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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Namen - die Übersicht für die Buchstaben X, Y und Z

Zachritz

Telefonteilnehmer: zehn

Streuung: bunt

Herkunft: In der Mormonendatei zeigt sich, dass es sich um einen Namen aus dem schlesischen Gebiet handelt, das heißt der Name kann eine Mischung aus einem polnischen und einem deutschen Namen sein.

Bedeutung: Zachritz ist in dieser Form nicht in Polen bezeugt, das heißt es muss eine Variante zu dem Namen geben, zum Beispiel Zacharias. Eingedeutscht gibt es Zacharias auch als Zacheriss. Unter polnischem Einfluss kann daraus Zachritz geworden sein.

Zahnmesser

Häufigkeit: Diesen Namen gibt es nur vier Mal in Deutschland, und zwar in Augsburg und Hannover.

Herkunft: Da der Name in der Mormonendatei nur einmal vorkommt und die Urahnin Zahnmesser in Augsburg geboren ist, stellt Prof. Udolph fest, dass der Name hochdeutsch ist.

Bedeutung: Im Wörterbuch der Brüder Grimm gibt es Erklärungen für "Zahneisen" als Übername für einen Zahnarzt und für "Zahnmeißel" für einen Meißel, den Bildhauer benutzten. Beim Vorfahren der Zahnmessers muss also ein Werkzeug mit Zähnen eine Rolle gespielt haben. Die Vorfahren müssen solch ein Werkzeug benutzt oder hergestellt haben.

Zakobielskie

Häufigkeit: Nur 18 Mal ist dieser Name in Deutschland zu finden.

Herkunft: Nördlich von Warschau gibt es einen Ort mit dem Namen Zakobiel.

Bedeutung: "Za" steht für "hinter" und "Kobilla" ist die Stute. Der Vorfahre stammt also aus dem polnischen. Der Name könnte überstetzt werden mit "hinter dem Stutengarten".

Zanzig

Häufigkeit: Es gibt 32 Telefonteilnehmer mit diesem Namen.

Streuung: Der Name taucht leicht gehäuft in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf.

Bedeutung: Es gibt zwei Bedeutungsvarianten: Entsprechend den polnischen Familiennamen Zańczak, Zańczuk oder Zańczyk wäre die Erklärung eine Abkürzung aus dem Namen Zachariasz. Die Variante, die Prof. Udolph vorzieht, ist aber die Ableitung von polnischen Familiennamen wie zum Beispiel Sąsiek, die zum polnischen sąsiek gehören. Sąsiek steht für Scheuerfach oder Banse, ząsiek bedeutet Verhau, Gehege oder Holzverhau. Demnach hat der Namenträger an einem solchen Holzverhau gewohnt.

Zehler

Herkunft: Zentrum westlich von Leipzig.

Bedeutung: Zehl bzw. Zahl ist Grundform des Namens und zusammengezogen aus Zargel. Zargel bedeutet "Endstück", "Schwanz" oder "Flurstück spitz auslaufend". Ein Zargeler ist also jemand, der an diesem Ende eines Flurstückes gewohnt hat.

Zentile

Telefonteilnehmer: 19

Streuung: Es gibt eine leichte Häufung des Namens bei Eisleben.

Varianten: Prof. Udolph findet dazu den Namen Centilow.

Herkunft: Die Suche bei familysearch.org bringt Hinweise auf den Namen Zentile aus Südtirol.

Bedeutung: Zentile ist eine norditalienische, genauer venezianische, mundartliche Variante von "gentile". Das lateinische Wort "gentilis" heißt "zum Geschlecht gehörig", später auch "adelig". Der älteste Namenträger gehörte also zur adeligen Gesellschaft.

Zessler

Herkunft: Die Familie stammt aus dem Gebiet Elbe/ Weser. Im 17. Jahrhundert war der Name im Schwarzwald häufig.

Bedeutung: Als Variante gibt es den Namen Zeissler. Das steht für Vogelfänger und leitet sich ab vom Vogelnamen Zeisig. Das wiederum ist ein Lehnwort aus dem Polnischen. Von Zeiss gibt es die Ableitung Zessler; auch das steht für den Vogelfänger.

Ziegenmeyer

Telefonteilnehmer: Inklusive der Variante Ziegenmeier gibt es 61 Einträge.

Bedeutung: Zoder sagt, Ziegenmeier sei ein Berufsname (Meier) mit "Ziege", entstanden möglicherweise nach der Arbeitsteilung und den Meier bezeichnend, dem die Ziegenzucht oblag. Allerdings passt die Streuung nicht zur Erklärung, denn der Name taucht im niederdeutschen Sprachgebiet auf. "Ziege" oder "Geiß" heißt niederdeutsch "gete, jete", mittelniederdeutsch "geite". Die hochdeutsche Bezeichnung Ziege liegt vor in jungen Namen; es handelt sich dabei um eine Umdeutung aus dem älteren Vornamen Sigimar.

Ziegler

Häufigkeit: Der Name kommt etwa 18.000 Mal in Deutschland vor.

Herkunft: Der Name ist hauptsächlich in Süddeutschland gestreut. Besonders häufig ist der Name in den römisch besetzten Orten im Süden und Südwesten Deutschlands vorgekommen, das heißt das Wort Ziegel ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen.

Bedeutung: Der Familienname hat einen Berufsname im Ursprung, den Ziegelbrenner.

Zipser

Telefonteilnehmer: 200

Bedeutung: Beim Namenträger handelt es sich ursprünglich um jemanden, der aus der Region Zips stammt. Die Zips - slowakisch Spiš, ungarisch Szepes - ist eine historische Landschaft am Südostfuß der Hohen Tatra. Die Herkunft des Namens Zipser ist noch nicht geklärt.

Zirbeck

Telefonteilnehmer: 7

Varianten: Es gibt vier Mal den Namen Zierbeck.

Bedeutung: Der Name stammt wahrscheinlich vom Wort "Serbik" oder "Sirbik" in Bedeutung von "Sorbe". "Bik" wird verändert zu "beck" und damit zum gesuchten Namen.

Zuleia

Telefonteilnehmer: 4

Herkunft: In der Mormonendatei familysearch.org gibt es keine Hinweise auf den Namen.

Varianten: In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern als Suleja 244 Mal vorhanden

Bedeutung: Es gibt den polnischen Vornamen Suleja, der zum Vollnamen wie Sulislav, Sulimir geworden ist. Der Name enthält das altsalvische Wort sulej in Bedeutung von "besser, größer, stärker".

Zünkeler

Telefonteilnehmer: 21

Streuung: vor allem Nordrhein-Westfalen

Varianten: Die Variante Zünkle gibt es 64 Mal, hauptsächlich in Ostwestfalen.

Bedeutung: Zunk kann ein Örtlichkeitsname sein. Zunk steht für den Zacken oder die Zunge eines schmalen Landstückes.
Seltsam findet Prof. Udolph die hochdeutsche Form des Namens in Ostwestfalen. Daher sucht er nach Nebenformen und findet 22 Mal den Namen Sünkeler. Bei dieser Form ist er sich sicher, dass es sich um einen Übernamen handelt, abgeleitet vom mittelhochdeutschen sungeln oder sunkeln in Bedeutung von "knistern, glühen, brennen, heiß sein".

Zuschneid

Telefonteilnehmer: 18

Varianten: Es gibt die Varianten Zuschnitt, Zuschnig und Suschnig.

Bedeutung: Es könnte sich um einen Satznamen handeln: "Schneide zu!" Eine andere Möglichkeit wäre ein Berufsname, dafür sprechen auch die Brüder Grimm im "Deutschen Wörterbuch". Dort ist der "zuschneider einer, der zuzuschneiden versteht im schustergewerbe: die schuester, die zueschneider, flicker und die einkauffer". Damit handelt sich wahrscheinlich um jemanden, der etwas zuschneidet und damit als eine Art Vorarbeiter den Angestellten übergeordnet ist.

Zweibrock

Telefonteilnehmer: Prof. Udolph findet in Dörverden sechs Teilnehmer. Familysearch.org hat keine Einträge.

Varianten: Es gibt 13 Mal den Namen Zweibrück mit gleicher Streuung in Pommern und der Pfalz. Zudem gibt es wenige Zweibrücken und Zweibrücker in Rheinland-Pfalz.

Herkunft: Auf der Suche nach Anhaltspunkten findet Prof. Udolph im Internet folgenden Hinweis: "Markgraf und Kurfürst Albrecht von Brandenburg, 1470 - 1486. Regierte seit 1440 zusammen mit seinem Bruder Johannes I. in fränkischen Landen. Er vereinigte alle brandenburgischen mit den fränkischen Ländern und verfügte ihre Unteilbarkeit. Ehe 1445 mit Margarethe, gestorben 1457, Tochter des Markgrafen Jakob von Baden. Kinder Margaretha, geboren 1453, gestorben 1509, verlobt mit Pfalzgraf Caspar von Zweibrück, seit 1467 im Kloster."

Bedeutung: Demnach stammt der Name wohl von einem Vorfahren, der aus der Pfalz nach Pommern gezogen ist. Der Name stammt aber ursprünglich aus der Pfalz. Zweibrücken ist die Basis, eventuell um 1945 folgte dann die Umsiedlung nach Norddeutschland.

Zwirnlein

Telefonteilnehmer: 55

Streuung: Der Name taucht hauptsächlich, vermutlich durch Vertreibung Flucht oder Umsiedlung, in Hamburg, Ostfriesland und im Ruhrgebiet auf.

Bedeutung: Im Internet findet Prof. Udolph folgenden Hinweis: "Das adelige Gut, das zur Burg gehörte, befindet sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts im Besitze der Freiherren von Nordeck zur Rabenau. An diese ist es durch Heirat gekommen über Herrn Zwirnlein zu Schweinsberg." Im Duden "Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" steht: "Die Ableitung von Zwirn mit dem Suffix -lein, steht für den Schneider."

Eine andere, eventuell bessere Deutung findet sich im "Wörterbuch der Winzersprache". Dort steht das Wort Zwirnlein für die Ranke, das Kletterorgan der Rebe. Eventuell war der Vorfahre ein dünner, langer Mann. Damit wäre der Name ein Übername - ein Name, der etwas über einen Menschen aussagt.

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