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Blick von einer Autobahnbrücke auf den fließenden Verkehr © picture-alliance/ dpa / Ronald Wittek Fotograf: Ronald Wittek
 

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Programm

Namen - die Übersicht für den Buchstaben G

Gakenholz

Telefonteilnehmer: 44

Streuung: Eine Häufung des Namens gibt es bei Celle.

Bedeutung: Es handelt sich um einen Ortsnamen. Bei Lachendorf gibt es den Ort Gockenholz. "Gocken" oder "Gaken" gehört offenbar zum mittelniederdeutschen Wort "gôk" in Bedeutung von "Kuckuck", "holt" steht für "Wald". Gakenholz könnte also mit "Kuckuckswald" übersetzt werden.

Gallmeister

Häufigkeit: Dieser Name ist in Süddeutschland 23 Mal vorhanden.Eine bunte Streuung gibt es in Norddeutschland, wahrscheinlich durch Vertreibung, Flucht und Umsiedlung. Da es einen Hinweis auf Vorfahren in Österreich gibt, hat Prof. Udolph nachgeforscht. Es gab keinen Eintrag, aber acht Mal Gallmetzer. In Südtirol bei Bozen gibt es hunderte Belege für Gallmetzer. Der Name ist in 49 Gemeinden Südtirols nachgewiesen. In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern auch bezeugt, mit Herkunft Ostpreußen.
Herkunft und Bedeutung: Prof. Udolph tendiert zu der Erklärung, dass der Ursprungsname Gallmetzer war und Gallmeister eine Variante geworden ist.
Gallmetzer ist ein romanischer (ladinischer) Wohnstättenname. "Coll de mediu" bedeutet: "mittlerer Hügel". Das heißt, dass der Vorfahre an einem mittleren Hügel lebte.

Gaschler

Telefonteilnehmer: In Deutschland sind 467 Teilnehmer registriert. In Österreich gibt es den Namen 24 Mal, vor allem um Wien.

Streuung: Der Name ist bunt wie ein Flickenteppich im Osten Deutschlands gestreut.

Herkunft: Die Mormonendatei familysearch.org zeigt, dass die Vorfahren vor allem aus der Bukowina und der Tschechoslowakei kamen.

Bedeutung: Im Duden "Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" heißt es, der Familienname Gaschler sei besonders im Gebiet um Passau verbreitet und lasse sich am ehesten von dem Begriff "Gassler" ableiten. "Gassler" bezeichnet jemanden, der in einer Gasse gewohnt hat.

Gaudig

Telefonteilnehmer: 196

Varianten: Es gibt 39 Mal den Namen Gaudigs.

Streuung: Zentrum ist der Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt.

Bedeutung: Die Lösung findet sich bei M. Gottschald, Deutsche Namenkunde, 6. Auflage, Seite 201: "mittelhochdeutsch gudec = 'verschwenderisch'; gehört zu dt. vergeuden."

Geburzi

Telefonteilnehmer: 79

Varianten: Es gibt 56 Mal die Variante Geburzki beziehungsweise Geburzky und neun mal die Variante Geburtzki beziehungsweise Geburzky. 74 Mal taucht der name Geburtig auf. In Polen ist der Name Gebuhr, Gebur, Geburczyk, Geburek oder Geburt verbreitet.

Herkunft: Familysearch.org zeigt die ersten Einträge des Namens für 1880: Anna Geburzi, geboren am 12. Juni 1880 in Straßburg, und Anna Frieda Geburzi, geboren am 7. Februar 1892 in Hannover.

Die Kartierung zeigt eine breite Streuung, die sich auf Dresden, im Ruhrgebiet und in Berlin zu verdichten scheint. Diese Konstanz wird vor allem durch Rückwanderungen aus den ehemaligen deutsch besiedelten Gebieten im Osten (Böhmen, Mähren, Schlesien, Posen, Pommern, West- und Ostpreußen, Bessarabien, Banat und Galizien) durchbrochen. Für solche rückgewanderten Namen zeigt sich heute meist eine breite Streuung, wie sie auch für den Familiennamen Geburtig zu sehen ist.

Bedeutung: Geburtig scheint die eingedeutschte Form eines slawischen Familiennamens zu sein. Es heißt in bereits vorhandenen Namenerklärungen laut familysearch.org aber, Geburzi stamme nicht aus Schlesien und könne so zu Tiburtius gehören. Dieser Name kennzeichnet einen aus Tibur Stammenden. Tibur ist das heutige Tivoli 30 Kilometer östlich von Rom. Der Ursprung ist der Name des Flusses Tiber, der so viel bedeutet wie "verschlammter Fluss". So lautet die Erklärung in mehreren Nachschlagewerken.

Geile

Telefonteilnehmer: 164

Streuung: Südniedersachsen, Nordrhein-Westfalen

Bedeutung: Zoder sagt, Geile lasse sich von Geil ableiten. Das sei ein Übername zum mittelniederdeutschen "geil" in der Bedeutung "von wilder Kraft und Fröhlichkeit, übermütig, ausgelassen, mutwillig"; auch: "üppig, geil, lüstern". Im Mittelniederdeutschen gibt es "geil" auch in Bedeutung von "schmuck und flink" neben "wollüstig, saftig, üppig". Zudem gibt es den Ortsnamen Geil bei Flensburg in Schleswig-Holstein.

Gelbke

Herkunft: Ursprung des Namens soll Sachsen-Anhalt sein.

Bedeutung: Es kann sich um einen Flussnamen gehandelt haben. Das "-ke" ist ein Hinweis auf das niederdeutsche Wort beeke; das bedeutet Bach. Der Ursprung war dann Gelbeeke. Gel steht für gelb, beeke für Fluss. Vielleicht führte der Fluss Ton mit sich und färbte den Bach charakteristisch.
Es handelte sich also um einen häufigen Bach- und Flussnamen. Der wiederum hat einem Ort den Namen gegeben. Dieser Ort ist aber nicht mehr zu finden, so dass es sich um eine Wüstung handelt.

Geldmacher

Telefonteilnehmer: 488

Bedeutung: Im Duden "Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" taucht der Geldmacher zum einen als Berufsname für den Münzer oder Münzschläger, ursprünglich ohne die Nebenbedeutung Falschmünzer, auf, zum anderen als Berufsname für den Schweineschneider. Im Mittelniederdeutschen steht das Wort "gelte" für "unfruchtbare, verschnittene Sau". Auch Zoder glaubt, der Geldmacher stehe für den Münzer, ursprünglich ohne die spätere üble Nebenbedeutung des Falschmünzers, oder aber für die unfruchtbare, auch verschnittene Sau. Die Bedeutung des Namens kann also nicht eindeutig geklärt werden.

Gelück

Häufigkeit: Der Name ist 20 Mal in Deutschland vorhanden, hauptsächlich in Aachen.

Herkunft: Die Großeltern des Namenträgers sind in Aachen geboren. Prof. Udolph vermutet, dass der Name als "Geluck" aus Holland stammt.

Bedeutung: Die Mormonendatei "familysearch" zeigt eindeutig Aachen, Belgien und die Niederlande als Zentrum des Namens. Eine niederländische Telefon-CD zeigt den Namen 546 Mal. Der Name kommt also aus dem Niederländischen oder Flämischen und heißt Geluck, zu Deutsch Glück. Der Name bezeichnet jemanden, der Glück gehabt hat.

Geng

Telefonteilnehmer: 815

Bedeutung: Zoder sagt, es könne sich um einen Übernamen zu "Gänge" handeln. Das mittelhochdeutsche Wort "genge" bedeutet "verbreitet, gewöhnlich", "gängig" steht für "rüstig, bereit". Im Mittelhochdeutschen heißt "genge" auch "(Fuß)Gänger".

Es könnte sich bei dem Vorfahr also um einen Gänger oder Wanderhändler gehandelt haben. Auch Brechenmacher sagt, Geng sei als Übername zu dem mittelhochdeutschen Wort "genge" im Sinne von "gut zu Fuß, rüstig" zu verstehen.

Gentsch

Häufigkeit: Der Name ist knapp 600 Mal in Deutschland vorhanden.

Herkunft: Die Herkunft des Namens ist Altenburg in Thüringen, dort gibt es viele Namen slawischen Ursprungs.

Bedeutung: Der Name Gentsch kommt in Thüringen auch als Jentsch vor. Beide Namen haben die selben Bedeutung, denn der Ursprung ist der Vorname Johannes. Johannes wird verkürzt zu Jan, daran setzt sich die Endung "-tsch", die in Sachsen typisch ist, um einen verkürzten Namen zu "verkosen". Johannes bedeutet ursprünglich "Gott ist gnädig".

George

Telefonteilnehmer: rund 1.600

Streuung: Nordhessen, südliches Brandenburg und Sachsen

Herkunft: Gottschald kann den Namen George auch als Hugenottennamen nachweisen. Bei notrefamille.com gibt es dazu 2.223 Einträge.

Bedeutung: Bei allen Nachweisen handelt es sich um den Vornamen Georg.

Georgsmarienhütte

Herkunft und Bedeutung: Dieser junge Name hat seinen Ursprung in dem 1856 erfolgten Verkauf der Eisenhütte in Beckerode an ein hannoveranisches Konsortium mit anschließender Bildung einer Aktiengesellschaft unter Protektion König Georgs V. mit Namen Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein. Der heutige Name Georgsmarienhütte entstand 1947, als Konzerne durch die Kontrollorgane der Siegermächte entflochten wurden. Im Namen ist also noch der Name des Königs enthalten.

Gerdes

Bedeutung: Gerdes ist eine patronymische Bildung von Gerd. Es handelt sich also um einen Nachfahren des Gerd.

Giersemehl

Telefonteilnehmer: Unter dem Namen Giersemehl gibt es 41 Einträge.

Herkunft: Der Name scheint aus Breslau zu kommen.

Varianten: Es gibt unterschiedlichste Varianten wie Giersberg, Giersch, Gierschbrich, Gierschmann, Gierschner, Giersdorf, Giersdorff, Giersemehl, Giersemiehl und Gierth.

Bedeutung: Der Name ist offenbar eine mundartliche Bezeichnung für Gerstenmehl.

Giesselmann

Telefonteilnehmer: 463

Streuung: Ostwestfalen, Großraum Hannover

Varianten: Es gibt rund 450 Mal die Variante Gieselman mit der gleichen Verbreitung wie Giesselmann.

Bedeutung: Im "Duden - Familiennamen. Herkunft und Bedeutung" heißt es: "Gieselmann ist eine Ableitung mit -mann zu Giesel." Giesel besteht aus einer Kurzform von Rufnamen, die mit dem Namenwort gisal gebildet sind, zum Beispiel Gieselher, Gieseler. Aus dieser Kurzform eines eigentlichen Personennamens ist der Familienname entstanden.
Zu dem Wort Geisel: Althochdeutsch geisla bedeutet Rute, Stab. Niederhochdeutsch hat Geiße die Grundbedeutung "emporgeschossen, Schößling, Sprößling, Sproß", erwähnt in einer langobardischen Glosse. Das langobardische gisil bedeutet "Pfeil".

Gifhorn

Zwischen 1196 und 1197 wird der Ort erstmals als Ge[f]horne erwähnt.

Während der erste Teil des Namens Gifhorn auf Anhieb nicht zu erklären ist, ist der zweite Teil eindeutig: Das "-horn" gehört zum mittelniederdeutschen Wort "hōrn, hōrne" im Sinne von "spitz zulaufendes, keilförmiges Landstück". Es taucht häufig in Flurnamen auf und bezeichnet auch "Winkel, Ecke, Biegung" oder "Vorsprung des Feldes in den Wald oder des Landes ins Wasser; Halbinsel". Bekannt sind zum Beispiel Romanshorn am Bodensee, Eichhorn, Elmshorn, Nordhorn und auch Kap Hoorn, das aus dem Afrikaans kommt und niederländischer Herkunft ist.

Das "Gif-" in Gifhorn könnte ebenfalls ein Hinweis auf eine Form sein, wobei bei einem weiteren Vergleich auch Gabel und Gaffel, ein "am Schiffsholz gabelförmig umspannendes Rundholz, an dem das Segel aufgezogen wird" herangezogen werden kann.

Gintarra

Telefonteilnehmer: 6

Varianten: Es gibt 33 Mal den Namen Gintar und 42 Mal den Namen Ginter, des Weiteren die Varianten Gintaras und Gintars.

Herkunft: Die Suche bei familysearch.org ergibt keine Treffer. Die Varianten Gintar und Ginter lassen jedoch die Vermutung zu, dass es sich um einen baltischen Namen handelt, siehe auch das Buch "Lietuvių Pavardžių Žodynas", zu Deutsch "Wörterbuch der litauischen Familiennamen".

Bedeutung: Prof. Udolph hält den Namen für eine baltische Kombination aus "gin-" oder "gim-" in Bedeutung von "Familie" und "-tar" in Bedeutung von "beraten, Nachforschungen anstellen".

Gipperich

Häufigkeit: Es sind 107 Namenträger registriert.

Streuung: Der Name taucht häufig bei Wenden und Attendorn im Sauerland auf und breitet sich in Richtung Ruhrgebiet aus. Das Zentrum der Namen liegt bei Drolshagen, Olpe.

Bedeutung: Es gibt einen Ortsnamen Gipperich, der schon 1469 als Gitberch bezeugt ist; "-rich" ist aus "-berg" entwickelt. Gipperich bedeutet Berg an der Gippe.

Gläsmer

Telefonteilnehmer: 35

Streuung: Der Name ist bunt gestreut.

Varianten: Den Namen Glesmer gibt es 20 Mal mit Streuung in Norddeutschland. Auch die Variante Glaesener mit dem Ursprung in Posen ist häufig.

Bedeutung: In Gottschalds "Deutsche Namenkunde" stehen Gläsmer, Gläsemer, Glesmer, und Klesmer für "Musikant". Das Wort "klezmer" besteht aus den aramäischen Stammsilben "kli" und "zemer", übersetzbar als "Gefäß des Liedes". Es meinte ursprünglich den Musiker, wird inzwischen aber auch zur Bezeichnung des musikalischen Genres verwendet. Die Schreibweise "klezmer" stammt aus dem Amerikanischen, in dem das "z" für ein stimmhaftes "s" steht. Im deutschen Sprachraum ist daher auch die Schreibweise "klesmer" sinnvoll.

Gleichforst

Telefoneinträge: Auf einer älteren Telefon-CD findet Prof. Udolph drei Einträge, auf einer neueren Version nur noch zwei. Bei familysearch.org findet er keinen Eintrag.

Streuung: Beide Telefonteilnehmer kommen aus Recklinghausen.

Bedeutung: Bei der Suche im Internet stößt Prof. Udolph unter den Stichworten Gleiforst, Gleichforst, Gleiforscht und ähnlichen auf folgenden Eintrag: "My grandfather was born in Suwalki 1896. One of 24 children." Es stellt sich heraus, dass die Ursprungsform des Namens Gleiforst gewesen sein muss. Der Name wurde dann, weil unverständlich, in Gleichforst verändert. Der Ursprung kann auch Gleifost gewesen sein. Dann würde der Name laut Prof. Udolph zum litauischen Wort "gleivos" in Bedeutung von "Schleim" gehören.

Glockentöger

Telefonteilnehmer: 26

Streuung: Es gibt eine absolute Häufung des Namens bei Braunschweig.

Varianten: Es gibt zehn Mal den Namen Glockenthör.

Bedeutung: Glockentöger ist ein Berufs- oder Amtsname und bedeutet "Glockenzieher". Der Name bezeichnet also jemanden, der die Glocken läutet, denn das niederdeutsche Wort "teen" bedeutet ziehen.

Glodde

Häufigkeit: Unter 40 Millionen Telefonteilnehmern ist der Name in Deutschland 137 Mal bezeugt.

Herkunft: Wer sich länger mit Familiennamen befasst weiß, dass diese Streuung recht typisch für Zuwanderung aus dem Osten ist. Das gilt speziell für Polen. Dafür spricht die lockere Streuung bis hin zu einer typischen Zunahme im Ruhrgebiet. Das findet auch Bestätigung in der modernsten Sammlung polnischer Familiennamen. Hier ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern bezeugt. Alle Namen liegen bei Allenstein/Olsztyn. Wichtig ist, dass auch die Varianten des Namens im Polnischen mit sogenanntem hartem -l- geschrieben werden. Dieses -l- hat noch einen Strich.

Bedeutung: Diese Worte gehören zweifellos zum polnischen Wort glód (gesprochen heute etwa gwud, enthält -l- mit Strich)= "Hunger". Das dazugehörige Adjektiv ist glodny = "hungrig". Glodde geht also auf das slawische glod, glodny = "Hunger, hungrig" zurück. Dem Vorfahren ging es nicht ganz so gut.

Gloeden

Häufigkeit: Der Name existiert in Deutschland 53 Mal und ist bunt gestreut. Das heißt es gibt zunächst keine Hinweise auf die Herkunft. Die Mormonendatei verzeichnet den Namen 84 Mal, sämtlich in Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern. Das heißt niederdeutsch scheint eine Rolle zu spielen.

Bedeutung: Rudolf Zoder hat den Namen Gloede erklärt: Der Namen könnte demnach von einem Ortsnamen Gloete stammen, oder es war ein Berufsname vom mittelniederdeutschen Wort Glode oder Glede. Das sei eine Bleiglätte gewesen. Hans Barlow verbindet Gloede mit der mittelniederdeutschen Bedeutung als eisernes Instrument zum Einreißen bei einer Feuersglut. Der Vorfahre hat also vermutlich mit solch einem Instrument Feuer bekämpft.

Gnest

Telefonteilnehmer: 35

Streuung: Der Name taucht hauptsächlich um Hannover auf, vor allem bei Lehrte.

Varianten: Der Name Gneist taucht 183 Mal auf, vor allem im südlichen Sachsen-Anhalt.

Bedeutung: Zoder verweist auf den Begriff "Gneist". Gneist ist ein Übername zu dem mittelniederdeutschen Wort "gnîst" in Bedeutung von "Schorf, Grind, Räude" beziehungsweise "fettiger Schmutz an der Kleidung". Warum der Vorfahre den Namen bekam, der mit Schorf oder dreckiger Kleidung zu tun hat, lässt sich nicht klären. Möglich ist, dass seine Haut auffällig mit Schorf oder Narben versehen war. Er kann aber auch einen Beruf gehabt haben, bei dem die Schürze fettig oder schmutzig wurde.

Gödecke

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen rund 1.700 Mal, hauptsächlich in der niederdeutschen Hochburg von Ostniedersachsen bis zum Wendland. Von Ostniedersachsen bis zum Wendland.

Bedeutung: Das "-ke" ist eine Verkleinerungsform. Im ersten Teil des Namens steckt der Personenname God, das kann gut oder Gott bedeuten. Ursprung des Namens ist also "der kleine Gode" und kann "der kleine Gott" oder "der kleine Gute" bedeuten.

Goes

Telefonteilnehmer: 264

Streuung: Der Schwerpunkt des Namens liegt in Ostfalen.

Bedeutung: Zoder sagt, bei der Schreibung kann es sich auch um "Go-es" handeln, eine Form, die aus nachlässigem Sprechen entstanden ist und bei der ein "d" ausgefallen ist. Demnach wäre der Ursprung Godes gewesen. Ob es sich dabei um "Gott" oder "gut" gehandelt hat, lässt sich nicht mehr herleiten.

Gördel

Telefonteilnehmer: 71

Streuung: Der Name ist bunt gestreut wie ein Flickenteppich.

Bedeutung: Ein Blick in die Aufzeichnungen von Zoder zeigt folgende Erklärung: Gördell könnte ein Berufsname nach dem Gegenstand der Arbeit zum mittelniederdeutschen Wort "gordel" oder "gördel" in Bedeutung von Gürtel oder Gürtler sein. Bei dem Vorfahren handelte es sich vermutlich also um einen Gürtelmacher.

Gossow

Telefonteilnehmer: 147

Streuung: Der Name zieht sich wie ein Flickenteppich über Deutschland, taucht aber vermehrt in Norddeutschland auf.

Herkunft: Einen Ort Gossow gibt es nicht, allerdings Goschau. In Nordpolen ist weder heute noch historisch ein Ort mit dem Namen Goschau oder polnisch Goszow zu ermitteln, der in der Endung "verdeutscht" den Familiennamen Goschau hervorbringen könnte.

Bedeutung: Bei Rymut findet man den Familiennamen Goszów, der heute in Polen nicht mehr zu ermitteln ist, unter den Ableitungen zum Rufnamen Gosz, einer Kurz- und Koseform zu Rufnamen, die mit Go- beginnen. Dazu gehören Vollnamen wie Godzimir oder Gorzysław. Die Endung -ow, -ów oder -ew hat in Familiennamen patronymischen Charakter, das heißt durch das Anfügen dieses Suffixes an den Rufnamen oder Beinamen des Vaters entstand ein Beiname für den Sohn, der dessen Abstammung anzeigte.

Demnach bedeutet der Name "der Sohn oder Angehörige des Mannes mit dem Namen Gos". Der Stamm Gosz ist bisher nicht zu erklären. God, gos oder gosz können "Gast", "tapfer", oder "jemand für sich gewinnen" bedeuten. Bei Kurznamen lässt sich die Basis des Namens manchmal nicht mehr nachvollziehen.

Gottberg

Häufigkeit: Den Namen gibt es 113 Mal in Deutschland, ein Zentrum gibt es nicht.

Herkunft: Vorfahren stammen aus Schlesien. In der Datei der Mormonen findet sich der Name 131 Mal, dazu gibt es den Hinweis, dass der Name ursprünglich aus Pommern und Westpreußen stammt.

Bedeutung: In der polnischen Namenforschung findet Professor Udolph den Hinweis auf einen Ort Gottberg, also einer ehemals deutschen Siedlung im Osten. Damals hieß der Ort jedoch Bogoczine, villam gottberga. Der Familienname Gottberg ist also ein Herkunftsname von dem Ort, der dort vor 600 Jahren existierte und Gottberg hieß, heute jedoch nur noch unter dem Namen Boguczine zu finden ist.

Gottkehaskamp

Telefonteilnehmer: 42

Varianten: Den Familiennamen Haskamp gibt es 259 Mal.

Bedeutung: Prof. Udolph zerlegt den Namen in Haskamp und Gottke. Haskamp ist ein Örtlichkeitsname und bedeutet "Hasenfeld". Da es sehr viele Haskamps gab, war ein Zusatz nötig, in diesem Fall Gottke, abgeleitet von Godek. Das ist eine Kurzform mit der Endung "k" von Gottfried oder Gotthold.

Gottlöber

Telefonteilnehmer: 166

Streuung: Die absolute Häufung des Namens ist bei Dresden und in der Oberlausitz.

Bedeutung: Der Name kann übersetzt werden mit "der aus Gottleuba", denn es gibt den Ortsnamen Bad Gottleuba südlich von Dresden. Dieser Ort ist im "Historischen Ortsnamenbuch von Sachsen" nachgewiesen.

Gottschenkies

Häufigkeit: Der Name ist drei Mal in Deutschland verzeichnet. Ein ähnlicher Name ist zum Beispiel Göttschink; diesen gibt es 67 Mal in Deutschland mit Zentrum in Leipzig.

Bedeutung: Zu Grunde liegt der Ortsname Gottscheina. Die Einwohner dieses Ortes hießen Göttschinks. Einer dieser Einwohner, der Göttschinks, ist ins Baltikum ausgewandert. Dort wurde der Name zu Gottschenk verändert. Die baltische Endung -is kommt hinzu, das heißt es handelt sich um die Baltisierung eines deutschen Namens durch die Endung -is.

Gottschlich

Telefonteilnehmer: 1.119

Streuung: Flickenteppich-Streuung in der Mitte Deutschlands

Bedeutung: H. Bahlow, Schlesisches Namenbuch, Kitzingen 1953, S. 38, sagt, der Name sei die schlesische Form von Gottschalk und bedeutet "Gottes Knecht".

Gottwald

Telefonteilnehmer: 3.300

Bedeutung: Es handelt sich bei dem Namen um eine Umdeutung aus dem altdeutschen Vornamen Gottbald, zusammengesetzt aus Gott in Bedeutung von "gut" oder "Gott" und -bald in Bedeutung von "kühn".

Grätschus

Telefonteilnehmer: 17

Streuung: Flickenteppich-Streuung in ganz Deutschland

Varianten: Prof. Udolph findet vier Einträge des Namens Gretschus.

Bedeutung: Im Wörterbuch der litauischen Familiennamen findet sich die Lösung: Grundlage des Namens Grätschus ist die Vokabel "greičius" in Bedeutung von "flink, wer schnell arbeitet, flinker Kerl".

Gralla

Häufigkeit: In Deutschland gibt es den Namen 367 Mal. Einen Schwerpunkt gibt es nicht, der Name zieht sich wie eine Mittelschiene von Nordrhein-Westfalen bis nach Berlin - das spricht für die Zuwanderung aus dem Osten.

Herkunft: Der Name soll aus Oberschlesien, dem heutigen Polen, stammen.

Bedeutung: Auf einer CD der gespeicherten Einwohner Polens hat Prof. Udolph herausgefunden, dass es den Namen in Polen 325 Mal gibt. Das Zentrum liegt in Schlesien, dort, wo die ehemaligen Ostgebiete waren. Der Name ist deutschen Ursprungs und abgeleitet von dem Wort Grall oder Grell - das bedeutet zornig oder grollen.

Gramke

Häufigkeit: In Nordwestdeutschland ist der Name 97 Mal vorhanden.

Bedeutung: Es gibt Ortsnamen bei Vechta und Bremen, die ähnlich wie Gramke klingen. Diese Ortsnamen hießen ursprünglich Grambeke. Beke steht für Bach, Gram bedeutet Granne, eine Gerste oder etwas Spitzes, kann aber auch Kante oder Erderhebung bedeuten. Der Ortsname lautete also Grannebeke und stand für einen Fluss, der an einer Biegung, an einem Felsvorsprung scharf um die Kante geflossen sein muss. Dieser gilt als Ursprung für den Namen, den der Ort bekommen hat. Aus dem Ortsnamen ist dann der Personenname geworden.

Gravenhorst

Telefonteilnehmer: 120

Varianten: Zoder sagt, es gibt den Ortsnamen Gravenhorst im Kreis Gifhorn und Grafhorst im Kreis Helmstedt, beide in Niedersachsen. Außerdem kennt er den Ort Gravenhorst einmal bei Oldenburg und einmal im Kreis Tecklenburg in Westfalen.

Historie: Zu Gravenhorst im Kreis Gifhorn findet Prof. Udolph Belege aus:
1291: in Gravenhorst (Halberstadt)
1331: in Gravenhorst (Hildesheim)
1313: in Gravenhorst (Hildesheim)
1422: Gavenhorst (Braunschweigisches Jahrbuch)
1424: Gravenhorst (Gifhorn)
1438/39: Gravenhorst (Gifhorn)
1439: Gravenhorst (Gifhorn)

Bedeutung: Der Wortteil "horst" ist dem mittelhochdeutschen "hurst, hürste" ähnlich und dem althochdeutschen "hurst". Das bedeutet "Gebüsch, Gestrüpp", jünger auch "Vogelnest". Als Grundwort bezeichnet "-horst" zumeist "Buschwald, Gebüsch, Gehölz, Gesträuch, Gestrüpp, Niederholz" oder auch eine "bewachsene kleine Erhöhung in Sumpf und Moor".

Das Bestimmungswort sieht wie eine Form des deutschen "Graf" aus. Prof. Udolph glaubt jedoch eher, dass das mittelniederdeutsche "grave" in Bedeutung von "Graben" vorliegt. Damit erführe der Ortsname eine einfache und doch wohl überzeugende Deutung.

Gresförder

Telefonteilnehmer: 20

Streuung: Das Zentrum des Namens liegt zwischen Minden und Detmold.

Herkunft: Die Streuung weist auf einen Ort hin, der inzwischen wüst ist.

Bedeutung: Bei Gresförder handelt es sich offenbar um einen Ortsnamen, genauer um einen "-furt"-Namen. Furt ist eine Rinne, "gris" gehört wahrscheinlich zum Wort "grīs" in Bedeutung von "grober Sand, Kiessand".

Griemsmann

Telefonteilnehmer: 152

Streuung: Zentrum des Namens ist der Elbe-Weser-Winkel.

Varianten: Es gibt 56 Mal den Namen Grimsmann mit Streuung nördlich der Elbe; die Elbe bildet die Grenze zwischen den Namen Griemsmann und Grimsmann.

Bedeutung: Griem:

  • Es kann sich um einen Ortsnamen handeln, zum Beispiel im Kreis Fallingbostel in Niedersachsen.
  • Der Name kann ein Personenname in der Kurzform zum Stamm Grim in Ostfalen sein.
  • Griem ist nach Bahlow im "Niederdeutschen Namenbuch", Nachdruck Vaduz 1993, Seite 201, abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort grîm in Bedeutung von "furchterregende Maske, Helm". Nach Gottschald bedeutete es ursprünglich "Maske, Helm", erst später wurde es mit der Bedeutung grimmig vermengt.

Griepentrog

Telefonteilnehmer: 184

Streuung: Der Name ist bunt in Norddeutschland gestreut.

Bedeutung: Der Name ist ein sogenannter Satzname, etwa: "Greif in den Trog." Als Griepentrog, -trok und -troch ist er auch bei Brechenmacher verzeichnet. Trog steht hier für die Futterschüssel, im Vergleich zum Beispiel im "Parzival": "uß eime troge eßßen". Der Trog kann auch als Schatztruhe verstanden werden, siehe die Erläuterungen bei Brechenmacher zu den Einträgen Greifindietaschen und Schauintrog.

Grollmuß

Telefonteilnehmer: rund 100

Streuung und Varianten: Der Name ist vor allem in Tschechien verbreitet und dort als Grolmus 91 Mal vertreten.

Bedeutung: Eine Erklärung des Namens findet sich bei Gottschald: Der Name stammt von dem Vornamen Hieronymus ab, der in unterschiedlichen Weisen verkürzt, verkost und verballhornt wird. Dabei wird aus dem langen Hieronymus ein Grollmus beziehungsweise Grollmuß.

Gruber

Häufigkeit: Der Name ist mehr als 11.000 Mal in Bayern und Baden-Württemberg vorhanden.

Herkunft: Der Name soll aus Thüringen stammen.

Bedeutung: Der Namenträger war ursprünglich jemand, der in einer Vertiefung, in einer Grube oder in einem Tal wohnte.

Grunwald

Häufigkeit: In Deutschland gibt es 3.217 Telefonteilnehmer mit diesem Namen.

Herkunft: Ursprünglich muss der Name aus Polen kommen. In Polen ist der Name unter 38,5 Millionen Einwohnern 1.422 Mal bezeugt.

Bedeutung: Prof. Udolph weiß, das der Name Grunwald in Deutschland derselbe ist wie Tannenberg in Polen. Beide Namen meinen den gleichen Ort. Der Name Grundwald ist daher ein Herkunftsname und bezeichnet Tannenberg in Polen, allerdings in der deutschen Ableitung.

Grünke

Telefonteilnehmer: 454

Streuung: Der Name ist bunt verstreut wie ein Flickenteppich.

Bedeutung: Zoder sagt, es könnte sich um Grünke als Ursprungsnamen handeln oder um Grönke, das dann verhochdeutscht wird. Grönke sei ein Örtlichkeitsname oder Flurname zu zum Beispiel Grönkenkamp bei Hagen im östlichen Medingen im Kreis Uelzen.

Prof. Udolph leitet den Namen hingegen ab von grün oder gron zu grün (niederdeutsch gron, grön). Die Grundbedeutung des Adjektivs liegt im Sprießenden und Wachsenden der Pflanzenwelt. So herrschen für das Wort grün zu mittelhochdeutscher und mittelniederdeutscher Zeit, die für die Ausbildung unserer Familiennamen relevant ist, solche Bedeutungsschattierungen wie "grün, grünend, sprießend, frisch" vor. In der Übertragung der Bedeutungskomponente "sprießend, frisch" auf den Menschen, bildet sich in dieser Zeit zusätzlich der Nebensinn "triebkräftig, lebensvoll, lebendig, frisch, übermütig, leistungsfähig, jung, unreif" heraus.

Der Familienname Gro(h)n(e) nimmt hiernach wohl auf einen Vorfahr Bezug, dem die Attribute "jung, frisch, leistungsfähig, lebendig" beigemessen wurden. Eine andere Möglichkeit sieht Prof. Udolph in dieser Erklärung: Es handelte sich um eine "grüne Fläche", auf der der Vorfahr lebte, denn es gibt zahlreiche gleich oder ähnlich lautende Ortsnamen, die sich auch indirekt auf solch eine "grüne Fläche" beziehen. Im Vergleich dazu gibt es heute Ortsnamen wie Grün, Grüna, Grüne, Grünau, Grunau, Grohn, Grone und Gronau.

Gurgel

Telefonteilnehmer: 83

Herkunft: Laut familysearch.org kommt der Name aus Pommern.

Bedeutung: Es handelt sich vermutlich um eine abgeleitete Form von Georgius, die zu Gorgel beziehungsweise Görgel verkleinert und verniedlicht wurde.

Guzy

Telefonteilnehmer: 145

Herkunft: Schlesien

Bedeutung: "Guzy" ist eine polnische Vokabel, die "zwergenhaft, klein" bedeutet. Der Vorfahre war also von kleiner Gestalt

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Buchstaben aus bunten Nudeln rieseln von einer Hand © dpa-Zentralbild Fotograf: Jan-Peter Kasper
 

Der NDR 1 Niedersachsen Familien-Namenforscher

Prof. Jürgen Udolph erklärt Bedeutung und Ursprung Ihres Namens. mehr