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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Namen - die Übersicht für den Buchstaben P

Packmohr

Häufigkeit: Der Name ist 170 Mal in Deutschland registriert.

Herkunft: Ostvorpommern ist das Zentrum des Namens, da sich der Name sonst nicht weiter auf ein Gebiet konzentriert. Prof. Udolph geht von der Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen aus.

Bedeutung: Für Ostpreußen gibt es ein Standardwerk, das "Wörterbuch der litauischen Familiennamen", in denen Prof. Udolph den Namen nachschlägt. Es gibt auch die Varianten Pakamore, Pakamor, Patkamaris und Podkomoras. Dabei handelt es sich um Baltisierungen eines polnischen Namens, das erkennt Prof. Udolph am "-is" am Ende des Namens. Die polnische Form lautet podkomosze; das bedeutet Kämmerer. Im Baltischen wird das Pod ersetzt durch Pa, so dass der Name zunächst Pakomora heißt und sich dann zu Pakamor und Packmohr im Deutschen verändert.

Pagenkopf

Telefonteilnehmer: 197

Bedeutung: Die Herkunft des Namens zeigt, dass es sich in diesem Fall um ein niederdeutsches Wort handelt. "Page" ist das Pferd. Der Vorfahre hatte also einen Kopf wie ein Pferd.

Pakebusch

Telefonteilnehmer: 15.000

Streuung: Es gibt eine Konzentration des Namens in der Altmark.

Varianten: Es gibt 137 Mal den Namen Packebusch.

Bedeutung: Im Kreis Stendal und im Kreis Salzwedel gibt es den Ortsnamen Packebusch jeweils einmal. Geht man davon aus, dass im Grundwort das deutsche Wort "Busch" vorliegt, bleibt das Bestimmungswort unklar, denn weder für "pa(c)k" noch für "po(c)k" lässt sich eine Erklärung finden.

Überzeugender ist eine Verbindung mit dem Slawischen, vor allem in dem Ortsnamen Packisch. Diesem liegt der slawische Personenname Pakobud zugrunde. Er besteht aus zwei Teilen und ist ein sogenannter Vollname wie Pakomil und Pakoslav. Es gehört zum urslawischen Wort "pakъ" im Sinne von "kräftig, stark". Der zweite Teil entsteht aus der Bildung "Pako-bud-jь", also mit dem Suffix "-jь" (ausgesprochen: busch) im Sinne von "zurückgehen". Laut Prof. Udolph handelt es sich um einen Berufsübernamen für den Nagelschmied.

Pallat

Herkunft: Die Endung "-at" deutet auf eine Herkunft aus Litauen. Die Endung war typisch für preußisch-litauische Familiennamen, wie zum Beispiel Kurschat, Adomat oder Gudat.

Bedeutung: Die Endung "-at" ist eine patronymische Bildung, bedeutet also "der Nachfahre des". Den Familiennamen Pal(l)at und Pal(l)eit liegt also die gemeinsame Basis "pal-" zugrunde, die im Litauischen nicht nachgewiesen werden kann. Das "Wörterbuch der litauischen Familiennamen" führt diese Basis unter anderem auf die deutschen Namensformen Pahl, Pahle, Paal, Pohl sowie Pohle zurück.

Dazu gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten, vor allem die niederdeutschen Wörter "pāl" und "pōl" für "Pfuhl, Sumpf, Morast" können eine Rolle spielen. Aber auch das Slawische kann Grundlage für den Namen sein, zum Beispiel "Pal" aus "Pawel" für "Paul".

Pamme

Herkunft: Zentren des Namens sind Paderborn, Gütersloh und das Ruhrgebiet. Der Name stammt offenbar aus Ostwestfalen, einem altgermanischen Besiedlungsgebiet.

Bedeutung: Dort gibt es die gemeinsame Wurzel des Namens: "-bad". Die bedeutet Kampf und kommt in unterschiedlichen Personennamen vor. Im Laufe der Zeit haben sich dann viele Worte mit dem Anfangsbuchstaben B zu einem Wort mit dem Anfangsbuchstaben P verändert. Hier ist wahrscheinlich ein Bammann der Ursprung des Namens gewesen, der sich zum Pamman verändert hat und durch Verschleifungen zu Pamme wurde.

Es handelt sich also um einen altgermanischen Vornamen, bestehend aus zwei Teilen: Badu in Bedeutung von Kampf und einem zweiten Teil, der heute nicht mehr festzustellen ist. Dieser Name wurde dann wiederum verkürzt zu Pamme.

Panje

Bedeutung: Vermutlich handelt es sich um eine Ableitung vom slawischen Wort "pan" im Sinne von "bannen, befehlen, mit einem Bann belegen, verbannen". Die Endung auf -"je" ist eine Verniedlichung.

Papendorf

Herkunft: Zoder sagt, den Namen Papendorf gebe es mehrfach als Ortsnamen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Pommern.

Bedeutung: In allen Orten ist die Bedeutung die gleiche: Der Name bezeichnet den Ort, an dem der Pastor, Pfaffe, Pope oder Pape wohnte und das prägnant war.

Paradies

Herkunft: Die Familie stammt aus Hinterpommern, der Name kann seinen Ursprung also im Polnischen haben. Paradis, Paradyz und Paradcyz sind die drei Schreibvarianten im Polnischen. Die Mehrzahl dieser Namenträger lebt in Posen.

Bedeutung: Die "Übersetzung" des Wortes Paradies aus dem Polnischen lautet "hochgelegener Ort, dem Himmel nahe". Der Nachname Paradies beinhaltet also einen Ortsnamen, der sich auf eine romantische Lage bezieht.

Pätzmann

Telefonteilnehmer: 141

Herkunft: Die Herkunft des Namens ist eindeutig Hamburg und Umgebung, die Erklärung ist also im niederdeutschen Sprachgebiet zu suchen.

Bedeutung: Zoder glaubt, es könne sich um einen Ortsnamen mit dem Zusatz "-mann" handeln. Prof. Udolph zieht eine andere Lösung vor: Im Schleswig-Holsteinischen Wörterbuch findet er die Wortform "Pät" für den "Paten". Weiterhin steht dort, dass jene Bezeichnung als Titel oder als Anrede vor einem Vornamen heute vereinzelt von älteren Leuten noch gebraucht werde. Das Mecklenburgisches Wörterbuch nennt ebenfalls "Pät" und "Pad", beruhend auf dem mittelniederländischen Wort "pete", dem niederländischen Wort "peet" beziehungsweise dem mittelniederdeutschen Wort "pade" für "Taufpate" oder auch "Taufkind".

Der Taufpate fungierte als Zeuge bei der Taufe und übernahm ursprünglich die religiöse Erziehung des Täuflings. Zudem galt er als möglicher Vaterersatz beim Tod des Vaters. Zwischen Taufpaten und Taufkind entstand ein verwandtschaftsähnliches Verhältnis, in jedem Falle eine geistliche Verwandtschaft, die das rechtliche Verhältnis beider beeinflusste.

Bezeichnungen für den Paten finden sich in Familiennamen ebenso wieder wie Verwandtschaftsnamen, zum Beispiel Path(e), Päth(e), Petter, Pfetter, Gevatter (Mit-Vater) oder Gottvater (Vater in Gott), mundartlich verkürzt zu Götte, Götti, Godl oder Gödl und kindersprachlich verderbt zu Tote, Dott, Dodel oder Töttel. Der jeweils erste Namenträger wurde innerhalb der Familie oder aber in einem recht kleinen sozialen Umfeld, in welchem ein solches Patenverhältnis eine Rolle spielte, namentlich entweder als Taufpate oder aber als Taufkind gekennzeichnet.

Paulmann

Häufigkeit: Die Verbreitungskarte zeigt, dass der Name nur in einem bestimmten Gebiet vorkommt, und zwar in Ostfalen. Insgesamt gibt es den Namen 508 Mal in Deutschland.

Herkunft: Die Konzentration zeigt, dass der Name aus dem Niederdeutschen stammen muss.

Bedeutung: Das Wort Paul heißt im Niederdeutschen pool und bedeutet Pfütze, Teich oder Sumpf; im Hochdeutschen heißt es Pfuhl. Nur im ostfälischen wird aus einem langen "o" ein "au", das heißt aus pool wird paul. Damit ist der Paulmann jemand, der am Sumpf gewohnt hat.

Peine

Dies ist Ortsname, um den es in der Germanistik seit Jahrzehnten heftige Debatten gibt, denn Peine hat mit dem "P" einen Anfangsbuchstaben, den es laut Germanisten dort nicht geben "darf". Dieses Phänomen ist also in der Sprachwissenschaft eher selten, denn die Germanen haben ein "p" im Anlaut immer zu einem "f" verändert. Das heißt ein Ortsname Feine könnte geklärt werden, Peine ist es bis heute nicht.

Aus dem Jahr 1130 gibt es allerdings einen Beleg, der darauf hindeutet, dass es sich um den Ortsnamen Peine handeln könnte: Es ist der Name Pagin. Prof. Udolph versucht, aus diesem Ursprungsnamen Pagina oder Pagin ein "S-pagin" zu machen, denn damit fände er eine Erklärung zum Wort Specke im Mittelniederdeutschen. Specke bedeutet Holzbündel, ein aus Busch aufgeworfener Weg oder Knüppeldamm. Im Nordgermanischen wiederum gibt es das Wort Spange in der Bedeutung von Brücke. Werden beide Wörter "specke" und "spange" und macht daraus ein "spagina", dann gäbe es, so Udolph, ein Wort für einen Weg oder Knüppelweg über ein morastiges Gebiet. Das könnte der Ort sein, an dem Peine entstanden ist. Das alles ist allerdings eine Theorie, die Prof. Udolph zuvor noch nie öffentlich geäußert hat.

Penno

Häufigkeit: In Deutschland gibt den Namen insgesamt 240 Mal.

Herkunft: Er stammt aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, kommt aber ursprünglich aus dem Osten, dem Slawischen.

Bedeutung: Es gibt das polnisches Wort pien; das heißt Baumstamm. Damit wäre die Erklärung: "ein Mann wie ein Baum".

Es gibt aber auch das polnische Wort pianna; das bedeutet Schaum. Der Baumstamm ist für Prof. Udolph aber wahrscheinlicher, damit ist der Name polnischen Ursprungs und kommt von der Vokabel pien. Dieses entwickelte sich zu pene und peno, bis das Wort eingedeutscht wurde zu Penno.

Perband

Telefonteilnehmer: 21

Streuung: Der Name ist bunt wie ein Flickenteppich gestreut, offenbar durch Umsiedlung, Vertreibung oder Flucht.

Herkunft: Laut Gottschalds "Deutscher Namenkunde" handelt es sich um einen preußischen Namen, vergleichbar auch mit dem Ortstnamen Perbanden. Perbanden ist ein Ort im Kreis Heiligenbeil. Im Internet findet Prof. Udolph den ersten Perbandt von Windekaym, 1335 bis 1396 auf Windekaym in Ostpreußen.

Bedeutung:

  • 1. Eventuell handelt es sich um eine Legende aus deutscher Zeit: Der Ahnherr wurde von einem Bären überrascht, wich hinter einen Baum aus und konnte dem Bären, der mit den Tatzen rechts und links des Stammes nach ihm langte, die Tatzen binden und so fangen. Er war damit der, der den Bär band. Diese Erklärung nennt Prof. Udolph als nicht ganz ernst zu nehmende Variante.
  • 2. "Per" steht in diesem Fall für "in Vertretung", "zuständig" und "banda, bandas, beandika, banditt, banditika, bandikus" für "Herde, Pfleger der Herde, Gewinn".
  • 3. Der Name kommt von "per-bandanaco" oder "perbandyti" in Bedeutung von "durchprobieren" oder "in Versuchung erprobt". Damit könnte der Namenträger ursprünglich jemand gewesen sein, der gerne einen neuen Weg geht oder etwas versucht. Der Name wäre damit ein Übername.

Perlick

Telefonteilnehmer: 327

Streuung: Der Name ist hauptsächlich in Nordostdeutschland gestreut; das deutet auf Vertreibung, Flucht oder Umsiedlung hin. Die Internetseite gen-evolu.de zeigt historisches Vorkommen des Namens in Pommern und Westpreußen.

Varianten: In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern wie folgt bezeugt:

  • Perlick: 4
  • Perlicka: 127
  • Perlicki: 119
  • Perlikiewicz: 60
  • Perlikowska: 192
  • Perlikowski: 200

Bedeutung: Das polnische perlik bedeutet "Schlägel, Schlegel, Klöppel, Bergmannshammer".
Der Namenträger hat also wahrscheinlich beruflich mit einem Schlägel oder Bergmannshammer zu tun gehabt und daher seinen Namen erhalten. Es ist also ein Berufsname.

Persuhn

Telefonteilnehmer: 23

Streuung: Der name taucht locker getreut in Norddeutschland auf.

Varianten: In Deutschland gibt es die Variante Persun vier Mal.

Bedeutung: In seinem M. Gottschalds Buch, "Deutsche Namenkunde", sechste Auflage, Berlin-New York 2006, Seite 382, kennt Gottschald die Namen Persohn, Person, Persu(h)n und Peterssohn. Er geht davon aus, dass der Name aus Peder für Peter entstanden ist. Das "d" fällt intervokalisch aus und wird zu Per oder Peer und damit zu Peters Sohn.

Pestinger

Telefonteilnehmer: 43

Herkunft: Laut familysearch.org könnte der Name aus Schlesien beziehungsweise Preußen stammen.

Streuung: Der Namen ist auch in Österreich verbreitet.

Bedeutung: In Österreich gehört der Namen zu Sebastian oder der Kurzform Basting. Aus dem Rufnamen Sebastian enstanden zum Beispiel Bastian oder Bestian, in manchen Regionen mit der Anlautverhärtung Pastian oder Paustian.

Bei dem Pestinger handelt es sich also um den Nachfahr des Sebastian.

Peterkes

Telefonteilnehmer: 24

Streuung: bunt

Herkunft: Historische Belege zeigen eine Häufung des Namens in Westfalen.

Bedeutung: Der Name ist eine patronymische Bildung, also mit einer Endung "-es" zu einer Koseform von Peter. Das "-ke" ist im Niederdeutschen eine abgeschwächte Endung, die noch in vielen Vornamen üblich ist, wie zum Beispiel in Alk, Elke, Eike, Heike und Wiebke.

Pfennig

Häufigkeit: Der Name ist in Deutschland 1.582 Mal registriert.

Herkunft: Schwerpunkte des Namens liegen im Spreewald und Aschaffenburg.

Bedeutung: Pfennig ist ein Synonym für jemanden, der sich für wenig Geld verdingen musste. Es handelte sich also um Tagelöhner oder Arbeiter.

Pfingsten

Häufigkeit: In Deutschland sind 353 Telefonteilnehmer mit diesem Namen registriert.

Bedeutung: Zoder sagt, der Ursprung des Wortes lautet Phingeste. Es handelt sich um einen Zeitnamen nach der Geburt oder Tätigkeit bei einem Volksbrauch, zum Beispiel dem letzten Austreiben des Viehs auf die Weide zu Pfingsten.

Der Namenforscher Kunze sagt, bei Worten wie Montag, Sonnabend, Pfingst(en) oder dem Pfingsttag stehen Termine von Abgaben und Arbeitsleistungen oder Assoziationen an Brauchtum im Vordergrund. Er vergleicht dies mit Namen wie Suntagsknecht, Maitanz, Osterkorn oder Winterkorn.

Ursprünglich stammt das Wort Pfingsten aus dem Griechischen. Es bedeutet übersetzt "der fünfzigste Tag" und bezeichnet das Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern. Das entspricht dem zehnten Tag nach Christi Himmelfahrt.

Pflughaupt

Telefonteilnehmer: 106

Streuung: Der Name kommt häufig in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vor.

Varianten: Es gibt 22 Mal den Namen Pflughöft mit ähnlicher Streuung.

Bedeutung: Prof. Udolph vergleicht den Namen mit dem Wort Pflugbeil. Das mittelhochdeutsche Wort "phluoc" steht für den "Pflug", "bīl" bedeutet "Beil". Damit beinhaltet der Name die Bezeichnungen für zum Pflug gehörige Gerätschaften. Im Grimmschen Deutschen Wörterbuch gibt es das Wort Pflughaupt in der niederdeutschen Variante Ploghöft und hochdeutsch als Pflughöft. Das ist ein Teil der Handhabe des Pflugs, ein senkrechtes Verbindungsteil zwischen Pflugarmen und Pflugsohle.

Pfrieger

Häufigkeit: Insgesamt gibt es lediglich 14 Namenträger in Deutschland.

Herkunft: Der Name konzentriert sich auf den Bodenseeraum und München.

Bedeutung: Das "Pf-" im Anlaut des Namens ist in Süddeutschland gelegentlich aus einem F entstanden, so dass Prof. Udolph nach der Bedeutung der Namen Früger oder Pfrüger sucht. Im Mittelhochdeutschen gibt es ein Wort Früger mit der Beudeutung "Brautwerber" oder "Freier". Legt man zugrunde, dass im schwäbischen Dialekt das "ei" zu "ie" wird, dann ergibt sich aus Früger auch der Frieger. Durch die Veränderung des Anlautes F zu Pf im Süddeutschen wird daraus dann der gesuchte Name Pfrieger.

Piep

Bedeutung: Das niederdeutsche Wort "piep" bedeutet "Pfeife, Röhre", aber auch "schmaler Abzugsgraben zwischen Acker-, Weide- und Wiesenstücken". Wahrscheinlicher als die Bedeutung "Pfeife" ist der Herkunftsname "am schmalen Abzugsgraben".

Pinnecke

Telefonteilnehmer: 132

Streuung: Der Name taucht konzentriert im Harzgebiet auf.

Varianten: Pinecke, Pineke, Pinneke und Pinike

Bedeutung: Aus einem bereits bestehenden Gutachten kann Prof. Udolph folgende Erklärung zitieren: Der Name und seine Varianten „gehen ins 17. Jahrhundert zurück. Sie stammen (soweit sie lokalisierbar sind) aus Göttingen, Westerhof (Kreis Northeim), Willensen (Kreis Osterode), Osterode, Hannover und Linden (Ortsteil von Hannover), Rheine und Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) und Bünde (Kreis Herfurt).“

Zoder erklärt dazu, Pinnecke sei meist ein Übername mit "k" als Verkleinerungselement zu pin(ne). Pinne ist ein Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit zu dem mittelniederdeutschen Wort "pin" in Bedeutung von "Pinne, Nagel, Pflock; Schusterzwecke, Pfriem". Damit ist der Familienname wahrscheinlich ein Übername. Im übertragenen Sinne können wir einen Vergleich der Form der Pinne mit der menschlichen Gestalt annehmen: Ein kurz gewachsener, schmächtiger Mensch kann scherzhaft-spöttisch Pinne, Pinnecke, Nägelchen oder Zwecke genannt worden sein.

Pintschovius

Telefonteilnehmer: 3

Herkunft: Ein Blick in die Mormonendatei familysearch.org zeigt die historische Herkunft des Namens in Brandenburg, Pommern.

Bedeutung: Prof. Udolph glaubt, dass es sich um die Latinisierung eines polnischen Ortsnamens handelt, vermutlich um den Ort Pińczów bei Kielce. Das passt allerdings nicht zur Streuung des Namens. Daher sucht Prof. Udolph nach einem polnischen Wort, das eventuell latinisiert worden ist. Er findet das polnische Wort "piękny" in Bedeutung von "schön, hübsch" als Ursprung des Namens.

Pirnhuber

Häufigkeit: Den Namen Birnhuber gibt es 52 Mal in Österreich, mit Konzentration in Kärnten.

Bedeutung: Pirn kommt von Birn, also Birne. Huber ist ein Landmaß, das heißt, der Namenträger war Besitzer eines Stückes Land, auf dem er Birnen geerntet hat.

Pistohl

Telefonteilnehmer: Der Name ist in Deutschland 98 Mal verzeichnet.

Streuung: Der Name taucht bunt verstreut wie ein Flickenteppich auf. Das deutet hin auf eine Vertreibung, Flucht oder Umsiedlung der aus den ehemals deutschen Ostgebieten nach 1945.

Herkunft: Dass der Name aus den ehemals deutschen Ostgebieten stammt, wird durch historische Belege des Familiennamens bestätigt. Sie weisen für den Familiennamen Pistol einwandfrei auf Schlesien. Da der Name mit recht großer Sicherheit aus Schlesien stammt, ist theoretisch eine deutsche, polnische oder tschechische Herkunft möglich.

Varianten: Es gibt 14 Mal den Namen Pistoll.

Bedeutung: K. Rymut behandelt den Familiennamen Pistol zusammen mit anderen Namen wie Pista, Pistka, Pistun, Pisztal und Pistelok. In ihnen liegt das polnische Wort "pistak" in Bedeutung von "Pistazie" als Baumgattung sowie der Begriff "pistal" in Bedeutung von "Stößel, Mörserkeule". Das polnische Wort für Stößel, Mörser, "pistol", ist eine Entlehnung aus dem lateinischen Begriff "pīstillum".

Als Familienname geht es wohl um einen sogenannten Berufsübernamen für jemanden, der mit dem Stößel, der Mörserkeule gearbeitet hat, also etwas in einem Mörser zerstieß oder aber auch Lebensmittel stampfte, zum Beispiel Butter oder Sauerkraut oder aber auch Kräuter. Das könnte auf einen Bader oder Apotheker hinweisen.

Plappert

Telefonteilnehmer: Der Name ist 281 Mal verzeichnet.

Varianten: Den Namen Plapper gibt es 39 Mal.

Bedeutung: Zoder sagt, Plapper sei abgeleitet von "plappern" im Sinne von "schwatzen" oder "Schwätzer, Vielsprecher". Plappert könne aber auch der Übername zu dem mittelhochdeutschen Wort "blaphart" sein. Das bezeichnet eine Art Groschen oder Weißpfennig. Prof. Udolph findet die Deutung des "Schwätzers" einleuchtender.

Plexnies

Telefonteilnehmer: 34

Streuung: Der Name ist bunt gestreut wie ein Flickenteppich, vermutlich durch Vertreibung, Flucht oder Umsiedlung.

Variante: Pleksnies

Bedeutung: Es gibt das litauisches Wort "plẽkšnė" in Bedeutung von "Flunder, Scholle". Der Vorfahre war also platt wie eine Flunder oder Scholle.

Plümer

Telefonteilnehmer: 537

Streuung: Westliches und südliches Niedersachsen.

Bedeutung: Zoder sagt, der Name Pflümer lasse sich von Pflaumer und Plümer herleiten. Unter Pflaumer schreibt er, dass es sich wahrscheinlich um einen Berufsnamen handelt. "Plumeier" wurde vermutlich verschliffen und dann verhochdeutscht. Den Namen Pflaumer gibt es 116 Mal in Deutschland. Laut Brechenmacher handelt es sich entweder um den Berufsnamen für einen Bettfedernhändler (Pflaum), um den Berufsnamen für einen Plaumenverkäufer oder aber auf oberschwäbischem Boden um einen Ortsnamen, aus Pflummern hervorgegangen.
Am ehesten bezeichnet der Name allerdings im Niederdeutschen den "Pflaumenerzeuger oder -händler".

Pobloth

Telefonteilnehmer: 60

Varianten: In Polen ist der Name als Poblocki, Pobłocka und Pobłocki verbreitet.

Herkunft: Es gibt in Polen den Ortsnamen Groß Pobloth, polnisch Pobłocie.

Bedeutung: Polnisch bedeutet "po" immer "bei" und "błot" steht für "hinter dem Sumpf (wohnend)".

Podolski

Herkunft: Der Name ist polnischer Abstammung, er kommt aus der Landschaft Podolien.

Häufigkeit: In Deutschland kommt der Name 160 Mal vor, hauptsächlich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Polen gibt es den Namen fast 2.000 Mal.

Bedeutung: Im Slawischen heißt "Dol" Tal und "po" entlang. Entlang am Tal gelegen heißt also der Ort Podol, und jemand, der in diesem Ort wohnt ist ein Podolski.

Podrasil

Herkunft: Die Familie stammt aus dem Tschechischen, der Großvater kommt aus Böhmen.

Bedeutung: Im Tschechischen hieß der Name anders: entweder podraziti, das bedeutet "teuer werden"; oder podrázeti, das heißt "Bein stellen, umstoßen, Schwierigkeiten bereiten". Der Name steht also für jemanden, der anderen unangenehm war.

Poitz

Telefonteilnehmer: 87

Streuung: Eine Häufung des Namens gibt es in Sachsen; das ist auch durch historische Belege bestätigt.

Varianten: Den Namen Poitzsch gibt es 49 Mal mit Zentrum in Dresden.

Bedeutung: Eine Erklärung des Namens gibt es bei I. Neumann in "Obersächsisehe Familiennamen", Band 1, Berlin 1970, Seite 78: Es handelt sich um eine Verniedlichung oder Verkleinerung des Vornamens Peter in Bedeutung von "der Fels".

Politze

Telefonteilnehmer: rund 30

Varianten: Aus dem Polnischen stammt die Variante Politz.

Bedeutung: Das polnische Wort "polizać" bedeutet "lecken" oder auch "schmeicheln, schleimen".

Popp

Häufigkeit: Es gibt rund 7.300 Namenträger in Deutschland. Die Variante Poppe gibt es etwa 2.600 Mal, vor allem in Nord-Niedersachsen und Hamburg.

Streuung: Das Zentrum ist vor allem in Franken und Nord-Bayern, einige Namenträger sind aber auch in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Bedeutung: Zoder sagt, es könnte sich um einen Ortsnamen handeln, zum Beispiel Poppau im Kreis Salzwedel/ Altmark oder in Sachsen-Anhalt. Es kann sich um einen Übernamen handeln oder um ein niederdeutsches Wort poppe oder boppe. Das ist ein Großsprecher oder Schaumschläger. Wahrscheinlich ist aber, dass es sich um einen Lallnamen handelt, der zum Personennamen geworden ist.

Porigkeit

Teilenhmerzahl: 2

Bedeutung: Es gibt zwei Möglichkeiten der Erklärung: Es handelt sich ursprünglich um den Namen Poligkeit oder es ist eine Variante von Purigkeit, aber dieser Name ist nicht zu belegen. Deutung von Poligkeit: litauischer Name; Polikaitis ist die patronymische Bildung auf –aitis von Polikas o.ä., gehört zu Palys u.ä., letzten Endes zu Pavel/Pau. Der Name ist also ein litauischer Paul in zweifacher Verniedlichung.

Poschadel

Häufigkeit: Es gibt 176 Telefonteilnehmer.

Streuung: bunt in Norddeutschland

Herkunft: Die polnische Herkunft steht außer Frage. In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern bezeugt Poschadel gar nicht bezeugt, aber in den Schreibvarianten Poszadel, Posiada, Posiadała, Posiadało, Posiadel und Posiadeł.

Bedeutung: Der polnische Namenforscher Rymut sagt, der Name gehört eindeutig zu posiadać. Das heißt besitzen, zu eigen haben.

Predel/Prädel

Häufigkeit: Predel gibt es in Deutschland 94 Mal, Prädel 159 Mal.

Herkunft: Die Vorfahren stammen aus Schlesien. Da es diesen Hinweis gibt, schaut Prof. Udolph auch auf die polnische CD, auf der alle Einwohner Polens gespeichert sind. Dort findet er den Namen 193 Mal.

Bedeutung: Die beiden Namen gehören zusammen und sind nur Varianten des gleichen Stammes. Prof. Rymud, der polnische Namenforscher aus Krakau, sagt, es sei ein deutscher Name und komme von einem Ortnamen aus der Nähe von Zeitz. Dies soll eine Wüstung bei Bitterfeld sein. Die Deutung dieses Ortsnamens Predel stammt von dem slawischen Wort "predel" und bedeutet Abteilung, "Grenze" oder "Grenzhügel". Es handelt sich also um einen slawischen Ortsnamen in Sachsen-Anhalt, der zum Familiennamen wurde. Der Namenträger war also jemand, der aus Predel stammte. Die Familien mit dem Namen wanderten dann nach Schlesien aus.

Prieß

Telefonteilnehmer: 1.007

Streuung: Die Namen sind hauptsächlich in Norddeutschland angesiedelt.

Herkunft: Der Name stammt eindeutig aus dem Niederdeutschen.

Bedeutung: Zoder glaubt, Pries(s) sei ein Ortsname in Schleswig-Holstein. Das würde zu der Streuung des Namens in Schleswig-Holstein passen. Es könnte sich laut Prof. Udolph aber auch um einen Übernamen zum mittelhochdeutschen Wort "prise" in Bedeutung von "preiswürdig" handeln. Diese Bedeutung dürfte hier im Familiennamen zugrunde liegen. Mittelhochdeutsch heißt "prīs" ",Lob, Ruhm, Wert, Herrlichkeit". In Verwendung mit einem Namen kann das aber auch ironisch gemeint sein.

Prikker

Telefonteilnehmer: 40

Streuung: Emden, Leer

Varianten: Südlich von Emden und Leer gibt es 51 Mal den Namen Pricker.

Bedeutung: Zoder sagt, Prick sei ein Übername zum mittelniederdeutschen Wort pricke in Bedeutung von "Spritze, Stachel, Stechgabel" oder "genau, scharf, feist, wohl genährt". Im Westfälischen steht prieck für "geschniegelt, schmuck". In der Altmark steht das Wort prick für "rund, fett". F. Debrabandere nennt das mittelniederländische Wort priken und das mittelniederdeutsche priken in seinem "Woordenboek van de familienamen in België en Noord-Frankrijk" in der Bedeutung von "stechen, sticheln, sticken". Wahrscheinlich handelte es sich bei dem Namenträger ursprünglich um jemanden, der stichelt.

Prutsch

Telefonteilnehmer: 20

Streuung: Flickenteppich- beziehungsweise Patchwort-Streuung

Bedeutung: Rymut sagt, der Name habe den polnischen Stamm "prut", " prutać" beziehungsweise "trwonić" und bedeutet "vorlesen".

Pudler

Varianten: In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern bezeugt als Pudlarz, Pudlich, Pudlik, Pudła und Pudło.

Bedeutung: Das polnische Wort "pudło" steht für "Schachtel, Kasten".

Pümpel

Häufigkeit: Den Namen gibt es 37 Mal in Deutschland, der Schwerpunkt liegt in Ostfalen.

Bedeutung: Der Experte für ostfälische Namen, Zoder, hat den Namen bereits behandelt: Es gibt ein Dialektwort im hannoverschen Calenberg, das Pümpel heißt und für den Stößer zum Mörser steht. Der erste Träger des Namens muss ausgesehen haben, wie ein Stößer, also eine auffällig birnenförmige Figur gehabt haben. Zoder beschreibt Pümpel als Namen, der auf ein "dickes, wohl genährtes Kind" übertragen wird.

Pungs

Telefonteilnehmer: 56

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt bei Mönchengladbach. Dort gibt es den Ortsnamen Pongs.

Bedeutung: Der Familienname ist also eine Ableitung vom Ortsnamen. Zu diesem hat Prof. Udolph leider keine Belege und damit auch keine Namenserklärung. Er denkt allerdings, dass der Ortsname Pongs in Zusammenhang mit pons oder pont in Bedeutung von "Brücke" steht, hat dafür aber keine Beweise.

Puppe

Telefonteilnehmer: 528

Herkunft: Der Name stammt aus dem Niedersorbischen.

Bedeutung: Im Niedersorbischen bedeutet "pup" "Nabel" oder "Erhebung", niedersorbisch steht "pupa" für "Puppe, Getreidepuppe". Prof. Udolph vermutet, es könne sich bei dem Vorfahr um einen Puppenhersteller gehandelt haben, hat aber keine eindeutige Erklärung.

Püttcher

Telefonteilnehmer: 39

Herkunft: Das Zentrum des Namens liegt in Ostfalen.

Bedeutung: Laut Zoder ist Püttcher ist ein Berufsname aus dem Mittelniederdeutschen. "Putker" oder "putteker" steht für einen Mundschenk oder Kredenzer oder auch einen Kajütenjungen. "Putker" oder "potker" steht auch für "pot-maker", also den Töpfer. Eine weitere Deutungsmöglichkeit: Der Übername entwickelte sich aus dem Berufsnamen "putteker", auch "buticularius", dem Kellermeister.

Putzig

Telefonteilnehmer: Es gibt 91 Einträge, die bunt gestreut in Deutschland auftauchen.

Bedeutung: Laut J. Treder in "Toponimia byłego powiatu puckiego", Gdańsk 1977, ab Seite 69, handelt es um einen Ortsnamen, und zwar um die Ableitung vom Gewässernamen "Putnica" zum slawischen Wort "puta" in Bedeutung von "Vulva". Prof. Udolph hält die Erklärung für falsch, hat aber keine andere.

Puvogel

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 117 Mal mit Schwerpunkt in Bremen.

Herkunft: Der Ausdruck stammt aus dem Niederdeutschen.

Bedeutung: Gottschald sagt, es handele sich um einen an der Waterkant gebräuchlichen Namen des Wiedehopfs, abgeleitet von dem Ruf des Vogels. Lateinisch heißt der Wiedehopf auch Upupap. Der Vogelname stammt also vom typischen Ruf des Vogels. Warum allerdings ein Mensch den Namen eines Vogels bekommt, kann Prof. Udolph nicht bestimmen.

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