-" ist am ehesten auf die indogermanische Wurzel "el-", "ol-" zurückzuführen und bedeutet "Wasser", "feucht", "fließen". Es könnte auch von "ul" (norwegisch) stammen und "faul", feucht", "modrig" bedeuten.

Alfhausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 977 Alfhuson, 1169 Alfhusen, 1186 Alfhusen, 1197 Alfhusen, um 1200 Alfhusen, 1221 Alfhusin

Der Ortsname leitet sich wohl ab von schwedisch "alf" für "Kiesschicht unter der Ackererde"; deutsch "alben" für "lose Kalkerde unter der Ackererde, die, wenn sie aufgepflügt wird, diese unfruchtbar macht"; bayerisch "Alben, Alm" für "unter der Humusschicht befindlicher gelblich-grauer Kalktuff" beziehungsweise "tote Kalkerde".

Alfstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

1272 erstmals erwähnt Alvetesho oder Alveltisho. Es ist allerdings fraglich, ob hier wirklich Alfstedt gemeint ist. Vielleicht ist das eher ein Flurname, möglicherweise bezogen auf den Hamberg bei Alfstedt. Endungen auf -ho wie in Isarnho, Itzehoe, Springo (Schleswig-Holstein) können "Haken, Winkel", "keilförmig oder halbinselartig vorspringende Erhöhung", "Abhang" oder "Flußwindung" bedeuten. Alfstedt erscheint sonst in den historischen Belegen als Alvested und geht auf "Alfes-sted" für "Siedlung eines Alf (alter Vorname)" zurück.

Algermissen

Udolphs Fakten und Recherchen

Alte Bezeichnungen: 980-982 Algrimsen, 985 Alegrimesheim, 989 Aleghrimesheim, 989-992 Alegremishusun, 990 Alegrimesheim, 1143 Alegrimessem, 1143 Alegrimeshem, 1161 Algermissen, 1161 Aligrimeshem, 1204 Alegremessen, 1204 Alegrimessen

Im ersten Teil des Ortsnamens steckt ein germanischer Vorname "Alagrim", zu "al-" für "all, ganz" und "grim", zum Beispiel im althochdeutschen "grim, grimmi" für "zornig, wild, schrecklich, erregt sein". Altnordisch ist "grima" für "Maske, Larve", wohl auf den Kampf bezogen, der "grimmig, schrecklich" wirken sollte.

Algesdorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 865 Alblokestorpe, 9. Jahrhundert Alkesdorfe, 1055 - 1056 Alekstorpe, 1465 Alekestorpe, 1479 Allextorppe

Der Ortsnamen enthält "Aluiko, Albecho", ein Name, der zum Wort "Elbe, Elfe" gehört.

Almstedt

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1151 in Almenstad; Almenstidem, 1277-1284 Almenstede, um 1297 in Almenstede, 1307 Conradus de Almenstede, 1332 Ludolfus de Almenstede

Der Ort liegt an der Alme. Der Ortsname bezieht sich auf den Fluss, dessen Name auf die Bedeutung "fließen, strömen" zurückgeht.

Altenau

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1298 Altena, 1311 Altena, 16. Jahrhundert altena, 1542 Altenau, 1587 Altenaw, 1677 Altenau, 1679 Altenauer Weg

Es ist offensichtlich, dass es sich um einen Ortsnamen und einen Gewässernamen handelt. Man darf diesen Gewässer- und Ortsnamen ohne Bedenken auf "(an der) alden, alten A" zurückführen, später im Grundwort ersetzt durch "-au", zum Teil auch durch "-ach", offenbar veranlasst durch den starken Zuzug hochdeutscher Sprecher.

Udolphs Fazit:

Altenau bedeutet also: "Am alten Bach".

Altenmedingen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1162 Altenmedingen, 1162 Medinge

Der Name entstand 1336 durch Umbenennung des dort befindlichen Dorfes Zellensen. Bei der Gründung des Klosters in Zellensen an der Ilmenau wird dieser Ort nach der Familie Medingen genannt. Am ehesten zu mittelniederdeutsch "mede, mäde, mädland" für "Wiese", mit "ing" gebildet, daher wohl "Wiesenort".

Alvesen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1330-1352 Aluerdessen, 1577 Allversen

Der Ortsname hat sich entwickelt aus einer alten Form "Adalward-es-husen"; es ist somit eine Siedlung (Niederdeutsch "-husen") des Adalward. Im Vornamen steckt "Adel, edel" und "wart", also "Wächter, Beobachter".

Alvesrode

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1304-1324 mit der rodinghe wat leghet is twischen der Halder vnde dem Destere, 1422 das dorf Alvesrohde, 1532 de Mene tom Roede, 1550 Rohde, 1553 thom Rode, 1561 zuem Rohde, zuem Alversrohde, 1581 zum Rode im Amte Springe

Alvesse

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1226 Aluedissem, um 1226 Aluedessen, um 1274 aluedissen, 1343 Aluessen, 1353 Aluedessen; Aluedessen, 1391 Alfersen, 1456 Aldesse, um 1564 Alvessen, 1564/1582 Alvesse

Auszugehen ist vom alten Namen Alvedissem oder Alvedessen. Wahrscheinlich ist eine Form mit -es-husen -ssen vorzuziehen. Die weitere Entwicklung des Namens führt über Alvessen zu Alvesse.

Im ersten Teil vermutet Prof. Udolph einen Personenname; wahrscheinlich zusammen gesetzt aus Alf (altsächsisch alf  Elf, Elfe, Alb und -ed-, etwa Alv-ed-es-husen. Das -ed- dürfte aus dem Niederdeutschen -hēd (entspricht hochdeutsch -heid, wie in Adelheid beispielsweise) entstanden sein, denn diese Kombination ist als Personennamen bekannt: Albheid, Alfaidus, Alfheid. Alvesse stammt ab von der "Siedlung bei den Häusern des Alfhed".

Amelgatzen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 993-996 Almagateshusun, 1146 Amelgoteshem, 1188 Amelgozen

Die Grundform des Ortsnamens lautet: "Amal-gaut-es-husen" für "Siedlung eines Amalgaud". Beide Elemente dieses alten Personennamens sind noch unklar.

Amelinghausen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: nach 1236 Amelunchusen, 1252 Amelenchusen, 1293 Amelinchusen, 1302 Amelinchusen, 1346 Amelechusen, 1348 Amelinghusen, 1366 Amelinghusen, 1389 Amelinghusen, 1482 Amelkhusen

Bisherigen Deutungen zufolge wird der Ortsname der Person Amelung oder Ameling, Bischof von Verden zugeordnet. Das kann so nicht stimmen. Der Bischof Amelung bleibt fern, er wird geschrieben: Amalongo, Amulungo, Amalungus, Amelunghus, Amelungus, niemals Ameling.

Daher gehört der Ort eher zu den sogenannten "-ingehusen"-Namen und bedeutet wohl "Siedlung der Sippe des Amal"; Amal ist ein alter germanischer Ortsname, über dessen ursprüngliche Bedeutung noch gestritten wird.

Ankum

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 977 Ainghem, 1169 Anchem, 1188 Anchem

Die heutige Endung "-um" entwickelte sich aus niederdeutsch "-hēm" für "Heim, Dorf, Siedlung". "Ag-ing-hem" ist zu verstehen als "Siedlung, Heim der Sippe des Ago". Die Grundlage des Vornamens Ago ist unsicher und mehrdeutig.

Apen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1233 Apen, 1242 Apen, 1260/70 Apen, 1379 Apen, 1420 Apen

Früher ein wichtiger Grenzort am Wasser- und Landweg nach Ostfriesland. Die um 1515 errichtete Festung (angeblich an der Stelle einer um 1000 erbauten Burg der Junker von Apen, von der jedoch bei Ausgrabungen 1969 keine Spur entdeckt wurde) wurde zwischen 1710 und 1730 zu einem Fort ausgebaut, das 1773 - 1780 geschleift wurde.

Apensen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1231 Abbenhusen, 1236 Abbenhusen, 1704 Abensen, 1823 Apensen

Bei der Ortschaft liegen mehrere Hügel­gräber, darunter das höchste und größte des Landkreis Stade. Die Bildung geschieht mit dem Grundwort niederdeutsch -husen, später hochdeutsch -hausen, und dem schwach flektierenden Kurznamen Abbo als Bestimmungswort.

Appel

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1295 Appele, 1451 Appeler, 1478 Appel, 1525 Appell, 1665 Appeln

Das Wort "Appel" steht niederdeutsch für "Apfel".

Appeln

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1035 Appellenn

Am Apfelwald könnte die Bedeutung sein. Aber Prof. Udolph ist sich unsicher bei dieser Bestimmung.

Ardorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1514 Aerdorpe, 1575 Ahrdorpe, 1645 Ardorf

Der Ort liegt auf einer schmalen, länglichen Erhebung zwischen zwei Wasserläufen, die nachweislich auch Aar genannt wurden. Einige Forscher glauben an einen alteuropäischen Gewässernamen und verweisen auf Ahr, Aare, Arno und den Seenamen Ter Aar in den Niederlanden. Wahrscheinlich sind diese genannten Namen sehr viel älter als das Aar in Ardorf.

Udolphs Fazit:

Offenbar hat sich hier an der Nordseeküste ein altes Wort für "Bach, Fluss" länger gehalten als anderswo.

Arholzen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1010-1015 Adololdeshusun, 1150 Adololdesheim, 1166 Adelloldesheim, 1186 Adelloldessen, 1197 in Adololdesse, 1220 Adloldessen, 1271 Aderoldessen

Man kann von dem Grundwort "-husen" ausgehen. Das Bestimmungswort enthält "Athalwald", das speziell im sächsischen Bereich gut belegtist. Das Erstelement gehört zum Stamm "athal" und bedeutet "Adel", das Zweitelement zum Stamm "wald, waldan" und bedeutet "herrschen".

Armstorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: (1111-1116) Ismeresthorp maior

Aber Zuordnung zu Armstorf umstritten; A. Hofmeister: Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter, Teil I, Hildesheim 1978, S. 230 schreibt: Die Gleichsetzung mit Armstorf bezweifelt aus sprachlichen Gründen W. Lenz, in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 44, 1963, S. 23

Auch Förstemann II,1, 1599 denkt an eine Wüstung bei Lamstedt.

Man kann von Ismeresdorp kaum zu Armstorf kommen. Daher wohl besser aus Arnsdorf < Arnesdorp, "das Dorf des Arn" zu erklären.

Artlenburg

Udolphs Fakten und Recherchen: Artlenburg setzt die Siedlung von Neu-Erthenburg fort. Namengebend war die Burg Ertheneburg, die zumeist auf dem Nordufer der Elbe gesucht wird.

Alte Bezeichnungen: 12. Jh. Ertheneburg, Mitte 12. Jh. Sifridum de Ertiniburch, 1137 Erteneburg, 13.Jh. Ertineburch; Variante: Ertineburgh.

Der Ortsname Neu-Ertheneburg erscheint seit dem 13. Jh.: 1211 prope nouam Ertenburc, 1543 in Ertellenborg, 1547 to Artlenborg.

Der Flussname ist wie folgt belegt: 1137 Erthene, 1228 in palude Blekede determinatum est illos de Blekede protendi usque ad fluvium, qui Ertene (Variante: Erthene) nominatur , (1319-1330) (A. 16. Jh.) in palude Blekede usque Ertheneborch. In alio registro habetur usque Otsene , (1312-1331) (A. 16. Jh.) in palude Blekede et usque Otene.

Unstrittig ist, daß Erteneburg/Artlenburg seinen Namen von einem heute verschwundenen Gewässernamen erhalten hat.

Asendorf

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1252 Asenthorpe, 1330 Asendorpe

"Das Dorf des Aso" - der Personenname geht auf auf germanisch "Ans-" zurück. Dr Personennamenstamm "Ans-" ist mit dem Begriff der Asen, den heidnischen Göttern der Germanen, zu verbinden. Die Personennamen Anso, Aso, Aaso, Asso, Oso, Osso sind in schriftlichen Quellen seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Der Name könnte allerdings auch langobardischen Ursprungs sein, da es bei den Langobarden einen Personennamen "Aso" oder "Anso" gegeben haben soll.

Auhagen

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: 1382 Ouhagen, 1505 Auhaghen, 1549 Auhagenn, 1647 Awhagen

Das Namenelement "-hagen", das in diesem Ortsnamen enthalten ist, gehört zu althochdeutsch "hagan", mittelhochdeutsch "hagen" und ist eine Weiterbildung des althochdeutschen "-hag", "-hac" oder mittelhochdeutschen "hag" für "Umzäunung, umzäuntes Grundstück, Weideplatz, Hecke". "-hagen" kann in Ortsnamen auf einen eingezäunten Raum, Bezirk oder ein eingezäuntes Waldstück Bezug nehmen. Der Ortsnamenteil "Au" stammt von "Aue" für "Land am Wasser".

Aurich

Udolphs Fakten und Recherchen:

Alte Bezeichnungen: um 1250 Affrices, Affries, Afferen, Affrier, um 1300 Aerkera, 1345 Aurec, hochdeutsche Form Aurich ab Ende des 15. Jahrhunderts

"Au(e)" bedeutet "Land am Wasser". "rīke", auch "ric", "ricke", "reke", "recke" bedeutet "Reich", etwa im Sinne von "Herrschaftsbereich" oder allgemeiner "Bereich", "Gegend", "Landstrich", "enger Weg", "Engpass", "gestreckte Länge", "langer Landstrich", "Linie", "Dornhecke", "Gebüschstreifen", "lebendige Hecke im Felde"

Udolphs Fazit:

Zusammengefasst bedeutet "Aurich" also: längliches Land am Wasser.

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